{"id":7295,"date":"2016-01-20T00:00:00","date_gmt":"2016-01-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/das-boese-in-der-bhagavad-gita\/"},"modified":"2025-04-14T12:23:59","modified_gmt":"2025-04-14T10:23:59","slug":"das-boese-in-der-bhagavad-gita","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/das-boese-in-der-bhagavad-gita\/","title":{"rendered":"Das B\u00f6se in der Bhagavad Gita"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>'Wir leben in der Beste aller m\u00f6glichen Welten, die in unserer Zeit m\u00f6glich sind...'  Aber  diese beste aller m\u00f6glichen Welten muss auch ein Resultat der  Ingredienzien sein. Was wir als ,Welt\u2019 erleben, hat viel mit dem zu tun,  was die Menschen in dieser Welt wirklich tun. Wenn wir die Auffassung  haben, dass Menschen unfrei und ganz von Gott gef\u00fchrt sind, dann k\u00f6nnen  wir eine Welt wahrnehmen, die die beste aller m\u00f6glichen Welten ist \u2013  obwohl nicht perfekt in unserem menschlichen Sinne; wir erleben die Welt  nicht als perfekt, weil es viel Leiden und auch viel B\u00f6ses gibt. Wenn  wir aber den Menschen als ein Wesen betrachten, das auch aus freiem  Willen handeln kann, wenn er zum Beispiel ganz durchschaut, was seine  Motive sind, dann muss Gott diese Welt als die beste aller m\u00f6glichen  Welten gestalten, w\u00e4hrend er mit diesen freien menschlichen Taten zu tun  hat. Wir k\u00f6nnten uns vorstellen, dass Er alle m\u00f6gli<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/604ed066967f77370f66d6d0ccbfe59d.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\n&#8218;Wir leben in der Beste aller m\u00f6glichen Welten, die in unserer Zeit m\u00f6glich sind&#8230;&#8216;<\/p>\n<p>Aber diese beste aller m\u00f6glichen Welten muss auch ein Resultat der Ingredienzien sein. Was wir als ,Welt\u2019 erleben, hat viel mit dem zu tun, was die Menschen in dieser Welt wirklich tun. Wenn wir die Auffassung haben, dass Menschen unfrei und ganz von Gott gef\u00fchrt sind, dann k\u00f6nnen wir eine Welt wahrnehmen, die die beste aller m\u00f6glichen Welten ist \u2013 obwohl nicht perfekt in unserem menschlichen Sinne; wir erleben die Welt nicht als perfekt, weil es viel Leiden und auch viel B\u00f6ses gibt. Wenn wir aber den Menschen als ein Wesen betrachten, das auch aus freiem Willen handeln kann, wenn er zum Beispiel ganz durchschaut, was seine Motive sind, dann muss Gott diese Welt als die beste aller m\u00f6glichen Welten gestalten, w\u00e4hrend er mit diesen freien menschlichen Taten zu tun hat. Wir k\u00f6nnten uns vorstellen, dass Er alle m\u00f6glichen Varianten in seinem g\u00f6ttlichen Geist tr\u00e4gt und dass auf diese Weise die Welt noch immer die beste aller m\u00f6glichen Welten ist.<\/p>\n<p>Es ist interessant, verschiedene Religionen und Philosophien in Bezug auf ihre Auffassung \u00fcber das B\u00f6se zu Rate zu ziehen. Wir werden dann letztlich bei den Gesichtspunkten der Anthroposophie ankommen.<\/p>\n<p>Zuerst ziehe ich die Bhagavad Gita zu Rate. Hier liegt das B\u00f6se ganz und gar in der menschlichen Seele, im menschlichen Wesen. Und wir bekommen den Eindruck, dass dieses menschliche Wesen zugleich die M\u00f6glichkeit hat, sich in die Richtung des Reinen und des Guten zu entwickeln. Im 14. Kapitel wird gesagt:<\/p>\n<p>Die drei aus der Natur (prakrti) entstandenen Erscheinungsweisen (guna), G\u00fcte (sattva), Leidenschaft (rajas) und T\u00e4tigkeit (tamas) halten, o Starkarmiger (Arjuna), den unverg\u00e4nglichen K\u00f6rperbewohner im K\u00f6rper festgebunden. (14.05)<br \/>\nUnter diesen ruft die G\u00fcte (sattva), da sie rein ist, Erleuchtung und Leidlosigkeit hervor. Sie bindet durch Hangen am Gl\u00fcck und durch Hangen am Wissen, o Schuldloser. (14.06)<br \/>\nDie Leidenschaft (rajas), wisse, besitzt des Wesen der Anziehung und entspringt aus Begehren und Anh\u00e4nglichkeit. Durch Hangen an dem Werke bindet sie, o Sohn der Kunt\u00ee (Arjuna), den Verk\u00f6rperten fest. (14.07)<br \/>\nAber die Tr\u00e4gheit (tamas), wisse, ist aus der Unwissenheit geboren und verblendet alle verk\u00f6rperten Wesen. Sie bindet, o Bh\u00e2rata (Arjuna), indem (sie die Eigenschaften) der Nachl\u00e4ssigkeit, der Faulheit und des Schlafes (zur Entfaltung bringt). (14.08)<br \/>\nG\u00fcte verhaftet (den Menschen) an das Gl\u00fcck, Leidenschaft an das Handeln, aber die das Wissen verh\u00fcllende Tr\u00e4gheit, o Bh\u00e2rata (Arjuna), verhaftet den Menschen an die Nachl\u00e4ssigkeit. (14.09)<br \/>\nG\u00fcte herrscht vor, wenn diese, o Bh\u00e2rata (Arjuna), die Leidenschaft und die Tr\u00e4gheit \u00fcberw\u00e4ltigt, Leidenschaft herrscht vor, (wenn diese) die G\u00fcte und die Tr\u00e4gheit (\u00fcberw\u00e4ltigt), und ebenso herrscht Tr\u00e4gheit vor, (wenn diese) die G\u00fcte und die Leidenschaft (\u00fcberw\u00e4ltigt). (14.10)<br \/>\nWenn in alle Tore des K\u00f6rpers das Licht des Wissens einstr\u00f6mt, dann m\u00f6ge man wissen, da\u00df die G\u00fcte zugenommen hat. (14.11)<br \/>\nGier, Betriebsamkeit, Unternehmung von Werken, Unruhe und Begehren: diese erheben sich, wenn, o bester der Bharatas (Arjuna), das rajas zunimmt. (14.12)<br \/>\nNicht-Erleuchtung, Unt\u00e4tigkeit, Nachl\u00e4ssigkeit und reine Verblendung: diese entstehen, wenn, o Freude der Kurus (Arjuna), die Tr\u00e4gheit zunimmt. (14.13)<br \/>\nWenn die verk\u00f6rperte Seele zur Aufl\u00f6sung gelangt, w\u00e4hrend die G\u00fcte vorherrscht, geht sie in die reinen Welten derjenigen ein, die das H\u00f6chste wissen. (14.14)<br \/>\nWenn sie zur Aufl\u00f6sung gelangt, w\u00e4hrend die Leidenschaft vorherrscht, wird sie unter Werkfreudigen wiedergeboren; wenn sie sich aufl\u00f6st, w\u00e4hrend die Tr\u00e4gheit vorherrscht, wird sie in den Muttersch\u00f6\u00dfen der Verblendeten wiedergeboren. (14.15)<br \/>\nDie Frucht guter Handlung gilt als g\u00fcte-artig und rein; die Frucht der Leidenschaft ist Leiden, die Frucht der Tr\u00e4gheit ist Unwissen. (14.16)<br \/>\nAus G\u00fcte entsteht Wissen, und aus Leidenschaft entsteht Begierde; Nachl\u00e4ssigkeit und Irrtum, ebenso auch Unwissenheit, entstehen aus der Tr\u00e4gheit. (14.17)<br \/>\nDie in der G\u00fcte gegr\u00fcndet sind, steigen empor; die Leidenschaftsvollen verbleiben in den mittleren (Bereichen); die Tr\u00e4gen, die in das Geschehen der niedrigsten Erscheinungsweise getaucht sind, sinken nach unten. (14.18\/19)<br \/>\nWenn der Betrachter keinen anderen T\u00e4ter als die Erscheinungsweisen wahrnimmt und auch jenes kennt, was hinter den Erscheinungsweisen liegt, gelangt er zu meinem Sein. (14.20)<br \/>\nErhebt sich die Seele \u00fcber diese drei aus dem K\u00f6rper entspringenden Erscheinungsweisen, so wird sie von Geburt, Tod, Alter und Leiden befreit und erlangt ewiges Leben. (14.21)<br \/>\n(Arjuna sagte: Durch welche Merkmale, o Herr, ist einer gekennzeichnet, welcher sich \u00fcber die drei Erscheinungsweisen erhoben hat? Welcher Art ist sein Leben? Wie gelangt er \u00fcber die drei Erscheinungsweisen hinaus? (14.22)<br \/>\nDer Erhabene sagte: Wer, o P\u00e2ndava (Arjuna), Erleuchtung, T\u00e4tigkeit und Verblendung nicht verabscheut, wenn sie eintreten, noch nach ihnen begehrt, wenn sie aufh\u00f6ren, wer wie ein Gleichg\u00fcltiger dasitzt, von den Erscheinungsweisen ungest\u00f6rt, wer abseits steht, ohne zu schwanken, wissend, da\u00df es nur die Erscheinungsweisen sind, welche handeln, (14.23- 24)<br \/>\nWer Schmerz und Freude f\u00fcr gleich erachtet, in seinem eigenen Selbst wohnt, wer einen Erdklumpen, einen Stein, ein St\u00fcck Gold, als gleichwertig ansieht, wer bei Angenehmem und Unangenehmem derselbe bleibt, starken Sinnes ist, Tadel und Lob f\u00fcr einerlei h\u00e4lt, wer in Ehre und Unehre derselbe bleibt, derselbe gegen Freude und Feinde, wer alle Unternehmungen aufgegeben hat, der gilt als einer, der sich \u00fcber die Erscheinungsweisen erhoben hat. (14.25-26)<br \/>\nWer mir mit unersch\u00fctterlicher, liebender Hingabe dient, erhebt sich \u00fcber die drei Erscheinungsweisen; er ist tauglich, zum Brahman zu werden.) (14.27)<\/p>\n<p>Sattva ist die h\u00f6chste Qualit\u00e4t der Seele, ist jedoch nicht die absolute Gl\u00fcckseligkeit. Diese wird erst erreicht, indem diese drei Gunas \u00fcberstiegen werden. Die Sorgen, die zum Erdenleben geh\u00f6ren, werden alle \u00fcberwunden, auch Sattva, und es wird ein Zustand erreicht, wo der Mensch im h\u00f6heren Selbst verweilt, unbewegt von den Gunas, unbewegt von allen Dingen und Prozessen auf Erden.<\/p>\n<p>Im 16. Kapitel wird die Trennung zwischen den g\u00f6ttlichen und den d\u00e4monischen Wesen beschrieben. Ich werde n\u00e4chste Woche dar\u00fcber schreiben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog90B.jpg\" alt=\"Das B\u00f6se in der Bhagavad Gita\" width=\"450\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/Blog90.jpg\" alt=\"Das B\u00f6se in der Bhagavad Gita\" width=\"450\" \/><em><strong>Das B\u00f6se in der Bhagavad Gita Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuerst ziehe ich die Bhagavad Gita zu Rate. Hier liegt das B\u00f6se ganz und gar in der menschlichen Seele, im menschlichen Wesen. Und wir bekommen den Eindruck, dass dieses menschliche Wesen zugleich die M\u00f6glichkeit hat, sich in die Richtung des Reinen und des Guten zu entwickeln. Im 14. 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