{"id":7149,"date":"2017-02-08T00:00:00","date_gmt":"2017-02-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/die-bekehrung-von-augustinus\/"},"modified":"2025-04-14T11:14:53","modified_gmt":"2025-04-14T09:14:53","slug":"die-bekehrung-von-augustinus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/die-bekehrung-von-augustinus\/","title":{"rendered":"Die Bekehrung von Augustinus"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Diese und n\u00e4chste Woche werde ich zwei Augenblicke der Bekehrung im Leben des Augustinus zitieren, wie er sie selbst in seinen Bekenntnissen beschreibt.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/b51e91de1739c95bbc896e4f1be2aec7.jpg\" \/><\/a>\n\n--><\/p>\n<p>Diese und n\u00e4chste Woche werde ich zwei Augenblicke der Bekehrung im Leben des Augustinus zitieren, wie er sie selbst in seinen Bekenntnissen beschreibt.<\/p>\n<p>Achtes Buch \u2013 Zw\u00f6lftes Kapitel<br \/>\n28. Als aber eine tiefe Betrachtung aus geheimem Grunde all mein Elend hervorzog und vor dem Angesichte meines Herzens sammelte, da brach ein gewaltiger Gewittersturm, den Tr\u00e4nen in Str\u00f6men begleiteten, in mir los. Ihm freien Lauf zu lassen, erhob ich mich und ging hinweg von Alypius; denn die Einsamkeit erschien mir geeigneter, um mich ausweinen zu k\u00f6nnen; ich ging hinweg, so weit, da\u00df mich seine Gegenwart nicht mehr zu st\u00f6ren vermochte. So war ich damals und jener f\u00fchlte mit mir. Ich glaube auch, da\u00df ich schon etwas gesagt hatte, wobei der tr\u00e4nenschwere Ton meiner Stimme stockte, und so erhob ich mich denn. Er blieb, wo wir uns niedergesetzt hatten, zur\u00fcck, von Staunen erf\u00fcllt. Ich aber warf mich am Stamme eines Feigenbaumes nieder und lie\u00df meinen Tr\u00e4nen freien Lauf, und der Quell des Auges str\u00f6mte hervor, ein Opfer, das du gern empfingst, und ich sprach, zwar nicht mit denselben Worten, aber doch in dem Sinne, vieles zu dir: Du, o Herr, wie so lange? Wie lange, Herr, wirst du z\u00fcrnen? Sei nicht eingedenk unserer vorigen Missetat. Denn von ihr f\u00fchlte ich mich gefesselt und st\u00f6hnte laut in kl\u00e4glichem Jammer. Wie lange? Wie lange? Morgen und immer wieder morgen? Warum nicht jetzt, weshalb setzt nicht diese Stunde meiner Schande ihr Ziel?<\/p>\n<p>29. So sprach ich und weinte bitterlich in der Zerknirschung meines Herzens. Und siehe, da h\u00f6rte ich eine Stimme aus einem benachbarten Hause in singendem Tone sagen, ein Knabe oder ein M\u00e4dchen war es: Nimm und lies! Nimm und lies! Ich entf\u00e4rbte mich und sann nach, ob vielleicht Kinder in irgendeinem Spiele dergleichen Worte zu singen pflegen, konnte mich aber nicht erinnern, jemals davon geh\u00f6rt zu haben. Da dr\u00e4ngte ich meine Tr\u00e4nen zur\u00fcck, stand auf und legte die geh\u00f6rten Worte nicht anders, als da\u00df ein g\u00f6ttlicher Befehl mir die heilige Schrift zu \u00f6ffnen hei\u00dfe und da\u00df ich das erste Kapitel, auf welches mein Auge fallen w\u00fcrde, lesen sollte. Denn ich hatte von Antonius geh\u00f6rt, da\u00df er beim Vorlesen des Evangeliums in der Kirche, zu dem er zuf\u00e4llig gekommen war, das Wort, das da vorgelesen wurde, als eine Ermahnung auf sich bezog: Gehe hin und verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach. Durch solche Gottesstimme sei er sogleich bekehrt worden. Und so kehrte ich eiligst zu dem Orte zur\u00fcck, wo Alypius sa\u00df und wo ich bei meinem Weggehen die Schriften des Apostels Paulus zur\u00fcckgelassen hatte. ich ergriff das Buch, \u00f6ffnete es und las still f\u00fcr mich den Abschnitt, der mir zuerst in die Augen fiel: Nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum und wartet des Leibes, doch also, da\u00df er nicht geil werde.\u00a0 Ich las nicht weiter, es war wahrlich nicht n\u00f6tig, denn alsbald am Ende dieser Worte kam das Licht des Friedens \u00fcber mein Herz und die Nacht des Zweifels entfloh.<\/p>\n<p>30. Alsdann legte ich den Finger oder ein anderes Zeichen hinein, schlo\u00df das Buch und erz\u00e4hlte mit ruhiger Miene dem Alypius, was mir geschehen war. Er aber erz\u00e4hlte mir auch, was in ihm vorging und wovon ich nichts wu\u00dfte. Er w\u00fcnschte die Stelle zu lesen, ich zeigte sie ihm, und er las auch das Weitere. Ich wu\u00dfte aber nicht, was folgte. Es folgte aber: Den Schwachen im Glauben nehmet auf. Dies bezog er auf sich und er\u00f6ffnete es mir. Durch solche Ermahnung f\u00fchlte er sich gest\u00e4rkt; ohne Zaudern und Unruhe trat er meinem Entschlusse und guten Vorsatze bei, der seiner Sinnesart v\u00f6llig entsprach, war er ja darin viel besser als ich und unterschied sich gewaltig von mir. Wir gingen sogleich zur Mutter und erz\u00e4hlten ihr, was geschehen war, und sie freute sich. Wir erz\u00e4hlten ihr, wie es geschehen war; sie jubelte und triumphierte, und sie pries dich, der \u00fcberschwenglich mehr tun kann, \u00fcber alles, das wir bitten oder verstehen, da sie sah, da\u00df ihr von dir weit mehr gew\u00e4hrt worden war, als sie in ihrem Jammer und ihren Tr\u00e4nen zu bitten pflegte. Du bekehrtest mich zu dir, so da\u00df ich weder ein Weib begehrte noch irgendeine Hoffnung dieser Welt; jetzt stand ich auf jenem Richtscheit des Glaubens, auf welchem du mich ihr vor so viel Jahren gezeigt hattest. Du wandeltest ihre Trauer in Freude, viel reichlicher, als sie gewollt, viel herrlicher und reiner, als sie von den Enkeln meines Fleisches suchte.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog144.jpg\" alt=\"Die Bekehrung von Augustinus\" width=\"277\" height=\"208\" \/><br \/>\nDie Bibel<em><strong>Die Bekehrung von Augustinus Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese und n\u00e4chste Woche werde ich zwei Augenblicke der Bekehrung im Leben des Augustinus zitieren, wie er sie selbst in seinen Bekenntnissen beschreibt.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4585,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7149","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7149"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7149\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8010,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7149\/revisions\/8010"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4585"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}