{"id":7350,"date":"2019-07-24T00:00:00","date_gmt":"2019-07-23T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/der-nachtmensch-und-der-tagesmensch\/"},"modified":"2025-04-09T12:08:24","modified_gmt":"2025-04-09T10:08:24","slug":"der-nachtmensch-und-der-tagesmensch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/der-nachtmensch-und-der-tagesmensch\/","title":{"rendered":"Der Nachtmensch und der Tagesmensch"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Das Zitat von letzter Woche wird durch Folgendes ausgeglichen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir mit rein intellektuellem Denken nicht Rudolf Steiners Werk weiterdenken, aber wir m\u00fcssen etwas mit unserem Denken unternehmen. Ich werde versuchen, dies mit diesem Zitat und dem Zitat von n\u00e4chster Woche zu untermauern.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/21c7d7942e12c7c9a57fa876694f4070.jpg\" \/><\/a>\n\n--><\/p>\n<p>Das Zitat von letzter Woche wird durch\u00a0Folgendes ausgeglichen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir mit rein intellektuellem Denken nicht Rudolf Steiners Werk weiterdenken, aber wir m\u00fcssen etwas mit unserem Denken unternehmen. Ich werde versuchen, dies mit diesem Zitat und dem Zitat von n\u00e4chster Woche zu untermauern. Rudolf Steiner:<\/p>\n<p>In das reine Denken kann das Ich-Wesen hineingeschoben werden ERSTER VORTRAG, Dornach, 3. Februar 1923, S. 32 ff (GA 221).<\/p>\n<p>&#8218;F\u00fcr den modernen Menschen hat es einen Sinn bekommen, zu sagen: Ich schlafe im Nichts. Ich bin nicht nichts, indem ich schlafe, ich behalte w\u00e4hrend des Schlafens mein Ich und meinen astralischen Leib. Ich bin nicht nichts, aber ich rei\u00dfe mich aus der ganzen Welt heraus, die ich wahrnehme mit meinen Sinnen, die ich begreife mit meinem wachen Verstande. Ich rei\u00dfe mich w\u00e4hrend des modernen Schlafes auch heraus aus der Welt, die zum Beispiel Jakob B\u00f6hme in besonderen, abnormen Bewu\u00dftseinszust\u00e4nden gesehen hat mit den feineren Kr\u00e4ften des physischen und \u00c4therleibes, die er sich noch mitgenommen hat in seine Schlafzust\u00e4nde. Der moderne Mensch rei\u00dft sich heraus w\u00e4hrend des Schlafens nicht nur aus seiner Sinneswelt, sondern auch aus der Welt, welche die Welt des alten Hellsehers war. Und von der Welt, in der dann der Mensch darinnen ist vom Einschlafen bis zum Aufwachen, da kann er ja nichts wahrnehmen, denn das ist eine Zukunftswelt, das ist die Welt, in die sich die Erde verwandeln wird in jenen Zust\u00e4nden, die ich in meiner \u00abGeheimwissenschaft\u00bb als Jupiter-, Venus-, Vulkanzustand beschrieben habe. So da\u00df in der Tat der moderne Mensch, der auf das intellektualistische Denken dressiert ist &#8211; verzeihen Sie den Ausdruck -, w\u00e4hrend des Schlafes im Nichts lebt. Er ist nicht nichts, ich mu\u00df es immer wieder betonen, aber er lebt im Nichts, weil er das, worin er lebt, die Zukunftswelt, eben noch nicht erleben kann. Die ist f\u00fcr ihn noch nichts. Aber gerade dadurch, da\u00df der moderne Mensch im Nichts schlafen kann, wird ihm seine Freiheit garantiert; denn er lebt sich ein vom Einschlafen bis zum Aufwachen in die Befreiung von aller Welt, in das Nichts. Er wird gerade w\u00e4hrend des Schlafes unabh\u00e4ngig. Das ist sehr wichtig einzusehen, da\u00df die besondere Art, wie der moderne Mensch schl\u00e4ft, ihm die Garantie f\u00fcr seine Freiheit gibt. Der alte Hellseher, der noch von der alten Welt wahrnahm, nicht von der Zukunftswelt, der von der alten Welt wahrnahm, der konnte kein v\u00f6llig freier Mensch werden, denn er wurde abh\u00e4ngig in diesem Wahrnehmen. Das im Nichts Ruhen w\u00e4hrend des Schlafes macht den modernen Menschen, den Menschen der modernen Zeit eigentlich frei. So sind zwei Gegenbilder vorhanden f\u00fcr den modernen Menschen. Erstens lebt er w\u00e4hrend des Wachens im Gedanken, der ein blo\u00dfer Gedanke ist, der nicht mehr Bilder enth\u00e4lt im alten Sinne; die h\u00e4lt er, wie gesagt, f\u00fcr Mythologie. Und er lebt w\u00e4hrend des Schlafes in der Nichtigkeit. Dadurch befreit er sich von der Welt, dadurch erringt er sich das Bewu\u00dftsein der Freiheit. Die Gedankenbilder k\u00f6nnen ihn nicht zwingen, weil sie blo\u00dfe Bilder sind. Geradesowenig wie die Spiegelbilder zwingen k\u00f6nnen, irgend etwas verursachen k\u00f6nnen, geradesowenig k\u00f6nnen die Gedankenbilder von den Dingen den Menschen zu etwas zwingen. Wenn daher der Mensch seine moralischen Impulse in reinen Gedanken ergreift, so mu\u00df er sie als ein freies Wesen befolgen. Keine Emotion, keine Leidenschaft, kein innerlich k\u00f6rperlicher Vorgang kann ihn veranlassen, jenen moralischen Impulsen zu folgen, die er in reinen Gedanken zu erfassen in der Lage ist. Aber er ist auch imstande, diesen blo\u00dfen Bildern in Gedanken zu folgen, diesem reinen Gedanken zu folgen, weil er sich w\u00e4hrend des Schlafes, befreit von allen Naturgesetzen in seinem eigenen K\u00f6rperlichen, findet, weil er wirklich w\u00e4hrend des Schlafes eine reine freie Seele wird, die dem Nichtwirklichen des Gedankens folgen kann; w\u00e4hrend der \u00e4ltere Mensch auch w\u00e4hrend des Schlafes abh\u00e4ngig blieb von der Welt und daher nicht h\u00e4tte folgen k\u00f6nnen unwirklichen Impulsen. Fassen wir das zun\u00e4chst ins Auge, da\u00df der moderne Mensch dieses Zweierlei hat: reine Gedanken haben kann, die rein intellektualistisch konzipiert sind, und einen in der Nichtigkeit zugebrachten Schlaf, wo er drinnen ist, wo er ein Wirkliches ist, aber wo seine Umgebung ihm ein Nichtiges zeigt. Denn nun kommt das Wesentliche. Sehen Sie, es ist nun auch einmal in der Natur des modernen Menschen begr\u00fcndet, da\u00df er durch alles das, was er da durchgemacht hat, innerlich willensschwach geworden ist. Das will der moderne Mensch gar nicht wahr haben, aber es ist so: Der moderne Mensch ist innerlich willensschwach geworden. Wenn man nur wollte, w\u00fcrde man das auch geschichtlich begreifen k\u00f6nnen. Man soll nur einmal hinschauen auf m\u00e4chtige geistige Bewegungen, die sich fr\u00fcher ausgebreitet haben, mit welchen Willensimpulsen zuweilen, sagen wir, Religionsstifter durch die Welt gewirkt haben. Diese innerliche Willensimpulsivit\u00e4t ist der modernen Menschheit verlorengegangen. Und deshalb l\u00e4\u00dft sich der moderne Mensch zu seinen Gedanken von der Au\u00dfenwelt erziehen. Er betrachtet die Natur, bildet an den Naturvorg\u00e4ngen und Naturwesen seine blo\u00dfen intellektualistischen Gedanken aus, wie wenn sein Inneres wirklich nur ein Spiegel w\u00e4re, der alles spiegelt. Ja, der Mensch ist schon so schwach geworden, da\u00df er eine heillose Angst bekommt, wenn irgendeiner Gedanken aus sich produziert, wenn er Gedanken nicht blo\u00df abliest an demjenigen, was die \u00e4u\u00dfere Natur darbietet. So da\u00df sich zun\u00e4chst das reine Denken in ganz passiver Weise in dem modernen Menschen entwickelt hat.&#8216;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog271.jpg\" alt=\"Mieke Mosmuller\" \/><\/p>\n<p><em><strong>Der Nachtmensch und der Tagesmensch Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Zitat von letzter Woche wird durch\u00a0Folgendes ausgeglichen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir mit rein intellektuellem Denken nicht Rudolf Steiners Werk weiterdenken, aber wir m\u00fcssen etwas mit unserem Denken unternehmen. Ich werde versuchen, dies mit diesem Zitat und dem Zitat von n\u00e4chster Woche zu untermauern. 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