{"id":7165,"date":"2014-07-09T00:00:00","date_gmt":"2014-07-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/persephone-und-eros\/"},"modified":"2025-04-22T14:44:46","modified_gmt":"2025-04-22T12:44:46","slug":"persephone-und-eros","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/persephone-und-eros\/","title":{"rendered":"Persephone und Eros"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Worauf beruht dieses stolze Selbstgef\u00fchl der Individualit\u00e4t? W\u00e4hrend die  Wissenschaft die Einzigartigkeit auf einen komplexes Ganzes genetischer  Information reduziert, hat der lebende Mensch ein Bed\u00fcrfnis nach  Selbstentfaltung und Selbsterleben. Wenn man mit dem selbstst\u00e4ndigen  Denken bis zu diesem Punkt gekommen ist, bekommt man den Eindruck, dass  man mit dem Denken an eine Grenze gekommen ist. Die Evolution der K\u00f6rper  kann bis zu einem gewissen Grade mitgedacht und auch umgedacht werden,  wie ich es versucht habe, indem ich \u00fcber Evolution und Involution, \u00fcber  Entwicklung vom Einfachsten zum Kompliziertesten in Zusammenhang mit  einer Verwirklichung des Urbildes des Kompliziertesten, das schon am  Anfang da war, nachgedacht habe.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/2d115ee9830ff53ee4da8bb8622ecb84.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nWorauf beruht dieses stolze Selbstgef\u00fchl der Individualit\u00e4t? W\u00e4hrend die Wissenschaft die Einzigartigkeit auf einen komplexes Ganzes genetischer Information reduziert, hat der lebende Mensch ein Bed\u00fcrfnis nach Selbstentfaltung und Selbsterleben. Wenn man mit dem selbstst\u00e4ndigen Denken bis zu diesem Punkt gekommen ist, bekommt man den Eindruck, dass man mit dem Denken an eine Grenze gekommen ist. Die Evolution der K\u00f6rper kann bis zu einem gewissen Grade mitgedacht und auch umgedacht werden, wie ich es versucht habe, indem ich \u00fcber Evolution und Involution, \u00fcber Entwicklung vom Einfachsten zum Kompliziertesten in Zusammenhang mit einer Verwirklichung des Urbildes des Kompliziertesten, das schon am Anfang da war, nachgedacht habe.<\/p>\n<p>Nun erscheint in dieser Reihe von Gedanken mehr oder weniger unausweichlich die eigensinnige menschliche Individualit\u00e4t, wovon es Milliarden zu geben scheint. Jedes Individuum strebt nach Selbstbest\u00e4tigung und sucht diese auch in der Vereinigung mit Anderen. In der Rasse, im Volk, in der Nationalit\u00e4t, in der Religion, in der Kirche, in verschiedenen Vereinigungen, im Club, im Fu\u00dfballverein und so weiter&#8230;<\/p>\n<p>Die Menschheit als Ganzes gegen\u00fcber einer Vielfalt der Verschiedenheit. Hier kommt das selbstst\u00e4ndige Denken an eine Grenze, und an dieser Grenze l\u00e4sst sich erleben, wie in fr\u00fcheren Zeiten, in denen die Menschheit noch nicht so viel Verstandesentwicklung hatte, jedoch scheinbar stattdessen eine viel gr\u00f6\u00dfere Weisheit besa\u00df, nicht auf rationale Weise erkl\u00e4rt wurde, worauf diese stolze Selbstsucht beruht. Es wurde in Mythen geschildert, was mit der Menschheit als Einheit geschehen ist, sodass sie eine Ansammlung unz\u00e4hliger stolzer, sich selbst liebender Individuen geworden ist. (Dass viel mehr \u00fcber die Individualit\u00e4t gesagt werden kann, ist klar. Hier m\u00f6chte ich nur einen Aspekt zeigen).<\/p>\n<p>Ich erz\u00e4hle einen solchen Mythos aus der griechischen Mythologie, ich lese gleichsam aus einem eigenen Werk vor&#8230;<br \/>\n\u201cIn alten Zeiten hatte die Menschheit die Natur mit derselben Urkraft in sich aufgenommen, mit der sie sich auch sonst gen\u00e4hrt hatte. Es hatte noch keinen Unterschied zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten gegeben, keinen Unterschied zwischen dem einen und dem anderen Menschen. Die Natur, Mutter Erde, war wirklich Mutter f\u00fcr den Menschen gewesen, hatte ihn gen\u00e4hrt und gelabt mit den Fr\u00fcchten des Feldes, mit den S\u00e4ften aus den Quellen, den Fl\u00fcssen, aber auch mit der Sch\u00f6nheit der Farben und D\u00fcfte. Der Mensch war eins mit der Mutter, Demeter, gewesen. Im Innern des Menschenkindes lie\u00df sie stets die Gewahrwerdung ihrer Sch\u00f6nheit und ihrer Keuschheit geboren werden \u2013 als ihre Tochter Persephone. Sie, Persephone, war die lebendige Erfahrung des Wesens von Mutter Erde. Sie hatte sich selbst noch nie gesehen, und der Mensch ebensowenig. Persephone stickte am Schleier Demeters und schuf dort gro\u00dfartige Bilder, die der Mensch erfahren durfte, sofern er sich nicht von der Selbstliebe verf\u00fchren lie\u00df.<\/p>\n<p>Doch die Kr\u00e4fte des Todes wollten von Persephone, von dem Erleben im menschlichen Inneren, Besitz ergreifen. Sie wollten den Menschen aus der g\u00f6ttlichen Einheit, aus der Einheit mit Mutter Natur, aussondern. Nur Abbilder durften im Bewusstsein sein, Abbilder der Natur und von Gott. Sterben sollte die Natur im Bewusstsein des Menschen, Persephone sollte in die Unterwelt, in das Unterbewusstsein entf\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Dazu sandte der Gott der Unterwelt, der niemals lacht, Eros als Verf\u00fchrer, um sie zu verleiten, die Blume der Selbstliebe zu pfl\u00fccken. Eros sprach verf\u00fchrerische Worte zu Persephone, die sich danach sehnte, die irdischen R\u00e4tsel zu ergr\u00fcnden. Demeter hatte sie gewarnt und ermahnt, eifrig weiter am Schleier zu sticken und unter keiner Bedingung eine Blume zu pfl\u00fccken. Doch Eros erz\u00e4hlte ihr, dass die Blume das irdische Abbild ihres Sternes sei&#8230; Persephone fragte nach dem Namen der Blume, und Eros nannte ihr den Namen: Narzisse&#8230;<\/p>\n<p>Mit verlockenden Worten, indem er ihr tiefe Einsicht in die unergr\u00fcndliche Erde und in sich selbst versprach, brachte er sie dazu, die Blume zu pfl\u00fccken.<\/p>\n<p>Oh, welches Unheil \u00fcberkam da Persephone und damit das innere Erleben des Menschen! Die Kr\u00e4fte des Schicksals, des Todes, des Verlustes, des Verlangens nahmen vom Inneren des Menschen Besitz&#8230;\u201d<\/p>\n<p><a class=\"IMAGE\" title=\"Persephone und Eros\" href=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/Persephone.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Persephone_SMALL.jpg\" alt=\"Persephone und Eros\" \/><\/a><br \/>\n<span class=\"P\">Persephone, Akropolis-Museum, Athen<\/span><em><strong>Persephone und Eros Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dazu sandte der Gott der Unterwelt, der niemals lacht, Eros als Verf\u00fchrer, um sie zu verleiten, die Blume der Selbstliebe zu pfl\u00fccken. Eros sprach verf\u00fchrerische Worte zu Persephone, die sich danach sehnte, die irdischen R\u00e4tsel zu ergr\u00fcnden. Demeter hatte sie gewarnt und ermahnt, eifrig weiter am Schleier zu sticken und unter keiner Bedingung eine Blume zu pfl\u00fccken. Doch Eros erz\u00e4hlte ihr, dass die Blume das irdische Abbild ihres Sternes sei&#8230; Persephone fragte nach dem Namen der Blume, und Eros nannte ihr den Namen: Narzisse&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4909,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7165","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7165","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7165"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7165\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8200,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7165\/revisions\/8200"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4909"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7165"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7165"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7165"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}