{"id":7187,"date":"2018-04-11T00:00:00","date_gmt":"2018-04-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/die-woche-nach-ostern\/"},"modified":"2025-04-10T12:48:58","modified_gmt":"2025-04-10T10:48:58","slug":"die-woche-nach-ostern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/die-woche-nach-ostern\/","title":{"rendered":"Die Woche nach Ostern"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2><span style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" data-mce-type=\"bookmark\" class=\"mce_SELRES_start\"><\/span>Unsere Sinneserfahrungen, Gedanken und Begriffe basieren auf einem Leben im Raum. Unsere Vorstellungen sind r\u00e4umlicher Art. Wenn wir auf unsere Uhr schauen, wird auch die Zeit in einer r\u00e4umlichen Form visualisiert \u2013 insofern wir noch ein Ziffernblatt mit den zw\u00f6lf Stunden haben. Raum ist eine Art Wirklichkeit f\u00fcr uns; Zeit ist viel weniger eine Wirklichkeit. Wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich mit der Zeit leben, es ist ein ziemlich zwingendes Medium, doch wir haben kein deutliches Sinnesorgan daf\u00fcr wie das Auge f\u00fcr den durchlichteten Raum um uns. Es gibt Menschen mit einem guten Zeitgef\u00fchl, andere haben das viel weniger, kommen zum Beispiel immer zu sp\u00e4t. Ob nun Zeit etwas Wirkliches ist oder ob es eine menschliche Erfindung ist, eine erdachte Einteilung, um Tag und Nacht einzuteilen \u2013 das ist nicht ohne Weiteres deutlich.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/c5607b3e9f97e5e0fbd6ff7817221b25.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nUnsere Sinneserfahrungen, Gedanken und Begriffe basieren auf einem Leben im Raum. Unsere Vorstellungen sind r\u00e4umlicher Art. Wenn wir auf unsere Uhr schauen, wird auch die Zeit in einer r\u00e4umlichen Form visualisiert \u2013 insofern wir noch ein Ziffernblatt mit den zw\u00f6lf Stunden haben. Raum ist eine Art Wirklichkeit f\u00fcr uns; Zeit ist viel weniger eine Wirklichkeit. Wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich mit der Zeit leben, es ist ein ziemlich zwingendes Medium, doch wir haben kein deutliches Sinnesorgan daf\u00fcr wie das Auge f\u00fcr den durchlichteten Raum um uns. Es gibt Menschen mit einem guten Zeitgef\u00fchl, andere haben das viel weniger, kommen zum Beispiel immer zu sp\u00e4t. Ob nun Zeit etwas Wirkliches ist oder ob es eine menschliche Erfindung ist, eine erdachte Einteilung, um Tag und Nacht einzuteilen \u2013 das ist nicht ohne Weiteres deutlich.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchling kommen die Pflanzen wieder aus der Erde hervor, sie scheinen zu \u201awissen\u2019, dass es die richtige Zeit f\u00fcr sie ist, um zu sprie\u00dfen, und sie scheinen auch zu wissen, wann sie je nach ihrer Art bl\u00fchen und Frucht tragen m\u00fcssen. Was ist dieses mysteri\u00f6se Ph\u00e4nomen in der Natur \u2013 ist es in unserem Verstand, in unserem Geist auch zu finden?<\/p>\n<p>Im Winter befindet sich die Macht des Denkens in einer individuell menschlichen Form. Wir empfinden ein inneres Licht des Denkens und die M\u00f6glichkeit, Gedanken und Begriffe zu bilden \u2013 aus eigener Kraft. Im Fr\u00fchling liegt ein Punkt der Umkehr. Wir ver\u00e4ndern uns im Fr\u00fchling, zum Sommer hin, so, dass wir uns gleichsam vollkommen umst\u00fclpen: Was im Inneren war, kommt ganz nach au\u00dfen, was au\u00dfen war, kommt ins Innere. Das geschieht bei allen Menschen, wir brauchen nicht danach zu streben. Doch wir haben von Natur aus kein Bewusstsein davon \u2013 das ist etwas, wonach man streben kann. Der Mensch hat die M\u00f6glichkeit, all seine Verm\u00f6gen in das Licht des begreifenden Bewusstseins zu bringen, das ist das Erreichen der Freiheit.<\/p>\n<p>Ein wenig, zu diesem Bewusstsein zu kommen, ist in den Wochenspr\u00fcchen von Rudolf Steiner gegeben, dem Seelenkalender. Hierin gibt er f\u00fcr jede Woche des Jahres einen Spruch. Indem man sich selbst ganz damit identifiziert, sich damit vereinigt, lernt man, zu erleben, wie der Mensch sich in Bezug auf seine Position gegen\u00fcber sich selbst und der Welt durch das Jahr hindurch metamorphosiert. Von Woche zu Woche ver\u00e4ndert sich diese Position ein kleines bisschen, und indem man sich mit diesen leichten Ver\u00e4nderungen identifiziert, in einer Meditation in Gedanken, Gef\u00fchlen und Willensimpulsen, f\u00fchlt man sich hin\u00fcbergetragen zu dem Verlauf in der Zeit. Das Alltagsbewusstsein gibt ein Erleben des Raumes, begleitet vom Ph\u00e4nomen Zeit. Nun wird die Zeit das f\u00fchrende Ph\u00e4nomen, die Seele f\u00fchlt sich wie verk\u00f6rpert in der Zeit.<\/p>\n<p><em>Ins \u00c4u\u00dfre des Sinnesalls<\/em><br \/>\n<em>Verliert Gedankenmacht ihr Eigensein;<\/em><br \/>\n<em>Es finden Geisteswelten<\/em><br \/>\n<em>Den Menschensprossen wieder,<\/em><br \/>\n<em>Der Seinen Keim in ihnen,<\/em><br \/>\n<em>Doch seine Seelenfrucht<\/em><br \/>\n<em>In sich muss finden.<\/em><\/p>\n<p>In der zur\u00fcckliegenden Woche, nach Ostern, konnten wir empfinden, wie unsere Freude sich mit dem Licht der Sonne vereinigte und wie Gedanken in die kosmischen Weiten ziehen und uns an das Sein des Geistes binden. Nun kann man dies wie etwas verst\u00e4rkt erleben. Was im Winter die Macht des menschlichen Denkens war, wird nun verd\u00fcnnt, es flie\u00dft zu den \u00e4u\u00dfersten Grenzen des sichtbaren Alls. Das reine, aber spirituell arme menschliche Denken erreicht die geistige Welt, und wir k\u00f6nnen versuchen, zu f\u00fchlen, wie wir von den geistigen Welten wiedergefunden werden. So, wie die Wellen, die von einem ins Wasser geworfenen Stein gebildet werden, zum Zentrum zur\u00fcckkehren, wenn sie das \u00c4u\u00dferste erreicht haben, so kommen die spirituellen Welten zur\u00fcck zum menschlichen Wesen. Der Mensch ist ein Spross der geistigen Welt, er sprie\u00dft aus ihnen hervor, doch finden die Frucht der Seele in sich selbst.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns als von der geistigen Welt wiedergefunden empfinden lernen, die uns aus sich entsprie\u00dfen lie\u00df und uns die Freiheit l\u00e4sst, die eigenen Fr\u00fcchte in uns selbst zu finden.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog205.jpg\" alt=\"Mieke Mosmuller\" width=\"450\" height=\"299\" \/><em><strong>Die Woche nach Ostern Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchling kommen die Pflanzen wieder aus der Erde hervor, sie scheinen zu \u201awissen\u2019, dass es die richtige Zeit f\u00fcr sie ist, um zu sprie\u00dfen, und sie scheinen auch zu wissen, wann sie je nach ihrer Art bl\u00fchen und Frucht tragen m\u00fcssen. 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