{"id":5075,"date":"2025-02-07T14:24:48","date_gmt":"2025-02-07T12:24:48","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/?p=5075"},"modified":"2025-03-07T14:39:20","modified_gmt":"2025-03-07T12:39:20","slug":"menschen-weisheit-anthroposophie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/menschen-weisheit-anthroposophie\/","title":{"rendered":"Menschen Weisheit: Anthroposophie"},"content":{"rendered":"<p>Das vorige Mal hatte ich die Frage: wie ist es nun eigentlich m\u00f6glich, dass die menschlichste Frage nach dem Menschen, Leben und Tod, dass die Antwort darauf nicht in der Anthroposophie gesucht wird durch Millionen von Menschen. Und es gibt nat\u00fcrlich mehrere Antworten darauf, aber das Wichtigste ist doch, dass wir als Menschen in unserer Zeit eine Art von \u201aTheatermodus\u2018 haben ja, wir verhalten uns am liebsten so, dass wir nichts zu tun brauchen und dass wir nur anschauen m\u00fcssen. Das anschauen ist das Allerherrlichste, was es gibt. Vor allem wenn es Bilder sind. Aso, was ist sch\u00f6ner als zum Beispiel zu einem Film zu Gehen im Theater, zu einem Konzert oder zu einem Theaterst\u00fcck. Noch herrlicher vielleicht ist, wenn man in ein sch\u00f6nes Lokal gehen kann, wo viel anzuschauen ist und wo dann auch noch den Magen so herrlich befruchtet wird&#8230; Etwas tun geh\u00f6rt zur Arbeit, wenn ich eine Mahlzeit bereiten soll, dann ist das schon Arbeit; wenn ich meinen Beruf aus\u00fcben soll ja, dann ist das auch Arbeit und am Abend, wenn ich wieder zu Hause bin, ja, dann will ich nicht wieder arbeiten, dann m\u00f6chte ich eigentlich nichts tun. Aber ich will auch nicht Langeweile haben. Ich will alles geschenkt bekommen und deshalb setze ich mich hin, und nehme vielleicht das Handy, oder iPad oder Fernseher oder vielleicht f\u00fchre ich dann noch ein Gespr\u00e4ch, spielen vielleicht ein Spiel zusammen oder so etwas. Aber etwas tun? Nein das ist nicht was ich gerne tue. So f\u00fchlt man sich und das ist ja, k\u00f6nnte man sagen, eine Theatersehnsucht. Tr\u00e4umen ist auch so etwas herrliches und wenn dann das kommt nat\u00fcrlich im Leben, wenn dann das Elend kommt und Kummer, Leiden &#8211; ja da muss man etwas tun, damit dieses Leiden \u00fcberwunden wird. Das ist schwierig, das fragt Energie und dann ist nat\u00fcrlich die L\u00f6sung zum Beispiel die Achtsamkeit. Sie gibt eine wunderbare L\u00f6sung, denn dabei kann ich wiederum eine Art vom Theaterhaltung einnehmen. Ich kann zum Beispiel meine Atmung in einer \u00dcbung anschauen, erleben, oder ich kann meine Bewusstseinsinhalte anschauen, aber ich brauche nicht aktiv zu werden, etwas zu tun, das brauche ich nicht. Und wenn das diese gr\u00f6\u00dfte Sehnsucht bei den Menschen ist, dann ist die Anthroposophie, die kann dann eigentlich nicht popul\u00e4r sein. Das ist nicht etwas, was man sich w\u00fcnscht, man will nicht t\u00e4tig werden, man will ja gerade sich hinsetzen und zuschauen und das geht in der Anthroposophie nicht. Und warum w\u00fcrde das notwendig sein, dass man aktiv wird, denn es geht doch ohne diese Aktivit\u00e4t auch? Wir sind tags\u00fcber schon aktiv genug, m\u00fcssen wir dann in der Freizeit, wenn wir uns entwickeln wollen auch wiederum aktiv werden? Ja ich verstehe das eigentlich nicht so gut. Ich verstehe es auch schon, aber irgendwie auch nicht, denn wenn man den Wunsch hat Klavierspielen zu lernen, dann muss man auch etwas tun &#8211; w\u00e4hrend die meiste Sch\u00fcler vielleicht auch nicht \u00fcben, aber da kommen sie auch nicht weiter. Wenn man etwas lernen will, muss man doch aktiv werden. Aber das ist die Schwierigkeit mit der Anthroposophie. Dass man bei der innerlichen Entwicklung aktiv werden soll, das hat mit unserer Zeit zu tun. Wenn wir zur\u00fcckschauen in \u00e4lteren Zeiten, da war es wirklich noch so, dass \u00e4u\u00dferlich vielleicht viel getan werden musste, innerlich war es vielmehr eine Hingabe, die man haben musste und diese Hingabe ist in gewissen Sinn eine Art von Passivit\u00e4t. Wenn wir unseren Bewusstseinsinhalt anschauen, dann treten wir eigentlich ein Schritt zur\u00fcck und schauen, was alles in uns vorgeht. Dann macht man sich davon eigentlich in gewissen Sinn frei und leidet nicht mehr so sehr an sich, wie man das hat, wenn man drin ist, also eine L\u00f6sung f\u00fcr das Leiden w\u00e4re, dasjenige zu tun, dass wir also ein R\u00fcckschritt machen zu dem innerlichen Zuschauer und den Bewusstseinsinhalt anschauen und dann dadurch, dass dieser etwas Objektives wird, wir weniger leiden m\u00fcssen. Das ist Vergangenheit, das war wirklich m\u00f6glich, aber in unserer Zeit kommen wir nicht \u00fcber die Leidensnotwendigkeit hin, wenn wir diese nicht mit Aktivit\u00e4t durchdringen lernen. In unserer Zeit ist es gerade die innerliche Aktivit\u00e4t, die dazu f\u00fchrt, dass wir gl\u00fccklich werden. Das h\u00f6chste Gl\u00fcck kann man nicht haben, wenn man passiv ist, das wird letztendlich eine Art von Verfaulung geben. Wir m\u00fcssen entdecken, dass man wirklich gl\u00fccklich wird, durch die T\u00e4tigkeit an sich und ja, das kann man schon sagen &#8211; ich sage es &#8211; aber erleben muss der Mensch es dann doch selbst. Die Anthroposophie hat eine Aura vom Aktivit\u00e4t um sich herum, man kann mit Anthroposophie eigentlich nichts anfangen, wenn man nicht aktiv innerlich werden will. Dann kommt noch etwas dazu und das ist, dass, wenn man den Sinn des Lebens sucht, man auch eine gewisse Art von Wissen sucht. Man ist nicht zufrieden damit, dass man einfach zur\u00fccktritt und sich selbst anschaut und dann nicht so viel mehr zu leiden hat, sogar in eine gro\u00dfe Ruhe hineintauchen kann. Wissen, \u00fcber was das Leben ist was der Tod ist, was der Mensch ist, hat man da nicht und das ist, was Anthroposophie bringt. Rudolf Steiner, der die Anthroposophie gebracht hat, hat den Namen Anthroposophie gegeben, nachdem er zuerst viele Jahre f\u00fcr die Theosophie gearbeitet hatte, und er hat in Vortr\u00e4gen dann ausgef\u00fchrt, was er eigentlich mit dem Wort gemeint hat, und das ist, dass man durch Weisheit das G\u00f6ttliche finden kann, daf\u00fcr muss man weit \u00fcber sich hinaus steigen, das ist Theosophie. Man kann aber durch Weisheit auch den Menschen finden, die Weisheit, die im Menschen verk\u00f6rpert ist und das ist Anthroposophie, das ist Menschen-Weisheit. Und er hat dann immer gesagt, vielleicht w\u00e4re es das Beste, wenn der Name regelm\u00e4\u00dfig ge\u00e4ndert werden w\u00fcrde, damit er nicht verschlissen ger\u00e4t, dass es nicht etwas Verschlissenes wird, wobei man sich langweilt und sag ja, das wei\u00df ich schon, was das ist. Das wei\u00df nat\u00fcrlich kaum jemand, was das ist. Menschen-Weisheit, Anthroposophie man muss wirklich aktiv werden, um sich selbst als Mensch durchschauen zu lernen. Also, es gibt eigentlich innerlich zwei Grenzen, die man hat. Einerseits will man lieber nichts tun. Also die M\u00fche, die man sich machen muss, Menschen-Weisheit zu studieren, ist nicht so angenehm. Und andererseits ist es das Erkenntnisbed\u00fcrfnis. Das muss wohl da sein. Man muss eine Sehnsucht haben, mehr zu wissen \u00fcber den Menschen als was die Wissenschaft uns geben kann und dann kommt es darauf an, dass man sich, dass man erlebt, dass dieses Wissen eigentlich gar nichts zu bedeuten hat, wenn man dieses Wissen nicht erlebt. Man kann ungeheuer viel Erkenntnisse haben und doch noch immer nicht weise sein. Und die Anthroposophie lehrt, da kommen wir sp\u00e4ter darauf, aber ich nehme das schon vorweg, die Anthroposophie lehrt, dass dasjenige, was wir nur als Erkenntnis in uns aufnehmen, dass wir das nur w\u00e4hrend unserem Leben haben und dass das nach dem Tod in kurzer Zeit von uns wegtreibt. Also diese Menschen-Weisheit hat eigentlich eine Art Forderung bei sich, das ist, sie fordert eigentlich, dass man dasjenige, was man als Wissen aufnimmt, dass man das ganz mit seinem Erleben vereint. T\u00e4tigkeit und Weisheit, das sind die zwei gro\u00dfen Fundamente, der Anthroposophie und die Weisheit ist dann eine spirituelle Weisheit, die uns viel, viel weiterf\u00fchrt in das Wesen des Menschen hinein, als das \u00e4u\u00dferliche Wissen je tun kann. Es ist ein Schatz im Leben, wenn man diese Menschen-Weisheit, diese Anthroposophie findet und sich daf\u00fcr begeistern kann, so dass es nicht mehr schwierig ist, um aktiv zu werden. Ja, das wollte ich heute zu euch sagen und ich will meine Rede beenden mit einem Zitat von Rudolf Steiner, worin deutlich wird, dass diese Notwendigkeit zur Aktivit\u00e4t, dass das wirklich ein gro\u00dfes Problem ist f\u00fcr uns Menschen, und das ist in einem Jahrhundert nicht weniger geworden. Das ist noch viel, viel st\u00e4rker geworden, denn unsere Sehnsucht nach Theatervergn\u00fcgen ist befriedigt worden. Wir k\u00f6nnen es am Abend immer haben. Wir k\u00f6nnen es den ganzen Tag haben. Wir kennen doch die jungen Leute, die den ganzen Tag mit ihrem Ger\u00e4t t\u00e4tig sind, sie haben einen Weg gefunden, um sich zu tr\u00f6sten, ihre Langeweile, ihre Hoffnungslosigkeit zu \u00fcberwinden, dadurch, dass sie noch immer passiver und passiver werden. Und man w\u00fcrde doch wirklich w\u00fcnschen, dass die Jugend dich T\u00e4tigkeit der Anthroposophie finden w\u00fcrde. Hier ist das Zitat, es kommt aus einer Vortragsreihe: Geistige Wirkenskr\u00e4fte im Zusammenleben von alter und junger Generation. Da ist die anthroposophische Literatur und macht Anspruch darauf, dass man aktiv denken soll. Die meisten ko\u0308nnen nur passiv denken und meinen, aktiv zu denken sei nicht mo\u0308glich. Es la\u0308sst sich dabei weder schlafen noch intellektualistisch tra\u0308umen. Man muss mit, man muss das Denken in Bewegung setzen; in dem Augenblicke, wo man das tut, kommt man mit. Da ho\u0308rt auf dasjenige, was ich modernes Hellsehen nennen mo\u0308chte, etwas Wunderbares zu sein. Dass das immer noch als etwas besonders Wunderbares erscheint, kommt daher, dass die Menschen noch nicht die Energie entwickeln wollen, Aktivita\u0308t in das Denken hineinzutragen. Es ist oft zum Verzweifeln in dieser Beziehung. Man fu\u0308hlt manchmal, wenn man diese Forderung der Aktivita\u0308t an das Denken stellt, dass es dem Betreffenden zumute ist, wie einem Manne, der im Stra\u00dfengraben lag, seine Ha\u0308nde und Beine nicht bewegte, nicht einmal seine Augenlider aufmachte, und von einem Voru\u0308bergehenden gefragt wurde: Warum sind Sie so traurig? &#8211; Er antwortete: Weil ich nichts tun mo\u0308chte. &#8211; Der Fragende war erstaunt daru\u0308ber, denn der Liegende tat anscheinend schon seit langer Zeit nichts. Aber er wollte noch mehr \u00abnichts tun\u00bb! Da sagte der Fragende: Ja, Sie tun ja wirklich nichts! &#8211; Darauf bekam er die Antwort: Ich muss ja die Umdrehung der Erde mitmachen, und ich mo\u0308chte selbst das nicht tun.<\/p>\n<p>Ich hoffe, in der n\u00e4chsten Woche weiter einzugehen auf die Frage: Warum finden nicht Millionen von Menschen den Trost in der Anthroposophie und ich werde dann mehr die \u00e4u\u00dferliche Seite besprechen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das vorige Mal hatte ich die Frage: wie ist es nun eigentlich m\u00f6glich, dass die menschlichste Frage nach dem Menschen, Leben und Tod, dass die Antwort darauf nicht in der Anthroposophie gesucht wird durch Millionen von Menschen. Und es gibt nat\u00fcrlich mehrere Antworten darauf, aber das Wichtigste ist doch, dass wir als Menschen in unserer Zeit eine Art von \u201aTheatermodus\u2018 haben ja, wir verhalten uns am liebsten so, dass wir nichts zu tun brauchen und dass wir nur anschauen m\u00fcssen. 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