{"id":7246,"date":"2014-10-15T00:00:00","date_gmt":"2014-10-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/das-ich-und-die-dna\/"},"modified":"2025-04-22T14:00:27","modified_gmt":"2025-04-22T12:00:27","slug":"das-ich-und-die-dna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/das-ich-und-die-dna\/","title":{"rendered":"Das &#8218;Ich&#8216; und die DNA"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Wenn man sich bewusst wird, dass man da ist und also sagen kann: Ich  bin!, dann f\u00fchlt man sein ich als eine Art Zusammenfassung aller seiner  Eigenschaften, seines Schicksals, seiner Qualit\u00e4ten und M\u00e4ngel, seiner  Meinungen, seiner Vorstellungen, seiner Urteile, seines Temperaments,  alles dessen, was man in seinem Leben gesehen und geh\u00f6rt hat, der Wege,  die man in seinem Leben gegangen ist, der Pl\u00e4ne, die man noch hat... Das  alles in einem zusammengefassten \u201eGef\u00fchl\u201c, hinzugef\u00fcgt zur eigenen  k\u00f6rperlichen Erscheinung und zu der Sicherheit, dass man einen K\u00f6rper  hat, der der eigene ist, k\u00f6nnte man \u201eich\u201c nennen.   Wenn man diese  Wahrnehmung des eigenen Ich in Zusammenhang mit einer  biologisch-wissenschaftlichen Theorie des menschlichen K\u00f6rpers zu  bringen versucht, dann w\u00fcrde es darauf hinauslaufen, dass man eine Art  von Algorithmus \u2013 das hei\u00dft eine Programmierung dieser Total<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/24ed03ee1538a53269b3d60cfd68aedc.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nWenn man sich bewusst wird, dass man da ist und also sagen kann: Ich bin!, dann f\u00fchlt man sein ich als eine Art Zusammenfassung aller seiner Eigenschaften, seines Schicksals, seiner Qualit\u00e4ten und M\u00e4ngel, seiner Meinungen, seiner Vorstellungen, seiner Urteile, seines Temperaments, alles dessen, was man in seinem Leben gesehen und geh\u00f6rt hat, der Wege, die man in seinem Leben gegangen ist, der Pl\u00e4ne, die man noch hat&#8230; Das alles in einem zusammengefassten \u201eGef\u00fchl\u201c, hinzugef\u00fcgt zur eigenen k\u00f6rperlichen Erscheinung und zu der Sicherheit, dass man einen K\u00f6rper hat, der der eigene ist, k\u00f6nnte man \u201eich\u201c nennen.<\/p>\n<p>Wenn man diese Wahrnehmung des eigenen Ich in Zusammenhang mit einer biologisch-wissenschaftlichen Theorie des menschlichen K\u00f6rpers zu bringen versucht, dann w\u00fcrde es darauf hinauslaufen, dass man eine Art von Algorithmus \u2013 das hei\u00dft eine Programmierung dieser Totalit\u00e4t, dieser komplizierten organischen, psychologisch-geistigen Entit\u00e4t, die man ist \u2013 in den Genen finden k\u00f6nnte. Genauer gesagt: in der Struktur der DNA.<\/p>\n<p>In dieser Hinsicht ist es gut, etwas \u00fcber die DNA zu wissen. Wir m\u00fcssen uns daf\u00fcr auf etwas besinnen, was sich im Aller-Allerkleinsten unserer leiblichen Identit\u00e4t befindet. Darin lebt man mit seinem Bewusstsein nicht. Wenn man sagt: Ich bin, dann geh\u00f6rt es dazu, dass man seinen Leib meint. Aber dass dieser Leib aus Zellen besteht, die zu bestimmten Organen, zu Blutgef\u00e4\u00dfen, Knochen, Nerven und so weiter differenziert sind, das wei\u00df man dank der Wissenschaft, es ist nicht etwas, was man selbst f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Wenn man dann an diese kleinen lebenden Einheiten im Leib, die Zellen, denkt, dann muss man bedenken, dass jede Zelle einen Kern hat. Dieser Kern enth\u00e4lt die Chromosomen. Darin liegt das Erbmaterial verborgen. Im 20. und 21. Jahrhundert ist die Erforschung der Molekulargenetik so weit fortgeschritten, dass man gut formulierte Konzepte dar\u00fcber hat, wie das Erbmaterial zusammengesetzt ist und wie es \u00fcbertragen wird.<\/p>\n<p>Die DNA befindet sich in den Chromosomen und ist ein gro\u00dfes Molek\u00fcl, das aus einer Reihe identischer Zucker besteht \u2013<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Das 'Ich' und die DNA\" src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/MiekeMosmuller-2-Deoxyribose.jpg\" alt=\"Das 'Ich' und die DNA\" \/><\/p>\n<p>Desoxyribose \u2013 die durch Phosphors\u00e4ure miteinander verbunden sind, wodurch lange Ketten entstehen.<br \/>\nJedes Zuckermolek\u00fcl, jedes Desoxyribose-Molek\u00fcl, hat einen freien Platz f\u00fcr die Verbindung mit einer Base.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Das 'Ich' und die DNA\" src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/MiekeMosmuller-DNA.jpg\" alt=\"Das 'Ich' und die DNA\" \/><\/p>\n<p>Es gibt vier verschiedene Basen: Adenin, Guanin, Thymin und Cytosin.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Das 'Ich' und die DNA\" src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/MiekeMosmuller-DNA-2.jpg\" alt=\"Das 'Ich' und die DNA\" \/><\/p>\n<p>Die Reihenfolge dieser Basen bestimmt die Qualit\u00e4t des Gens, bestimmt, welche Eigenschaften welches Gen besitzt.<br \/>\nDie DNA besteht aus zwei solcher Str\u00e4nge, die wie eine Helix gedreht sind, wobei sich die Basen in Paaren gegen\u00fcber liegen: Adenin liegt immer gegen\u00fcber von Guanin, Thymin gegen\u00fcber von Cytosin.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Das 'Ich' und die DNA\" src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/MiekeMosmuller-DNA-3.jpg\" alt=\"Das 'Ich' und die DNA\" \/><\/p>\n<p>So ist im Laufe der Zeit das Genom des Menschen bekannt geworden \u2013 zweifellos noch lange nicht in allen Details und vollst\u00e4ndig. Im Lauf der Zeit wurde f\u00fcr sehr viele menschliche Eigenschaften, sowohl leibliche als auch psychische, die Struktur der DNA bekannt und ist auch bekannt geworden, dass die DNA in ihrer Totalit\u00e4t absolut einzigartig f\u00fcr eine bestimmte Person ist. Dies findet in der forensischen Medizin immer mehr Verwendung bei der Identifikation eines T\u00e4ters, indem man dessen Spuren auf dem Opfer untersucht. Aber auch in historischer Forschung spielt die DNA eine gro\u00dfe Rolle, weil sogar bei lange verstorbenen Personen die DNA identifiziert werden kann und man auf diese Weise zum Beispiel eine bestimmte Abstammung feststellen kann.<\/p>\n<p>Die Frage ist dann: Ist dieses Genom des Menschen, diese einzigartige Struktur der DNA, das Programm f\u00fcr das \u201eIch\u201c? Nehme ich mit dem Ich-Bewusstsein vage und unbestimmt als \u201eIch\u201c wahr, was in perfekter Pr\u00e4zision in der DNA vorgezeichnet ist?<\/p>\n<p>F\u00fchlt jedoch nicht jeder Mensch, der sich als \u201eIch\u201c gewahr wird, dass noch eine andere, umfassendere, kreativere Welt existiert?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Das 'Ich' und die DNA\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/MiekeMosmuller-2-Deoxyribose.jpg\" alt=\"Das 'Ich' und die DNA\" \/><br \/>\n<em><strong>Das &#8218;Ich&#8216; und die DNA Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man diese Wahrnehmung des eigenen Ich in Zusammenhang mit einer biologisch-wissenschaftlichen Theorie des menschlichen K\u00f6rpers zu bringen versucht, dann w\u00fcrde es darauf hinauslaufen, dass man eine Art von Algorithmus \u2013 das hei\u00dft eine Programmierung dieser Totalit\u00e4t, dieser komplizierten organischen, psychologisch-geistigen Entit\u00e4t, die man ist \u2013 in den Genen finden k\u00f6nnte. Genauer gesagt: in der Struktur der DNA.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4893,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7246","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7246","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7246"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7246\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8180,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7246\/revisions\/8180"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4893"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7246"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7246"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7246"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}