{"id":7148,"date":"2020-01-08T00:00:00","date_gmt":"2020-01-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/epiphanie\/"},"modified":"2025-04-08T16:54:48","modified_gmt":"2025-04-08T14:54:48","slug":"epiphanie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/epiphanie\/","title":{"rendered":"Epiphanie"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2><span style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" data-mce-type=\"bookmark\" class=\"mce_SELRES_start\"><\/span>Der 6. Januar ist der Tag der heiligen drei K\u00f6nige. Die drei K\u00f6nige kommen aus dem Osten und reisen, gef\u00fchrt von dem Stern, nach Westen, um da \u201edas Licht zu finden, das jeden Menschen erleuchtet\u201c. Es ist zugleich der Tag der Feier der Epiphanie oder Offenbarung. An diesem Tag wird die Taufe von Jesus im Jordan gefeiert, durch Johannes den T\u00e4ufer. Gefeiert wird, dass sein wahres Wesen offenbart wird. Von diesem Augenblick an begann seine gro\u00dfe Aufgabe.   Fr\u00fcher habe ich einen Text \u00fcber das Ph\u00e4nomen der Einsicht geschrieben. Begreifen ist ein wundersames Etwas. Wenn wir ein wissenschaftliches Problem oder ein Lebensproblem nicht verstehen, dann beginnen wir, dar\u00fcber nachzudenken, wir beginnen eine Art Suche. Vielleicht finden wir nicht unmittelbar die Aufl\u00f6sung, vielleicht auch nie, aber meist finden wir in einem bestimmten Moment den Begriff, und wir f\u00fchlen die Erleichterung der Einsicht. Wir k&amp<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/9909e7fe261eb81e17322cfa5520c44f.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nDer 6. Januar ist der Tag der heiligen drei K\u00f6nige. Die drei K\u00f6nige kommen aus dem Osten und reisen, gef\u00fchrt von dem Stern, nach Westen, um da \u201edas Licht zu finden, das jeden Menschen erleuchtet\u201c. Es ist zugleich der Tag der Feier der Epiphanie oder Offenbarung. An diesem Tag wird die Taufe von Jesus im Jordan gefeiert, durch Johannes den T\u00e4ufer. Gefeiert wird, dass sein wahres Wesen offenbart wird. Von diesem Augenblick an begann seine gro\u00dfe Aufgabe.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher habe ich einen Text \u00fcber das Ph\u00e4nomen der Einsicht geschrieben. Begreifen ist ein wundersames Etwas. Wenn wir ein wissenschaftliches Problem oder ein Lebensproblem nicht verstehen, dann beginnen wir, dar\u00fcber nachzudenken, wir beginnen eine Art Suche. Vielleicht finden wir nicht unmittelbar die Aufl\u00f6sung, vielleicht auch nie, aber meist finden wir in einem bestimmten Moment den Begriff, und wir f\u00fchlen die Erleichterung der Einsicht. Wir k\u00f6nnen zwar nicht ohne weiteres verfolgen, wie dieser Begriff entsteht, aber etwas ist deutlich genug: Er geht aus einem intensiven Denken, aus dem Stellen von Fragen im Inneren und einem aufmerksam Sein und Warten auf die Antworten hervor. Es ist ein wundersames Etwas, dieses Verm\u00f6gen, zu begreifen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten uns nun vorstellen, dass es ein Wesen gibt, dass der Begriff von allem ist. Nicht ein Begreifen auf eine menschliche Weise, indem man erst wahrnimmt und dann begreift, sondern ein Begreifen, wobei alles, was existiert, zugleich geschaffen wird. Die Sch\u00f6pfung ist der Logos.<\/p>\n<p>F\u00fcr den beschr\u00e4nkten Intellekt ist dies etwas ganz und gar Irrationales, und also muss es wohl zu fantastisch sein, um wahr zu sein. Aber wir k\u00f6nnten doch zumindest einmal versuchen, diesen gro\u00dfen Gedanken ein Mal zu denken. In den alten griechischen Termini k\u00f6nnten wir diese vollkommen kreative Einsicht als makrokosmisch-mikrokosmisches Wesen Logos nennen. Wir k\u00f6nnten unsere Logik dann als einen sehr armen und schematischen Abdruck eines Teils dieses gro\u00dfen Logos auffassen. In diesem Logos w\u00fcrden wir alle Einsichten und alle Begriffe finden k\u00f6nnen, und jede erlangte Einsicht w\u00fcrde eine Offenbarung des Logos sein. Wir k\u00f6nnten dies dann \u2013 ebenfalls in griechischen Worten \u2013 Epiphanie nennen. Das ist ein pl\u00f6tzlich realisiertes Begreifen, es kann auch ein wissenschaftlicher Durchbruch sein.<\/p>\n<p>Wenn wir uns vorstellen k\u00f6nnen, dass jede kleine Epiphanie bedeutet, dass wir real in Ber\u00fchrung mit dem Logos kommen, dann w\u00fcrden wir dieses Verm\u00f6gen, Einsicht zu haben, viel mehr auf eine religi\u00f6se Weise auffassen.<\/p>\n<p>Wenn wir dann unsere Vorstellungen erweitern und versuchen, \u00fcber diesen Tag des 6. Januar zu reflektieren, k\u00f6nnten wir einen sehr kostbaren Gedanken denken. Ein Mensch hat ab und zu eine kleine Epiphanie, eine wirkliche Einsicht. Am 6. Januar feiern wir die Ankunft des vollen, makrokosmischen Logos auf Erden, im Mikrokosmos von Jesus, der dadurch eine g\u00f6ttlich-menschliche Person wird, Christus Jesus. Es ist die Epiphanie in der vollen gloriosen Vollendung, wovon wir nur kleine Teilchen haben k\u00f6nnen, die uns in Gnade gegeben werden, der Gnade der Einsicht.<br \/>\nDie drei weisen K\u00f6nige aus dem Osten repr\u00e4sentieren die alte, aus Saba kommende Weisheit, die durch ein Verm\u00f6gen individuellen Begreifens erneuert wird. Diese Erneuerung kommt zustande, findet ihren Anfang, indem der Logos auf Erden erscheint. Der gro\u00dfe Thomas von Aquin hatte seine Epiphanie, als er in die Tiefe der Intelligenz des menschlichen Wesens schaute.<\/p>\n<p>\u201eAuch wird dem Menschen dadurch, durch die Menschwerdung Christi, ein gewisses Beispiel f\u00fcr jene selige Vereinigung gegeben, durch die der erschaffene Verstand mit dem unerschaffenen Geist im Verstehen vereinigt wird.\u201c<\/p>\n<p>Die Kantate von Johann Sebastian Bach f\u00fcr den ersten Sonntag im neuen Jahr hat als Thema die Ankunft der drei weisen K\u00f6nige aus dem Osten. Es ist tief ber\u00fchrende Musik, aber man muss ihr sehr sorgf\u00e4ltig lauschen&#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Epifanie.jpg\" alt=\"Mieke Mosmuller\" \/><br \/>\nIkone der Jordantaufe.<\/p>\n<p><iframe src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/OC0BeZ_dFK4\" width=\"590\" height=\"380\"><\/iframe><\/p>\n<p><span class=\"P\">(Ver\u00f6ffentlichung vom 19.11.2014)<\/p>\n<p><\/span><em><strong>Epiphanie Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den beschr\u00e4nkten Intellekt ist dies etwas ganz und gar Irrationales, und also muss es wohl zu fantastisch sein, um wahr zu sein. Aber wir k\u00f6nnten doch zumindest einmal versuchen, diesen gro\u00dfen Gedanken ein Mal zu denken. In den alten griechischen Termini k\u00f6nnten wir diese vollkommen kreative Einsicht als makrokosmisch-mikrokosmisches Wesen Logos nennen. Wir k\u00f6nnten unsere Logik dann als einen sehr armen und schematischen Abdruck eines Teils dieses gro\u00dfen Logos auffassen. In diesem Logos w\u00fcrden wir alle Einsichten und alle Begriffe finden k\u00f6nnen, und jede erlangte Einsicht w\u00fcrde eine Offenbarung des Logos sein. Wir k\u00f6nnten dies dann \u2013 ebenfalls in griechischen Worten \u2013 Epiphanie nennen. 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