{"id":5281,"date":"2025-03-11T11:53:29","date_gmt":"2025-03-11T09:53:29","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/?p=5281"},"modified":"2025-03-11T11:53:29","modified_gmt":"2025-03-11T09:53:29","slug":"die-viergliedrige-menschenwesenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/die-viergliedrige-menschenwesenheit\/","title":{"rendered":"Die Viergliedrige Menschenwesenheit"},"content":{"rendered":"<p>1913 hat Rudolf Steiner den Grundstein zu dem ersten Goetheanum gelegt und bei dieser Grundsteinlegung hat Rudolf Steiner ein paar Zeilen gesprochen, mit denen ich heute anfangen m\u00f6chte und das ist:<\/p>\n<p>\u201eVersuchen wir uns klarzumachen, wie aus der Menschenseele gewichen ist der Zusammenhang mit dem g\u00f6ttlichen Weltendasein, mit dem Wollen, mit dem F\u00fchlen und mit dem G\u00f6ttlich-geistigen Erkennen. Versuchen wir in diesem Augenblick tief, tief in unserer Seele nachzubilden, was da drau\u00dfen in den L\u00e4ndern im Osten, Norden, Westen und S\u00fcden heute die Menschenseelen f\u00fchlen, die wir erkennen d\u00fcrfen als die Besten und die nicht hinauskommen \u00fcber dasjenige, was wir aussprechen k\u00f6nnen mit den Worten: ein unbestimmtes, unzul\u00e4ngliches Sehnen und Hoffen auf den Geist.\u2018<\/p>\n<p>Das sprach Rudolf Steiner in 1913. Damals war nat\u00fcrlich die Kirche noch bl\u00fchend, obwohl vielleicht doch schon etwas zur\u00fccknehmend, aber wenn wir daran denken, wie unsere Eltern, wie unsere Gro\u00dfeltern noch in der Kirche gestanden habe ja, dann f\u00fchlen wir, dass es damals noch einen Glauben gab, der die Menschen wirklich getr\u00f6stet hat, und man kann in der heutigen Zeit, 100 Jahre sp\u00e4ter, noch mehr ja, dieses Wirken der Kirche ist eigentlich v\u00f6llig vor\u00fcber. Es gibt sie nat\u00fcrlich noch, aber wir wissen nat\u00fcrlich, dass die Kirchen geschlossen sind, dass sie am Sonntag teilweise sich \u00f6ffnen, dass es fast keine Priester mehr gibt, wenigstens in unseren Gegenden, dass sie die Arbeit \u00fcber mehrere Kirchen verteilen m\u00fcssen, dass sie arbeiten m\u00fcssen, bis sie 80 sind oder so etwas, sie k\u00f6nnen gar nicht aufh\u00f6ren, es gibt keine neuen Kollegen, so ist es in unserer Zeit. Und wenn Rudolf Steiner in seiner Zeit schon sagt, dass die Seele, die menschliche Seele in der ganzen Welt, die man unter den Westen rechnen kann, dass die nicht mehr mehr gehabt haben, als ein unbestimmtes Hoffen und Sehnen auf den Geist, dann k\u00f6nnen wir sagen, dann ist in unserer Zeit dieses Hoffen und Sehnen, einerseits weniger unbestimmt, aber andererseits auch weniger verteilt \u00fcber die Menschheit. Und ja, ich will sagen, was ich das vorige Mal gesagt habe: Eigentlich sucht jeder Mensch die Anthroposophie, denn alle Menschen sind aus dem Geist geboren und haben es zwar vergessen, aber wirksam ist der Geist nat\u00fcrlich noch immer. Und das Wirken des Geistes muss wohl diese unbestimmte oder etwas bestimmtere Sehnsucht und Hoffnung sein. Wenn wir in unserer Zeit so herum fragen &#8211; und da gibt es zum Beispiel eine M\u00f6glichkeit, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist &#8211; dann kann man so an Familienmitglieder oder Freunde fragen: Was denkst du, ist dieser Mensch noch da? Es gibt viele Ungl\u00e4ubige um einen herum und wenn man fragt, was denkst du, ist dieser Mensch noch da, so kurz nach dem Sterben, bei dem Begr\u00e4bnis zum Beispiel, dann ist es doch so, dass die meisten zweifeln. Sie sagen meistens nicht unmittelbar: Aber nein! Sie sagen auch nicht: Ja nat\u00fcrlich! Manche sagen das aber die meisten zweifeln und sie brauchen eigentlich am meisten eine Anthroposophie, wenn man das Wort w\u00f6rtlich nimmt, buchst\u00e4blich nimmt, n\u00e4mlich dass man den Menschen verstehen kann, nicht durch eine intellektuelle Wissenschaft, sondern durch eine Weisheit. Und dann k\u00f6nnen wir am besten mit den Menschen auch wirklich anfangen. Wenn wir so im Leben stehen, und wir begegnen uns, das tritt doch fortw\u00e4hrend auf, dann begegnen wir Menschen, die wir lieben, andere, denen wir gleichg\u00fcltig gegen\u00fcberstehen und wieder andere, die wir vielleicht gar nicht sympathisch finden. Fortw\u00e4hrend ist Begegnung mit Menschen da, und da k\u00f6nnen wir uns fragen: Wenn ich einem Menschen gegen\u00fcberstehe, was ist das eigentlich, der Mensch? Es scheint so zu sein, dass es eine leibliche Erscheinung ist. Aber diese leibliche Erscheinung macht mich gl\u00fccklich oder ungl\u00fccklich sagt allerlei, gibt Beweise, die pr\u00fcfen, dass dieser Mensch auch Gef\u00fchle hat, spricht Worte, hat Gedanken, tut allerlei. Und in der modernen Wissenschaft lernen wir dann, dass das alles Folgen der Leiblichkeit sind, dass der Leib eine Art von, ja ich will nicht sagen Maschine, aber eine Wesenheit ist, die dadurch, dass sie so kompliziert ist, auch Gedanken produziert, Gef\u00fchle produziert, Willens Impulse produziert, so wie ein Reflex, wenn man mit einem H\u00e4mmerchen gegen die Knie schl\u00e4gt, dann hat man einen Reflex. So kann man die Taten, die Willens-Impulse von Menschen sich weiter bedenken, dass das auch so etwas ist, wohl mehr \u00fcberlegt, aber die \u00dcberlegungen kommen dann auch wiederum aus dem Leib. Und dann ist es nat\u00fcrlich deutlich, wenn man so denken muss. &#8211; und ja, das haben wir nat\u00fcrlich alle doch in uns, auch wenn wir spirituell denken und f\u00fchlen und wollen, dann haben wir doch die Erziehung gehabt, zu denken, zu meinen, dass der Mensch nicht mehr ist als sein Leib. Und wenn wir so denken, ja dann ist der Tod wirklich eine Katastrophe, denn dann bedeutet das, dass wenn der Leib aufh\u00f6rt, wenn er nicht mehr funktioniert, das dann der Mensch ganz und gar weg ist. Vor\u00fcber. Das einzige, was dann noch bleibt, das sind die Erinnerungen und wie mehr der Mensch geliebt wurde, desto st\u00e4rker sind wahrscheinlich die Erinnerungen, wenn ein Mensch ein ber\u00fchmter Mensch gewesen ist, dann gibt es sehr viele Menschen, die Erinnerungen haben. Aber wir wissen nat\u00fcrlich auch, dass diese Erinnerungen verschwinden oder historisch werden und dann eigentlich auch nicht mehr wahr sind. Das bringt Furcht vor dem Tod und diese Furcht kann eigentlich nur bestehen, wenn man nicht weiter dar\u00fcber nachdenkt und nicht wahrnimmt, was nun wirklich geschieht, wenn ein Mensch stirbt. Es ist nat\u00fcrlich nicht angenehm, weil wir so viel Angst haben, um eine Leiche anzuschauen. Als Mediziner muss man und als Familienmitglied oder Freund muss man es oft auch, dass man doch es wagt, soweit geht, dass man die soeben Gestorbene, dass man die besucht und anschaut. Dann sieht man den geliebten Leib. Was sieht man dann eigentlich? Wenn man nicht so viel Angst h\u00e4tte, dann w\u00fcrde man sehen, was man sieht. Dann w\u00fcrde man wirklich fassen, was man sieht. Wenn eine Maschine damit aufh\u00f6rt zu wirken, dann ist die Maschine noch ganz gleich, ob er nun wirkt oder nicht, ob er kaputt ist oder nicht, der bleibt, der Maschine bleibt gleich. So nicht bei einem Menschen, wenn der menschliche Leib damit aufh\u00f6rt, dann tritt eine gewaltige \u00c4nderung ein, und das ist gerade das Furchterregende und das ist eine Mischung, dass man das ist eine Mischung von dieser Auffassung, dass es vor\u00fcber ist, endg\u00fcltig, dass dieser Mensch weg ist, nicht mehr existiert, und andererseits, dass wir nicht wagen, wirklich zu schauen, was wir eigentlich da wahrnehmen k\u00f6nnen. Wir sehen, wenn ein Mensch soeben oder gestern gestorben ist, dann sehen wir den Leib und der Leib ist noch immer der Leib, der bekannte Leib. Trotzdem ist es so furchterregend. Warum? Weil etwas nicht mehr da ist, was beim Leben da gewesen ist. Das Bewusstsein ist weg, das Selbstbewusstsein ist weg und es ist noch etwas anderes weg. Wenn ein Mensch schl\u00e4ft, ist auch das Bewusstsein weg und ist auch das Selbstbewusstsein weg, wo sie sind, das ist etwas anderes, aber sie sind in diesem Moment nicht bei dem Leib In diesem Sinne sind Schlaf und Tod etwas \u00c4hnliches. Und trotzdem ist es ganz etwas anderes, denn wenn der Mensch schl\u00e4ft, dann lebt der Leib noch. Wenn der Mensch gestorben ist, dann ist gerade das der gro\u00dfe Unterschied. Nicht einmal so sehr, dass das Bewusstsein und Selbstbewusstsein dann nicht da sind. Das kennen wir ja vom Schlaf. Es ist etwas anderes, was nicht mehr da ist und das ist das Leben selbst. Wer es wagen w\u00fcrde, da einmal ganz intensiv zu f\u00fchlen, was man da eigentlich f\u00fchlen kann, nicht daf\u00fcr weglaufen, sondern es zu sich durchdringen lassen, das kann man auch in der Erinnerung tun, man braucht nicht zu sagen: Ja es gibt jetzt nicht jemanden, der gestorben ist. Es hat schon Menschen gegeben, die gestorben sind. Also jeder Mensch wei\u00df, was die Anschauung einer Leiche aufruft. Das kann man sich erinnern und wenn man das wirklich zu sich durchdrehen l\u00e4sst, dann bekommt man ein reales Gef\u00fchl f\u00fcr dasjenige, was nicht mehr da ist. Und so k\u00f6nnte man wirklich dazu kommen, selbst konstatieren durch genaue Wahrnehmung, durch genaues intensives F\u00fchlen, k\u00f6nnte man selbst dazu kommen zu erkennen, dass dasjenige, was ich sehe, wenn ich einen lebendigen Menschen sehe, dass das nicht etwas Einheitliches ist, dass das nicht nur ein Leib ist, sondern dass da eine Wesenheit in meinem Blickfeld tritt die viergliedrig ist. Dasjenige, was beim Tod \u00fcbrig bleibt und dann auseinanderf\u00e4llt, das ist der eigentliche physische Leib, diejenige Glieder, die weg sind im Schlaf und auch im Tod, Bewusstsein und Selbstbewusstsein, das sind Seele und Geist. Der gro\u00dfe Unterschied, der auftritt beim Tod ist, dass das Leben den Leib verl\u00e4sst. Das ist der Lebensleib, der immer im Leben bei dem Leib ist, ein treuer Gesell, k\u00f6nnte man sagen, der geht auch im Schlaf nicht weg, der bleibt und solange er bleibt, lebt der Mensch. Beim Tod aber verl\u00e4sst er den Leib und das ist eigentlich erst recht der Tod, und das k\u00f6nnte man sehen, daf\u00fcr braucht man nicht hellsichtig zu sein, auch nicht ein Fantast zu sein, auch nicht ein Wissenschaftler zu sein. Man braucht nur seine reine Menschlichkeit, die im Stande ist wahrzunehmen und bei dieser Wahrnehmung Gedanken zu haben und etwas zu f\u00fchlen, zu sp\u00fcren, zu erleben. Das ist was wir alle k\u00f6nnen, aber Angst und Furcht machen das unm\u00f6glich. Man kann nat\u00fcrlich sagen, so wie die Wissenschaft redet: Ja beim Tod h\u00f6rt, h\u00f6ren die Gehirnwellen auf, h\u00f6rt das Herz auf, und das ist was verschwindet und wenn das verschwindet, ja dann haben wir diese Leiche. Das ist eine verf\u00fchrerische Aussage, denn das scheint so logisch und wissenschaftlich zu sein. Aber das kann man eigentlich nur sagen, wenn man nicht wagt zu schauen, was man sieht, wenn man wirklich bei einem gestorbenen Menschen ist. Jeder Mensch muss das sehen k\u00f6nnen, schauen k\u00f6nnen, f\u00fchlen, dass da etwas sich ge\u00e4ndert hat, was im ganzen Leben nicht aufgetreten ist, was jetzt aber dazu f\u00fchrt, dass der Leib nicht weiter kann, obwohl er in den ersten Stunden noch ganz intakt ist, ist es nicht so wie bei einer Maschine, dass dieser gestorbene Leib gleich aussieht wie der lebendige Leib. Man schaut den Unterschied. Das ist also, was ich in dieser erste Stunde &#8211; es ist eine halbe Stunde vielleicht &#8211; vorbringen m\u00f6chte als erste anthroposophische Erkenntnis, als erste Weisheit vom Menschen. Der Mensch ist eine viergliedrige Wesenheit, ist physischer Leib. Atherleib, Astralleib und Ich. Dar\u00fcber das n\u00e4chste Mal weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I1913 hat Rudolf Steiner den Grundstein zu dem ersten Goetheanum gelegt und bei dieser Grundsteinlegung hat Rudolf Steiner ein paar Zeilen gesprochen, mit denen ich heute anfangen m\u00f6chte und das ist:<\/p>\n<p>\u201eVersuchen wir uns klarzumachen, wie aus der Menschenseele gewichen ist der Zusammenhang mit dem g\u00f6ttlichen Weltendasein, mit dem Wollen, mit dem F\u00fchlen und mit dem G\u00f6ttlich-geistigen Erkennen. 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