{"id":7254,"date":"2017-08-16T00:00:00","date_gmt":"2017-08-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/aristoteles-durch-fichte-ergaenzt\/"},"modified":"2025-04-11T12:51:42","modified_gmt":"2025-04-11T10:51:42","slug":"aristoteles-durch-fichte-ergaenzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/aristoteles-durch-fichte-ergaenzt\/","title":{"rendered":"Aristoteles durch Fichte erg\u00e4nzt"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2><span style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" data-mce-type=\"bookmark\" class=\"mce_SELRES_start\"><\/span>'Aristoteles kann hier durch Fichte erg\u00e4nzt werden. Im Sinne des Aristoteles kann man zun\u00e4chst zu der Formel kommen: Alles, was um uns herum ist, auch das, was unsichtbaren Welten angeh\u00f6rt, macht es notwendig, da\u00df wir dem Formalen der Wirklichkeit ein Materielles entgegensetzen. F\u00fcr Aristoteles ist nun der Gottesbegriff eine reine Aktualit\u00e4t, ein reiner Akt, das hei\u00dft, ein solcher Akt, bei dem die Aktualit\u00e4t, also die Formgebung, zugleich die Kraft hat, ihre eigene Wirklichkeit hervorzubringen, nicht etwas zu sein, dem die Materie entgegensteht, sondern etwas, das in ihrer reinen T\u00e4tigkeit zugleich selbst die volle Wirklichkeit ist.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/8a8fad164980e4a1004047d0fbeed910.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nIm Aufsatz &#8218;Philosophie und Anthroposophie&#8216; von Rudolf Steiner finden wir den folgenden Text:<\/p>\n<p>&#8218;Aristoteles kann hier durch Fichte erg\u00e4nzt werden. Im Sinne des Aristoteles kann man zun\u00e4chst zu der Formel kommen: Alles, was um uns herum ist, auch das, was unsichtbaren Welten angeh\u00f6rt, macht es notwendig, da\u00df wir dem Formalen der Wirklichkeit ein Materielles entgegensetzen. F\u00fcr Aristoteles ist nun der Gottesbegriff eine reine Aktualit\u00e4t, ein reiner Akt, das hei\u00dft, ein solcher Akt, bei dem die Aktualit\u00e4t, also die Formgebung, zugleich die Kraft hat, ihre eigene Wirklichkeit hervorzubringen, nicht etwas zu sein, dem die Materie entgegensteht, sondern etwas, das in ihrer reinen T\u00e4tigkeit zugleich selbst die volle Wirklichkeit ist.<\/p>\n<p>Das Abbild dieser reinen Aktualit\u00e4t findet sich nun im Menschen selbst, wenn er aus dem reinen Denken heraus zu dem Begriff des \u00abIch\u00bb kommt. Da ist er im Ich bei etwas, was Fichte als Tathandlung bezeichnet. Er kommt in seinem Innern zu etwas, das, indem es in Aktualit\u00e4t lebt, zugleich mit dieser Aktualit\u00e4t seine Materie mit hervorbringt. Wenn wir das Ich im reinen Gedanken fassen, dann sind wir in einem Zentrum, wo das reine Denken zugleich essentiell sein materielles Wesen hervorbringt. Wenn Sie das Ich im Denken fassen, so ist ein dreifaches Ich vorhanden: ein reines Ich, das zu den Universalien \u00abante rem\u00bb geh\u00f6rt, ein Ich, in dem Sie drinnen sind, das zu den Universalien \u00abin re\u00bb geh\u00f6rt, und ein Ich, das Sie begreifen, das zu den Universalien \u00abPost rem\u00bb geh\u00f6rt. Aber noch etwas ganz Besonderes ist hier: f\u00fcr das Ich verh\u00e4lt es sich so, da\u00df, wenn man sich zum wirklichen Erfassen des Ich auf-schwingt, diese drei \u00abIchs\u00bb zusammenfallen. Das Ich lebt in sich, indem es seinen reinen Begriff hervorbringt und im Begriff als Realit\u00e4t leben kann. F\u00fcr das Ich ist es nicht gleichg\u00fcltig, was das reine Denken tut, denn das reine Denken ist der Sch\u00f6pfer des Ich. Hier f\u00e4llt der Begriff des Sch\u00f6pferischen mit dem Materiellen zusammen, und man braucht nur einzusehen, da\u00df wir in allen anderen Erkenntnisprozessen zun\u00e4chst an eine Grenze sto\u00dfen, nur beim Ich nicht: dieses umfassen wir in seinem innersten Wesen, indem wir es im reinen Denken ergreifen.<\/p>\n<p>So l\u00e4\u00dft sich erkenntnistheoretisch der Satz fundamentieren, \u00abda\u00df auch im reinen Denken ein Punkt erreichbar ist, in dem Realit\u00e4t und Subjektivit\u00e4t sich v\u00f6llig ber\u00fchren, wo der Mensch die Realit\u00e4t erlebt\u00bb. Setzt er da ein und befruchtet er sein Denken so, da\u00df dieses Denken von da aus wiederum aus sich herauskommt, dann ergreift er die Dinge von innen. Es ist also in dem durch einen reinen Denkakt erfa\u00dften und damit zugleich geschaffenen Ich etwas vorhanden, durch das wir die Grenze durchdringen, die f\u00fcr alles andere zwischen Form und Materie gesetzt werden mu\u00df.<\/p>\n<p>Damit wird eine solche Erkenntnistheorie, die gr\u00fcndlich vorgeht, zu etwas, das auch im reinen Denken den Weg zeigt, in die Realit\u00e4t hinein zu gelangen. Geht man diesen Weg, so wird man schon finden, da\u00df man von da aus in die Anthroposophie hineinkommen mu\u00df. &#8218;(GA 35)<\/p>\n<p>Dieser Text scheint vielleicht schwierig zu erfassen. Aber durch die vorhergehenden Gedanken, in den vergangenen Wochen, sollten sie allm\u00e4hlich kristallklar werden k\u00f6nnen. In der n\u00e4chsten Woche werde ich einen Versuch wagen, diese Kristallklarheit zu beschreiben.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog171.jpg\" alt=\"Mieke Mosmuller\" width=\"254\" height=\"375\" \/><\/p>\n<p><em><strong>Aristoteles durch Fichte erg\u00e4nzt Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8218;Aristoteles kann hier durch Fichte erg\u00e4nzt werden. Im Sinne des Aristoteles kann man zun\u00e4chst zu der Formel kommen: Alles, was um uns herum ist, auch das, was unsichtbaren Welten angeh\u00f6rt, macht es notwendig, da\u00df wir dem Formalen der Wirklichkeit ein Materielles entgegensetzen. F\u00fcr Aristoteles ist nun der Gottesbegriff eine reine Aktualit\u00e4t, ein reiner Akt, das hei\u00dft, ein solcher Akt, bei dem die Aktualit\u00e4t, also die Formgebung, zugleich die Kraft hat, ihre eigene Wirklichkeit hervorzubringen, nicht etwas zu sein, dem die Materie entgegensteht, sondern etwas, das in ihrer reinen T\u00e4tigkeit zugleich selbst die volle Wirklichkeit ist.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4629,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7254","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7254"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7254\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7964,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7254\/revisions\/7964"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4629"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}