{"id":7235,"date":"2017-02-15T00:00:00","date_gmt":"2017-02-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/eine-weiterfuehrende-bekehrung-von-augustinus\/"},"modified":"2025-04-14T11:14:02","modified_gmt":"2025-04-14T09:14:02","slug":"eine-weiterfuehrende-bekehrung-von-augustinus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/eine-weiterfuehrende-bekehrung-von-augustinus\/","title":{"rendered":"Eine weiterf\u00fchrende Bekehrung von Augustinus"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Augustinus gibt im zehnten Buch eine wunderbare Beschreibung seines Weges von au\u00dfen nach innen, die letztendlich zu einer Erw\u00e4gung des reinen Denkens f\u00fchrt. Dann folgt eine Untersuchung des Ged\u00e4chtnisses und dann diese Bekehrung. Die Beschreibungen sind zu ausf\u00fchrlich, um sie hier wieder zu geben, sie sind aber wirklich sehr lesenswert! Hier nur der Schluss.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/0aa14c2c6c97dd1e76d44c6d9c4af727.jpg\" \/><\/a>\n\n--><\/p>\n<p id=\"mcetoc_1b8tua7772\">Augustinus gibt im zehnten Buch eine wunderbare Beschreibung seines Weges von au\u00dfen nach innen, die letztendlich zu einer Erw\u00e4gung des reinen Denkens f\u00fchrt. Dann folgt eine Untersuchung des Ged\u00e4chtnisses und dann diese Bekehrung. Die Beschreibungen sind zu ausf\u00fchrlich, um sie hier wieder zu geben, sie sind aber wirklich sehr lesenswert! Hier nur der Schluss.<\/p>\n<p>Buch zehn, Kapitel XXVII<br \/>\nEine gro\u00dfe Kraft ist das Ged\u00e4chtnis, ich wei\u00df nicht was, das mir einen heiligen Schauder erregt, mein Gott, eine tiefe und unbegrenzte Vielheit, und so ist meine Seele, und so bin ich selbst. Was bin ich also, mein Gott, welche Natur bin ich? Ein mannigfaltiges, vielartiges und \u00fcberaus unerme\u00dfliches Leben. Siehe, in des Ged\u00e4chtnisses freien Gefilden, Grotten und unz\u00e4hligen H\u00f6hlen, die voll sind von Dingen unz\u00e4hliger Art, m\u00f6gen sie in mich gekommen sein durch Bilder, wie bei allen K\u00f6rpern, oder durch ihre Gegenwart, wie bei den K\u00fcnsten oder durch \u2013 was wei\u00df ich f\u00fcr Merkmale oder Begriffe wie die Gem\u00fctsstimmungen, welche, wenn auch die Seele sie nicht empfindet, doch das Ged\u00e4chtnis festh\u00e4lt, da man im Sinn hat, was im Ged\u00e4chtnis ist: dies alles durchlaufe und durchfliege ich, da und dorthin dringe ich, so weit ich kann und nirgends gibt&#8217;s ein Ende; so gro\u00df ist die Kraft des Ged\u00e4chtnisses, so gro\u00df die Kraft des Lebens in einem lebenden, sterblichen Menschen!<\/p>\n<p>Was soll ich also tun, du mein wahres Leben, mein Gott? Ich werde mich erheben auch \u00fcber dieses Leben, das Ged\u00e4chtnis genannt wird, ich werde mich dar\u00fcber erheben, da\u00df ich mich strecke zu dir, mein s\u00fc\u00dfes Licht. Was sagst du mir? Siehe, ich erhebe mich zu dir durch meinen Geist, der du \u00fcber mir beharrst. Ich erhebe mich auch \u00fcber diese meine Kraft, welche Ged\u00e4chtnis genannt wird, indem ich dich erreichen will, wo du erreicht werden kannst, und dir anhaften will, wo man dir anhaften kann. Es haben n\u00e4mlich Ged\u00e4chtnis auch Vieh und V\u00f6gel; sonst k\u00f6nnten sie nicht ihre Lager und Nester wiederfinden und vieles andere nicht, daran sie gew\u00f6hnt sind; denn sie verm\u00f6chten nicht, sich an etwas zu gew\u00f6hnen, wenn nicht mit Hilfe des Ged\u00e4chtnisses. Ich erhebe mich darum auch \u00fcber das Ged\u00e4chtnis, um den zu erreichen, der mich geschieden hat von den vierf\u00fc\u00dfigen Tieren und mich weiser gemacht hat als die V\u00f6gel des Himmels. Ich erhebe mich \u00fcber das Ged\u00e4chtnis; und wo finde ich dich, wahrhaft gute Wonne des Friedens? Und wo finde ich dich? Wenn ich au\u00dferhalb meines Ged\u00e4chtnisses dich finde, so bin ich deiner nicht eingedenk. Und wie soll ich dich nun finden, wenn ich deiner nicht eingedenk bin?<\/p>\n<p>Kapitel XXIV<br \/>\nSiehe, wie ich den Raum des Ged\u00e4chtnisses durchgegangen bin, dich suchend, Herr, und habe dich nicht gefunden au\u00dferhalb desselben. Und dabei habe ich nichts von dir gefunden, was nicht Erinnerung von der Zeit her w\u00e4re, da ich dich kennengelernt. Denn seitdem ich dich kennenlernte, habe ich deiner nicht vergessen. Denn wo ich die Wahrheit fand, da fand ich meinen Gott, die Wahrheit selbst, die ich, seitdem ich sie kennenlernte, nicht mehr vergessen habe. Seitdem ich dich daher kennengelernt habe, bleibst du in meinem Ged\u00e4chtnis, und da finde ich dich, wenn ich mich an dich erinnere und in dir mein Erg\u00f6tzen finde. Das sind meine heiligen Wonnen, die du mir geschenkt hast nach deinem Erbarmen meine Armut ansehend.<\/p>\n<p>Kapitel XXV<br \/>\nAber wo bleibst du in meinem Ged\u00e4chtnis, Herr, wo bleibst du da? Was f\u00fcr eine geheime St\u00e4tte hast du dir zubereitet? Was f\u00fcr ein Heiligtum hast du dir errichtet? Du hast mein Ged\u00e4chtnis gew\u00fcrdigt, in ihm zu wohnen, aber in welchem Teile desselben du dich aufh\u00e4ltst, das \u00fcberlege ich. Ich ging durch die Teile desselben, die auch die Tiere haben, als ich dein gedachte, da ich dich nicht daselbst fand unter den Bildern von k\u00f6rperlichen Dingen; und ich kam zu den Teilen desselben, wo sich die Gem\u00fctsbewegungen befinden, und fand dich auch da nicht. Da ging ich zu dem Sitz meiner Seele selbst, der in meinem Ged\u00e4chtnis ist, da die Seele sich auch ihrer selbst erinnert, und auch da warst du nicht; denn du bist nicht das Bild eines K\u00f6rperlichen noch das Gef\u00fchl eines Lebenden, wie es ist, wenn wir uns freuen, trauern, Verlangen tragen, Furcht haben, uns erinnern, vergessen und dergleichen; nicht bist du selbst eine Seele, weil du der Herr und Gott der Seele bist. Und das alles ver\u00e4ndert sich, du aber bleibst unver\u00e4nderlich \u00fcber allem; und du hast mich gew\u00fcrdigt, zu wohnen in meinem Ged\u00e4chtnis, seit ich dich lerne. Und was frage ich, an welchem Orte des Ged\u00e4chtnisses du wohnst, als wenn wirklich R\u00e4ume daselbst w\u00e4ren? Du wohnst gewi\u00dflich in ihm, seitdem ich dich lerne, und in ihm finde ich dich, wenn ich mich deiner erinnere.<\/p>\n<p>Kapitel XXVI<br \/>\nWo also fand ich dich, um dich zu lernen? Denn noch nicht warst du in meinem Ged\u00e4chtnis, ehe ich dich lernte. Wo also fand ich dich, um dich zu lernen, wenn nicht in dir, \u00fcber nur? Und nirgends ein Ort, wir m\u00f6gen zur\u00fcckgehen oder uns ihm nahen; und nirgends ein solcher Ort. Als die Wahrheit waltest du \u00fcberall \u00fcber denen, die dich angehen um Rat, und antwortest zugleich allen, die auch verschiedenes dich fragen. Klar antwortest du, aber nicht klar h\u00f6ren alle. Das ist dein bester Diener, der weniger darauf sieht, das von dir zu h\u00f6ren, was er will, als vielmehr das zu wollen, was er von dir h\u00f6rt.<\/p>\n<p>Kapitel XXVII<br \/>\nSp\u00e4t habe ich dich geliebt, du Sch\u00f6nheit, so alt und doch so neu, sp\u00e4t habe ich dich geliebt! Und siehe, du wartest im Innern, und ich war drau\u00dfen und suchte dich dort; und ich, mi\u00dfgestaltet, verlor mich leidenschaftlich in die sch\u00f6nen Gestalten, welche du geschaffen. Mit mir warst du und ich war nicht mit dir. Die Au\u00dfenwelt hielt mich lange von dir fern, und wenn diese nicht in dir gewesen w\u00e4re, so w\u00e4re sie \u00fcberhaupt nicht gewesen. Du riefest und schriest und brachst meine Taubheit. Du schillertest, gl\u00e4nztest und schlugst meine Blindheit in die Flucht. Du wehtest und ich sch\u00f6pfte Atem und atme zu dir auf. Ich kostete dich und hungre und d\u00fcrste. Du ber\u00fchrtest mich und ich entbrannte in deinem Frieden.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog145.jpg\" alt=\"Eine weiterf\u00fchrende bekehrung von Augustinus\" width=\"218\" height=\"333\" \/><br \/>\nAugustinus in Meditation<em><strong>Eine weiterf\u00fchrende Bekehrung von Augustinus Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Augustinus gibt im zehnten Buch eine wunderbare Beschreibung seines Weges von au\u00dfen nach innen, die letztendlich zu einer Erw\u00e4gung des reinen Denkens f\u00fchrt. Dann folgt eine Untersuchung des Ged\u00e4chtnisses und dann diese Bekehrung. Die Beschreibungen sind zu ausf\u00fchrlich, um sie hier wieder zu geben, sie sind aber wirklich sehr lesenswert! Hier nur der Schluss.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4587,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7235","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7235","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7235"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7235\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8009,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7235\/revisions\/8009"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4587"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7235"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7235"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}