{"id":7269,"date":"2014-09-17T00:00:00","date_gmt":"2014-09-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/zarathustra\/"},"modified":"2025-04-22T14:05:43","modified_gmt":"2025-04-22T12:05:43","slug":"zarathustra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/zarathustra\/","title":{"rendered":"Zarathustra"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>In der alten religi\u00f6sen \u00dcberlieferung vieler V\u00f6lker finden wir, wie  diese den Menschen als ein g\u00f6ttlich-geistiges Wesen sahen und noch immer  sehen, welches in aller Vollkommenheit schon am Anfang der Sch\u00f6pfung  existierte, als \u201cIdee Gottes\u201d. Dieser universale Mensch muss dann im  Laufe der Entwicklung zu dem werden, als der er urspr\u00fcnglich gedacht  war: ein freier, weiser, fachkundiger, liebevoller \u201aHomo universalis\u2019,  der zu einer objektiven Selbsterkenntnis gekommen ist. Um zu dieser  Verwirklichung zu kommen, m\u00fcssen die b\u00f6sen M\u00e4chte, die sich diesem Ideal  entgegengestellt haben und den Menschen daran hindern wollen, es zu  erreichen, \u00fcberwunden werden. In Krishna sahen wir den m\u00e4chtigen  \u201aGottmenschen\u2019. Sp\u00e4ter in der Geschichte tritt ein gro\u00dfer Lehrer und  Prophet inmitten des persischen Volkes auf, Zarathustra. In seiner Lehre  finden wir sowohl einen Dualismus als auch einen Mo<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/6b2b381c85ddbe1d087f01d96aa6e528.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nIn der alten religi\u00f6sen \u00dcberlieferung vieler V\u00f6lker finden wir, wie diese den Menschen als ein g\u00f6ttlich-geistiges Wesen sahen und noch immer sehen, welches in aller Vollkommenheit schon am Anfang der Sch\u00f6pfung existierte, als \u201cIdee Gottes\u201d. Dieser universale Mensch muss dann im Laufe der Entwicklung zu dem werden, als der er urspr\u00fcnglich gedacht war: ein freier, weiser, fachkundiger, liebevoller \u201aHomo universalis\u2019, der zu einer objektiven Selbsterkenntnis gekommen ist. Um zu dieser Verwirklichung zu kommen, m\u00fcssen die b\u00f6sen M\u00e4chte, die sich diesem Ideal entgegengestellt haben und den Menschen daran hindern wollen, es zu erreichen, \u00fcberwunden werden. In Krishna sahen wir den m\u00e4chtigen \u201aGottmenschen\u2019. Sp\u00e4ter in der Geschichte tritt ein gro\u00dfer Lehrer und Prophet inmitten des persischen Volkes auf, Zarathustra. In seiner Lehre finden wir sowohl einen Dualismus als auch einen Monismus, in dem alle Dualit\u00e4t aufgehoben ist.<br \/>\nDie exakten Daten seines Lebens sind nicht bekannt, es gibt Quellen, die es in die Zeit um 1000 vor Christus versetzen, aber auch etwa in das 7. Jahrhundert vor Christus.<\/p>\n<p>In der esoterischen Tradition wird die wirkliche, urspr\u00fcngliche Inkarnation Zarathustras viel fr\u00fcher gesehen, n\u00e4mlich f\u00fcnf- bis sechstausend Jahre vor Christus. Die sp\u00e4tere bekannte Inkarnation Zarathustras muss dann als eine schw\u00e4chere Wiederholung der urspr\u00fcnglichen Gr\u00f6\u00dfe betrachtet werden. In der urspr\u00fcnglichen Lehre brachte Zarathustra der Menschheit die Einsicht, dass die Natur die Neigung in sich tr\u00e4gt, alles allm\u00e4hlich auf einen niedereren Plan zu bringen. Eine langsame Dekadenz kommt aus den Kr\u00e4ften der Natur heraus zustande. Damit ist ein Wesen verbunden, das \u201aAhriman\u2019 genannt wird. Doch der Mensch tr\u00e4gt in sich eine Kraft, um gerade in sich selbst immer h\u00f6here Stufen zu erreichen, und w\u00e4hrend er dies tut, bringt er auch die Natur auf einen h\u00f6heren Plan. So kann er das wilde Tier zum Beispiel von seiner Wildheit befreien. Dieses Verm\u00f6gen kommt auch von einem Wesen, das von Zarathustra \u201aGro\u00dfe Aura\u2019 genannt wird, Ahura Mazdao. Der Mensch ist in diesen Dualismus hineinversetzt.<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr den Eingeweihten gibt es zugleich die Lehre des Monismus. In ihr vereinigen sich alle Gegens\u00e4tze in Harmonie, die es auch f\u00fcr den Dualismus schon gab. Diese Harmonisierung wurde in der Erscheinung \u201aZeit\u2019 ausgebildet. Zeit scheint eine durchgehende Linie zu sein, doch das ist nicht das, was Zeit wirklich ist. Die unerschaffene Zeit ist Zaruana Akarana. In der Mathematik kennen wir das Wesen der Geraden als einen Kreis mit einem unendlichen Radius. Die Enden der Geraden finden zu einem Kreis zusammen. F\u00fcr den Verstand ist dies undenkbar. Sobald eine Gerade eine leichte Kr\u00fcmmung hat, kann der Verstand sich vorstellen, dass es ein Teil eines enormen Kreises ist. Doch der unendliche Radius eines Kreises ist nur f\u00fcr das Undenkbare zu fassen.<br \/>\nAus der Zeit der bekannten Inkarnation Zarathustras um 600 vor Christus stammen Texte, die wundersch\u00f6n sind. Es sind unter anderem die Gathas von Zarathustra. Wenn wir versuchen, mit diesen Texten mitzudenken und mitzuf\u00fchlen, dann k\u00f6nnen wir die Disziplin empfinden, die n\u00f6tig ist, um das Unterscheidungsverm\u00f6gen in einem Gebiet zu bewahren, das so viele geistig-seelischen Unterscheidungen umfasst. Ich zitiere die ersten f\u00fcnf Verse aus Yasna 28.<\/p>\n<p>Yasna 28<br \/>\n1. In tiefer Demut strecke ich meine H\u00e4nde aus nach Dir, o Mazda, Du bist ein Diamant mit vielen Facetten. Vor allem ist es Dein Heiliger Geist, der unsere Gedanken, Worte und Taten inspiriert. Dann gibt es Ihn, der der Tr\u00e4ger der kosmischen Ordnung ist, der Gleichgewicht und Gleichma\u00df in den unruhigen Strom unserer Gedanken bringt, der diesen Strom in das kristallene Meer der himmlischen Liebe m\u00fcnden l\u00e4sst. Bringe uns dorthin, o Herr, mich selbst und die mir anvertraute Erde.<br \/>\n2. Lehre mich, Dir zu dienen, Herr, und labe mich mit Deiner himmlischen Liebe, auf dass ich mit Hilfe dessen, der die kosmische Ordnung tr\u00e4gt, teilhabe an beiden Reichen, der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Und gib, Herr, dass das Bewohnen beider Reiche dem Gl\u00e4ubigen zur Seligkeit gereiche.<br \/>\n3. Lass mich Dein Lob singen: Du Tr\u00e4ger der kosmischen Ordnung, Du himmlische Liebe, Du selbst, o Herr, und Ihr alle, auf die die g\u00f6ttliche Geneigtheit herniederstrahlt. Mit Euer aller Hilfe wird das Reich der ewigen Gerechtigkeit sich auf Erden Bahn brechen. Ihr gesegneten M\u00e4chte, wehrt nicht meinem Flehen um Beistand.<br \/>\n4. M\u00f6ge die Einheit zwischen der himmlischen Liebe und mir, der berufen ist, als Lehrer der Menschheit zu dienen, niemals verlorengehen. M\u00f6ge die liebevolle N\u00e4he des Herrn zu einer vollkommenen Harmonie f\u00fchren, einer Harmonie zwischen den Absichten des Herrn und meinen Taten. Und m\u00f6ge ich bis zum Ende meiner Tage ein lebendiger Zeuge dieser Harmonie sein.<br \/>\n5. Du Tr\u00e4ger der kosmischen Ordnung, sch\u00e4rfe meine Sinne, auf dass ich Dich schaue, auf dass ich die himmlische Geneigtheit f\u00fchle und die Stimme des Herrn h\u00f6re, der mich auf den Weg des Heils ruft.<\/p>\n<p>Wir erleben hier die Dreiheit des Heiligen Geistes, der Kosmischen Ordnung und der Himmlischen Liebe, die in jedem der \u201asegenwirkenden Unsterblichen\u2019, den Helfern Ahura Mazdaos, wirksam sind und durch das Gebet angerufen werden k\u00f6nnen. Dies sind die \u201aAmshaspands\u2019, sechs Genien, die von Zarathustra genannt werden. Es gibt noch weitere sechs, doch diese sind verborgen. Es sind die zw\u00f6lf lebendigen \u201aBegriffskategorien\u2019.<\/p>\n<p>Den ganzen Text findet man in \u201aDe Gatha&#8217;s van Zarathoestra\u2019, Ankh Hermes 1978. Eine Deutsche \u00dcbersetzung ist zu finden: http:\/\/www.thomas-linsner.de\/gathas.html<\/p>\n<p><a class=\"IMAGE\" title=\"Zarathustra\" href=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/Ashu_Zarathustra.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Ashu_Zarathustra_SMALL.jpg\" alt=\"Zarathustra\" \/><\/a><br \/>\n<span class=\"P\">Zarathustra vor K\u00f6nig Vishtaspa (Shah Goshtasp).<\/span><em><strong>Zarathustra Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der esoterischen Tradition wird die wirkliche, urspr\u00fcngliche Inkarnation Zarathustras viel fr\u00fcher gesehen, n\u00e4mlich f\u00fcnf- bis sechstausend Jahre vor Christus. Die sp\u00e4tere bekannte Inkarnation Zarathustras muss dann als eine schw\u00e4chere Wiederholung der urspr\u00fcnglichen Gr\u00f6\u00dfe betrachtet werden. In der urspr\u00fcnglichen Lehre brachte Zarathustra der Menschheit die Einsicht, dass die Natur die Neigung in sich tr\u00e4gt, alles allm\u00e4hlich auf einen niedereren Plan zu bringen. Eine langsame Dekadenz kommt aus den Kr\u00e4ften der Natur heraus zustande. Damit ist ein Wesen verbunden, das \u201aAhriman\u2019 genannt wird. Doch der Mensch tr\u00e4gt in sich eine Kraft, um gerade in sich selbst immer h\u00f6here Stufen zu erreichen, und w\u00e4hrend er dies tut, bringt er auch die Natur auf einen h\u00f6heren Plan. So kann er das wilde Tier zum Beispiel von seiner Wildheit befreien. Dieses Verm\u00f6gen kommt auch von einem Wesen, das von Zarathustra \u201aGro\u00dfe Aura\u2019 genannt wird, Ahura Mazdao. Der Mensch ist in diesen Dualismus hineinversetzt.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4437,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7269","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7269","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7269"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7269\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8185,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7269\/revisions\/8185"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7269"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7269"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}