{"id":7133,"date":"2015-05-06T00:00:00","date_gmt":"2015-05-05T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/die-freiheit-des-denkens\/"},"modified":"2025-04-15T13:03:16","modified_gmt":"2025-04-15T11:03:16","slug":"die-freiheit-des-denkens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/die-freiheit-des-denkens\/","title":{"rendered":"Die Freiheit des Denkens"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Wenn wir die Gegenwart so durchsto\u00dfen wollen, dass wir bewusst in eine  Ber\u00fchrung mit der Wort-Welt des lebendigen Logos kommen, dann m\u00fcssen wir  lernen, in der Einsicht zu leben. Die Einsicht jedoch ist etwas ganz  anderes als der abstrakte Begriff. Hier liegt eine gro\u00dfe Schwierigkeit.  Hier gerade liegt dieses Unvorstellbare, weil der Mensch im gew\u00f6hnlichen  Begreifen die Augenblicke der Einsicht ganz und gar verschl\u00e4ft, weil  sie im Willensgebiet des Denkens liegen, worin der Mensch gew\u00f6hnlich  nicht wach ist. <u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/60d2caf38c91bc62d3fb965f4adf648e.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nIn dem Wochenspruch dieser Woche (siehe den Men\u00fcpunkt \u201aSeelenkalender\u2019) werden wir auf das Freiwerden der erlebenden Seele gewiesen, die weit wird, bis an das Weltensein. Dies hat auch eine innerliche Seite, die im \u00dcbernat\u00fcrlichen gesucht werden muss. Ich gebe ein Zitat aus meinem gerade erschienenen Buch \u201aLebendiges Denken\u2019:<\/p>\n<p>Wenn wir die Gegenwart so durchsto\u00dfen wollen, dass wir bewusst in eine Ber\u00fchrung mit der Wort-Welt des lebendigen Logos kommen, dann m\u00fcssen wir lernen, in der Einsicht zu leben. Die Einsicht jedoch ist etwas ganz anderes als der abstrakte Begriff. Hier liegt eine gro\u00dfe Schwierigkeit. Hier gerade liegt dieses Unvorstellbare, weil der Mensch im gew\u00f6hnlichen Begreifen die Augenblicke der Einsicht ganz und gar verschl\u00e4ft, weil sie im Willensgebiet des Denkens liegen, worin der Mensch gew\u00f6hnlich nicht wach ist.<\/p>\n<p>In meinem Buch \u201aIch mache, was ich will! Freiheitsphilosophie f\u00fcr junge Menschen\u2019 habe ich die Betrachtung ganz und gar zu diesem Punkt der Einsicht hin gef\u00fchrt. Das kann ich hier nicht wiederholen. Auch in meinem ersten Buch \u201aSuche das Licht&#8230;\u2019 habe ich die sichere Einsicht ins Zentrum gestellt.<\/p>\n<p>Dort habe ich dies anhand des einfachen Begriffes des Kreises getan. Dieser Begriff wird in der Mathematik mit Hilfe von Worten formuliert. Anhand dieser Worte kann man sehen, dass man sie sehr gut auswendig lernen und reproduzieren k\u00f6nnte, was den Anschein erweckt, dass man den Begriff habe.<\/p>\n<p>Man kann auch durch die Worte hindurch den Begriff des Kreises wirklich erfassen. Dann schaut man gleichsam durch die physische Realit\u00e4t der Abspiegelung im Gehirn hindurch auf dasjenige, was au\u00dferhalb des Gehirns die Wirklichkeit des Begriffs des Kreises ist. W\u00fcrde man dies in Worte fassen wollen, w\u00fcrde man wiederum die Formulierung aus der Mathematik verwenden.<\/p>\n<p>Man kann sich nun aber auch \u00fcben, diesen Begriff im Einsichtsmoment festzuhalten. Das ist so etwas wie die Aufforderung, sich aufrechtzuhalten, ohne festen Grund unter den F\u00fc\u00dfen zu haben. Im Geiste kann der Mensch das. Es ist eine Frage von Mut, Treue und Vertrauen.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Dann aber bekommt auch das Zeiterleben eine ganz andere Qualit\u00e4t. Man schaut gleichsam, wie der Leib, den man verlassen hat, im Jetzt anwesend ist, w\u00e4hrend man ein geistiges Erleben hat, das im Jetzt \u00fcberhaupt nicht mehr existieren kann. Dagegen ber\u00fchrt einen die Urqualit\u00e4t des Logos, Er r\u00fchrt einen an.<\/p>\n<p>Es ist dasjenige, wie der Mensch gedacht ist, was einen jetzt denkt. Es ist, was der Mensch einst sein wird, was jetzt das eigene Wesen durchwirkt. Das Leben des eigenen Wesens wird durchwebt. Ganz und gar aus dem Jetzt herausgehoben empfindet man sich, in einem Zeitgeschehen, in dem Alpha und Omega eins sind.<\/p>\n<p>Noch ganz undifferenziert ist dieses Erleben anfangs, doch darum nicht weniger ersch\u00fctternd und gnadenvoll. Man f\u00fchlt darin, wie man einst als ein Keim eins mit dem Makrokosmos war und wie man sp\u00e4ter schon mehr als eigenes Wesen im Scho\u00df der G\u00f6tter ruhte, und dass auf Erden die Entwicklung zu einer freien Individualit\u00e4t eingesetzt hat. Als Ahnung wei\u00df man dies, nicht als das bekannte, klare Gedankenwissen. Man wird au\u00dferhalb des eigenen Leibes gedacht und auf den Willenskr\u00e4ften gef\u00fchrt, die man eingesetzt hat.<\/p>\n<p>In nichts ist dieses Denken mit dem gewohnten, bekannten Denken zu vergleichen, und darum ist es unvorstellbar. Es ist eine Kraft, die unaussprechlich ist, die man ertragen lernen muss, die als Licht wirkt, aber als nicht geoffenbartes Licht; man denkt ohne einen Gegenstand; durch einen spricht das unaussprechliche Wort. Unvorstellbare Vorstellung, unaussprechliches Wort, unsichtbares Licht&#8230; Aus aller Beschr\u00e4nktheit, die der Leib einem gibt, f\u00fchlt man sich herausgehoben&#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhereRainbowRises.jpg\" alt=\"Die Freiheit des Denkens\" \/><br \/>\nFoto von Wing-Chi Poon; Jasper National Park, Alberta, Kanada<em><strong>Die Freiheit des Denkens Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir die Gegenwart so durchsto\u00dfen wollen, dass wir bewusst in eine Ber\u00fchrung mit der Wort-Welt des lebendigen Logos kommen, dann m\u00fcssen wir lernen, in der Einsicht zu leben. Die Einsicht jedoch ist etwas ganz anderes als der abstrakte Begriff. Hier liegt eine gro\u00dfe Schwierigkeit. Hier gerade liegt dieses Unvorstellbare, weil der Mensch im gew\u00f6hnlichen Begreifen die Augenblicke der Einsicht ganz und gar verschl\u00e4ft, weil sie im Willensgebiet des Denkens liegen, worin der Mensch gew\u00f6hnlich nicht wach ist.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4941,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7133","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7133","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7133"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7133\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8122,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7133\/revisions\/8122"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4941"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}