{"id":5560,"date":"2025-03-18T16:14:34","date_gmt":"2025-03-18T14:14:34","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/?p=5560"},"modified":"2025-03-18T17:15:05","modified_gmt":"2025-03-18T15:15:05","slug":"die-dreigliedrige-menschenwesenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/die-dreigliedrige-menschenwesenheit\/","title":{"rendered":"Die Dreigliedrige Menschenwesenheit"},"content":{"rendered":"<p>Wenn wir die Anthroposophie kennenlernen wollen, dann brauchen wir eine andere Art von Studieren, als was wir in der gew\u00f6hnlichen Wissenschaft tun. Denn Anthroposophie hat nat\u00fcrlich wirklich mit uns Menschen zu tun, auch mit der \u00fcbrigen Welt. Aber der Mensch ist ein Brennpunkt, k\u00f6nnte man sagen. Und das bedeutet, dass wenn wir bestimmte Kenntnisse, Erkenntnisse aufnehmen, dass es nicht gen\u00fcgt, wenn wir sie nur wissen. Ich habe das vorige Mal \u00fcber die vier gliedrige Wesenheit des Menschen besprochen. Und ich habe versucht, das so zu tun, dass es dann auch m\u00f6glich wird, diese Erlebnisse nachzuvollziehen. Dass man also nicht nur liest, ah, es gibt also vier Wesensglieder, physischer Leib, Ather Leib, Astral Leib, iIh. Und da muss man es wissen. Da kann man noch etwas mehr davon wissen, aber alles bleibt wissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das soll bei dem Studium der Anthroposophie eigentlich nicht geschehen. Man muss<\/p>\n<p>nat\u00fcrlich bestimmte Tatsachen aufnehmen als Tatsachen. Aber sie sollen das nicht bleiben. Man muss sie auf sich selbst beziehen. Was man im gew\u00f6hnlichen Leben als eine schlechte Eigenschaft ansieht, die Selbstbezogenheit, die muss gerade bei dem Studium der Anthroposophie intensiv ge\u00fcbt werden. Das kann nicht bei allem, was man da aufnimmt. Aber bei vielem geht es wohl, dass man wirklich versucht, dasjenige, was man dann wei\u00df, dass man damit nicht zufrieden ist, und versucht, das auch wirklich in sich selbst zur\u00fcckzufinden oder es im Leben zur\u00fcckzufinden, dass man es best\u00e4tigen kann. Dass man also nicht ein Gl\u00e4ubiger wird, nicht eine gl\u00e4ubige Anthroposophin und auch nicht ein Wissender, sondern dass man eine sichere Selbsterkenntnis \u00fcbt und dadurch dann Anthroposoph ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rudolf Steiner hat ein Buch geschrieben, das hei\u00dft Theosophie und ja das ist ein Buch, das, denke ich, wie soll ich es sagen, das Buch ist, das am meisten befriedigen kann im Leben, weil es diejenige R\u00e4tsel ber\u00fchrt, die Lebensr\u00e4tsel sind. Nun hat er das aber so geschrieben, dass man wirklich denken muss. Es ist nicht leicht geschrieben, es ist so geschrieben, dass man sich anstrengen muss und man k\u00f6nnte meinen, dass es damit genug ist, dass wenn man sich angestrengt hat und vielleicht auch, das Ged\u00e4chtnis mit einbezogen hat, also die Dinge gleichsam auswendig gelernt hat, dass man dann gemacht hat, was zu machen ist. Das ist nicht so und ich hoffe, dass ich das in diesen Videos zeigen kann, dass Anthroposophie kein Wissen ist. Es ist auch nicht eine Anthropologie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist eine Anthroposophie und Weisheit hat man eigentlich erst dann, wenn man es mit dem Leben im Einklang bringt. Das wollte ich zuerst sagen, denn ja, man muss nat\u00fcrlich doch auch Tatsachen bringen, bestimmte Erkenntnisse, die anthroposophisch sind, aber es sollte eigentlich nie geschehen, dass man sich selbst dabei vergisst. Ich bin selbst der Mensch und es handelt sich \u00fcber mich, nicht \u00fcber meine Person so sehr, sondern \u00fcber denjenigen Teil in mir, der wirklich Mensch ist und in diesem Sinn darf ich alles auf mich beziehen, untersuchen, wo sitzt das, was jetzt besprochen wird. Kann ich das erleben, dass das so ist? Rudolf Steiner f\u00e4ngt dann seine Theosophie wie folgt an: Die folgenden Worte Goethes bezeichnen in sch\u00f6ner Art den Ausgangspunkt eines der Wege, auf denen das Wesen des Menschen erkannt werden kann. Und dann kommen die Worte von Goethe: Sobald der Mensch die Gegenst\u00e4nde um sich her gewahr wird, betrachtet er sie in Bezug auf sich selbst, und mit Recht, denn es h\u00e4ngt sein ganzes Schicksal davon ab, ob sie ihm gefallen oder missfllen, ob sie ihn anziehen oder abstossen, ob sie ihn n\u00fctzen oder Schaden. Diese ganz nat\u00fcrliche Art, die Dinge anzusehen und zu beurteilen, scheint so leicht zu sein, als sie notwendig ist. Und doch ist der Mensch dabei tausend Irrt\u00fcmern ausgesetzt, die ihn oft besch\u00e4men und ihm das Leben verbittern. Hier wird also eine wesentliche T\u00e4tigkeit des Menschen angedeutet, n\u00e4mlich dasjenige, dass man mit seinen Sinnen auf die Umwelt blickt und dass dasjenige, was man da erblickt, dass man da auch allerlei Erlebnisse hat. Also einerseits etwas Objektives, die Sinneswahrnehmung, aber andererseits wird das unmittelbar auch subjektiv dadurch, dass ich allerlei erlebe, das richtig, das auch falsch sein kann, das angenehm sein kann, unangenehm, dass es mich anzieht oder abst\u00f6\u00dft, das hat alles mit mir zu tun. Das ist das Eine. Oder eigentlich Zwei.<\/p>\n<p>Man hat seine Sinnest\u00e4tigkeit und man hat sein Empfinden. Dann kommt das Dritte, Ein weit schwereres Tagewerk \u00fcbernehmen diejenige, deren lebhafter Trieb nach Kenntnis die Gegenst\u00e4nde der Natur an sich selbst und in ihren Verh\u00e4ltnissen untereinander zu beobachten strebt. Denn sie vermissen bald den Ma\u00dfstab, der ihnen zu Hilfe kam, wenn sie als Menschen die Dinge in Bezug auf sich betrachten. Es fehlt ihnen der Ma\u00dfstab des Gefallens und Missfallens, des Anziehens und Absto\u00dfens, des Nutzens und Schadens. Diesem sollen sie ganz entsagen, sie sollen als gleichg\u00fcltige und gleichsam g\u00f6ttliche Wesen suchen und untersuchen, was ist und nicht, was behagt. So soll den echten Botaniker weder die Sch\u00f6nheit noch die Nutzbarkeit der Pflanzen r\u00fchren. Er soll ihre Bildung, ihr Verh\u00e4ltnis zu dem \u00fcbrigen Pflanzenreich untersuchen. Und wie sie alle von der Sonne hervorgelockt und beschieden werden, so soll er mit einem gleichen, ruhigen Blicke sie alle ansehen und \u00fcbernehmen und den Ma\u00dfstab zu dieser Erkenntnis, die Data der Beurteilung nicht aus sich, sondern aus dem Kreise der Dinge nehmen, die er beobachtet. Hier wird dann die Erkenntnisf\u00e4higkeit des Menschen beschrieben. Also einerseits die Sinneswahrnehmung und das Erleben, das man mit der Sinneswahrnehmung hat. Und andererseits die Sinneswahrnehmung und die \u00fcberpers\u00f6nliche Erkenntnis, da, wo der Mensch sich ganz losl\u00f6st aus seinen Gef\u00fchlen, aus seinem Erleben, das soll nicht mitz\u00e4hlen, nur die Tatsachen z\u00e4hlen. Und Goethe sagt, dass der Mensch dann wie gleichsam ein g\u00f6ttliches Wesen \u00fcber das Pers\u00f6nliche erhoben ist. Dann hat man also die dritte F\u00e4higkeit des Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und das k\u00f6nnen wir doch in uns selbst zur\u00fcckfinden, obwohl vielleicht die letzte F\u00e4higkeit am wenigsten ge\u00fcbt wird in unserer Zeit. Ich glaube nicht, dass viele Menschen im gew\u00f6hnlichen Leben dazu kommen, diese \u00fcberpers\u00f6nliche Erkenntnist\u00e4tigkeit auszu\u00fcben. Wissenschaftler m\u00fcssen wohl und Studenten m\u00fcssen auch wohl, aber wirklich als eine Art von Verlangen nach \u00fcberpers\u00f6nliche T\u00e4tigkeit in die Erkenntnisf\u00e4higkeit hineingehen, ja das ist denke ich doch nicht so \u00fcblich. Aber wir haben diese drei F\u00e4higkeiten. Sinneswahrnehmung, dasjenige was wir wahrnehmen auf uns selbst beziehen, dadurch, dass wir Gef\u00fchle, Empfindungen haben. Und dann als dritte diese \u00fcberpers\u00f6nliche Erkenntnisf\u00e4higkeit, wo gerade man sich alles f\u00fchlen, alle Sympathie, Antipathie, Anziehung usw. entsagt und gerade dadurch die Erkenntnisse zustande bringt. Diese drei F\u00e4higkeiten nimmt Rudolf Steiner dann, um uns darauf hinzuweisen, dass der Mensch, auch ein dreigliedriges Wesen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Sinneswahrnehmung kommt vollkommen mit dem physischen Leib zustande. Dadurch, dass wir einen physischen Leib haben, haben wir Sinne und haben wir diese sinnliche Wahrnehmung. Dasjenige, was wir tun, damit diese Tatsachen mit uns in Beziehung stehen, das ist die Seele. Die Seele hat die Eigenschaft, dass sie alles auf sich bezieht. Und der Geist erhebt sich \u00fcber das Seelische auf \u2013 ich meine, das ist nicht richtig gesagt \u2013 erhebt sich dar\u00fcber. Dadurch, dass er in der Erkenntnis sich allem Erleben, pers\u00f6nlichem Erleben, entsagt. Und so haben wir dann diese dreigliedrige Menschenwesenheit, die wir verstehen k\u00f6nnen als physischer Leib, Seele und Geist. Leib, Seele und Geist. Und wenn wir es so dargelegt bekommen, dann ist es doch eigentlich unmittelbar deutlich, dass hier eine Wahrheit ausgesprochen wird, dass der Mensch dreigliedrig ist, n\u00e4mlich \u2026 \u2026 Leib, Sinnesorgane, Seele, Erleben und Geist, Erkenntnis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und wenn wir, wenn das mehr werden soll als ein Wissen, dann m\u00fcssten wir eigentlich in den kommenden Wochen damit leben wollen, dass wir uns t\u00e4glich mal fragen, oh ja, meine Sinne sind Leib, mein Erleben ist Seele, mein Erkennen ist Geist. Das sind nat\u00fcrlich nicht Erfindungen von Rudolf Steiner. Man sieht schon, Goethe hat diese drei F\u00e4higkeiten deutlich in seine Worte ausgedr\u00fcckt. Warum? Weil es so ist. Man braucht da nicht zu sagen, ja das glaube ich nicht, oder ja das glaube ich, das braucht man auch nicht zu sagen, denn man wei\u00df doch, dass es so ist. Da kommt nat\u00fcrlich die Naturwissenschaft, die heutige Wissenschaft und sagt, was ich das vorige Mal auch schon gesagt habe, ja aber Seele und Geist, das sind Ausd\u00fcnstungen des Leibes. Das sind nicht Entit\u00e4ten, die auf sich gestellt sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das kann man vorerst stehen lassen. Und im Verlauf unserer Untersuchungen wird wohl deutlich werden, dass das nicht standhalten kann. Dass es doch so ist, dass wir letztendlich in uns selbst eine M\u00f6glichkeit gewinnen, festzustellen: es gibt den Geist, es gibt die Seele. Und der Leib, ja, das wussten wir schon, dass es den Leib gibt. Also, das vorige Mal haben wir kennengelernt, dadurch, dass wir das Ph\u00e4nomen des Todes betrachtet haben, kennengelernt, dass der Leib beim Tod nicht mehr der Leib ist, der beim Leben uns bekannt war? Dass es Wesen-Glieder sind die da weg sind. Und bedeutend<\/p>\n<p>f\u00fcr das Sterben ist das Weggehen des Lebensleibes. &#8230; Jetzt lernen wir am Anfang der Theosophie kennen, dass wir drei gro\u00dfe T\u00e4tigkeiten aus\u00fcben als Mensch, die wir alle wissen, dass wir sie aus\u00fcben.<\/p>\n<p>Nur werden wir uns jetzt bewusst, dass wir diese T\u00e4tigkeiten einordnen k\u00f6nnen, dass wir sagen k\u00f6nnen, sinnliche Wahrnehmung, Leib, Empfindung und Erleben, Seele, Erkenntnis, Geist. Und wenn das zu uns durchdringt, dass wir das auch wirklich in uns selbst erleben k\u00f6nnen, dann wird es auch leichter, um schwierige Texte zu verstehen, weil wir mehr oder weniger bevor dem Lesen schon die Erkenntnisse haben und wir erkennen sie dann in dem Text wieder. So k\u00f6nnte man sich vorstellen, dass man sich wirklich darin vertieft hat: Ich bin ein Mensch, ich habe einen Leib, eine Seele und einen Geist. Und wenn man dann den Text von Goethe lesen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde man sagen, ja, das sagt er eigentlich auch. Er verwendet die Worte Leib, Seele und Geist zwar nicht, aber er bespricht diese drei Teile.<\/p>\n<p>Und so gibt es den Freund von Goethe, der so ganz anders die Dinge ausdr\u00fcckt, als Goethe es tat, der, ja, man kann sagen, schwierige Texte geschrieben hat. Man kann auch sagen, wenn man einmal versteht, was er eigentlich verst\u00e4ndlich machen will, dann sind diese Texte gar nicht mehr schwierig. Und zum Schluss m\u00f6chte ich dann gerne davon ein Beispiel geben. Da kann man erleben, wie gro\u00df der Unterschied ist zwischen Goethe und Schiller, die beiden Herzensfreunde. Aber man kann zu gleicher Zeit auch erfahren, wie deutlich ein schwieriger Text wird, wenn man die Grundprinzipien des Daseins versteht. Also zum Schluss ein Teil aus dem 13. Brief von Schiller \u00fcber die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen: Da die Welt ein ausgedehntes in der Zeit, Ver\u00e4nderung ist, so wird die Vollkommenheit desjenigen Verm\u00f6gens, welches den Menschen mit der Welt in Verbindung setzt, gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichste Ver\u00e4nderlichkeit und Extensit\u00e4t sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das ist das eine. Wir leben mit unserer Sinneswahrnehmung in der Zeit und erleben eine fortw\u00e4hrende Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p>Da die Person das Bestehende in der Ver\u00e4nderung ist, so wird die Vollkommenheit desjenigen Verm\u00f6gens, welches sich dem Wechsel entgegensetzen soll, gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichste Selbstst\u00e4ndigkeit und Intensit\u00e4t sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Also, zuerst gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichste Ver\u00e4nderlichkeit und Extensit\u00e4t, jetzt gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Selbstst\u00e4ndigkeit und Intensit\u00e4t. Unter Person versteht Schiller dann die innerliche Wesenheit, nicht Person im Sinne von Ego, sondern Person im Sinne von Geist, k\u00f6nnte man sagen.<\/p>\n<p>Je vielseitiger sich die Empf\u00e4nglichkeit ausbildet, je beweglicher dieselbe ist, und je mehr Fl\u00e4che sie den Erscheinungen darbietet, desto mehr Welt ergreift der Mensch, desto mehr Anlagen entwickelt er in sich. Je mehr Kraft und Tiefe die Pers\u00f6nlichkeit, je mehr Freiheit die Vernunft gewinnt, desto mehr Welt begreift der Mensch, desto mehr Form schafft er au\u00dfer sich.<\/p>\n<p>Also, einerseits diese gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichste Ver\u00e4nderlichkeit und Extensit\u00e4t, wodurch der Mensch wirklich die Welt ganz und gar in sich aufnimmt, andererseits die Person, die sich die gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichste Selbstst\u00e4ndigkeit erwerben muss, um in dieser Ver\u00e4nderung standhalten zu k\u00f6nnen und innerhalb dieser Ver\u00e4nderung doch Freiheit zu haben, die Vernunft einsetzen zu k\u00f6nnen und dann die Welt au\u00dfer sich begreifen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Seine Kultur wird also darin bestehen, erstlich dem empfangenden Verm\u00f6gen die vielf\u00e4ltigste Ber\u00fchrungen mit der Welt zu verschaffen und auf Seiten des Gef\u00fchls die Passivit\u00e4t aufs H\u00f6chste zu treiben. Also als Mensch nicht zuhause sitzen bleiben, sondern in die Welt ziehen und so viel wie m\u00f6glich von der Welt aufnehmen, das ist nat\u00fcrlich nicht nur \u00e4u\u00dferlich, aber das ist nat\u00fcrlich auch, hat auch Bezug auf was man zum Beispiel an Weltenpolitik und so weiter aufnehmen kann.<\/p>\n<p>Das ist alles Welt. Zweitens dem bestimmenden Verm\u00f6gen die h\u00f6chste Unabh\u00e4ngigkeit von dem Empfangenden zu erwerben und auf Seiten der Vernunft die Aktivit\u00e4t aufs H\u00f6chste zu treiben. Also man geht in die Welt und nimmt alles in sich auf an Ver\u00e4nderlichkeit und bleibt in seinem F\u00fchlen passiv in der Aufnahme. Aber da gegen\u00fcber ist die Person dabei und die tut das Umgekehrte, die bleibt in seiner selbstst\u00e4ndigen Freiheit aufrecht und mahnt sich selbst zur h\u00f6chsten Aktivit\u00e4t. Wo beide Eigenschaften sich vereinigen, da wird der Mensch mit der h\u00f6chsten F\u00fclle von Dasein die h\u00f6chste Selbstst\u00e4ndigkeit und Freiheit verbinden und, anstatt sich an die Welt zu verlieren, diese vielmehr mit der ganzen Unendlichkeit ihrer Erscheinungen in sich ziehen und der Einheit seiner Vernunft unterwerfen.<\/p>\n<p>Wenn man davon nicht begeistert wird, dann wei\u00df ich es nicht mehr. Denn das ist doch wirklich eine gro\u00dfartige Beschreibung von der menschlichen Wesenheit. Einerseits, man kann es doch f\u00fchlen, dass man einerseits in die Welt geht und passiv hier und dort \u00fcberall alles in sich aufnimmt. Und andererseits, um sich nicht zu verlieren, hat der Mensch seine Person. Seinen Geist, der immer ruhig darin selbstst\u00e4ndig, frei standh\u00e4lt, aber die F\u00e4higkeit des Geistes zur h\u00f6chsten Aktivit\u00e4t treibt, also da nicht passiv bleibt, sondern fortw\u00e4hrend mit der Vernunft alles versuchen zu begreifen. Ja, Ich werde davon begl\u00fcckt, weil man dabei f\u00fchlt, das ist der Mensch. Und Rudolf Steiner beschreibt anhand von Goethe Leib, Seele und Geist. Hier finden wir bei Schiller auch Leib, das ist die ewige Ver\u00e4nderlichkeit, Seele, das F\u00fchlen, und Geist, die ewige, ruhende, vern\u00fcnftige Idee, die zur Selbstst\u00e4ndigkeit und Freiheit f\u00fchrt. So m\u00f6chte ich so gerne weitermachen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir die Anthroposophie kennenlernen wollen, dann brauchen wir eine andere Art von Studieren, als was wir in der gew\u00f6hnlichen Wissenschaft tun. Denn Anthroposophie hat nat\u00fcrlich wirklich mit uns Menschen zu tun, auch mit der \u00fcbrigen Welt. Aber der Mensch ist ein Brennpunkt, k\u00f6nnte man sagen. Und das bedeutet, dass wenn wir bestimmte Kenntnisse, Erkenntnisse aufnehmen, dass es nicht gen\u00fcgt, wenn wir sie nur wissen. Ich habe das vorige Mal \u00fcber die vier gliedrige Wesenheit des Menschen besprochen. Und ich habe versucht, das so zu tun, dass es dann auch m\u00f6glich wird, diese Erlebnisse nachzuvollziehen. Dass man also nicht nur liest, ah, es gibt also vier Wesensglieder, physischer Leib, Ather Leib, Astral Leib, iIh. Und da muss man es wissen. 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