{"id":7351,"date":"2016-08-24T00:00:00","date_gmt":"2016-08-23T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/der-phoenix-aus-der-asche\/"},"modified":"2025-04-14T11:46:29","modified_gmt":"2025-04-14T09:46:29","slug":"der-phoenix-aus-der-asche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/der-phoenix-aus-der-asche\/","title":{"rendered":"Der Ph\u00f6nix aus der Asche"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Die Erleuchtung zu einer Einsicht in das reine Menschliche versuchte ich  in dem Buch \"Suche das Licht, das im Abendland aufgeht\" in Worte zu  fassen:  'Jetzt kommt es darauf an, dass wir uns mit aller Kraft  erneut in den \u00dcbergang von Nicht Denken zu Denken versetzen. Wenn wir  uns energisch in diesen \u00dcbergang einleben k\u00f6nnen, bemerken wir, indem  wir es sehen, und verstehen wir ohne Hilfe von Begriffen, dass ich es  bin, der das Denken in Gang setzen muss, wenn gedacht werden will<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/c172321e91d61b8de55ef35ce60f1641.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nDie Erleuchtung zu einer Einsicht in das reine Menschliche versuchte ich in dem Buch &#8222;Suche das Licht, das im Abendland aufgeht&#8220; in Worte zu fassen:<\/p>\n<p>&#8218;Jetzt kommt es darauf an, dass wir uns mit aller Kraft erneut in den \u00dcbergang von Nicht Denken zu Denken versetzen. Wenn wir uns energisch in diesen \u00dcbergang einleben k\u00f6nnen, bemerken wir, indem wir es sehen, und verstehen wir ohne Hilfe von Begriffen, dass ich es bin, der das Denken in Gang setzen muss, wenn gedacht werden will \u2013 ich und nur ich. Hier liegt die absolute Freiheit: Ich kann anfangen, etwas zu denken, oder nicht. Dass dies im allt\u00e4glichen Leben nicht bemerkt wird, kommt daher, dass der Zustand des Nicht-Denkens von selbst nie da ist. [Die Denkvorg\u00e4nge sind immer vollst\u00e4ndig mit dem Inhalt besch\u00e4ftigt, und unsere Aufmerk-samkeit ersch\u00f6pft sich v\u00f6llig in diesem Inhalt. Wir wissen zwar, was wir denken, aber nicht wie. Und doch setzen wir immer, wenn wir uns etwas ausdenken oder etwas verstehen wollen \u2013 auch im allt\u00e4glichen Leben \u2013, unser Denken mit unserem Willen in Gang. Um diesen \u00dcbergang untersuchen zu k\u00f6nnen,] Er muss bewusst zustande gebracht werden, und es kostet die gr\u00f6\u00dfte M\u00fche, das assoziative Denken, das au\u00dferhalb meines Willens denkt, von dem wahren, dem freien Denken zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Ein jeder aber, der dies will, kann diesen Punkt in seinem Bewusstsein finden, wo das freie Denken entspringt. Er findet dann sich selbst als Denker. Und man erkennt: Hier habe ich den Punkt in der Welt gefunden, wo ich selbst Sch\u00f6pfer bin. Es ist nicht mehr als ein Punkt, aber ein Punkt, wo ich zum ersten Mal wei\u00df: Hier ist etwas gefunden, wonach nichts mehr dasselbe ist wie davor. Bevor ich diesen Punkt gefunden hatte, lebte ich in der Unsicherheit \u00fcber die Welt und mich selbst und die Beziehung zwischen beiden. In diesem Punkt finde ich mich selbst als frei sch\u00f6pferisches Wesen. Und weil ich selbst der Sch\u00f6pfer bin, gibt es nichts, keinen einzi\u00acgen ungekl\u00e4rten Punkt in dem, was ich erschaffe; ich brauche es, nachdem es gedacht ist, nicht wiederum wie etwas Fremdes, das au\u00dferhalb meines Willens und Wesens erschaffen wurde, zu untersuchen und zu \u00fcberdenken. Nein, im Denken ist es gewollt und gewusst zu\u00acgleich. Denn was ich denke, erschaffe ich nicht als eine Kreation, die danach verstanden werden muss, sondern ich kann gar nichts denken, was ich nicht schon verstehe, w\u00e4hrend ich es denke. Ich kann zwar etwas wahrnehmen, was ich nicht verstehe; ich kann auch etwas nachsprechen, was ich nicht verstehe; ich kann etwas aussprechen, was ich nicht ver\u00acstehe. Es kann sogar eine Gedankenassoziation in mir aufkommen, die ich nicht verstehe. Aber ich kann niemals selbst etwas denken, was nicht schon verstanden ist.<\/p>\n<p>Dies einzusehen, hei\u00dft, definitiv mit dem Ph\u00e4nomen Zweifel abzurechnen. Ich bin als Denker nicht nur v\u00f6llig gegenw\u00e4rtig im Schaffen, sondern ich wei\u00df auch genau, was ich erschaffe, und ich wei\u00df, dass diese Sch\u00f6pfung, mein Denken, sich in mir bekannten Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten bewegt. Der un\u00fcberbr\u00fcckbare Abgrund zwischen Sch\u00f6pfung und Begriff, zwischen Welt und Ich, zwischen Objekt und Subjekt, ist hier \u00fcberbr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Auch der Gegensatz zwischen dem platonischen und aristotelischen Denken ist hier \u00fcberbr\u00fcckt: Wenn wir so das Denken als Realit\u00e4t finden, die zug\u00acleich subjektiv ist \u2013 ich bringe es hervor \u2013 und objektiv ist \u2013 es gehorcht Ge-setzm\u00e4\u00dfigkeiten, die au\u00dferhalb meiner W\u00fcnsche liegen \u2013, dann werden wir zum \u201aUniversalien-\u00acRealisten\u2019. Wir erfahren ein objektives, allgemeines Sein \u2013 das Denken \u2013 als ein Sein, das anders ist als alles \u00dcbrige, weil wir es subjektiv hervorbringen, w\u00e4hrend es allgemein g\u00fcltigen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten folgt. Plato erlebte die Universalien als \u201aante res\u2019: Neben der Wirklichkeit alles \u00dcbrigen gibt es ein zweites Seinsgebiet, die Ideenwelt, die der Sch\u00f6pfung alles \u00dcbrigen vorausgeht. Wir erleben in unserem Denken diese Ideenwelt als \u201aIch vor dem Denken\u2019. Aristoteles fand die \u201auniversalia in rebus\u2019: Die Ideen bestehen, aber nicht unabh\u00e4ngig und au\u00dferhalb von allem \u00dcbrigen, sondern darin verk\u00f6rpert. Wir erleben uns schaffend im Denken.<\/p>\n<p>Das Ich, mein schaffendes Ich, war da, bevor ich das Denken in Gang setzte, es war schon im Nicht Denken da, ja brachte sogar das Nicht-\u00acDenken zustande. Das Ich war als \u201auniversalium ante rem\u2019 da. Daraufhin regt das Ich sich selbst zur T\u00e4tigkeit an. So wird das Denken, worin die Universalia alles \u00dcbrigen zur Erscheinung kommen, eine Sch\u00f6pfung des Ich, das Ich ist als \u201auniversalium in re\u2019 da. Es metamorphosiert sich v\u00f6llig bewusst in die Universalien. In diesem Prozess ist das Ich und seine Metamorphose in den Universalien verstanden, weil hier Denken und Verstehen unverbr\u00fcchlich verbunden sind. Das Ich ist \u201auniversalium post rem\u2019. Das Ich ist der Sch\u00f6pfer des Denkens, das Denken ist das Ich. Die Kategorien sind das Ich, sie sind die Buchstaben, womit der Mensch seinen eigenen Namen und zugleich den Namen der Welt schreiben darf, es sind die Buchstaben des Weltenwortes. Es sind die Buchstaben des Logos, der Logik.<\/p>\n<p>Das Ich kann sich von seiner eigenen sch\u00f6pferischen Aktivit\u00e4t l\u00f6sen und das Geschaffene betrachten. Das Betrachten ist dann zugleich ein Wahrnehmen und ein denkendes Verstehen.<\/p>\n<p>Der Mensch, der diesen Punkt in seinem Bewusstsein tats\u00e4chlich gefunden hat \u2013 also nicht nur als Vorstellung \u2013, bringt dasjenige ans Licht, was sonst alles \u00dcbrige beleuchtet, aber selbst immer im Dunkeln bleibt. Wenn das Licht des Denkens sich selbst bescheint, wird es aus der Finsternis, wo es immer als Schein erlebt wird, erl\u00f6st und wird zu einer neuen wahrnehmbaren Substanz, die immateriell ist, also nicht mit den Leibessinnen greifbar, jedoch sehr wohl tastbar mit dem Sinnesorgan, das das Ich ist. Das Denken als Metamorphose des Ich wird zum Sein.<\/p>\n<p><a title=\"Suche das Licht, das im Abendlande aufgeht - Mieke Mosmuller\" href=\"https:\/\/www.occident.nl\/nl\/boeken\/filosofie\/suche-das-licht-das-im-abendlande-aufgeht-9789075240023\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/5d9a9b328ca8bc4cb6c996343311172f.jpg\" alt=\"Der Ph\u00f6nix aus der Asche\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Der Ph\u00f6nix aus der Asche Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mensch, der diesen Punkt in seinem Bewusstsein tats\u00e4chlich gefunden hat \u2013 also nicht nur als Vorstellung \u2013, bringt dasjenige ans Licht, was sonst alles \u00dcbrige beleuchtet, aber selbst immer im Dunkeln bleibt. Wenn das Licht des Denkens sich selbst bescheint, wird es aus der Finsternis, wo es immer als Schein erlebt wird, erl\u00f6st und wird zu einer neuen wahrnehmbaren Substanz, die immateriell ist, also nicht mit den Leibessinnen greifbar, jedoch sehr wohl tastbar mit dem Sinnesorgan, das das Ich ist. 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