{"id":7301,"date":"2020-05-20T00:00:00","date_gmt":"2020-05-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/ungeziefer\/"},"modified":"2025-04-07T12:59:59","modified_gmt":"2025-04-07T10:59:59","slug":"ungeziefer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/ungeziefer\/","title":{"rendered":"Ungeziefer?"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Eines Tages (lange bevor ich gebeten wurde, eine Reihe von Seminaren zu diesem Thema in Br\u00fcgge zu geben) beschloss ich, f\u00fcr jede der zw\u00f6lf Weltanschauungen \u2013 so wie Rudolf Steiner sie in seinen Vortr\u00e4gen in GA 151, Der menschliche und der kosmische Gedanke, beschrieben hat \u2013 einen Roman zu schreiben mit einer Hauptperson, die in einer bestimmten Weltanschauung feststeckt und Johannes in einem gewissen Moment begegnet. 1999 erschien das erste Buch  De man in het Vondelpark  (Der Mann im Vondelpark), das dem Materialismus gewidmet ist. Ich habe die Weltanschauungen als Solche nicht erw\u00e4hnt, nur auf dem Einband durch Angabe des entsprechenden Tierkreiszeichens. Bis 2019 hatte ich sechs Romane geschrieben, das letzte Buch war  Himmlische Rose  im Jahr 2010. Damals begann meine Seminart\u00e4tigkeit, und ich konnte keine Ruhe mehr finden zur Fortsetzung der Reihe.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/77c31859abf36b699fff56081f2d35f5.jpg\" \/><\/a>\n\n--><\/p>\n<p>Es tut mir leid, dass ich diesmal mit einer gewissen Ironie schreibe. Es ist nicht immer vermeidbar. N\u00e4chstes Mal werde ich wieder einen anderen Weg einschlagen.<\/p>\n<p>Eines Tages (lange bevor ich gebeten wurde, eine Reihe von Seminaren zu diesem Thema in Br\u00fcgge zu geben) beschloss ich, f\u00fcr jede der zw\u00f6lf Weltanschauungen \u2013 so wie Rudolf Steiner sie in seinen Vortr\u00e4gen in GA 151, Der menschliche und der kosmische Gedanke, beschrieben hat \u2013 einen Roman zu schreiben mit einer Hauptperson, die in einer bestimmten Weltanschauung feststeckt und Johannes in einem gewissen Moment begegnet. 1999 erschien das erste Buch <em>De man in het Vondelpark<\/em> (Der Mann im Vondelpark), das dem Materialismus gewidmet ist. Ich habe die Weltanschauungen als Solche nicht erw\u00e4hnt, nur auf dem Einband durch Angabe des entsprechenden Tierkreiszeichens. Bis 2019 hatte ich sechs Romane geschrieben, das letzte Buch war <em>Himmlische Rose<\/em> im Jahr 2010. Damals begann meine Seminart\u00e4tigkeit, und ich konnte keine Ruhe mehr finden zur Fortsetzung der Reihe.<\/p>\n<p>Aber im Jahr 2019 kam die Bitte von verschiedenen Seiten, einen weiteren Roman zu schreiben, und ich w\u00e4hlte die Weltanschauung Mathematik, die Zwillinge. Ich bin es gewohnt, dass die meditative Vertiefung des Themas f\u00fcr einen Roman eine Person zum Vorschein bringt, die mich dann auf seinen\/ihren Weg mitnimmt. Nat\u00fcrlich schreibe ich selbst, aber es scheint immer ein bestimmtes Gesetz darin verborgen zu sein. So wurde also jetzt ein begabtes Kind geboren, das sich v\u00f6llig in den modernen Bereich der k\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) verrannt hat, obwohl es eigentlich ein ganz netter Kerl geworden ist, der mit seiner Freundin zusammenlebt, die das Dasein viel nuancierter betrachtet.<\/p>\n<p>Meine daf\u00fcr notwendigen Studien brachten mich zu der Idee der Singularit\u00e4t, die insbesondere von Ray Kurzweil vorgebracht wurde, der auch f\u00fcr seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der \u2013 urspr\u00fcnglich f\u00fcr Geh\u00f6rlose bestimmten \u2013 technischen Transformation von Sprache in Text bekannt ist. Inzwischen kann man sich dieser Technik bedienen, um Vortr\u00e4ge automatisch schreiben zu lassen \u2013 wobei ich selber immer noch eine Person bevorzuge, die diese Arbeit macht, weil das System phonetisch funktioniert aber die Gedanken nicht versteht\u2026<\/p>\n<p>Der Roman wurde zu einem Roman \u00fcber die Singularit\u00e4t und \u00fcber einen pers\u00f6nlichen Sieg der begabten Hauptperson \u00fcber sie. Aber auf dem Weg dorthin habe ich ein paar Dinge \u00fcber die k\u00fcnstliche Intelligenz erfahren und die Phase, in der sie schon Realit\u00e4t ist (auch wenn sie noch weit davon entfernt ist, ganz da zu sein), die Ziele und W\u00fcnsche kennengelernt.<\/p>\n<p>Was mich am meisten schockiert hat, ist die Verachtung f\u00fcr die Biologie und f\u00fcr das Leben selbst. Die KI gilt als unendlich besser als die biologische Intelligenz des Menschen, obwohl noch einige Schwachstellen zu \u00fcberwinden sind, um die KI so leistungsf\u00e4hig wie die menschliche zu machen, denn es gibt bestimmte Bereiche, in denen diese KI noch immer kl\u00e4glich versagt. Es besteht jedoch ein heftiger Wunsch nach der Unsterblichkeit der individuellen Intelligenz, und man hofft, dass es gelingt, eine Formel, einen Algorithmus f\u00fcr die individuelle Intelligenz zu finden, so dass der biologische K\u00f6rper nicht ben\u00f6tigt wird, um diese Intelligenz zum Funktionieren zu bringen. Dann kann man sterben und die Welt weiterhin mit seiner Intelligenz begl\u00fccken. Man sucht eifrig nach der Wirksamkeit des Gehirns, wie diese im Computer nachgeahmt werden kann. Weltweit wird viel menschliche Intelligenz und Geld f\u00fcr dieses Projekt eingesetzt, vor allem von Regierungen.<\/p>\n<p>Deshalb hat diese Coronakrise f\u00fcr mich eine besondere Bedeutung. Ich glaube nicht, dass ein Mann wie Bill Gates allein daf\u00fcr verantwortlich ist. Ich will auch gar nicht sagen, dass diese ganze Krise mit Absicht organisiert wurde \u2013 obwohl es sicher nicht unm\u00f6glich ist. Aber durch das Verst\u00e4ndnis des Prinzips der Singularit\u00e4t und des daraus resultierenden Trans- und Posthumanismus\u2018 ist mir sehr klar geworden, dass die Natur, das Leben, die Biologie, ein Existenzbereich ist, den man von der Idee der Singularit\u00e4t aus gesehen am liebsten loswerden m\u00f6chte. Man kann auch eine virtuelle Natur um sich herum haben, mit der man nach Belieben spielen, die Dinge kontrollieren, sich verwandeln, Sex mit einem virtuellen Partner haben kann (ich verstehe zwar noch nicht ganz, wie das ohne Biologie funktionieren soll); eine technische Welt, eine technische Intelligenz, eine F\u00fcllung des Kosmos mit dieser technischen Intelligenz und wenn m\u00f6glich durch die L\u00f6cher im Umkreis in andere m\u00f6gliche Welten hinein gehen: Ein Leben, in dem alle Gesetze, die biologisch-nat\u00fcrlich waren, nicht mehr gelten, und in dem auch die Naturgesetze in eine Singularit\u00e4t geraten. Hierbei k\u00f6nnen wir das Leben nicht gebrauchen, und ist der Mensch nur eine be\u00e4ngstigende biologische Unberechenbarkeit. Er kann sich einfach infizieren, und was noch schlimmer ist, er kann andere anstecken und der pers\u00f6nlichen Intelligenz ein Ende setzen (durch das Sterben), bevor es eine M\u00f6glichkeit gibt, ihn hochzuladen. Auf diese Weise wird der Mensch selbst zum Ungeziefer, dem man ausweichen und fernbleiben muss. Jeder einfach in seiner eigenen Atmosph\u00e4re zu Hause eingesperrt, das ist viel besser. Wir haben alles virtuell, sogar die Gesch\u00e4fte liefern per Internet, man muss nirgendwo hingehen, weil man alle Wunder der Welt um sich herum heraufbeschw\u00f6ren kann, sogar seine Mitmenschen per FaceTime oder Skype, und Google hat eine kostenlose &#8222;Meet&#8220;-M\u00f6glichkeit geschaffen, um sich virtuell zu treffen. Man braucht sich nicht den ekligen D\u00fcnsten oder dem Schmutz seiner Mitmenschen auszusetzen. Und wenn man sich dann doch nach drau\u00dfen auf diese unheimliche Stra\u00dfe begeben muss, hat man seine Maske (nicht zum Schutz der anderen Person, sondern zum Schutz f\u00fcr sich selbst) und einen Detektor in seinem Telefon, der zu muhen beginnt, wenn Gefahr droht.<\/p>\n<p>Der Mensch, ein Ungeziefer.<\/p>\n<p>Mittlerweile ist die Technik nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht perfekt, macht alle m\u00f6glichen Dinge, die man nicht tun will, versteht nicht im Geringsten, was man bei der Umwandlung von Sprache in Text gesagt hat, korrigiert das Richtige in das Falsche und so weiter. Aber es gibt auch einiges, was sehr praktisch und sehr clever ist.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte die ganze Technik gerne f\u00fcr das Leben und die Liebe aufgeben.<\/p>\n<p>Beim letzten Mal habe ich Louis Armstrong um Hilfe gebeten. Diesmal singt Edith Piaf \u00fcber die Liebe, vor allem die Tr\u00e4nen, die unvermeidlich sind. Auch k\u00f6rperliche Liebe besingt sie, wo man sich nahe kommt\u2026<\/p>\n<p><a title=\"Youtube\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0Kv6GYyi_4I\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0Kv6GYyi_4I<\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog316.jpg\" alt=\"Mieke Mosmuller\" \/><\/p>\n<p><em><strong>Ungeziefer? Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines Tages (lange bevor ich gebeten wurde, eine Reihe von Seminaren zu diesem Thema in Br\u00fcgge zu geben) beschloss ich, f\u00fcr jede der zw\u00f6lf Weltanschauungen \u2013 so wie Rudolf Steiner sie in seinen Vortr\u00e4gen in GA 151, Der menschliche und der kosmische Gedanke, beschrieben hat \u2013 einen Roman zu schreiben mit einer Hauptperson, die in einer bestimmten Weltanschauung feststeckt und Johannes in einem gewissen Moment begegnet. 1999 erschien das erste Buch De man in het Vondelpark (Der Mann im Vondelpark), das dem Materialismus gewidmet ist. Ich habe die Weltanschauungen als Solche nicht erw\u00e4hnt, nur auf dem Einband durch Angabe des entsprechenden Tierkreiszeichens. Bis 2019 hatte ich sechs Romane geschrieben, das letzte Buch war Himmlische Rose im Jahr 2010. 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