{"id":7324,"date":"2020-04-22T00:00:00","date_gmt":"2020-04-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/erleben\/"},"modified":"2025-04-08T16:07:51","modified_gmt":"2025-04-08T14:07:51","slug":"erleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/erleben\/","title":{"rendered":"Erleben"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>In Krisenzeiten muss man sich zumindest t\u00e4glich fragen, was eigentlich mit einem selbst geschieht. Ich meine, dass in der Welt viel passiert, das ist offensichtlich, aber man m\u00f6chte auch eine Beziehung dazu finden. Deshalb muss man auf die Ver\u00e4nderungen achten, die sich in dem eigenen Erleben vollziehen: Wo war ich gestern in meinem Erleben und wo bin ich jetzt? Man stellt diese Frage nicht, weil es so wichtig ist, dass man dieses oder jenes f\u00fchlt, erlebt, wei\u00df, weil es das eigene Urteil ist, das Urteil der anderen und so weiter, sondern weil bei einer ruhigen Betrachtung des eigenen inneren Zustands die gr\u00f6\u00dfte Chance besteht, dass ein R\u00e4tsel, in dem man sich befindet, gel\u00f6st wird. Wenn es richtig ist, wird jeder Mensch die gleiche L\u00f6sung finden, sei sie auch noch so individuell gef\u00e4rbt.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/f9b916752e8fb83ee9e4ee43e543ff25.jpg\" \/><\/a>\n\n--><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">In Krisenzeiten muss man sich zumindest t\u00e4glich fragen, was eigentlich mit einem selbst geschieht. Ich meine, dass in der Welt viel passiert, das ist offensichtlich, aber man m\u00f6chte auch eine Beziehung dazu finden. Deshalb muss man auf die Ver\u00e4nderungen achten, die sich in dem eigenen Erleben vollziehen: Wo war ich gestern in meinem Erleben und wo bin ich jetzt? Man stellt diese Frage nicht, weil es so wichtig ist, dass man dieses oder jenes f\u00fchlt, erlebt, wei\u00df, weil es das eigene Urteil ist, das Urteil der anderen und so weiter, sondern weil bei einer ruhigen Betrachtung des eigenen inneren Zustands die gr\u00f6\u00dfte Chance besteht, dass ein R\u00e4tsel, in dem man sich befindet, gel\u00f6st wird. Wenn es richtig ist, wird jeder Mensch die gleiche L\u00f6sung finden, sei sie auch noch so individuell gef\u00e4rbt.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Es wird gen\u00fcgend Informationen geben, aber was genau bedeuten all diese Informationen? Letzte Woche stellte ich die Frage nach der <\/span><span lang=\"de-DE\"><em>ersten Frage<\/em><\/span><span lang=\"de-DE\">, und nat\u00fcrlich stellte ich mir selbst die gleiche Frage. Es f\u00e4llt auf, dass in den Medien die Ernsthaftigkeit dieser Pandemie nicht in Frage gestellt wird. Es handelt sich um eine ernsthafte Pandemie, dar\u00fcber gibt es keine Diskussion. Wer dies dennoch tut, sieht sich bestenfalls mit heftiger Ablehnung konfrontiert \u2013 aber es kann auch weiter gehen, und in jedem Fall erscheint die Meinung nicht als eine Meinung, die in den Zeitungen ber\u00fccksichtigt werden sollte. Es ist ein merkw\u00fcrdiges Ph\u00e4nomen, dass man sich anscheinend nicht fragen sollte: Gibt es nicht eine \u00dcbertreibung im Umgang mit dieser Viruserkrankung? Die t\u00e4glichen Zahlen der Todesf\u00e4lle werden ungepr\u00fcft im Verh\u00e4ltnis zu anderen Todesraten weitergegeben, und wir werden durch alle diese Todesf\u00e4lle abgestumpft. Man sieht wohl einige sogenannte prominente Pers\u00f6nlichkeiten, die den Ernst dieser Pandemie nicht sehen wollen, oder die sie zwar sehen wollen, aber nicht die Konsequenzen ziehen wollen (was jedoch nicht dasselbe ist, wie die Frage zu stellen), und das sind in der Regel nicht die Menschen, mit denen man sich identifizieren m\u00f6chte.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span lang=\"de-DE\">Jeden Tag erhalten wir YouTube-Videos, Zeitungsberichte, Zeitschriftenartikel, Radio-Interviews und dazwischen gibt es manchmal eine Botschaft, die so auf einen wirkt, dass man denkt: Das k\u00f6nnte wahr sein! Zum Beispiel das Interview mit <\/span><span lang=\"de-DE\"><em>Knut Wittkowski<\/em><\/span><span lang=\"de-DE\">, aber auch das Interview mit <\/span><span lang=\"de-DE\"><em>Michaela Gl\u00f6ckler<\/em><\/span><span lang=\"de-DE\">. Beide weisen darauf hin, dass es zur Bek\u00e4mpfung eines Virus, das aufgrund einer Lungenentz\u00fcndung Atembeschwerden verursacht, wichtig ist, dass in der gesamten Bev\u00f6lkerung so schnell und so weit wie m\u00f6glich eine Immunit\u00e4t hergestellt wird. Der beste Schutz f\u00fcr die Bev\u00f6lkerungsgruppe der \u00e4lteren Menschen wird erreicht, wenn der Rest der Bev\u00f6lkerung immun geworden ist. In diesem Sinne w\u00e4re eine &#8222;Abflachung der Kurve&#8220; eine eher ungeschickte Ma\u00dfnahme \u2013 wobei man sich dann fragen k\u00f6nnte, aus welcher Quelle dieser Impuls kommt.<\/span><span style=\"font-size: 11pt;\">Aber jetzt haben wir \u201eEinschr\u00e4nkung\u201c, \u201esoziale Distanzierung\u201c und \u201eLockdown\u201c. Das sind Worte, an die wir uns gew\u00f6hnt haben. In den Niederlanden wird Politik so betrieben, dass gesagt wird: Wir k\u00f6nnen die Ma\u00dfnahmen nach und nach loslassen, aber dann brauchen wir eine App, die mithilfe von Daten pro Person daf\u00fcr sorgt, dass wir die guten Auswirkungen des Lockdown aufrechterhalten k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Wenn man seine Erfahrungen von Tag zu Tag auf diese Weise betrachtet, stellt man fest, dass der Mensch ein Wesen ist, das sich sehr gut anpassen kann, und dass man allm\u00e4hlich in eine andere Erlebenswelt gebracht wird, die zwar noch akut ist \u2013 wenn man die Begriffe einer Krankheit verwenden will \u2013, die aber kurz davor steht, chronisch zu werden; was eine Gesellschaft schaffen w\u00fcrde, die buchst\u00e4blich unnat\u00fcrlich und unmenschlich ist.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Ich will nicht sagen, dass das der Sinn der ganzen Sache ist, denn das w\u00fcrde den Geruch einer Verschw\u00f6rungstheorie verbreiten, und das ist etwas f\u00fcr paranoide Menschen.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Ich sage das mit Ironie, denn selbst in anthroposophischen Kreisen herrscht Angst vor Verschw\u00f6rungstheorien, w\u00e4hrend der gr\u00f6\u00dfte Verschw\u00f6rungstheoretiker unser geliebter spiritueller Lehrer Rudolf Steiner ist. Man w\u00fcrde diesen Teil gerne aus seinem Werk herausschneiden, aber es ist besser, ihn zur Kenntnis zu nehmen und zu erleben, wie Tatsachen auf v\u00f6llig rationale, ruhige Weise aufgedeckt werden, woraus hervorgeht, dass es tats\u00e4chlich eine Regie in dieser Welt gibt, die sich hinter den Kulissen abspielt und die nicht von Gott selbst kommt.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Das hei\u00dft nicht, dass man jedes Ereignis von weltweiter Tragweite argw\u00f6hnisch auf die zugrunde liegenden Motive unsichtbarer Figuren hin untersuchen muss. Auf diese Weise hat sich Rudolf Steiner nie mit dem Weltgeschehen auseinandergesetzt. \u00dcbrigens ist das Wort Verschw\u00f6rungstheorie unangebracht, denn es handelt sich nicht um eine Verschw\u00f6rung und schon gar nicht um eine Theorie. Es geht um bestimmte Bewegungen, die in die Entwicklung der Menschheit eingef\u00fchrt werden. Wenn Rudolf Steiner dies beschreibt, ist es nicht einfach eine Theorie, sondern eine Sicht auf die Wirklichkeit. Ausgehend von diesen Lehren, k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich einen kritischen Blick auf die Geschehnisse in der Welt werfen. Ich ziehe es vor, dies zu tun, ohne etwas festzulegen und alles im Auge zu behalten.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span lang=\"de-DE\">Und wiederum, wenn man sich ansieht, wie man sich im Laufe der letzten Wochen ver\u00e4ndert hat, wird einem klar, dass man sich an eine Gesellschaft gew\u00f6hnen muss, die man bisher nur aus B\u00fcchern wie 1984 von <\/span><span lang=\"de-DE\"><em>George Orwell<\/em><\/span><span lang=\"de-DE\"> und Brave New World von <\/span><span lang=\"de-DE\"><em>Aldous Huxley<\/em><\/span><span lang=\"de-DE\"> kannte, in denen die Nuancen nat\u00fcrlich unterschiedlich sind.<\/span><span style=\"font-size: 11pt;\">Im Falle einer Virusepidemie muss man davon ausgehen, dass die Regierungen die besten Interessen im Auge haben. Aber was, wenn sie dies nicht taten? Oder was, wenn sie nicht genau genug hinsehen und in Eile, aus Angst, alle m\u00f6glichen Zugest\u00e4ndnisse machen, die nur schwer wieder los zu werdende Folgen haben?<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Ich k\u00f6nnte es nicht vorsichtiger sagen. Bisher habe ich noch kein Urteil \u00fcber den gesamten Ablauf der Ereignisse. Ich schaue sie an, beschreibe sie, und, wie ich schon sagte, wird mir bewusst, was mit der Erlebenswelt, die eine menschliche ist, von Tag zu Tag geschieht. Was hier geschieht, ist nicht in jeder Hinsicht eine gute Entwicklung. Elendig zu sterben ist eine Katastrophe, aber so ist Big Brother in seinem iPhone auch. Und es musste allen klar sein, dass die Epidemie abnimmt, und dass die Notwendigkeit einer solchen Kontrolle \u00fcber eine App \u00fcberhaupt nicht zu rechtfertigen ist. Man sagt einfach, dass es getan werden muss. Aber es gibt schon eine gewisse Rebellion dagegen.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span lang=\"de-DE\">Ich bin \u00fcberrascht, dass bei der Behandlung dieser Epidemie jegliche wissenschaftliche Methode aufgegeben wurde. Es war einmal die Forderung, dass vor der Schlussfolgerung, dass etwas funktioniert, zwei Behandlungsgruppen untersucht werden mussten, eine mit und eine ohne die fragliche Behandlung. Jetzt ist es so, dass gesagt wird, dass die R\u00fcckbildung der Infektionen einfach auf die in allen Gebieten getroffenen Ma\u00dfnahmen der social distancing zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die Ma\u00dfnahmen sind also richtig. Das ist eine Schlussfolgerung, gegen die das Erleben rebelliert. K\u00f6nnte es zum Beispiel nicht auch am Virus liegen, dass es sich, wie bei jeder Epidemie, \u201ehinlegt\u201c, wie ein Sturm sich immer wieder hinlegt?<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog312.jpg\" alt=\"Mieke Mosmuller\" \/><\/p>\n<p><em><strong>Erleben Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Krisenzeiten muss man sich zumindest t\u00e4glich fragen, was eigentlich mit einem selbst geschieht. Ich meine, dass in der Welt viel passiert, das ist offensichtlich, aber man m\u00f6chte auch eine Beziehung dazu finden. Deshalb muss man auf die Ver\u00e4nderungen achten, die sich in dem eigenen Erleben vollziehen: Wo war ich gestern in meinem Erleben und wo bin ich jetzt? Man stellt diese Frage nicht, weil es so wichtig ist, dass man dieses oder jenes f\u00fchlt, erlebt, wei\u00df, weil es das eigene Urteil ist, das Urteil der anderen und so weiter, sondern weil bei einer ruhigen Betrachtung des eigenen inneren Zustands die gr\u00f6\u00dfte Chance besteht, dass ein R\u00e4tsel, in dem man sich befindet, gel\u00f6st wird. 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