{"id":7356,"date":"2015-02-25T00:00:00","date_gmt":"2015-02-24T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/was-ist-der-mensch-2\/"},"modified":"2025-04-22T13:34:52","modified_gmt":"2025-04-22T11:34:52","slug":"was-ist-der-mensch-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/was-ist-der-mensch-2\/","title":{"rendered":"Was ist der Mensch? (2)"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Die Ouvert\u00fcre dieser Blogtexte war die Frage: Was ist der Mensch? Die  ersten Reflexionen hatten die Evolution zum Thema, die leibliche  Offenbarung des Menschen. Ich will die Frage nun von neuem stellen, aber  mehr in innerlichem Sinne. Martin Buber (1878-1965,  j\u00fcdisch-\u00f6sterreichischer Religionsphilosoph) hatte besonders sch\u00f6ne  Gedanken \u00fcber diese Frage, kulminierend in dem Buch \u201eDas dialogische  Prinzip\u201c und dessen Teil \u201eIch und Du\u201c. Er beschreibt da die Begegnung  des Ich und des Du, in Worten oder schweigend, als einen wunderbaren  mystischen Prozess wahrer Liebe, in dem aller Egoismus \u00fcberwunden ist.  Dies kann auch zwischen Menschen auftreten, die einander zum ersten Mal  begegnen.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/3e78077b21385a703b407b940bdcc71b.jpg\" \/><\/a>\n\n--><\/p>\n<p>Die Ouvert\u00fcre dieser Blogtexte war die Frage: Was ist der Mensch? Die ersten Reflexionen hatten die Evolution zum Thema, die leibliche Offenbarung des Menschen. Ich will die Frage nun von neuem stellen, aber mehr in innerlichem Sinne. Martin Buber (1878-1965, j\u00fcdisch-\u00f6sterreichischer Religionsphilosoph) hatte besonders sch\u00f6ne Gedanken \u00fcber diese Frage, kulminierend in dem Buch \u201eDas dialogische Prinzip\u201c und dessen Teil \u201eIch und Du\u201c. Er beschreibt da die Begegnung des Ich und des Du, in Worten oder schweigend, als einen wunderbaren mystischen Prozess wahrer Liebe, in dem aller Egoismus \u00fcberwunden ist. Dies kann auch zwischen Menschen auftreten, die einander zum ersten Mal begegnen. Ein Zitat:<\/p>\n<p><em>\u201eDas Du begegnet mir von Gnaden \u2013 durch Suchen wird es nicht gefunden. Aber da\u00df ich zu ihm das Grundwort Ich-Du spreche, ist Tat meines Wesens, meine Wesenstat.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Du begegnet mir. Aber ich trete in die unmittelbare Beziehung zu ihm. So ist die Beziehung Erw\u00e4hltwerden und Erw\u00e4hlen, Passion und Aktion in einem. Wie denn eine Aktion des ganzen Wesens, als die Aufhebung aller Teilhandlungen und somit aller \u2013 nur in deren Grenzhaftigkeit gegr\u00fcndeter \u2013 Handlungsempfindungen, der Passion \u00e4hnlich werden muss.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Grundwort Ich-Du kann nur mit dem ganzen Wesen gesprochen werden. Die Einsammlung und Verschmelzung zum ganzen Wesen kann nur durch mich, kann nie ohne mich geschehen. Ich werde am Du; Ich werdend spreche ich Du.<\/em><br \/>\n<em>Alles wirkliche Leben ist Begegnung.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In der deutschen Kultur finden wir weitere sch\u00f6ne Beispiele der M\u00f6glichkeit wahrer Br\u00fcderlichkeit, zwischen Menschen, die nicht von der Familie aus Br\u00fcder sind, die nicht einmal aus demselben Land stammen \u2013 sie sind Mitmenschen. Ein ber\u00fchmtes Beispiel des Vertrauens in eine kommende Br\u00fcderlichkeit, die auf wahrhaftiger Freude basiert, ist das Gedicht \u201eOde an die Freude\u201c von Friedrich Schiller. Ludwig van Beethoven nahm das Gedicht in seine neunte Symphonie auf.<\/p>\n<p>Eine Probe dieses Gedichts:<\/p>\n<p><em>Freude, sch\u00f6ner G\u00f6tterfunken,<\/em><br \/>\n<em>Tochter aus Elysium,<\/em><br \/>\n<em>Wir betreten feuertrunken<\/em><br \/>\n<em>Himmlische, dein Heiligtum.<\/em><br \/>\n<em>Deine Zauber binden wieder,<\/em><br \/>\n<em>was der Mode Schwert geteilt,<\/em><br \/>\n<em>Alle Menschen werden Br\u00fcder,<\/em><br \/>\n<em>Wo dein sanfter Fl\u00fcgel weilt.<\/em><\/p>\n<p><em>Wem der gro\u00dfe Wurf gelungen,<\/em><br \/>\n<em>eines Freundes Freund zu sein;<\/em><br \/>\n<em>wer ein holdes Weib errungen,<\/em><br \/>\n<em>mische seinen Jubel ein!<\/em><br \/>\n<em>Ja \u2013 wer auch nur\u00a0 e i n e\u00a0 Seele<\/em><br \/>\n<em>\u00a0s e i n\u00a0 nennt auf dem Erdenrund!<\/em><br \/>\n<em>Und wer\u2019s nie gekonnt, der stehle<\/em><br \/>\n<em>weinend sich aus diesem Bund!<\/em><br \/>\n<em>&#8230;<\/em><br \/>\n<em>Seid umschlungen Millionen!<\/em><br \/>\n<em>Diesen Kuss der ganzen Welt!<\/em><br \/>\n<em>Br\u00fcder \u2013 \u00fcberm Sternenzelt<\/em><br \/>\n<em>muss ein lieber Vater wohnen.<\/em><br \/>\n<em>&#8230;<\/em><br \/>\n<em>Ihr st\u00fcrzt nieder, Millionen?<\/em><br \/>\n<em>Ahndest du den Sch\u00f6pfer, Welt?<\/em><br \/>\n<em>Such\u2019 ihn \u00fcberm Sternenzelt,<\/em><br \/>\n<em>\u00fcber Sternen muss er wohnen.<\/em><\/p>\n<p>Die Frage ist nun: Sind dies Tr\u00e4ume von etwas, was doch niemals wahr werden kann, weil der Mensch nun einmal ein Tier mit gro\u00dfem Gehirn ist, das nur f\u00fcr sich selbst und wirklich ganz allein f\u00fcr sich selbst lebt? Oder sind dies realistische Ideale, die wahr werden k\u00f6nnen, wenn der Mensch dies wirklich will und in sich selbst aktiv wird, um es auf lange Sicht zu erreichen? Wenn dies nur Phantasie ist, woher kommen diese Ideale dann? Diese wunderbaren Worte, die das Herz ber\u00fchren? Warum sollten sie uns so tief ber\u00fchren und uns nach einer Welt sich sehnen lassen, in der das Ich und Du ein tats\u00e4chliches Geschehen w\u00e4re?<\/p>\n<p>Was ist ein Mensch?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Schiller.jpg\" alt=\"Schiller\" \/><br \/>\n\u201cAlles zu retten, mu\u00df alles gewagt werden.\u201c\u00a0 Friedrich Schiller (1759 &#8211; 1805)<\/p>\n<p>Ich wiederhole hier noch einmal den Hinweis auf die spanische Version der Ode an die Freude. Was empfinden die Menschen, wodurch sie sich damit verbinden wollen?<\/p>\n<p><iframe class=\"VID\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kbJcQYVtZMo\" width=\"590\" height=\"380\"><\/iframe><em><strong>Was ist der Mensch? (2) Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ouvert\u00fcre dieser Blogtexte war die Frage: Was ist der Mensch? Die ersten Reflexionen hatten die Evolution zum Thema, die leibliche Offenbarung des Menschen. Ich will die Frage nun von neuem stellen, aber mehr in innerlichem Sinne. Martin Buber (1878-1965, j\u00fcdisch-\u00f6sterreichischer Religionsphilosoph) hatte besonders sch\u00f6ne Gedanken \u00fcber diese Frage, kulminierend in dem Buch \u201eDas dialogische Prinzip\u201c und dessen Teil \u201eIch und Du\u201c. Er beschreibt da die Begegnung des Ich und des Du, in Worten oder schweigend, als einen wunderbaren mystischen Prozess wahrer Liebe, in dem aller Egoismus \u00fcberwunden ist. Dies kann auch zwischen Menschen auftreten, die einander zum ersten Mal begegnen. Ein Zitat:<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4929,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7356","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7356","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7356"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7356\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8157,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7356\/revisions\/8157"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4929"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7356"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7356"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7356"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}