{"id":7374,"date":"2015-08-26T00:00:00","date_gmt":"2015-08-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/aktives-fuehlen\/"},"modified":"2025-04-15T12:42:47","modified_gmt":"2025-04-15T10:42:47","slug":"aktives-fuehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/aktives-fuehlen\/","title":{"rendered":"Aktives F\u00fchlen"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Das erste, das wir erreichen m\u00fcssten, ist also das Erwachen im Denken,  um imstande zu sein, zu sehen, was die Engel in unserer Seele tun \u2013 und  so zu verhindern, dass wir instinktive \u201aTeufel\u2019 werden. Doch das  Entwickeln einer neuen Art, zu denken, ist nicht genug. Das Verm\u00f6gen, zu  f\u00fchlen, muss ebenfalls durch eine energische Selbsterziehung erzogen  werden.   Im Leben des Alltags kommen Gef\u00fchle in uns auf, ohne  dass wir in deren Hervorbringen bewusst aktiv sind. In unseren Gef\u00fchlen  sind wir ein leidender Gegenstand, sie werden in uns geboren, obwohl sie  doch auch als subjektiv erlebt werden \u2013 und das sind sie auch. Durch  die Gef\u00fchle beziehen wir alles auf uns selbst. Aber sie \u00fcberkommen uns,  wir bringen sie nicht selbst hervor.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/a440770bce2e309e4972083c85aa266e.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nDas erste, das wir erreichen m\u00fcssten, ist also das Erwachen im Denken, um imstande zu sein, zu sehen, was die Engel in unserer Seele tun \u2013 und so zu verhindern, dass wir instinktive \u201aTeufel\u2019 werden. Doch das Entwickeln einer neuen Art, zu denken, ist nicht genug. Das Verm\u00f6gen, zu f\u00fchlen, muss ebenfalls durch eine energische Selbsterziehung erzogen werden.<\/p>\n<p>Im Leben des Alltags kommen Gef\u00fchle in uns auf, ohne dass wir in deren Hervorbringen bewusst aktiv sind. In unseren Gef\u00fchlen sind wir ein leidender Gegenstand, sie werden in uns geboren, obwohl sie doch auch als subjektiv erlebt werden \u2013 und das sind sie auch. Durch die Gef\u00fchle beziehen wir alles auf uns selbst. Aber sie \u00fcberkommen uns, wir bringen sie nicht selbst hervor.<\/p>\n<p>Das ist nun genau das, was wir in der Zukunft entwickeln werden m\u00fcssen: Nur dasjenige zu f\u00fchlen, was wir selbst f\u00fchlen wollen. Eine Art Wahl aus der Palette m\u00f6glicher Gef\u00fchle werden wir lernen m\u00fcssen, sodass wir zum Beispiel nie mehr deprimiert sein werden. Eine Form von Energie muss in unsere Gef\u00fchle kommen. Das bedeutet nicht, dass wir nie mehr betr\u00fcbt w\u00e4ren, doch was wir nie mehr w\u00e4ren, das ist: betr\u00fcbt \u00fcber uns selbst. Die Depression aus Selbstmitleid w\u00e4re \u00fcberwunden. Auf der anderen Seite w\u00fcrden wir auch nicht unkontrolliert vor Freude au\u00dfer Rand und Band geraten, wir w\u00fcrden wissen, wie diese Freunde in der Hand behalten werden kann, sodass sie auch wirklich freudevoll bleibt.<\/p>\n<p>Um dies zu erreichen, m\u00fcssen wir unser Wissen in Bezug auf das aufbauende F\u00fchlen vertiefen. Es ist ein mystisches Sich-Vertiefen in die wunderbare Welt des Gef\u00fchls.<\/p>\n<p>Der moderne Mensch hat dieses Wissen ganz verloren, er wei\u00df nur noch etwas \u00fcber zwei Arten von Gef\u00fchlen: Sympathie und Antipathie, oder Freude und Traurigkeit, oder Lust und Unlust. Das sind alles subjektive Gef\u00fchle, die uns \u00fcberkommen, w\u00e4hrend wir ein Objekt dieser Gef\u00fchle sind.<\/p>\n<p>Doch es gibt eine ganze Welt von Gef\u00fchlen, die zu der Polarit\u00e4t von Sympathie und Antipathie geh\u00f6ren und die wir studieren k\u00f6nnen, indem wir sie mystisch zu empfinden lernen. Wir m\u00fcssen ein Verm\u00f6gen daf\u00fcr entwickeln, diese Gef\u00fchle zu verst\u00e4rken, sie zu \u00fcbertreiben, w\u00e4hrend wir sie jedoch v\u00f6llig in der Hand haben. Denn wenn wir versuchen, die Gef\u00fchle zu fassen, scheinen sie immer vage zu sein, nicht so wohlumgrenzt wie ein Gedanke. Sind wir aber einmal in einem aktiven Denken wach geworden, das v\u00f6llig frei von uns selbst ausgeht, dann k\u00f6nnen wir auch die Gef\u00fchle fassen und sie zum Reifen bringen.<\/p>\n<p>In der Zeit des deutschen Idealismus, am \u00dcbergang vom 18. zum 19. Jahrhundert, erreichte dieses Verm\u00f6gen, die Idee zum Ideal wachsen zu lassen, einen H\u00f6hepunkt. Der Idealismus metamorphosierte sich in Romantizismus \u2013 und in dessen reiner Form finden wir genau das, was wir brauchen, um ein <em>\u201aMeister im Gef\u00fchl\u2019<\/em> zu werden.<\/p>\n<p><em>Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, <\/em><br \/>\n<em>dem Gew\u00f6hnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, <\/em><br \/>\n<em>dem Bekannten die W\u00fcrde des Unbekannten, <\/em><br \/>\n<em>dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, <\/em><br \/>\n<em>so romantisiere ich es.<\/em><\/p>\n<p>Diese S\u00e4tze stammen von dem Dichter Novalis (Friedrich von Hardenberg, 1772 -1801), der als Dichter ein Meister im Romantisieren ist.<br \/>\nWir k\u00f6nnen auch erhabene Gef\u00fchle als Stoff f\u00fcr die Meditation nehmen \u2013 wie Verwunderung und Hingabe.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog69.jpg\" alt=\"Aktives F\u00fchlen\" width=\"450\" \/><br \/>\nEin Objekt, um die Gef\u00fchle der Verwunderung zu \u00fcben.<em><strong>Aktives F\u00fchlen Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Doch es gibt eine ganze Welt von Gef\u00fchlen, die zu der Polarit\u00e4t von Sympathie und Antipathie geh\u00f6ren und die wir studieren k\u00f6nnen, indem wir sie mystisch zu empfinden lernen. Wir m\u00fcssen ein Verm\u00f6gen daf\u00fcr entwickeln, diese Gef\u00fchle zu verst\u00e4rken, sie zu \u00fcbertreiben, w\u00e4hrend wir sie jedoch v\u00f6llig in der Hand haben. Denn wenn wir versuchen, die Gef\u00fchle zu fassen, scheinen sie immer vage zu sein, nicht so wohlumgrenzt wie ein Gedanke. Sind wir aber einmal in einem aktiven Denken wach geworden, das v\u00f6llig frei von uns selbst ausgeht, dann k\u00f6nnen wir auch die Gef\u00fchle fassen und sie zum Reifen bringen.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4473,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7374","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7374"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7374\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8106,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7374\/revisions\/8106"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4473"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}