{"id":7288,"date":"2014-05-19T00:00:00","date_gmt":"2014-05-18T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/das-wagnis-des-selbststaendigen-denkens\/"},"modified":"2025-04-22T16:44:59","modified_gmt":"2025-04-22T14:44:59","slug":"das-wagnis-des-selbststaendigen-denkens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/das-wagnis-des-selbststaendigen-denkens\/","title":{"rendered":"Das Wagnis des selbstst\u00e4ndigen Denkens"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2><span style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" data-mce-type=\"bookmark\" class=\"mce_SELRES_start\"><\/span>Die Wissenschaft ist die Quelle, bei der wir zu Rate gehen, wenn wir  Einsicht in unsere ersten und letzten Fragen gewinnen wollen. In der  Evolutionstheorie finden wir unsere Frage: was ist der Mensch?  ausf\u00fchrlich behandelt. Wir nehmen ihren Inhalt an, denn was Wissenschaft  ist, ist bewiesen.   Aber wir k\u00f6nnen nat\u00fcrlich auch einmal einen  Abstecher machen. Wir brauchen nicht nur am G\u00e4ngelband der Wissenschaft  zu laufen, wir k\u00f6nnen auch einmal wagen, selbst zu denken.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/1a73e22b8be3454a1a894ad8615407c4.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nDie Wissenschaft ist die Quelle, bei der wir zu Rate gehen, wenn wir Einsicht in unsere ersten und letzten Fragen gewinnen wollen. In der Evolutionstheorie finden wir unsere Frage: was ist der Mensch? ausf\u00fchrlich behandelt. Wir nehmen ihren Inhalt an, denn was Wissenschaft ist, ist bewiesen.<\/p>\n<p>Aber wir k\u00f6nnen nat\u00fcrlich auch einmal einen Abstecher machen. Wir brauchen nicht nur am G\u00e4ngelband der Wissenschaft zu laufen, wir k\u00f6nnen auch einmal wagen, selbst zu denken. Wir wollen mit diesem Selbst-<em><strong>Denken <\/strong><\/em>einmal die Evolutionstheorie bedenken. Das Erste, was dann auf einmal auff\u00e4llt, ist das Wort \u201cTheorie\u201d. Nat\u00fcrlich, es muss eine Theorie sein, denn kein Wissenschaftler kann sagen, dass er alle Stadien bewusst \u00fcberpr\u00fcfen h\u00e4tte k\u00f6nnen. Es ist zwar ein Schatz von Tatsachen vorhanden, Skelettreste aus der Urzeit, aber auch die Tierarten, die jetzt noch in der Natur leben. Darin ist eine Entwicklung zu erkennen, die darauf hindeutet, dass eine Evolution stattgefunden hat \u2013 und diese muss dann noch immer stattfinden. Aber die exakte Deutung aller Tatsachen bildet dennoch eine Theorie, es ist keine Sicherheit. Es kann immer sein, dass der Mensch kardinale Interpretationsfehler macht, die, wenn sie erkannt werden w\u00fcrden, der g\u00e4ngigen Theorie den Boden unter den F\u00fc\u00dfen entziehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es ist ein Experiment, einmal etwas anderes zu denken als das, was die Theorie vorschreibt \u2013 auf unserer Suche nach dem Wesen des Menschen. Wir wollen den Menschen einmal als die h\u00f6chste Tierart betrachten. Wir sehen nebeneinander den Affen \u2013 der noch \u00fcberhaupt nicht ausgestorben ist \u2013, denn den Vorg\u00e4nger des Menschen, zum Beispiel den Neanderthaler \u2013 dieser ist ausgestorben \u2013 und dann den Homo sapiens.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Das Wagnis des selbstst\u00e4ndigen Denkens\" src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/Neanderthaler_mens.jpg\" alt=\"Das Wagnis des selbstst\u00e4ndigen Denkens\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Das Wagnis des selbstst\u00e4ndigen Denkens\" src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/Skelet.jpg\" alt=\"Das Wagnis des selbstst\u00e4ndigen Denkens\" \/><br \/>\n<span class=\"P\">Skelett von Neanderthaler und Mensch<\/span><\/p>\n<p>Visuell gesehen scheint kein Zweifel an der Theorie der Evolution bestehen zu k\u00f6nnen. Aber man kann auch einmal sein Denken gebrauchen, um einmal ohne Vorurteil zu schauen, was man nun eigentlich sieht. Dann sieht man, dass die Gestalt des Affen sich gleichsam nach oben ausgestreckt hat; dass sich damit zusammenh\u00e4ngend die Schnauze zu einem weiter zur\u00fcck liegenden Ober- und Unterkiefer zur\u00fcckgezogen hat, dass die Stirn hoch geworden ist und dass eine Balance von Leichte in den H\u00fcften entstanden ist. Die Arme sind im Verh\u00e4ltnis k\u00fcrzer, die Beine l\u00e4nger geworden. Die Arme haben ihre St\u00fctzfunktion verloren und sind frei zum Handeln geworden.<br \/>\nMan kann auf diese Weise lernen, denkend zu sehen \u2013 oder anschauend zu denken. Man bewegt sich gleichsam mit der Gestaltver\u00e4nderung mit, und dadurch beginnt man, die Ver\u00e4nderung auch zu f\u00fchlen. Man erlebt, wie der Affe noch ganz in der Horizontalen lebt, auch wenn der bereits etwas mehr aufgerichtet ist als die anderen Tiere. Der Mensch lebt in der Vertikalen, lebt dadurch in der \u00dcbersicht. Das ist kein theoretischer Gedanke, es sind Erlebnisse, denen ebensowenig widersprochen werden kann wie dem Erlebnis von Wasser auf der Haut oder der Positionsver\u00e4nderung, wenn man morgens aus dem Bett steigt. Man sieht mit dem Denken, dass der Mensch eine andere Position in der Wald einnimmt als der Affe \u2013 und dass auch der Neanderthaler dies schon hatte, wenn auch noch weniger verfeinert. Ein Mensch hat \u00dcbersicht, das sieht man in seiner Positionsver\u00e4nderung, an die sich die ganze Gestalt angepasst hat. Die Gestalt zeigt das Verm\u00f6gen, zu sprechen und zu denken. Dies erscheint absolut nicht als allm\u00e4hliche Ver\u00e4nderung, sondern als ein Sprung.<\/p>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich keine Kunst, alledem zu widersprechen und es zu kritisieren. Das kann ich selbst auch. Viel mehr ist es eine Kunst, einmal zu versuchen, selbst denkend zu sehen oder anschauend zu denken. Das ist ein Wagnis, denn es ist ungewohnt. Aber es kann bei diesem Wagnis nichts anderes geschehen, als dass man seinen Standpunkt verliert \u2013 und von neuem finden muss. So k\u00f6nnte man auch einmal das untenstehende Experiment machen: Drei Stadien in der embryonalen und fetalen Entwicklung f\u00fcr acht Lebewesen. Man vollziehe sie einmal mit seinem sehenden Denken mit \u2013 und wundere sich \u00fcber den Menschen&#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Das Wagnis des selbstst\u00e4ndigen Denkens\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Neanderthaler_mens.jpg\" alt=\"Das Wagnis des selbstst\u00e4ndigen Denkens\" \/><br \/>\n<span class=\"P\">Zeichnung von Haeckel<\/span><em><strong>Das Wagnis des selbstst\u00e4ndigen Denkens Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aber wir k\u00f6nnen nat\u00fcrlich auch einmal einen Abstecher machen. Wir brauchen nicht nur am G\u00e4ngelband der Wissenschaft zu laufen, wir k\u00f6nnen auch einmal wagen, selbst zu denken. Wir wollen mit diesem Selbst-Denken einmal die Evolutionstheorie bedenken. Das Erste, was dann auf einmal auff\u00e4llt, ist das Wort \u201cTheorie\u201d. Nat\u00fcrlich, es muss eine Theorie sein, denn kein Wissenschaftler kann sagen, dass er alle Stadien bewusst \u00fcberpr\u00fcfen h\u00e4tte k\u00f6nnen. Es ist zwar ein Schatz von Tatsachen vorhanden, Skelettreste aus der Urzeit, aber auch die Tierarten, die jetzt noch in der Natur leben. Darin ist eine Entwicklung zu erkennen, die darauf hindeutet, dass eine Evolution stattgefunden hat \u2013 und diese muss dann noch immer stattfinden. Aber die exakte Deutung aller Tatsachen bildet dennoch eine Theorie, es ist keine Sicherheit. 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