{"id":7230,"date":"2015-10-14T00:00:00","date_gmt":"2015-10-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/blick-auf-den-geist\/"},"modified":"2025-04-15T12:22:59","modified_gmt":"2025-04-15T10:22:59","slug":"blick-auf-den-geist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/blick-auf-den-geist\/","title":{"rendered":"Blick auf den Geist"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Die Idee der Idee ist etwas sehr Besonderes. Es ist nicht nur eine neue  Idee inmitten anderer Ideen. Alle Begriffe, alle Ideen, die wir haben  und die wir formen k\u00f6nnen, sind da, um zu begreifen, was wir wahrnehmen  k\u00f6nnen. Sie stehen uns gleichsam ganz zur Verf\u00fcgung.  Gleichzeitig  sind wir mit Sinnen begabt, sie sind f\u00fcr uns da, um alles um uns herum  und auch in uns wahrzunehmen. Wahrnehmung und Denken sind zwei ganz  verschiedene Dinge, die, wenn sie zusammengebracht werden, unser Wissen  formen.   Aber bei dem Formen der Idee der Idee geschieht etwas  ganz Neues. Mit welchem Sinn nehmen wir das Denken wahr? Wie formen wir  die Idee dieser Wahrnehmung? Es ist das Denken selbst, das als ein Sinn  wirkt, wenn wir versuchen, das Denken wahrzunehmen. Ich meine nat\u00fcrlich  nicht das Wahrnehmen von Gedanken, denn das ist etwas, was wir  fortw\u00e4hrend tun, sonst w\u00fcrden wir nicht wissen, was wir denken. Die Idee  der Idee ist die Idee des Den<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/ffc67db997fcf047ebe8d35488d6856e.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nDie Idee der Idee ist etwas sehr Besonderes. Es ist nicht nur eine neue Idee inmitten anderer Ideen. Alle Begriffe, alle Ideen, die wir haben und die wir formen k\u00f6nnen, sind da, um zu begreifen, was wir wahrnehmen k\u00f6nnen. Sie stehen uns gleichsam ganz zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nGleichzeitig sind wir mit Sinnen begabt, sie sind f\u00fcr uns da, um alles um uns herum und auch in uns wahrzunehmen. Wahrnehmung und Denken sind zwei ganz verschiedene Dinge, die, wenn sie zusammengebracht werden, unser Wissen formen.<\/p>\n<p>Aber bei dem Formen der Idee der Idee geschieht etwas ganz Neues. Mit welchem Sinn nehmen wir das Denken wahr? Wie formen wir die Idee dieser Wahrnehmung? Es ist das Denken selbst, das als ein Sinn wirkt, wenn wir versuchen, das Denken wahrzunehmen. Ich meine nat\u00fcrlich nicht das Wahrnehmen von Gedanken, denn das ist etwas, was wir fortw\u00e4hrend tun, sonst w\u00fcrden wir nicht wissen, was wir denken. Die Idee der Idee ist die Idee des Denkens als eines Ganzen, in seiner umfassenden Wirksamkeit. Aber das Sinnesorgan, das diese Wahrnehmung m\u00f6glich macht, ist das Denken selbst.<\/p>\n<p>Und doch war diese Idee des Denkens vorher nicht da. Es ist nicht ein nat\u00fcrlicher Prozess, der im gew\u00f6hnlichen Erdenleben auftritt. Es tritt niemals spontan auf. Es ist ein Schritt, der mit dem Willen gesetzt werden muss, weil wir ihn setzen wollen. Und wenn wir das tun, realisieren wir, dass etwas Wunderbares geschieht: Zum ersten Mal in unserem Leben sieht das Begriffsdenken das Begriffsdenken. Begreifen sieht Begreifen \u2013 es sieht sich selbst. Und weil Begreifen unmittelbar durch das Begreifen begriffen wird \u2013 wir brauchen keine Begriffe von etwas zu formen, was bereits Begriff ist, wir sehen es begreifend \u2013, haben wir eine v\u00f6llig bewusste, unmittelbare Intuition des Denkens selbst: wir haben die Idee der Idee gefunden.<\/p>\n<p>Es ist nicht etwas \u00c4u\u00dferliches, das erst wahrgenommen werden muss und wor\u00fcber dann nachgedacht werden muss. Das Denken selbst zeigt sich durch das Denken. Es ist kein philosophisches Spiel, das hier gespielt wird, es tritt eine Tatsache auf, es geschieht etwas. Es ist das Wichtigste, was geschehen kann, und wir wissen, dass es die erste Tatsache ist, die wir selbst hervorgebracht haben, ohne Vermittlung von was auch immer, und dass es nicht da sein w\u00fcrde, wenn wir es nicht selbst durch unseren freien Willen zum Leben gebracht h\u00e4tten.<br \/>\nAber es ist nicht nur eine Tat freien Willens, es ist zugleich eine Umkehr unseres Blickes, von der Welt der physischen Sinne auf das Physische, zur spirituellen Welt, die das Denken selbst ist.<\/p>\n<p>Die Ideen existieren immer in uns, weil wir sie geformt haben, aber das Ding, das wahrgenommen wird und wor\u00fcber gedacht wird, bleibt au\u00dferhalb unseres Denkens. Wenn wir jedoch das Denken selbst wahrnehmen, was dann zugleich bedeutet, dass wir es begreifen, dass wir dessen Idee haben, dann ist das Ding, das wahrgenommen wird und gedacht wird, ganz und gar ein und dasselbe wie unser Geist. Es ist in unserem Geist, es ist unser Geist.<\/p>\n<p>\u201aBei der Beobachtung des Denkens durchschaut der Mensch das Weltgeschehen. Er hat hier nicht nach einer Idee dieses Geschehens zu forschen, denn dieses Geschehen ist die Idee selbst. Die sonst erlebte Einheit von Anschauung und Idee ist hier Erleben der anschaulich gewordenen Geistigkeit der Ideenwelt. Der Mensch,der diese in sich selbst ruhende T\u00e4tigkeit anschaut, f\u00fchlt die Freiheit.\u2019 (R. Steiner, Goethes Weltanschauung).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog76.jpg\" alt=\"Blick auf den Geist\" width=\"250\" \/><br \/>\nErzengel Michael<em><strong>Blick auf den Geist Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ideen existieren immer in uns, weil wir sie geformt haben, aber das Ding, das wahrgenommen wird und wor\u00fcber gedacht wird, bleibt au\u00dferhalb unseres Denkens. Wenn wir jedoch das Denken selbst wahrnehmen, was dann zugleich bedeutet, dass wir es begreifen, dass wir dessen Idee haben, dann ist das Ding, das wahrgenommen wird und gedacht wird, ganz und gar ein und dasselbe wie unser Geist. 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