{"id":7158,"date":"2014-10-08T00:00:00","date_gmt":"2014-10-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/die-bedeutung-des-ich\/"},"modified":"2025-04-22T14:01:35","modified_gmt":"2025-04-22T12:01:35","slug":"die-bedeutung-des-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/die-bedeutung-des-ich\/","title":{"rendered":"Die Bedeutung des &#8218;Ich&#8216;"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Wenn man zu den klassischen (toten) Sprachen Latein und Griechisch  zur\u00fcckgeht, dann ist da das 'ich' noch in das Verb aufgenommen. Der  Gebrauch des Verbes deutet denjenigen an, um den es geht. Dies sieht man  heute noch in den vom Lateinischen abstammenden Sprachen wie dem  Spanischen, das ja eine lebende Sprache ist, die noch immer gesprochen  wird. Im Franz\u00f6sischen, Deutschen, Englischen und Niederl\u00e4ndischen zum  Beispiel ist 'ich' ein separates Wort geworden, losgel\u00f6st vom Gebrauch  des Verbes.\nDas Wort  'ich'  wird  nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht immer bewusst verwendet. Man gebraucht es als  eine Art Reflex, auch in seinem innerlichen Gedankenleben. Doch dem  zugrunde liegt nat\u00fcrlich dennoch eine Gewahrwerdung, worauf das 'Ich-Sagen' beruht. Es ist f\u00fcr die Lebenseinstellung von gro\u00dfem Belang, welche  Bedeutung  man dem  'ich'  gibt. <u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/442f6bdcd6cfa2822fe3ebd8e836dddc.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nWenn man zu den klassischen (toten) Sprachen Latein und Griechisch zur\u00fcckgeht, dann ist da das &#8218;ich&#8216; noch in das Verb aufgenommen. Der Gebrauch des Verbes deutet denjenigen an, um den es geht. Dies sieht man heute noch in den vom Lateinischen abstammenden Sprachen wie dem Spanischen, das ja eine lebende Sprache ist, die noch immer gesprochen wird. Im Franz\u00f6sischen, Deutschen, Englischen und Niederl\u00e4ndischen zum Beispiel ist &#8218;ich&#8216; ein separates Wort geworden, losgel\u00f6st vom Gebrauch des Verbes.<\/p>\n<p>Das Wort <strong><em>&#8218;ich&#8216;<\/em><\/strong> wird nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht immer bewusst verwendet. Man gebraucht es als eine Art Reflex, auch in seinem innerlichen Gedankenleben. Doch dem zugrunde liegt nat\u00fcrlich dennoch eine Gewahrwerdung, worauf das &#8218;Ich-Sagen&#8216; beruht. Es ist f\u00fcr die Lebenseinstellung von gro\u00dfem Belang, welche <strong><em>Bedeutung<\/em><\/strong> man dem <strong><em>&#8218;ich&#8216;<\/em><\/strong> gibt.<\/p>\n<p>Wenn das &#8218;ich&#8216; ein Gespinst des Gehirns ist, etwas, was nicht wirklich besteht, sondern was eine Art zeitweiliges Hilfsmittel ist, um sich zu unterscheiden, dann bedeutet es, dass derjenige, der sich als ein einzigartiges &#8218;ich&#8216; empfindet, einmal mit diesem F\u00fchlen aufh\u00f6ren m\u00fcssen wird, weil der Leib stirbt. Eine \u00dcberlegung, die man in irgendeinem Moment seines Lebens doch einmal haben wird, ist die Frage: Wenn der Leib und damit das Gehirn verf\u00e4llt \u2013 beim Tod also \u2013 und wenn der Gedanke &#8218;ich&#8216; ein Ausscheidungsprodukt des Gehirns ist, dann ist jener Egoismus, wodurch wir uns so notwendig voneinander unterscheiden m\u00fcssen, eine ziemlich sinnlose Sache. Denn es ist eine verg\u00e4ngliche Gewahrwerdung.<\/p>\n<p>Es ist von Belang f\u00fcr das eigene Lebensgl\u00fcck, sich einmal zu fragen: Wie f\u00fchlt sich nun eigentlich dieses &#8218;ich&#8216; an? Wenn ich von den Theorien dar\u00fcber absehe, dann habe ich die Gewahrwerdung, dass ich ein auf mir selbst beruhendes Individuum bin, das einen Namen tr\u00e4gt, wodurch ich angerufen werden kann, das ich aber in mir selbst mit &#8218;ich&#8216; andeute. Wenn man erwachsen ist und sich entscheidet, ein bestimmtes Studium oder eine Ausbildung anzufangen, dann bringt das mit sich, dass man bestimmte Dinge in der Natur, im Leben, im Kosmos \u2013 abh\u00e4ngig vom Gebiet seines Studiums \u2013 besser kennenlernt, besser durchschauen lernt.<\/p>\n<p>Wenn man jedoch dann diesen wissenschaftlich geschulten Blick auf sein &#8218;ich&#8216; richtet, dann scheint dieses &#8218;ich&#8216; etwas zu sein, was sich, wenn man darauf schauen will und es durchschauen will, einem entziehen will. Je besser man schaut, desto weniger sieht man. Solange man mit ihm vereinigt bleibt und nicht dar\u00fcber nachdenkt, hat man ein deutliches Ich-Gef\u00fchl. Man braucht dar\u00fcber nicht zu diskutieren. Aber in dem Moment, wo man sagt: Ich will mein Ich besser kennenlernen, so, wie ich auch in meinem Studium bestimmte Themen besser kennengelernt habe, dann greift man gleichsam ins Nichts.<\/p>\n<p>Hier zeigt sich ein Paradox, denn gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig kennt man sich selbst am besten von allem, was auf der Welt zu kennen ist \u2013 und auf der anderen Seite kann man diese Erkenntnis nicht objektivieren. Sobald man es versucht, erlebt man, dass man von sich selbst eigentlich am allerwenigsten wei\u00df. Nat\u00fcrlich, man hat seine Biografie, man hat seine Gef\u00fchle, sein Wissen, Ideale, seine \u00c4ngste und seine Zweifel, seine Sympathien und seine Antipathien&#8230; Man kann zum Psychologen gehen, um mehr davon kennenzulernen, oder man kann beim Psychiater in Analyse gehen, um sogar seine nicht so bewussten Triebfedern kennenzulernen&#8230;<\/p>\n<p>Doch ganz aus sich heraus, aus dem Verm\u00f6gen, bestimmte Dinge zu verstehen, gelingt es einem nicht ohne Weiteres, dieses wundersame Wesen, das man ist und zu dem man &#8218;ich&#8216; sagt, zu fassen. Es scheint in dem Moment aus dem innerlichen Gesichtsfeld zu verschwinden, in dem man bewusst dar\u00fcber nachdenken will.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left;\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Spiegel.jpg\" alt=\"Die Bedeutung des 'Ich'\" \/>Dann wendet man sich wieder den bestehenden philosophischen Theorien, den psychologischen Einsichten, den historischen Beschreibungen der Entwicklung des &#8218;Ich&#8216; in der Menschheit im Laufe der verschiedenen Epochen zu.<\/p>\n<p>Doch damit hat man die direkte Gewahrwerdung des eigenen spezifischen Ich wieder verloren&#8230;<\/p>\n<p>Das Ich l\u00e4sst sich im inneren Spiegel nicht schauen &#8230; oder doch?<br \/>\n<em><strong>Die Bedeutung des &#8218;Ich&#8216; Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wort &#8218;ich&#8216; wird nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht immer bewusst verwendet. Man gebraucht es als eine Art Reflex, auch in seinem innerlichen Gedankenleben. Doch dem zugrunde liegt nat\u00fcrlich dennoch eine Gewahrwerdung, worauf das &#8218;Ich-Sagen&#8216; beruht. Es ist f\u00fcr die Lebenseinstellung von gro\u00dfem Belang, welche Bedeutung man dem &#8218;ich&#8216; gibt.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4935,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7158","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7158","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7158"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7158\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8181,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7158\/revisions\/8181"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4935"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7158"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7158"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7158"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}