{"id":7253,"date":"2014-07-16T00:00:00","date_gmt":"2014-07-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/kreationismus-und-evolutionismus\/"},"modified":"2025-04-22T14:43:11","modified_gmt":"2025-04-22T12:43:11","slug":"kreationismus-und-evolutionismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/kreationismus-und-evolutionismus\/","title":{"rendered":"Kreationismus und Evolutionismus"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>In einem Bild wie demjenigen von Persephone und Eros kann in einem  bildenden Augenblick angeschaut werden, was mit noch so vielen Worten  nicht erz\u00e4hlt werden kann.   Durch den Versuch, die  Evolutionstheorie andersherum zu denken, kam ich dazu, das Entstehen der  Arten nicht als eine Entwicklung vom Einfachsten zum Kompliziertesten  betrachten zu wollen, sondern das Komplizierteste \u2013 und das geht dann  noch weit \u00fcber das hinaus, was wir in unserer Zeit als den Homo sapiens  sapiens kennen \u2013 an den Anfang der Entwicklung der Arten zu stellen. Die  verschiedenen Lebewesen, die es in der Entwicklung gab und noch gibt,  k\u00f6nnte man dann als Abzweigungen von der Bildung des Menschen, wie sie  sich nach der urspr\u00fcnglichen lebendigen Idee vollzieht, sehen. Bei  diesem Gedankengang kam das Bild einer Menschheit als umfassender, sich  entwickelnder Organismus auf; aber die Wirklichkeit machte es notwendig,  noch einen anderen Impuls in der Entwicklung <u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/836285ace30cfc44c44fc1abe5f6122f.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nIn einem Bild wie demjenigen von Persephone und Eros kann in einem bildenden Augenblick angeschaut werden, was mit noch so vielen Worten nicht erz\u00e4hlt werden kann.<\/p>\n<p>Durch den Versuch, die Evolutionstheorie andersherum zu denken, kam ich dazu, das Entstehen der Arten nicht als eine Entwicklung vom Einfachsten zum Kompliziertesten betrachten zu wollen, sondern das Komplizierteste \u2013 und das geht dann noch weit \u00fcber das hinaus, was wir in unserer Zeit als den Homo sapiens sapiens kennen \u2013 an den Anfang der Entwicklung der Arten zu stellen. Die verschiedenen Lebewesen, die es in der Entwicklung gab und noch gibt, k\u00f6nnte man dann als Abzweigungen von der Bildung des Menschen, wie sie sich nach der urspr\u00fcnglichen lebendigen Idee vollzieht, sehen. Bei diesem Gedankengang kam das Bild einer Menschheit als umfassender, sich entwickelnder Organismus auf; aber die Wirklichkeit machte es notwendig, noch einen anderen Impuls in der Entwicklung zu sehen. Dies ist gerade der unterscheidende Impuls.<\/p>\n<p>Je mehr man in dieser umgekehrten Reihenfolge denkt, desto mehr stellt man den Standpunkt derjenigen Denker und Forscher, die sich Kreationisten nennen, jenem derer gegen\u00fcber, die sich Evolutionisten nennen. Der Kreationist sieht einen Sch\u00f6pfer als Grund der Sch\u00f6pfung an.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde nicht einen so extrem entgegengesetzten Standpunkt einnehmen wollen, weil bei dem selbstst\u00e4ndigen Denken \u00fcber diese Fragen deutlich wird, dass das, was in der Evolutionswissenschaft an Funden gemacht wurde und wird, einen gro\u00dfen Wahrheitsgehalt hat. Nur die Interpretation dieser Funde k\u00f6nnte eine andere als die gew\u00f6hnliche sein. Dann w\u00fcrde man zwar einen Sch\u00f6pfer annehmen, doch die Evolution der Arten w\u00fcrde man als eine Fortsetzung der Sch\u00f6pfungstat betrachten.<\/p>\n<p>Die vollkommene Idee des Menschen am Beginn der Sch\u00f6pfung weist auf ein Wesen hin, das diese Idee hat. Nun ist unser Vorstellen von Natur aus zu menschlich, zu engstirnig, um eine wirkliche Vorstellung eines derartigen Wesens als Sch\u00f6pfer bilden zu k\u00f6nnen. Der Mensch hat die Neigung, sich selbst zu einer vollkommenen Gestalt mit einem vollkommenen Denken, F\u00fchlen und Wollen zu vergr\u00f6\u00dfern und zu meinen, dass so ungef\u00e4hr dann Gott sein m\u00fcsse. Dieser Gott hat dann den Menschen nach seinem Bilde geschaffen. So kommt man wiederum zu sich selbst als Mensch zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Oder man nimmt den Standpunkt des anderen Extrems ein und sagt: F\u00fcr den Menschen ist Gott unvorstellbar, und es ist eine S\u00fcnde gegen eines der Zehn Gebote, wenn der Mensch in sich die Neigung aufkommen f\u00fchlt, sich Vorstellungen des Sch\u00f6pfers zu bilden. So, wie man denkend gewahr werden kann, dass man die Frage \u201cWas ist der Mensch\u201d nicht ausschlie\u00dflich von der Evolutionstheorie aus, aber ebensowenig ausschlie\u00dflich vom Kreationismus aus beantworten kann, und man mit anderen Worten das eine durch das andere befruchten wollen w\u00fcrde \u2013 ebenso entsteht auch die Gewahrwerdung, dass es zwischen der ohnm\u00e4chtigen Vorstellung eines dem Menschen gleichenden Gottes und dem Verbot jedes Versuches, auf eine andere Weise zu Ahnungen vom G\u00f6ttlichen zu kommen, eine lebendige Mitte geben muss.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer religi\u00f6ser Denker schrieb das Folgende:<br \/>\n<em>&#8218;Es wird deswegen von uns gesagt, dass wir am Ende unseres Erkennens Gott als den Unbekannten erkennen, weil der Geist dann als am weitesten in der Erkenntnis vorangeschritten gilt, wenn er erkennt, dass Gottes Wesenheit \u00fcber alles hinausliegt, was er im Stande des Auf-dem-Wege-Seins zu erfassen vermag.<\/em><\/p>\n<p><em>Mag auch das Auge des Nachtvogels die Sonne nicht sehen: Es schaut sie dennoch das Auge des Adlers.<\/em><br \/>\n<em>So sehr es auch nur eine winzige Kleinigkeit ist, was der erkennende Geist an Erkenntnis Gottes fassen kann, so ist dies doch sein letztes Ziel, mehr als die vollkommene Erkenntnis des geringeren Erkennbaren. <\/em><br \/>\n<em>Soviel der Mensch sich dem Ergr\u00fcnden der Weisheit hingibt, soviel hat er bereits Anteil an der wahren Gl\u00fcckseligkeit.&#8216;<\/em> (Thomas van Aquino).<\/p>\n<p><a class=\"IMAGE\" title=\"Kreationismus und Evolutionismus\" href=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/Bible_Moralisee.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bible_Moralisee_SMALL.jpg\" alt=\"Kreationismus und Evolutionismus\" \/><\/a><br \/>\n<span class=\"P\">Gott als Architekt (Bible moralis\u00e9e, 1245)<\/span><em><strong>Kreationismus und Evolutionismus Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder man nimmt den Standpunkt des anderen Extrems ein und sagt: F\u00fcr den Menschen ist Gott unvorstellbar, und es ist eine S\u00fcnde gegen eines der Zehn Gebote, wenn der Mensch in sich die Neigung aufkommen f\u00fchlt, sich Vorstellungen des Sch\u00f6pfers zu bilden. So, wie man denkend gewahr werden kann, dass man die Frage \u201cWas ist der Mensch\u201d nicht ausschlie\u00dflich von der Evolutionstheorie aus, aber ebensowenig ausschlie\u00dflich vom Kreationismus aus beantworten kann, und man mit anderen Worten das eine durch das andere befruchten wollen w\u00fcrde \u2013 ebenso entsteht auch die Gewahrwerdung, dass es zwischen der ohnm\u00e4chtigen Vorstellung eines dem Menschen gleichenden Gottes und dem Verbot jedes Versuches, auf eine andere Weise zu Ahnungen vom G\u00f6ttlichen zu kommen, eine lebendige Mitte geben muss.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4443,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7253","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7253","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7253"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7253\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8198,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7253\/revisions\/8198"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7253"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7253"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7253"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}