{"id":7084,"date":"2017-08-02T00:00:00","date_gmt":"2017-08-01T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/die-materie-des-geistes\/"},"modified":"2025-04-11T12:52:37","modified_gmt":"2025-04-11T10:52:37","slug":"die-materie-des-geistes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/die-materie-des-geistes\/","title":{"rendered":"Die Materie des Geistes"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2><span style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" data-mce-type=\"bookmark\" class=\"mce_SELRES_start\"><\/span>'Seither ist die Menschheit in eine ganz andere Entwickelung eingetreten, und ich habe auf die besonderen Eigent\u00fcmlichkeiten dieser Entwickelung immer wiederum von den verschiedensten Gesichtspunkten aus hingewiesen. Namentlich habe ich darauf hingewiesen, wie seit dem 15. Jahrhundert die Menschheit von dem intellektuellen Elemente ergriffen worden ist, das heute eigentlich alle menschliche Kultur und Zivilisation im weitesten Umfange beherrscht und das in der neueren Entwickelung namentlich dadurch heraufgekommen ist, da\u00df allm\u00e4hlich eine \u00e4ltere Sprachform, die noch in ihrer ersten Gestaltung mit dem zusammenhing, was ich als dieses Erlauschen des Rhythmus in der griechisch-r\u00f6mischen Zeit bezeichnen konnte, da\u00df die lateinische Sprache bis tief ins Mittelalter hinein sich fortgesetzt hat und sich ganz und gar umintellektualisiert hat. So da\u00df eigentlich durch die lateinische Sprache vielfach die Erziehung der modernen Menschheit zum modernen Intellek<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/77ff5e124481e0ae46d1bb32f51637a5.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nAus dem Vortrag vom 23.9.1922 von Rudolf Steiner (GA 216):<br \/>\n&#8218;Seither ist die Menschheit in eine ganz andere Entwickelung eingetreten, und ich habe auf die besonderen Eigent\u00fcmlichkeiten dieser Entwickelung immer wiederum von den verschiedensten Gesichtspunkten aus hingewiesen. Namentlich habe ich darauf hingewiesen, wie seit dem 15. Jahrhundert die Menschheit von dem intellektuellen Elemente ergriffen worden ist, das heute eigentlich alle menschliche Kultur und Zivilisation im weitesten Umfange beherrscht und das in der neueren Entwickelung namentlich dadurch heraufgekommen ist, da\u00df allm\u00e4hlich eine \u00e4ltere Sprachform, die noch in ihrer ersten Gestaltung mit dem zusammenhing, was ich als dieses Erlauschen des Rhythmus in der griechisch-r\u00f6mischen Zeit bezeichnen konnte, da\u00df die lateinische Sprache bis tief ins Mittelalter hinein sich fortgesetzt hat und sich ganz und gar umintellektualisiert hat. So da\u00df eigentlich durch die lateinische Sprache vielfach die Erziehung der modernen Menschheit zum modernen Intellektualismus bewirkt worden ist.<\/p>\n<p>Dieser Intellektualismus, der auf Gedanken beruht, die ganz und gar von der Entwickelung des physischen Menschenleibes abh\u00e4ngen, bringt eigentlich die ganze Menschheit in Gefahr, von der geistigen Welt abzufallen. Und man kann schon sagen: Wenn die \u00e4lteren Religionsbekenntnisse von einem S\u00fcndenfall in \u00e4lterer Form sprechen, der mehr als ein moralischer S\u00fcndenfall gemeint ist, so mu\u00df man von der Gefahr, in die die neuere Menschheit versetzt ist, als von einem intellektualistischen S\u00fcndenfall sprechen. &#8211; Denn die heute allgemeinen Menschheitsgedanken, denen gegen\u00fcber die Menschheit das gr\u00f6\u00dfte Autorit\u00e4tsgef\u00fchl hat, die sogenannten gescheiten Gedanken der modernen Wissenschaft, diese durchaus intellektuallstischen Gebilde sind ganz und gar begr\u00fcndet auf den physischen Menschenleib. Man darf eben nicht glauben, da\u00df, wenn der moderne Mensch denkt, er etwas anderes als den physischen Menschenleib zu Hilfe nimmt. Die Ge-danken waren eben in fr\u00fcherer Erdperiode etwas ganz anderes. In fr\u00fcheren Perioden der geschichtlichen Entwickelung kamen die Gedanken der Menschen zugleich mit gewissen spirituellen Schauungen. Spirituelle Schauungen drangen entweder aus dem Kosmos an den Menschen heran, oder aber sie stiegen aus dem Inneren des Menschen auf. Diese spirituellen Schauungen, sie trugen, ich m\u00f6chte sagen auf ihren Wogen Gedanken. Das waren geistig gegebene Gedanken, das waren Gedanken, die aus der geistigen Welt dem Menschen geschickt waren, Gedanken, die sich eben dem Menschen offenbarten. Solche Gedanken sind dem Intellektualismus nicht zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Wenn man aus der blo\u00dfen Logik heraus, nach der ja die moderne Menschheit strebt, sich seine Gedanken selber macht, so ist man dadurch mit seinem Bewu\u00dftsein an den physischen Leib gebunden. Nicht, als ob die Gedanken selber aus diesem physischen Leib er-st\u00fcnden. Das ist nat\u00fcrlich durchaus nicht der Fall, aber die Kr\u00e4fte, die in diesen Gedanken wirken, werden dem modernen Menschen nicht bewu\u00dft. Er lernt die Gedanken gar nicht in ihrer wahren Wesenheit kennen. Alle Gedanken, die der moderne Mensch schon in der Schule empf\u00e4ngt durch das, was ihm als popul\u00e4re Wissenschaft \u00fcbermittelt wird, was in der popul\u00e4ren Literatur enthalten ist, alle diese Gedanken sind ihrer eigentlichen Substanz nach, dem nach, was in ihnen lebt, dem modernen Menschen unbekannt. Er kennt sie nur als Spiegelbilder. Der physische Leib ist der Spiegel, und der Mensch lernt nicht erkennen, was in seinen Gedanken eigentlich lebt, sondern er lernt nur das erkennen, was ihm der physische Leib von diesen Gedanken zur\u00fcckspiegelt. Denn w\u00fcrde der Mensch sich hineinleben in diese Gedanken, dann w\u00fcrde er das vorirdische Dasein wahrnehmen k\u00f6nnen. Das kann er nicht. Der moderne Mensch kann das vorirdische Dasein nicht wahrnehmen, weil er gar nicht in der Substanz seiner Gedanken, sondern nur in den Gedankenspiegelbildern lebt. Sie sind keine Realit\u00e4ten, diese Gedanken.<\/p>\n<p>Und das ist gerade das Gef\u00e4hrliche f\u00fcr die moderne Menschheitsentwickelung, da\u00df eigentlich in diesen Gedanken substantiell das Geistige, das Spirituelle, das vorirdische Leben ist, da\u00df aber der Mensch nichts davon wei\u00df, sondern nur von den Spiegelbildern wei\u00df. Dadurch f\u00e4llt etwas, was eigentlich f\u00fcr die geistige Welt bestimmt ist -denn diese Gedanken sind f\u00fcr die geistige Welt bestimmt, sie wurzeln in der geistigen Welt -, im modernen Menschen ab von der geistigen Welt und spiegelt sich am physischen Leib. Und was da gespiegelt wird, das ist nur die \u00e4u\u00dfere Sinneswelt, so da\u00df man wirklich f\u00fcr die moderne Zeit von einem S\u00fcndenfall sprechen k\u00f6nnte, der auf intellektualistischem, intellektuellem Gebiete sich ergibt. Die gro\u00dfe Aufgabe der Zeit &#8211; wir haben das ja oftmals charakterisiert &#8211; besteht gerade darin, da\u00df wiederum Spiritualit\u00e4t, wirklicher Geist auch f\u00fcr das Bewu\u00dftsein des Menschen in die Gedankenwelt einzieht. Der Mensch kann sich nicht, wenn er wirklich mit der modernen Welt leben will, seines Intellektualismus entschlagen; aber er mu\u00df den Intellektualismus spiritualisieren, er mu\u00df wiederum geistige Substanz in seine Gedanken hineinbringen.&#8216;<\/p>\n<p>In der vergangenen Woche habe ich hingewiesen auf den Weg, die Substanz im Denken zu finden. N\u00e4chste Woche werde ich einen anderen Weg besprechen.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog169.jpg\" alt=\"Mieke Mosmuller\" width=\"347\" height=\"347\" \/><\/p>\n<p><em><strong>Die Materie des Geistes Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man aus der blo\u00dfen Logik heraus, nach der ja die moderne Menschheit strebt, sich seine Gedanken selber macht, so ist man dadurch mit seinem Bewu\u00dftsein an den physischen Leib gebunden. Nicht, als ob die Gedanken selber aus diesem physischen Leib er-st\u00fcnden. Das ist nat\u00fcrlich durchaus nicht der Fall, aber die Kr\u00e4fte, die in diesen Gedanken wirken, werden dem modernen Menschen nicht bewu\u00dft. Er lernt die Gedanken gar nicht in ihrer wahren Wesenheit kennen. Alle Gedanken, die der moderne Mensch schon in der Schule empf\u00e4ngt durch das, was ihm als popul\u00e4re Wissenschaft \u00fcbermittelt wird, was in der popul\u00e4ren Literatur enthalten ist, alle diese Gedanken sind ihrer eigentlichen Substanz nach, dem nach, was in ihnen lebt, dem modernen Menschen unbekannt. Er kennt sie nur als Spiegelbilder. Der physische Leib ist der Spiegel, und der Mensch lernt nicht erkennen, was in seinen Gedanken eigentlich lebt, sondern er lernt nur das erkennen, was ihm der physische Leib von diesen Gedanken zur\u00fcckspiegelt. Denn w\u00fcrde der Mensch sich hineinleben in diese Gedanken, dann w\u00fcrde er das vorirdische Dasein wahrnehmen k\u00f6nnen. Das kann er nicht. Der moderne Mensch kann das vorirdische Dasein nicht wahrnehmen, weil er gar nicht in der Substanz seiner Gedanken, sondern nur in den Gedankenspiegelbildern lebt. 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