{"id":7212,"date":"2016-04-13T00:00:00","date_gmt":"2016-04-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/thomas-von-aquin-und-das-boese\/"},"modified":"2025-04-14T12:05:32","modified_gmt":"2025-04-14T10:05:32","slug":"thomas-von-aquin-und-das-boese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/thomas-von-aquin-und-das-boese\/","title":{"rendered":"Thomas von Aquin und das B\u00f6se"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>'Kein Wesen [nulla essentia] ist an sich schlecht.' (ScG, III, Kap. 7) eine Begr\u00fcndung: 'Das  Schlechte ist n\u00e4mlich, wie gesagt (III, 6), nichts anderes als die  Privation dessen, auf dessen Besitz man von Natur aus angelegt ist und  das man haben mu\u00df. So ist bei allen der Gebrauch des Wortes  'Schlechtes'. Die Privation ist aber kein Wesen, sondern sie ist 'eine  Negation in der Substanz' (Aristoteles). Das Schlechte ist also kein  Wesen in den Dingen.' (ScG, III, Kap. 7)<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/fa632e488824b2c9e85070035924a5d9.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nThomas von Aquin<\/p>\n<p>Das Schlechte stellt kein Wesen (essential) dar<\/p>\n<p>&#8218;Kein Wesen [nulla essentia] ist an sich schlecht.&#8216; (ScG, III, Kap. 7) eine Begr\u00fcndung:<\/p>\n<p>&#8218;Das Schlechte ist n\u00e4mlich, wie gesagt (III, 6), nichts anderes als die Privation dessen, auf dessen Besitz man von Natur aus angelegt ist und das man haben mu\u00df. So ist bei allen der Gebrauch des Wortes &#8218;Schlechtes&#8216;. Die Privation ist aber kein Wesen, sondern sie ist &#8218;eine Negation in der Substanz&#8216; (Aristoteles). Das Schlechte ist also kein Wesen in den Dingen.&#8216; (ScG, III, Kap. 7)<\/p>\n<p>Eine weitere Begr\u00fcndung:<br \/>\n&#8218;Ein jedes Ding hat entsprechend seinem Wesen ein Sein. Inso- fern es aber ein Sein hat, hat es ein Gutes. Denn wenn das Gute das ist, wonach alles strebt, mu\u00df man gerade das &#8218;Sein&#8216; ein Gutes nennen, weil alles nach dem Sein strebt. Also ist ein jedes gut, insofern es ein Wesen hat. Gut und schlecht werden aber einander entgegengesetzt. Folglich ist nichts schlecht, insofern es ein Wesen hat. Also ist kein Wesen schlecht.&#8216; (ScG, III, Kap. 7)<\/p>\n<p>Noch eine Begr\u00fcndung:<br \/>\n&#8218;Das Seiende l\u00e4\u00dft sich in Aktualit\u00e4t [actum] und Potentialit\u00e4t [potentiam] einteilen. Die Aktualit\u00e4t als solche aber ist ein Gutes. Denn insofern etwas aktuell ist, ist es vollkommen. Auch die Potentialit\u00e4t ist ein Gutes. Denn sie strebt zur Aktualit\u00e4t, wie sich<br \/>\njeder Bewegung zeigt. Sie entspricht sogar der Aktualit\u00e4t, ist ihr nicht entgegengesetzt. Sie f\u00e4llt mit der Aktualit\u00e4t unter dieselbe Gattung. Privation kommt ihr nur akzidentell zu. Also ist alles, was ist, wie auch immer es sein mag, insofern es ein Seiendes ist, gut. Das Schlechte hat also kein Wesen.&#8216; (ScG, III, Kap. 7)<\/p>\n<p>Die \u00dcbereinstimmung mit der Glaubenslehre:<br \/>\n&#8218;Daher hei\u00dft es Gen 1,31: &#8218;Gott sah alles, was er gemacht hatte, und es war sehr gut&#8216;, Koh 3, II: &#8218;Alles hat er gut gemacht zu seiner Zeit&#8216; und I Tim 4, 4: &#8218;Jedes Gesch\u00f6pf Gottes ist gut&#8216;.<br \/>\nFerner sagt Dionysius im 4. Kapitel \u00dcber die g\u00f6ttlichen Namen: &#8218;Das Schlechte existiert nicht&#8216;, n\u00e4mlich an sich, &#8217;noch&#8216; ist es etwas &#8218;in dem, was existiert&#8216;, als ein Akzidens, wie zum Beispiel die Wei\u00dfe oder die Schw\u00e4rze.&#8216; (ScG, III, Kap. 7)<\/p>\n<p>&#8218;Was nicht ist, ist keines Dinges Ursache. Jede Ursache mu\u00df also ein Seiendes sein. Das Schlechte aber ist kein Seiendes, wie erwiesen wurde (III, 7). Also kann das Schlechte keines Dinges Ursache sein. Sollte also ein Schlechtes von irgend etwas verursacht sein, so ist dies notwendig das Gute.&#8216; (ScG, III, Kap. 10<br \/>\n(Nur das Gute kann Ursache des Schlechten sein.)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog102_S.jpg\" alt=\"Thomas von Aquin und das B\u00f6se\" \/><br \/>\nThomas von Aquin<\/p>\n<p>Weiterlesen: http:\/\/www.hoye.de\/scg\/malumvrl.pdf<em><strong>Thomas von Aquin und das B\u00f6se Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8218;Das Schlechte ist n\u00e4mlich, wie gesagt (III, 6), nichts anderes als die Privation dessen, auf dessen Besitz man von Natur aus angelegt ist und das man haben mu\u00df. So ist bei allen der Gebrauch des Wortes &#8218;Schlechtes&#8216;. Die Privation ist aber kein Wesen, sondern sie ist &#8218;eine Negation in der Substanz&#8216; (Aristoteles). 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