{"id":7097,"date":"2016-08-03T00:00:00","date_gmt":"2016-08-02T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/frei-werden\/"},"modified":"2025-04-14T11:50:00","modified_gmt":"2025-04-14T09:50:00","slug":"frei-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/frei-werden\/","title":{"rendered":"Frei werden&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>'Die Menschen haben das Denken sich allm\u00e4hlich \u00fcberhaupt abgew\u00f6hnt und  denken nur noch mit den Gedanken derjenigen, die sie als Autorit\u00e4ten  haben. Die Menschen m\u00fcssen wiederum selber denken, m\u00fcssen wiederum  anfangen, jeder einzelne, selber zu denken, sonst werden sie, gerade  wenn sie nichts wissen von der geistigen Welt, von ihr fortw\u00e4hrend  beeinflu\u00dft, aber in schlechtem Sinne. ' <u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/3302ba84e25ab0e73d10324166fcedaf.jpg\" \/><\/a>\n\n--><\/p>\n<p>&#8218;Die Menschen haben das Denken sich allm\u00e4hlich \u00fcberhaupt abgew\u00f6hnt und denken nur noch mit den Gedanken derjenigen, die sie als Autorit\u00e4ten haben. Die Menschen m\u00fcssen wiederum selber denken, m\u00fcssen wiederum anfangen, jeder einzelne, selber zu denken, sonst werden sie, gerade wenn sie nichts wissen von der geistigen Welt, von ihr fortw\u00e4hrend beeinflu\u00dft, aber in schlechtem Sinne. &#8218;<\/p>\n<p>Diese Worte von Steiner m\u00fcssten in unserer Zeit eigentlich einmal geh\u00f6rt und verstanden werden. Das Problem mit der Anthroposophie ist, dass sie eine intellektuelle Art des Denkens zu verlangen scheint, um dann zu einem spirituellen Denken entwickelt zu werden. Aber das ist es nicht, was Steiner vor allem erwartete. Das Verlangte ist in Wirklichkeit sehr elementar und unkompliziert. Das Komplizierte folgt dann sp\u00e4ter. Rudolf Steiner sprach auf so elementare Weise vor den Arbeitern, die das Goetheanum bauten. In Wirklichkeit k\u00f6nnen wir ein spiritualisiertes Denken entwickeln, ohne \u00fcber die geistige Welt sprechen zu m\u00fcssen. Ein wichtiges Fundament f\u00fcr eine solche Aktivit\u00e4t muss dann sein, dass man schweigen kann, sowohl mit der Stimme als auch mit den Gedanken, die nun einmal immer kommen und gehen. Am Anfang haben wir dann also \u00fcberhaupt keine Probleme mit unseren Freunden, die unsere spirituelle Sehnsucht nicht verstehen &#8211; denn wir schweigen \u00fcber alles. Wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich denken, um das Denken entwickeln zu k\u00f6nnen, aber wir k\u00f6nnen es andererseits nicht zur Entwicklung bringen, wenn wir im Denken nicht still sein k\u00f6nnen. Diese Stille bedeutet dann, dass wir endlich selbst zu denken beginnen.<\/p>\n<p>Wie ist es im Alltagsleben? Das Denken geht so von selbst, immer weiter, \u00fcber Nichtigkeiten und in wichtigen Gedanken, in sch\u00f6nen und h\u00e4sslichen Gedanken, in Wahrheit und in Phantasie. Wenn wir uns die Frage stellen, ob unsere Gedanken auch immer wahr sind, dann ist \u00fcberhaupt keine Antwort m\u00f6glich, denn wir tr\u00e4umen unsere Gedanken, und das bedeutet, dass kein unmittelbares Wissen \u00fcber den Inhalt besteht. Nat\u00fcrlich wissen wir, was wir denken, bis zu einem gewissen Grade, aber nicht exakt und gewissensvoll. Darum ist es fast unm\u00f6glich, genau zu wissen, woher die Gedanken kommen, warum wir sie haben, was ihre Bedeutung ist. Wir haben unsere Meinungen, und wir k\u00f6nnen sicher sein, dass diese ihren Ursprung in der Erziehung, der Familie, dem Volk finden &#8211; und in den Gedanken, die aus den Medien kommen. Es gibt kein freies und selbst\u00e4ndiges Denken in unseren Alltagsgedanken. Nat\u00fcrlich gibt es Unterschiede, die von unseren pers\u00f6nlichen Vorlieben und Abneigungen bestimmt werden. Aber diese Sym- und Antipathien werden von den allgemeinen Gedankenformen angezogen, die schon existieren. Es gibt ein ungeheures weltweites Netz &#8211; hier meine ich nicht nur das www-Web, sondern sehe es als eine Verwirklichung eines gro\u00dfen Gedankennetzes, das weltweit ist,\u00a0 mit klebrigen d\u00fcnnen F\u00e4den, denen wir mit unserem Denken folgen m\u00fcssen. Wir selbst sehen nicht, dass wir von diesem Netz angezogen werden und dass es uns v\u00f6llig unfrei macht. Wir sind wirklich in diesem Netz gefangen. Und so geschieht das, was Steiner vor etwa hundert Jahren sagte:<\/p>\n<p>&#8218;Die Menschen haben das Denken sich allm\u00e4hlich \u00fcberhaupt abgew\u00f6hnt und denken nur noch mit den Gedanken derjenigen, die sie als Autorit\u00e4ten haben. Die Menschen m\u00fcssen wiederum selber denken, m\u00fcssen wiederum anfangen, jeder einzelne, selber zu denken, sonst werden sie, gerade wenn sie nichts wissen von der geistigen Welt, von ihr fortw\u00e4hrend beeinflu\u00dft, aber in schlechtem Sinne.&#8216;<\/p>\n<p>Aber die Menschen bemerken nicht, dass ihr Denken in diesem Netz feststeckt und vorgegebenen Mustern folgt. Wenn man Diskussionen \u00fcber allerlei Themen zuh\u00f6rt, dann wird deutlich, dass die F\u00e4den zwar verschieden sind, dass aber das Wesen, das da gefangen ist, bei allen Teilnehmern der Diskussion dasselbe ist.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssten also lernen, selbst\u00e4ndig zu denken. Um dies lernen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir eine andere Gewohnheit verlernen &#8211; und das ist das Denken anhand der F\u00e4den des Netzes &#8211; und diese durch das neue ersetzen. Dies w\u00e4re dann eine Art &#8218;Programm&#8216;, wodurch wir unser Denkleben in ein v\u00f6llig neues Leben verwandeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aller Anfang ist schwer, aber wenn wir einmal den Beginn gefunden haben, dann finden wir etwas, das mit dieser neuen Gewohnheit einhergeht: Freiheit im Denken.<\/p>\n<p>Hier ist eine erste &#8211; nicht leichte &#8211; \u00dcbung, um sich aus dem Netz zu befreien:<br \/>\nAuf Deutsch: Morgen kommt der Weihnachtsmann&#8230; Mozart schrieb zw\u00f6lf Variationen zum Thema, es hei\u00dft da: Ah, vous dirai-je, Maman.<\/p>\n<p>Wer kennt dieses Lied nicht? Man braucht nicht die Noten. Wir k\u00f6nnen es singen, wieder und wieder, und immer besser darauf achten, wie die Kl\u00e4nge aufeinander folgen. Dies ist parallel zu dem gew\u00f6hnlichen Strom des Denkens m\u00f6glich. Nun kehren wir den Strom in die entgegengesetzte Bewegung um, wir singen vom Ende zum Anfang &#8211; ohne die Noten. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir mit kleinen St\u00fcckchen beginnen, zum Beispiel vier Takten.<\/p>\n<p>Den meisten wird es nicht direkt gelingen. Und man braucht etwas musikalisches Gef\u00fchl daf\u00fcr. Aber wenn dies vorhanden ist, dann kann es gelingen, und man wird schlie\u00dflich f\u00fchlen, was f\u00fcr eine Befreiung es ist!<\/p>\n<p>Hat man dieses musikalische Gef\u00fchl nicht, dann kann man es auch mit einem langen Satz, also mit Text versuchen. Man spricht ihn aus und spricht ihn dann umgekehrt. Zuerst die Worte, schlie\u00dflich vielleicht sogar die Buchstaben. Echte Freiheit entsteht, wenn man dies denkend tun kann &#8211; also nicht laut singend oder sprechend.<\/p>\n<p>In der n\u00e4chsten Woche werden wir diesem Pfad weiter folgen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Blog117.jpg\" alt=\"Frei werden...\" width=\"350\" \/><br \/>\nDas Zeichen von Ver\u00e4nderung.<em><strong>Frei werden&#8230; Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8218;Die Menschen haben das Denken sich allm\u00e4hlich \u00fcberhaupt abgew\u00f6hnt und denken nur noch mit den Gedanken derjenigen, die sie als Autorit\u00e4ten haben. 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