{"id":7260,"date":"2018-01-17T00:00:00","date_gmt":"2018-01-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/eine-praelude-zur-anthroposophie\/"},"modified":"2025-04-10T13:08:10","modified_gmt":"2025-04-10T11:08:10","slug":"eine-praelude-zur-anthroposophie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/eine-praelude-zur-anthroposophie\/","title":{"rendered":"Eine Pr\u00e4lude zur Anthroposophie"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>'Die Anthropologie hat zu ihrem letzten Ziele gr\u00fcndliche Selbsterkenntnis des Menschen, welche nur in der ersch\u00f6pfenden Anerkennung des Geistes liegt. Sie wird damit zur 'Anthroposophie' erhoben.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/9da59cf8031bfad983a7f1075caffa32.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nAnthropologie. Die Lehre von der menschliche Seele. Immanuel Hermann Fichte, 1876<br \/>\nSchlussparagraph 265.<\/p>\n<p>&#8218;Die Anthropologie hat zu ihrem letzten Ziele gr\u00fcndliche Selbsterkenntnis des Menschen, welche nur in der ersch\u00f6pfenden Anerkennung des Geistes liegt. Sie wird damit zur &#8218;Anthroposophie&#8216; erhoben. Wahrhaft gr\u00fcndlich oder ergr\u00fcndend aber, wie sich von allen Seiten erwiesen hat, kann der Menschengeist sich nicht erkennen, ohne eben damit der Gegenwart und Bew\u00e4hrung des g\u00f6ttlichen Geistes an ihm inne zu werden. Der allein gen\u00fcgende Standpunkt der Selbstbetrachtung ist es daher, das menschliche Selbst in dem an ihm hindurchschreitenden Wirken Gottes seine Wahrheit finden zu lassen. Indem der Mensch sich erfassen will, kann er sich nur in Gott erfassen. Denn das ist eben das greifliche Wunder, das offenbare Mysterium der g\u00f6ttlichen Gegenwart im Menschen, dass er, der durchaus endliche und versinnlichte, von einer begeisternden Macht ergriffen zu werden vermag, die ihn \u00fcber sich selbst erhebt und ihn in seiner sinnlichen Eigenwilligkeit vernichtend, eben damit doch seines eignen Wesens sicher macht. Dass Gott sei und dass er in uns wirke, ist kein abstract verblasstes, hypothetisches Philosophem; es ist eine Tatsache, welche in jeder begeisterten, die Schranken der Selbstsucht \u00fcberwindenden Erkenntnis- und Willensthat uns entgegentritt, die mitten in der Welt der Endlichkeit und Menschenschw\u00e4che ein mehr als Menschliches uns vor Augen stellt. Und dies ist auch der Gipfel des philosophischen Beweises; denn jene geistige, heiligende Macht in uns haben wir eben auch philosophisch Gott zu nennen.<\/p>\n<p>So vermag endlich die Anthroposophie nur in Theosophie ihren letzten Abschluss und Halt zu finden. So gewiss wir sind, sind Gott und wir in ihm. So gewiss wir Geister sind, ist Gott der h\u00f6chste Geist; denn wir geisten und denken in ihm. Gott ist der heilige Wille; denn was wir Heiliges (Vollkommenes) wollen, ist seine Willenskraft in uns. Gott ist die h\u00f6chste Liebe; denn wir lieben in ihm: uns wechselseitig und ihn. Dadurch ist aber der Mensch nicht blos f\u00fcr die Wissenschaft gedeutet, sondern eben weil hiermit die Wissenschaft aufgeh\u00f6rt hat, ein blos Abstractes, an sich Unverst\u00e4ndliches zu lehren, ist er auch pers\u00f6nlich sich klar geworden: die rastlose Sehnsucht, der ungel\u00f6ste Zwiespalt, der ihn unverstanden umhertreibt, ist v\u00f6llig ihm gedeutet und geheilt. Seine Liebe, der Grundtrieb seines Wesens, hat jetzt den wahren, standhaltenden Gegenstand, sein Wollen das rechte Quietiv erhalten, nicht zwar um thatenlos in sich zu ruhen, sondern in eigener Selbstlosigkeit, aber von g\u00f6ttlicher Begeisterung getragen, in Betrachtung wie in Handeln nur Ewiges anzustreben und zu vollbringen. Damit schwindet ihm auch der letzte versinnlichende Irrthum: die falsche Liebe des Zeitlichen und die Todesfurcht. Jene falsche Zeit und leere Dehnung, welche das Erdbewusstsein ihm vorh\u00e4lt, wird thatkr\u00e4ftig von ihm \u00fcberwunden; denn fortan ist er gewiss, ohne alle Schw\u00e4rmerei oder unklare \u00dcberschw\u00e4nglichkeit, in der innerlich gef\u00fchlten und gewussten Welt des Ewigen zu leben.&#8216;<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog193.jpg\" alt=\"Mieke Mosmuller\" width=\"224\" height=\"275\" \/><br \/>\nImmanuel Hermann Fichte. Jena, 18. Juli 1797 &#8211; Stuttgart, 8. August 1879<em><strong>Eine Pr\u00e4lude zur Anthroposophie Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8218;Die Anthropologie hat zu ihrem letzten Ziele gr\u00fcndliche Selbsterkenntnis des Menschen, welche nur in der ersch\u00f6pfenden Anerkennung des Geistes liegt. Sie wird damit zur &#8218;Anthroposophie&#8216; erhoben. 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