{"id":7330,"date":"2014-10-22T00:00:00","date_gmt":"2014-10-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/ich-bin-und-die-dna-ist\/"},"modified":"2025-04-22T13:58:32","modified_gmt":"2025-04-22T11:58:32","slug":"ich-bin-und-die-dna-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/ich-bin-und-die-dna-ist\/","title":{"rendered":"Ich bin und die DNA ist"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>W\u00e4hrend ich \u00fcber die Untersuchung der DNA nachdachte, traf mich eine  \u00c4hnlichkeit zwischen der Vagheit des Wissens \u00fcber das eigene \u201eich\u201c und  des Wissens \u00fcber die eigene DNA \u2013 doch zugleich traf mich auch ein  gro\u00dfer Unterschied.  Man kann au\u00dfergew\u00f6hnlich klar erleben, dass  man ein \u201eich\u201c ist \u2013 aber je mehr man nach dem eigenen \u201eich\u201c schaut,  desto mehr scheint es von einem fortzutreiben. Es ist wie Quecksilber.  Wenn man eine kleine Pf\u00fctze von Quecksilber hat \u2013 es ist das einzige  Metall, das bei Zimmertemperatur fl\u00fcssig ist \u2013, dann sieht man, dass es  die Tendenz hat, Tropfen zu bilden. Es bleibt nicht zusammen, sondern es  bildet gesonderte Tropfen. Wenn man versucht, es zusammenzuf\u00fcgen und  aufzur\u00e4umen, entzieht es sich, es l\u00e4sst sich nicht \u201efassen\u201c, es verh\u00e4lt  sich, als ob es lebendig w\u00e4re. Das \u201eIch\u201c \u00e4hnelt<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/6976fcf9dfdacb5de34972d41572bd79.jpg\" \/><\/a>\n\n--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich \u00fcber die Untersuchung der DNA nachdachte, traf mich eine \u00c4hnlichkeit zwischen der Vagheit des Wissens \u00fcber das eigene \u201eich\u201c und des Wissens \u00fcber die eigene DNA \u2013 doch zugleich traf mich auch ein gro\u00dfer Unterschied.<\/p>\n<p>Man kann au\u00dfergew\u00f6hnlich klar erleben, dass man ein \u201eich\u201c ist \u2013 aber je mehr man nach dem eigenen \u201eich\u201c schaut, desto mehr scheint es von einem fortzutreiben. Es ist wie Quecksilber. Wenn man eine kleine Pf\u00fctze von Quecksilber hat \u2013 es ist das einzige Metall, das bei Zimmertemperatur fl\u00fcssig ist \u2013, dann sieht man, dass es die Tendenz hat, Tropfen zu bilden. Es bleibt nicht zusammen, sondern es bildet gesonderte Tropfen. Wenn man versucht, es zusammenzuf\u00fcgen und aufzur\u00e4umen, entzieht es sich, es l\u00e4sst sich nicht \u201efassen\u201c, es verh\u00e4lt sich, als ob es lebendig w\u00e4re. Das \u201eIch\u201c \u00e4hnelt dem Quecksilber, es versucht, zu entfliehen, sobald man es sucht.<\/p>\n<p>DNA ist ebenso ungreifbar. Die Wissenschaft versichert uns, dass sie existiert, und nat\u00fcrlich glauben wir der Wissenschaft. Doch obwohl sie das Innerste in unserem K\u00f6rper zu sein scheint, k\u00f6nnen wir sie nicht selbst gewahr werden. Uns wird gelehrt, dass sie sich im Zellkern befindet, in den Chromosomen, als ein Riesenmolek\u00fcl mit einer einzigartigen Struktur. Sie ist ebenso einzigartig wie das \u201eIch\u201c. Man findet nicht zweimal dieselben Exemplare. Aber wir k\u00f6nnen sie nicht betrachten. Wir brauchen ein gewaltiges wissenschaftliches System, um sie wahrnehmen und untersuchen zu k\u00f6nnen. Auch der Wissenschaftler kann die DNA nicht mit dem blo\u00dfen Auge sehen. Er braucht seine chemischen Reaktionen; ein Elektronenmikroskop, das mehr als millionenfach vergr\u00f6\u00dfern kann, wodurch die molekulare Struktur in gewisser Hinsicht sichtbar gemacht werden kann; ein Computerprogramm, das diese komplexen Zusammenh\u00e4nge verarbeiten kann, und so weiter.<br \/>\nWenn dann die DNA sichtbar gemacht ist, dann ist dies dennoch eine ganz andere Sichtbarkeit als mit dem blo\u00dfen Auge. Es sind sehr gut allerlei Artefakte und Verzeichnungen m\u00f6glich, ebenso auch falsche Interpretationen. Die gefundenen Wahrheiten sind immer \u201estatistisch\u201c, niemals vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Aber worauf ich hier hinweisen will, ist, dass wir nicht selbst zu einer Feststellung unseres eigenen DNA-Musters kommen k\u00f6nnen, es liegt in einem tief verborgenen Gebiet, wir k\u00f6nnen uns dessen nicht bewusst werden. Und doch wird gesagt, dass es die wichtigste \u201eBlaupause\u201c unseres Leibes und unseres \u201eGeistes\u201c ist.<\/p>\n<p>Wenn ich \u00fcber die DNA studiere, f\u00fchle ich mich wie eine Blinde, die auswendig gelernt hat, wie man in einer Stadt wie Hongkong den Weg findet \u2013 ohne etwas mit den Augen erkennen zu k\u00f6nnen. Angenommen, ich will die Stadt besuchen und habe gelernt, wie ich von dem einen Ende der Stadt zum anderen Ende komme \u2013 ohne sehen zu k\u00f6nnen, wo ich bin. Ich habe den Plan der Stadt in meinem Kopf, ohne r\u00e4umliche Sicht, ich habe ein \u201eNavi\u201c, aber ich kann mich nirgends vergewissern, ob ich auch wirklich den richtigen Weg nehme. Ich beginne an einer Stelle, die ich nicht sehen kann, und ich ende an einer Stelle, die ich nicht sehen kann \u2013 aber mein Ged\u00e4chtnis und meine technischen Hilfsmittel leiten mich perfekt, ich kann ihnen vertrauen&#8230; Das hei\u00dft &#8230; sicher kann ich dessen nicht sein, denn ich kann es nicht kontrollieren.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber ist das \u201eIch\u201c etwas, was ich mit Sicherheit gewahr werde. Es ist mit \u201emir\u201c, es bleibt immer bei mir, solange ich lebe und wach bin. Ich kenne sein Muster nicht, ich kenne es selbst nicht, und ich kann ebensowenig die Wissenschaft um Rat fragen. Es ist eine vage Entit\u00e4t, doch es ist das Sicherste, was ich habe. Ich habe es, es hat mich, ich bin ich. Nie kann ich wirklich einsam sein, denn es ist immer bei mir&#8230; Ich scheine blind f\u00fcr die Details zu sein, aber ich brauche \u00fcberhaupt keine technischen Instrumente, um es gewahr zu werden, es ist so nahe, wie etwas nur sein kann.<\/p>\n<p>Wie erforscht die Wissenschaft die DNA?<br \/>\nWie kann ich mich erforschen?<\/p>\n<p><a class=\"IMAGE\" title=\"DNA\" href=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/DNA_4.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/DNA_4_SMALL.jpg\" alt=\"DNA\" \/><\/a><br \/>\n<span class=\"P\">Erstes Foto (Enzo di Fabrizio) von DNA (2012!), &#8218;gesehen&#8216; durch ein Elektronenmikroskop.<\/span><em><strong>Ich bin und die DNA ist Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend ich \u00fcber die Untersuchung der DNA nachdachte, traf mich eine \u00c4hnlichkeit zwischen der Vagheit des Wissens \u00fcber das eigene \u201eich\u201c und des Wissens \u00fcber die eigene DNA \u2013 doch zugleich traf mich auch ein gro\u00dfer Unterschied.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4861,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7330","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7330"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7330\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8178,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7330\/revisions\/8178"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4861"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}