{"id":7079,"date":"2016-03-02T00:00:00","date_gmt":"2016-03-01T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/die-schoepfung-nach-platon\/"},"modified":"2025-04-14T12:12:08","modified_gmt":"2025-04-14T10:12:08","slug":"die-schoepfung-nach-platon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/die-schoepfung-nach-platon\/","title":{"rendered":"Die Sch\u00f6pfung nach Platon"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Nach Platon hatten alle menschlichen Gesch\u00f6pfe von Anfang an dieselben  Qualit\u00e4ten, es gab keinen Unterschied. Weil aber Seele und Leib  zusammengef\u00fcgt worden sind, entstanden Unsicherheit und Chaos, und aller  Anfang ist schwierig. Es ist ein gro\u00dfer Lernprozess, das religi\u00f6seste  aller mit Seele begabten Gesch\u00f6pfe zu werden. Und in die H\u00e4nde des  Menschen selbst wurde es gelegt, alle geschenkten M\u00f6glichkeiten auf die  beste Weise zu entwickeln \u2013 doch es ist zugleich eine M\u00f6glichkeit  gegeben, nicht sein Bestes zu geben, und so setzte eine Abw\u00e4rtsspirale  ein. Gibt das urspr\u00fcnglich beste menschliche Wesen nicht sein Bestes,  dann wird es in allen folgenden Inkarnationen immer geringer, und es  wird zuerst eine Frau(!), weil es in dieser Inkarnation nicht gegeben  hat, was das Beste war.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/c9c12029d4f47a7c26e974e04724603b.jpg\" \/><\/a>\n\n--><\/p>\n<p>Nach Platon hatten alle menschlichen Gesch\u00f6pfe von Anfang an dieselben Qualit\u00e4ten, es gab keinen Unterschied. Weil aber Seele und Leib zusammengef\u00fcgt worden sind, entstanden Unsicherheit und Chaos, und aller Anfang ist schwierig. Es ist ein gro\u00dfer Lernprozess, das religi\u00f6seste aller mit Seele begabten Gesch\u00f6pfe zu werden. Und in die H\u00e4nde des Menschen selbst wurde es gelegt, alle geschenkten M\u00f6glichkeiten auf die beste Weise zu entwickeln \u2013 doch es ist zugleich eine M\u00f6glichkeit gegeben, nicht sein Bestes zu geben, und so setzte eine Abw\u00e4rtsspirale ein. Gibt das urspr\u00fcnglich beste menschliche Wesen nicht sein Bestes, dann wird es in allen folgenden Inkarnationen immer geringer, und es wird zuerst eine Frau(!), weil es in dieser Inkarnation nicht gegeben hat, was das Beste war.<\/p>\n<p>Wir sehen diese Herabsetzung der Frau im Zusammenhang mit Platons Zeit und nehmen es ihm nicht \u00fcbel&#8230; In unserer Zeit wissen wir, dass weibliche und m\u00e4nnliche Inkarnationen sich abwechseln.<\/p>\n<p>Timaios: So wollen wir denn sagen, welcher Grund den, der dieses All, das Reich des Werdens, zusammenf\u00fcgte, zu dieser seiner Wirksamkeit bewogen hat. Er war gut, und in einem Guten entsteht niemals Neid, worauf sich derselbe auch immer beziehen k\u00f6nnte, und, weil frei von diesem, wollte er denn auch, da\u00df alles ihm selbst so \u00e4hnlich als m\u00f6glich werde. Diesen Ausgangspunkt des Werdens und der Welt d\u00fcrfte man daher wohl mit dem gr\u00f6\u00dften Rechte einsichtigen M\u00e4nnern als den eigentlichsten zugestehen. Da n\u00e4mlich Gott wollte, da\u00df, soweit es m\u00f6glich, alles gut und nichts schlecht sei, da er aber alles, was sichtbar war, nicht in Ruhe, sondern in regelloser und ungeordneter Bewegung vorfand, so f\u00fchrte er es denn aus der Unordnung in die Ordnung hin\u00fcber, weil er der Ansicht war, da\u00df dieser Zustand schlechthin besser als jener sei. Es war aber und ist recht, da\u00df der Beste nichts anderes als das Sch\u00f6nste vollbringe, und da fand er nun, indem er es bei sich erwog, da\u00df unter den ihrer Natur nach sichtbaren Dingen kein vernunftloses Werk jemals sch\u00f6ner sein werde als ein vernunftbegabtes, wenn man beide als Ganze einander gegen\u00fcberstellt, da\u00df aber wiederum Vernunft ohne Seele unm\u00f6glich irgend einem Gegenstande zuteil werden k\u00f6nne. In dieser Erw\u00e4gung bildete er die Vernunft in eine Seele und die Seele in einen K\u00f6rper ein und f\u00fcgte so aus ihnen den Bau des Weltalls zusammen, um so naturgem\u00e4\u00df das m\u00f6glichst sch\u00f6nste und beste Werk vollendet zu sehen. Und so darf man es denn mit Wahrscheinlichkeit aussprechen, da\u00df diese Welt als ein wirklich beseeltes und vern\u00fcnftiges Wiesen durch Gottes Vorsehung entstanden ist.<\/p>\n<p>Nachdem dies festgestellt ist, m\u00fcssen wir wiederum das hieran zun\u00e4chst sich Anschlie\u00dfende besprechen: welches lebendige Wesen sich denn der Meister bei ihr zum Vorbilde genommen hat, um sie ihm \u00e4hnlich zu bilden? Von allem nun, was zur Gattung der Teile geh\u00f6rt, werden wir sie mit nichts in Vergleich bringen wollen, denn was dem Unvollkommenen gleicht, kann nicht sch\u00f6n sein; wohl aber werden wir sie demjenigen, wovon die \u00fcbrigen lebendigen Wiesen als Einzelne sowie nach ihren Gattungen blo\u00dfe Teile sind, als am aller\u00e4hnlichsten setzen. Denn alle die lebendigen Wesen, welche allein dem Gedanken zug\u00e4nglich sind, fa\u00dft jenes ebenso in sich zusammen, wie diese Welt uns und alle \u00fcbrigen Gesch\u00f6pfe, welche sichtbar gebildet sind. Denn da Gott sie dem sch\u00f6nsten und in allen St\u00fccken vollkommenen unter allen Gegenst\u00e4nden der Gedankenwelt am \u00e4hnlichsten machen wollte, so f\u00fcgte er sie zu einem einzigen sichtbaren lebendigen Wesen zusammen, welches alle ihrer Natur nach mit ihm verwandten belebten Wesen in sich enthielt. Sprechen wir also mit Recht nur von einer Welt, oder w\u00e4re es richtiger, von vielen, ja von einer unbegrenzten Zahl zu reden? Nur von einer kann die Rede sein, wenn anders sie wirklich nach ihrem Urbilde ins Werk gesetzt sein soll. Denn jenes, alle nur immer der Gedankenwelt angeh\u00f6rigen belebten Gebilde umfassende Wiesen kann unm\u00f6glich ein zweites neben einem anderen sein; denn dann m\u00fc\u00dfte es wiederum noch ein anderes, jene beiden umfassendes Wesen geben, dessen Teile dann also jene beiden w\u00e4ren, und es w\u00fcrde dann die Welt nicht mehr ein jenen beiden, sondern vielmehr ein diesem sie Umfassenden Nachgebildetes richtiger genannt werden. Damit sie also als gleichfalls einzig in ihrer Art dem vollkommenen lebendigen Wesen \u00e4hnlich w\u00e4re, darum bildete der Sch\u00f6pfer weder zwei noch auch unz\u00e4hlige Welten, sondern, wie dies Weltgeb\u00e4ude als ein einzig geborenes entstanden ist, so besteht es auch und wird auch fernerhin also bestehen.<\/p>\n<p>K\u00f6rperlich, sichtbar und f\u00fchlbar mu\u00df nun aber das Gewordene sein. Ohne das Feuer aber kann schwerlich je etwas sichtbar werden, noch f\u00fchlbar ohne etwas Festes und fest wiederum nicht ohne Erde: daher bildete Gott den K\u00f6rper des All, als er ihn zusammenzusetzen begann, zun\u00e4chst aus Feuer und Erde. Zwei Dinge allein aber ohne ein Drittes wohl zusammenzuf\u00fcgen ist unm\u00f6glich, denn nur ein vermittelndes Band kann zwischen beiden die Vereinigung bilden. Von allen B\u00e4ndern ist aber dasjenige das sch\u00f6nste, welches zugleich sich selbst und die durch dasselbe verbundenen Gegenst\u00e4nde m\u00f6glichst zu einem macht. Dies aber auf das sch\u00f6nste zu bewirken, ist die Proportion da. Denn wenn von drei Zahlen oder Massen oder Kr\u00e4ften von irgend einer Art die mittlere sich ebenso zur letzten verh\u00e4lt wie die erste zu ihr selber, und ebenso wiederum zu der ersten wie die letzte zu ihr selber, dann wird sich ergeben, da\u00df, wenn die mittlere an die erste und letzte, die erste und letzte dagegen an die beiden mittleren Stellen gesetzt werden, das Ergebnis notwendig ganz dasselbe bleibt; bleibt dies aber dasselbe, so sind sie alle damit wahrhaft untereinander Eins geworden. Wenn nun der Leib des Alls eine blo\u00dfe Fl\u00e4che ohne alle H\u00f6he h\u00e4tte werden sollen, dann w\u00fcrde ein Mittelglied gen\u00fcgt haben, das andere unter sich und sich selber mit ihm zusammenzubinden; nun aber kam es ihm zu, ein K\u00f6rper zu sein, und alle K\u00f6rper werden nie durch ein, sondern stets durch zwei Mittelglieder zusammengehalten, und so stellte denn Gott zwischen Feuer und Erde das Wasser und die Luft in die Mitte, indem er sie so viel als m\u00f6glich unter einander in dasselbe Verh\u00e4ltnis brachte, so da\u00df sich das Feuer ebenso zur Luft wie die Luft zum Wasser, und wie die Luft zum Wasser so das Wasser zur Erde sich verhalten sollte, und verband und f\u00fcgte auf diese Weise das Weltall zusammen, so da\u00df es sichtbar und f\u00fchlbar wurde. Und so wurde denn zu diesem Zwecke und aus diesen also beschaffenen und ihrer Zahl nach auf vier sich belaufenden Wesenheiten der K\u00f6rper der Welt geschaffen, so da\u00df er vermittelst der Proportion innerlich zusammenstimmte, und besa\u00df dadurch eine solche Anh\u00e4nglichkeit seiner Teile unter einander, da\u00df er sich mit sich selber in Eins zusammenzog und unaufl\u00f6slich f\u00fcr jeden anderen ward als f\u00fcr den Urheber der Verbindung.<\/p>\n<p>Von diesen vieren nun hat das Weltgeb\u00e4ude ein jedes ganz erhalten. Denn aus allem Feuer und Wasser und aus aller Luft und Erde f\u00fcgte es der Bildner zusammen und lie\u00df von keinem derselben irgend einen Teil oder eine Kraft au\u00dferhalb zur\u00fcck, indem er dies dabei bezweckte: zun\u00e4chst, da\u00df es als organisches Wesen zu einem m\u00f6glichst vollkommenen Ganzen durch sein Bestehen aus m\u00f6glichst vollkommenen Teilen werde; sodann, da\u00df es ein einziges sei, sofern nichts \u00fcbriggeblieben, woraus ein anderes von derselben Art entstehen k\u00f6nnte; ferner auch dem Alter und der Krankheit nicht ausgesetzt, indem er erwog, da\u00df, wenn einen zusammengesetzten K\u00f6rper Hitze und Kalte und alles, was sonst starke Wirkungen aus\u00fcbt, von au\u00dfen her umgeben und zur Unzeit mit ihm zusammentreffen, sie ihn in Aufl\u00f6sung versetzen und ihm durch Herbeif\u00fchrung von Krankheit und Alter seinen allm\u00e4hlichen Untergang bereiten. Aus diesem Grunde und in dieser Erw\u00e4gung erbaute er denn diese Welt als ein einziges Ganzes, welches selbst wieder aus lauter Ganzen besteht und eben deshalb frei ist von Alter und Krankheit. Sodann gab er ihr auch eine Gestalt, wie sie ihr angemessen und ihrer Natur verwandt ist. Demjenigen lebendigen Wesen, welches alles andere Lebendige in sich fassen soll, d\u00fcrfte nun wohl auch eine Gestalt angemessen sein, welche alle anderen Gestalten in sich fa\u00dft. Deshalb drehte er sie denn auch kugelf\u00f6rmig, so da\u00df sie von der Mitte aus \u00fcberall gleich weit von ihren Endpunkten entfernt war, nach Ma\u00dfgabe der Kreisform, welche von allen Gestalten die vollkommenste und am meisten sich selber gleiche ist, indem er das Gleiche f\u00fcr tausendmal sch\u00f6ner als das Ungleiche hielt; auswendig aber machte er sie ringsherum auf das genaueste vollst\u00e4ndig glatt, und zwar aus vielerlei Gr\u00fcnden.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDiese ganze Erw\u00e4gung nun also desjenigen Gottes, welcher von Ewigkeit ist, wie dieser sie \u00fcber denjenigen Gott anstellte, welcher erst ins Dasein eintreten sollte, bewirkte, da\u00df der K\u00f6rper der Welt glatt und eben und \u00fcberall gleich weit vom Mittelpunkte abstehend und in sich geschlossen und vollst\u00e4ndig aus K\u00f6rpern, die schon selber vollst\u00e4ndig waren, gebildet wurde. Die Seele aber pflanzte er in die Mitte desselben ein und spannte sie nicht blo\u00df durch das ganze Weltall aus, sondern umkleidete den Weltk\u00f6rper auch noch von au\u00dfen mit ihr. Und so richtete er denn das Weltganze her als einen im Kreise sich drehenden Umkreis, der, einzig und einsam, durch seine Vortrefflichkeit mit sich selber des Umgangs zu pflegen vermag und keines anderen dazu bedarf, sondern hinl\u00e4nglich bekannt und befreundet ist allein mit sich selber, und durch alle diese Veranstaltungen schuf er es zu einem seligen Gotte.<\/p>\n<p>Die Seele hat nun aber nicht etwa, wie wir jetzt sp\u00e4ter von ihr zu reden beginnen, so auch Gott erst nach dem K\u00f6rper gebildet; denn nicht w\u00fcrde er bei der Zusammenf\u00fcgung beider zugelassen haben, da\u00df das Altere von dem J\u00fcngeren beherrscht werde; sondern wir, wie wir vielfach vom Zufall und Ungef\u00e4hr abh\u00e4ngig sind, reden nur gerade eben auf dem entsprechende Weise; er dagegen f\u00fcgte die Seele so, da\u00df sie ihrer Entstehung sowie ihrer Vortrefflichkeit nach dem K\u00f6rper voranging und ihm gegen\u00fcber die dem h\u00f6heren Alter zustehende W\u00fcrde empfing, als seine k\u00fcnftige Herrin und Gebieterin aus folgenden Bestandteilen und auf folgende Weise zusammen; Aus beiden, n\u00e4mlich aus der unteilbaren und immer sich gleich bleibenden Wesenheit und sodann derjenigen, welche an den K\u00f6rpern teilbar wird, mischte er sie als eine dritte Art von Wesenheit zusammen, welche die Mitte hielt zwischen der Natur des Selbigen und der des Anderen, und stellte sie alle drei demgem\u00e4\u00df in einer Reihe vor sich hin, so da\u00df unter ihnen jene die Mitte einnahm zwischen dem Unteilbaren und dem an den K\u00f6rpern haftenden Geteilten. Darauf nahm er alle drei und mischte sie zu einer einzigen Gestaltung zusammen, indem er die der Mischung widerstrebende Natur des Anderen gewaltsam mit dem Selbigen vertr\u00e4glich machte. Und nachdem er so beide mit der Seelensubstanz gemischt und so aus Dreien Eins gemacht hatte, teilte er wiederum dieses Ganze in so viel Teile, als es sich geh\u00f6rte, so aber, da\u00df ein jeder aus dem Selbigen, dem Anderen und der Seelensubstanz zusammengesetzt war.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nAls nun aber der Vater, welcher das All erzeugt hatte, es ansah, wie es bewegt und belebt und ein Bild der ewigen G\u00f6tter geworden war, da empfand er Wohlgefallen daran, und in dieser seiner Freude beschlo\u00df er denn, es noch mehr seinem Urbilde \u00e4hnlich zu machen. Gleichwie nun dieses selber ein unverg\u00e4ngliches Lebendiges ist, ebenso unternahm er es daher, auch dieses All nach M\u00f6glichkeit zu einem eben solchen zu machen. Nun war aber die Natur des h\u00f6chsten Lebendigen eine ewige, und diese auf das Entstandene vollst\u00e4ndig zu \u00fcbertragen war eben nicht m\u00f6glich; aber ein bewegtes Bild der Ewigkeit beschlie\u00dft er zu machen und bildet, um zugleich dadurch dem Weltgeb\u00e4ude seine innere Einrichtung zu geben, von der in der Einheit beharrenden Ewigkeit ein nach der Vielheit der Zahl sich fortbewegendes dauerndes Abbild, n\u00e4mlich eben das, was wir Zeit genannt haben. N\u00e4mlich Tage, N\u00e4chte, Monate und Jahre, welche es vor der Entstehung des Weltalls nicht gab, l\u00e4\u00dft er jetzt bei der Zusammenf\u00fcgung desselben zugleich mit ins Entstehen treten. Dies alles aber sind Teile der Zeit, und das War und Wirdsein sind Formen der entstandenen Zeit, obwohl wir mit Unrecht, ohne dies zu bedenken, diese dem ewigen Sein beilegen. Denn wir sagen ja von ihm: \u00bbes war, ist und wird sein\u00ab, w\u00e4hrend ihm doch nach der wahren Redeweise allein das \u00bbes ist\u00ab zukommt, wogegen man die Ausdr\u00fccke \u00bbes war\u00ab und \u00bbes wird sein\u00ab lediglich von dem in der Zeit fortschreitenden Werden gebrauchen darf. Denn beides bezeichnet Bewegungen; demjenigen aber, welches sich unbeweglich stets auf die gleiche Weise verh\u00e4lt, kommt es nicht zu, weder \u00e4lter noch j\u00fcnger zu werden im Verlaufe der Zeit, noch es ehemals oder jetzt geworden zu sein oder es in Zukunft werden zu sollen; kurz, es kommt ihm \u00fcberhaupt nichts von alledem zu, was das Werden mit den im Gebiete der Sinnenwelt sich bewegenden Dingen verkn\u00fcpft hat, sondern es sind dies alles die Formen der die Ewigkeit nachahmenden und nach den Zahlenverh\u00e4ltnissen im Kreise sich fortbewegenden Zeit geworden. Und ebenso steht es mit Ausdr\u00fccken folgender Art: das Entstandene sei ein Entstandenes, und das Entstehende sei ein Entstehendes, und das Entstehenwerdende sei ein Entstehenwerdendes, und das Nichtseiende sei ein Nichtseiendes, welches alles keine genauen Bezeichnungen sind. Doch d\u00fcrfte gegenw\u00e4rtig vielleicht nicht der schickliche Zeitpunkt dazu sein, hier\u00fcber Bestimmungen zu treffen, wie es, genau genommen, hei\u00dfen m\u00fc\u00dfte.<\/p>\n<p>So entstand denn also die Zeit zugleich mit der Welt, damit beide, zugleich ins Leben gerufen, auch zugleich wieder aufgel\u00f6st w\u00fcrden, wenn ja einmal ihre Aufl\u00f6sung eintreten sollte, und nach dem Urbild<em><strong>Die Sch\u00f6pfung nach Platon Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Platon hatten alle menschlichen Gesch\u00f6pfe von Anfang an dieselben Qualit\u00e4ten, es gab keinen Unterschied. Weil aber Seele und Leib zusammengef\u00fcgt worden sind, entstanden Unsicherheit und Chaos, und aller Anfang ist schwierig. Es ist ein gro\u00dfer Lernprozess, das religi\u00f6seste aller mit Seele begabten Gesch\u00f6pfe zu werden. Und in die H\u00e4nde des Menschen selbst wurde es gelegt, alle geschenkten M\u00f6glichkeiten auf die beste Weise zu entwickeln \u2013 doch es ist zugleich eine M\u00f6glichkeit gegeben, nicht sein Bestes zu geben, und so setzte eine Abw\u00e4rtsspirale ein. Gibt das urspr\u00fcnglich beste menschliche Wesen nicht sein Bestes, dann wird es in allen folgenden Inkarnationen immer geringer, und es wird zuerst eine Frau(!), weil es in dieser Inkarnation nicht gegeben hat, was das Beste war.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":7468,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7079","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7079","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7079"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7079\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8074,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7079\/revisions\/8074"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7468"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7079"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7079"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7079"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}