{"id":5132,"date":"2025-02-21T15:17:51","date_gmt":"2025-02-21T13:17:51","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/?p=5132"},"modified":"2025-03-07T15:18:02","modified_gmt":"2025-03-07T13:18:02","slug":"das-antlitz-der-anthroposophie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/das-antlitz-der-anthroposophie\/","title":{"rendered":"Das Antlitz der Anthroposophie"},"content":{"rendered":"<p>Ja, das vorherige Mal habe ich \u00fcber innerliche Widerst\u00e4nde gesprochen, die man haben kann gegen so etwas wie Anthroposophie, weil man dort nicht passiv bleiben kann, wenn man Anthroposophie nehmen will als Sinngebung des Lebens. Dann muss man doch zu lesen und zu studieren und zu meditieren anfangen, und da gibt es einiges in der menschliche Seele, was ich dagegen wendet. Das sind innere Gegenkr\u00e4fte, die wir in uns tragen und ja, das wird der Mensch sich nat\u00fcrlich so einfach nicht bewusst, aber das macht dieses Studium der Menschen Weisheit nicht so attraktiv. Aber es gibt nat\u00fcrlich auch \u00e4u\u00dferliche Tatsachen, die daf\u00fcr sorgen, dass die Anthroposophie nicht\u00a0 f\u00fcr Millionen Menschen direkt zug\u00e4nglich ist und das hat damit zu tun, dass es inzwischen eine Institution geworden ist, mit vielen Abteilungen und diese Institution und die Abteilungen, die sind in der Welt meistens wohl bekannt und tragen das Antlitz der Anthroposophie, so scheint es. Also, wenn man zum beispiel von einem Freund, oder eine Freundin h\u00f6ren w\u00fcrde: Schau doch mal die Anthroposophie an, ja, dann kommt unmittelbar eine ganze Kette von Meinungen und Urteilen im Gang die damit zu tun haben, dass die Anthroposophie \u00e4u\u00dferlich ein bestimmtes Antlitz bekommen hat. Wir m\u00fcssen uns vorstellen, Rudolf Steiner lebte Ende 19. und Anfang 20. Jahrhundert und seine T\u00e4tigkeit war vor allem bis 1925 und dann ist er gestorben. Dann haben ja andere Menschen, Nachfolger, die haben das ganze Institut in Verwaltung genommen. Aber Rudolf Steiner war ein Eingeweihter, und die Nachfolger waren das noch nicht und so kann es kommen, und das geht nat\u00fcrlich meistens so, dass dasjenige, was urspr\u00fcnglich ausgestrahlt hat von der Gesellschaft, und nun ist es gar nicht meine Absicht um das negativ zu beurteilen, denn es ist wahrscheinlich gar nicht anders m\u00f6glich als so, aber man muss wohl unter Augen sehen wollen, dass es so geht, wenn der Impuls, der damals gegeben worden ist, durch Rudolf Steiner str\u00f6mte und der Mensch, der das trug, ist nicht mehr auf Erden, ja dann m\u00fcssen die Nachfolger im Stande sein, um den Geist-Impuls zu erfassen und ihn unverwandelt weiter zu tragen. Aber das geht so nicht. Die Menschen habe ihre Eigenheit, und die ist meistens viel st\u00e4rker als der Geist-Impuls und so \u00e4ndert sich allm\u00e4hlich dasjenige, was urspr\u00fcnglich da war, w\u00e4hrend es urspr\u00fcnglich wahrscheinlich auch schon nicht ganz so war, wie es eigentlich h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Das hat nun einmal mit unserer menschlichen Unvollkommenheit zu tun und so leben wir im 21. Jahrhundert in einer Situation, worin es auch so ein Institut der Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft in Dornach gibt mit Landes Gesellschaften. Die sind da, dahin k\u00f6nnte man gehen, um die Anthroposophie kennen zu lernen. Aber da kommt man nat\u00fcrlich in Ber\u00fchrung mit demjenigen, was es geworden ist und ob man dann so leicht findet, was es urspr\u00fcnglich bedeutete und was es als Geist-Impuls eigentlich sagen will, das ist die Frage. Denn so, wie wir so unglaublich viel Schwierigkeiten haben, wenn wir Menschen begegnen, um hinter das Antlitz zu schauen, wer das eigentlich ist, so ist dies bei einer Institution schon gar eine fast unm\u00f6gliche Aufgabe. Also, man k\u00f6nnte gl\u00fccklich sein, wenn die Anthroposophie in seinem Leben erscheint, ohne dass die Institutionen allzu stark da sind, dass man also unmittelbar zu demjenigen vorschreiten kann, was sie eigentlich zu sagen hat, bevor das Institutionelle Platz greift. Und ja, es ist nat\u00fcrlich eine bestimmte Menschengruppe, die sich dazu angezogen f\u00fchlt und das ist oft nicht sosehr der Inhalt, der dann anzieht, sondern das ist das ganze Institutionelle, was da ist und das f\u00fchrt dazu, dass es bestimmte Menschen sind, die sich da zu Hause f\u00fchlen und wenn man anders geartet ist &#8211; das ist nat\u00fcrlich eigentlich gemeint, dass jeder sich da gut f\u00fchlen w\u00fcrde &#8211; aber wenn man anders geartet ist, dann geschieht es oft, dass man sich doch abgesto\u00dfen f\u00fchlt. Entweder dadurch, dass man selbst keine Sympathie aufbringen kann oder dass man f\u00fchlt, dass die Sympathie zu einem nicht str\u00f6mt, dass es sogar vielleicht eine Widerstand gibt, dass man anders ist und eigentlich nicht hinein geh\u00f6rt. Ich wei\u00df nat\u00fcrlich, dass das ideal gesehen so gar nicht gemeint ist, aber ich sage es noch mal: Auf Erden nimmt alles seinen Weg und wenn der Weg einmal ganz eingeschlissen ist, dann kommt man nicht mehr leicht raus. Also das ist ein Teil meiner eigenen Antwort auf die Frage: Warum finden nicht Millionen Menschen die Anthroposophie? Es gibt nat\u00fcrlich inzwischen \u00fcberall, \u00fcber die ganze Welt, Waldorfschulen, Rudolf Steiner Schulen, da scheint ein bisschen Anthroposophie in die Welt hinein, weil die Erziehungsmethode der Waldorfp\u00e4dagogik so wesentlich anders ist als alle andere p\u00e4dagogische Instituten das zu bieten haben. Das es nicht mehr so spirituell ist und nicht mehr so getragen ist durch das Geistige, wie das urspr\u00fcnglich gemeint war, das ist nat\u00fcrlich auch selbstverst\u00e4ndlich. Also, es gibt nat\u00fcrlich doch immer noch auch in der Welt als Ausstrahlungen der Anthroposophie da, wo es Waldorfschulen gibt, es gibt alle andere Initiative, die man \u00fcberall in der Welt finden kann. Aber das ist nicht was ich meine, wenn ich sage: Warum finden nicht Millionen Menschen Zugang zur Anthroposophie? Dann hat das damit zu tun, dass das wahre Antlitz der Anthroposophie durch alles Institutionelle hindurch nicht mehr sichtbar wird, werden kann, und dass, wenn der Mensch den Sinn des Lebens sucht, was dann eine Zusammenfassung ist von vielmehr als nur \u201aSinn\u2018 nat\u00fcrlich, wenn ein Mensch das sucht, dann sucht er, denke ich zu gleicher Zeit auch eine St\u00e4tte, wo man sich empfangen f\u00fchlt, wo man mit anderen zusammen dasjenige, was zu haben ist, dass man das aufnehmen kann. Das ist meiner Meinung nach bis jetzt nicht wirklich gelungen und das hat dann zu gleicher Zeit auch wiederum damit zu tun, dass Anthroposophie ein Erkenntnis-Weg ist und nicht in erster Linie ein Liebesweg, obwohl sie das eigentlich doch auch ist. Das ist eine gro\u00dfe, schwere Schwierigkeit und ich lebe schon so lange, als ich die Anthroposophie kenne mit einem, ja, was soll ich sagen, einer Art von Leid, dass nicht dasjenige geschieht, was Rudolf Steiner selbst f\u00fcr m\u00f6glich hielt. N\u00e4mlich, dass \u00fcber die ganze Welt \u00fcberall es Menschen gibt, die die Anthroposophie suchen, dass sie sie auch finden. Nun ist es nat\u00fcrlich so, man kann daran leiden, man kann das seinige tun, um ein bisschen mitzuwirken, dass die andere Anthroposophie erscheint. Aber wir haben das gro\u00dfe Problem, dass sie schon ganz ausgestaltet da ist. Dasjenige, was Rudolf Steiner f\u00fcr Kinder wirklich absolut nicht wollte, das ist, dass Begriffe so aufgenommen werden, dass sie nicht wachstumsf\u00e4hig bleiben, er wollte nicht, dass Kinder Begriffe so aufnehmen, dass sie festgelegt werden f\u00fcr immer. Er wollte, dass das so gemacht wird, dass man in seinem ganzen Leben die Begriffe so hat, dass sie sich weiten k\u00f6nnen, dass sie sich entwickeln k\u00f6nnen. Das sollte nat\u00fcrlich mit der Anthroposophie selbst absolut der Fall sein. Die darf nicht eingeschr\u00e4nkt durch eine Institution sein, die muss lebendig sein, die muss so sein, dass jeder Mensch, der sie sucht, sie auch finden kann und auch gl\u00fccklich davon wird. Dass auch Leid kommt, das kommt nat\u00fcrlich auch, aber dass es diese Kraft, die die Anthroposophie in sich tr\u00e4gt, dass sie auch wirklich wirksam wird und ja, ich werde in den folgenden Videos das meinige versuchen zu tun, um die Anthroposophie als Erkenntnis-Weg etwas mehr bekannt zu machen. Aber zu gleicher Zeit ist es f\u00fcr mich immer so gewesen, dass Erkenntnis und Liebe nicht ohne einander k\u00f6nnen. Ich glaube nicht in Erkenntnis, die nicht mit Liebe aufgenommen wird. Das wird nie wirklich Erkenntnis und ich glaube auch nicht in Liebe ohne Weisheit. Also, es ist immer der Satz aus dem Johannes Evangelium, im Kapitel der Fu\u00dfwaschung, wo Christus sagt,: Wer ihn aufnimmt, den ich senden werde, nimmt mich auf und wer mich aufnimmt, nimmt ihn auf, der mich gesandt hat. In diesem Satz sitzt das Prinzip der Erkenntnis, der Liebe, und der Tat, Geist, Sohn und Vater. Und Anthroposophie kann ich mir nicht vorstellen, wenn nicht dieser Satz eine Art vom Leitsatz ist, dass man f\u00fchlt: Anthroposophie kann nicht sein, wenn es nicht ein Erkenntnisweg ist. Man muss studieren wollen. Aber Erkenntnis, die nicht durch Liebe getragen wird, kann nie Geist-Erkenntnis werden. Und wenn diese wirkliche Geist-Erkenntnis zu Stande kommt, in einem Menschen, dann lernt er sich so im Leben darleben, dass er oder sie das Prinzip der Liebe zur Tat kennen lernt, dass man das T\u00e4tige im Leben, dass man das erf\u00fcllen lernt, getragen durch Erkenntnis und erf\u00fcllt mit Liebe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, das vorherige Mal habe ich \u00fcber innerliche Widerst\u00e4nde gesprochen, die man haben kann gegen so etwas wie Anthroposophie, weil man dort nicht passiv bleiben kann, wenn man Anthroposophie nehmen will als Sinngebung des Lebens. Dann muss man doch zu lesen und zu studieren und zu meditieren anfangen, und da gibt es einiges in der menschliche Seele, was ich dagegen wendet. 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