{"id":7377,"date":"2014-11-26T00:00:00","date_gmt":"2014-11-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/plato-die-allegorie-von-der-grotte\/"},"modified":"2025-04-22T13:51:44","modified_gmt":"2025-04-22T11:51:44","slug":"plato-die-allegorie-von-der-grotte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/plato-die-allegorie-von-der-grotte\/","title":{"rendered":"Plato, Die Allegorie von der Grotte"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2><span style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" data-mce-type=\"bookmark\" class=\"mce_SELRES_start\"><\/span>'Nach diesen Er\u00f6rterungen, fuhr ich fort, betrachte nun unsere  menschliche Anlage vor und nach ihrer Entwicklung mit dem in folgendem  bildlich dargestellten Zustande: Stelle dir n\u00e4mlich Menschen vor in  einer h\u00f6hlenartigen Wohnung unter der Erde, die einen nach dem Lichte zu  ge\u00f6ffneten und l\u00e4ngs der ganzen H\u00f6hle hingehenden Eingang habe,  Menschen, die von Jugend auf an Schenkeln und H\u00e4lsen in Fesseln  eingeschmiedet sind, so da\u00df sie dort unbeweglich sitzenbleiben und nur  vorw\u00e4rts schauen, aber links und rechts die K\u00f6pfe wegen der Fesselung  nicht umzudrehen verm\u00f6gen; das Licht f\u00fcr sie scheine von oben und von  der Ferne von einem Feuer hinter ihnen; zwischen dem Feuer und den  Gefesselten sei oben ein Querweg; l\u00e4ngs diesem denke dir eine kleine  Mauer erbaut, wie sie die Gaukler vor dem Publikum haben, \u00fcber die sie  ihre Wunder zeigen...'<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/9015921f7e93f35d736df3ee84a50637.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\n<em>In Politeia, Buch VII, erz\u00e4hlt Sokrates \u00fcber die Grotte.<\/em><\/p>\n<p>&#8218;Nach diesen Er\u00f6rterungen, fuhr ich fort, betrachte nun unsere menschliche Anlage vor und nach ihrer Entwicklung mit dem in folgendem bildlich dargestellten Zustande: Stelle dir n\u00e4mlich Menschen vor in einer h\u00f6hlenartigen Wohnung unter der Erde, die einen nach dem Lichte zu ge\u00f6ffneten und l\u00e4ngs der ganzen H\u00f6hle hingehenden Eingang habe, Menschen, die von Jugend auf an Schenkeln und H\u00e4lsen in Fesseln eingeschmiedet sind, so da\u00df sie dort unbeweglich sitzenbleiben und nur vorw\u00e4rts schauen, aber links und rechts die K\u00f6pfe wegen der Fesselung nicht umzudrehen verm\u00f6gen; das Licht f\u00fcr sie scheine von oben und von der Ferne von einem Feuer hinter ihnen; zwischen dem Feuer und den Gefesselten sei oben ein Querweg; l\u00e4ngs diesem denke dir eine kleine Mauer erbaut, wie sie die Gaukler vor dem Publikum haben, \u00fcber die sie ihre Wunder zeigen.<\/p>\n<p>Ich stelle mir das vor, sagte er.<\/p>\n<p>So stelle dir nun weiter vor, l\u00e4ngs dieser Mauer tr\u00fcgen Leute allerhand \u00fcber diese hinausragende Ger\u00e4tschaften, auch Menschenstatuen und Bilder von anderen lebenden Wesen aus Holz, Stein und allerlei sonstigem Stoffe, w\u00e4hrend, wie nat\u00fcrlich, einige der Vor\u00fcbertragenden ihre Stimme h\u00f6ren lassen, andere schweigen.<\/p>\n<p>Ein wunderliches Gleichnis, sagte er, und wunderliche Gefangene!<\/p>\n<p>Leibhaftige Ebenbilder von uns! sprach ich. Haben wohl solche Gefangene von ihren eigenen Personen und von einander etwas anderes zu sehen bekommen als die Schatten, die von dem Feuer auf die ihrem Gesichte gegen\u00fcberstehende Wand fallen?<br \/>\nUnm\u00f6glich, sagte er, wenn sie gezwungen w\u00e4ren, ihr ganzes Leben lang unbeweglich die K\u00f6pfe zu halten.<\/p>\n<p>Ferner, ist es nicht mit den vor\u00fcbergetragenen Gegenst\u00e4nden ebenso?<\/p>\n<p>Allerdings.<\/p>\n<p>Wenn sie nun mit einander reden k\u00f6nnten, w\u00fcrden sie nicht an der Gewohnheit festhalten, den vor\u00fcberwandernden Schattenbildern, die sie sahen, dieselben Benennungen zu geben?<br \/>\nNotwendig.<\/p>\n<p>Weiter: Wenn der Kerker auch einen Widerhall von der gegen\u00fcberstehenden Wand darb\u00f6te, sooft jemand der Vor\u00fcbergehenden sich h\u00f6ren lie\u00dfe, \u2013 glaubst du wohl, sie w\u00fcrden den Laut etwas anderem zuschreiben als den vor\u00fcberschwebenden Schatten?<\/p>\n<p>Nein, bei Zeus, sagte er, ich glaube es nicht.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt also, fuhr ich fort, w\u00fcrden solche nichts f\u00fcr wahr gelten lassen als die Schatten jener Gebilde?<\/p>\n<p>Ja, ganz notwendig, sagte er.<\/p>\n<p>Betrachte nun, fuhr ich fort, wie es bei ihrer L\u00f6sung von ihren Banden und bei der Heilung von ihrem Irrwahne hergehen w\u00fcrde, wenn solche ihnen wirklich zuteil w\u00fcrde: Wenn einer entfesselt und gen\u00f6tigt w\u00fcrde, pl\u00f6tzlich aufzustehen, den Hals umzudrehen, herumzugehen, in das Licht zu sehen, und wenn er bei allen diesen Handlungen Schmerzen empf\u00e4nde und wegen des Glanzgeflimmers vor seinen Augen nicht jene Dinge anschauen k\u00f6nnte, deren Schatten er vorhin zu sehen pflegte: was w\u00fcrde er wohl dazu sagen, wenn ihm jemand erkl\u00e4rte, da\u00df er vorhin nur ein unwirkliches Schattenspiel gesehen, da\u00df er jetzt aber dem wahren Sein schon n\u00e4her sei und sich zu schon wirklicheren Gegenst\u00e4nden gewandt habe und daher nunmehr auch schon richtiger sehe? Und wenn man ihm dann nun auf jeden der vor\u00fcberwandernden wirklichen Gegenst\u00e4nde zeigen und ihn durch Fragen zur Antwort n\u00f6tigen wollte, was er sei, \u2013 glaubst du nicht, da\u00df er ganz in Verwirrung geraten und die Meinung haben w\u00fcrde, die vorhin geschauten Schattengestalten h\u00e4tten mehr Realit\u00e4t als die, welche er jetzt gezeigt bekomme?<\/p>\n<p>Ja, bei weitem, antwortete er.<\/p>\n<p>Und nicht wahr, wenn man ihn zw\u00e4nge, in das Licht selbst zu sehen, so w\u00fcrde er Schmerzen an den Augen haben, davonlaufen und sich wieder jenen Schattengegenst\u00e4nden zuwenden, die er ansehen kann, und w\u00fcrde dabei bleiben, diese w\u00e4ren wirklich deutlicher als die, welche er gezeigt bekam?<br \/>\nSo wird&#8217;s gehen, meinte er.<\/p>\n<p>Wenn aber, fuhr ich fort, jemand ihn aus dieser H\u00f6hle mit Gewalt den rauhen und stellen Aufgang z\u00f6ge und ihn nicht loslie\u00dfe, bis er ihn an das Licht der Sonne herausgebracht h\u00e4tte, \u2013 w\u00fcrde er da wohl nicht Schmerzen empfunden haben, \u00fcber dieses Hinaufziehen aufgebracht werden und, nachdem er an das Sonnenlicht gekommen, die Augen voll Blendung haben und also gar nichts von den Dingen sehen k\u00f6nnen, die jetzt als wirkliche ausgegeben werden?<\/p>\n<p>Er w\u00fcrde es freilich nicht k\u00f6nnen, sagte er, wenn der \u00dcbergang so pl\u00f6tzlich gesch\u00e4he.<br \/>\nAlso einer allm\u00e4hlichen Gew\u00f6hnung daran, glaube ich, bedarf er, wenn er die Dinge \u00fcber der Erde schauen soll. Da w\u00fcrde er nun erstlich die Schatten am leichtesten anschauen k\u00f6nnen und die im Wasser von den Menschen und den \u00fcbrigen Wesen sich abspiegelnden Bilder, sodann erst die wirklichen Gegenst\u00e4nde selbst. Nach diesen zwei Stufen w\u00fcrde er die Gegenst\u00e4nde am Himmel und den Himmel selbst erst des nachts, durch Gew\u00f6hnung seines Blickes an das Sternen- und Mondlicht, leichter schauen als am Tage die Sonne und das Sonnenlicht.<\/p>\n<p>Ohne Zweifel.<\/p>\n<p>Und endlich auf der vierten Stufe, denke ich, vermag er nat\u00fcrlich die Sonne, das hei\u00dft nicht ihre Abspiegelung im Wasser oder in sonst einer au\u00dfer ihr befindlichen K\u00f6rperfl\u00e4che, sondern sie selbst in ihrer Reinheit und in ihrer eigenen Region anzublicken sowie ihr eigentliches Wesen zu beschauen.<\/p>\n<p>Ja, notwendig, sagte er.<\/p>\n<p>Und nach solchen Vor\u00fcbungen w\u00fcrde er \u00fcber sie die Einsicht gewinnen, da\u00df sie die Urheberin der Jahreszeiten und Jahreskreisl\u00e4ufe ist, da\u00df sie die Mutter von allen Dingen im Bereiche der sichtbaren Welt und von allen jenen allm\u00e4hlichen Anschauungen gewisserma\u00dfen die Ursache ist.<br \/>\nJa, entgegnete er, offenbar mu\u00df er zu diesen Einsichten nach jenen Vor\u00fcbungen gelangen.<\/p>\n<p>Wenn er nun an seinen ersten Aufenthaltsort zur\u00fcckdenkt und an die dortige Weisheit seiner Mitgefangenen: wird er da wohl nicht sich wegen seiner Ver\u00e4nderung gl\u00fccklich preisen und jene bedauern?<\/p>\n<p>Ja, sicher.<\/p>\n<p>Und wenn damals bei ihnen Ehres- und Beifallsbezeugungen wechselseitig bestanden sowie Belohnungen f\u00fcr den sch\u00e4rfsten Beobachter der vor\u00fcberwandernden Schatten, feiner f\u00fcr das beste Ged\u00e4chtnis daran, was vor, nach und mit ihnen zu kommen pflegte, und f\u00fcr die geschickteste Prophezeiung des k\u00fcnftig Kommenden: meinst du, da\u00df er da danach Verlangen haben werde, da\u00df er die bei jenen H\u00f6hlenbewohnern in Ehre Stehenden und Machthabenden beneidet? Oder da\u00df es ihm geht, wie Homer sagt, und er viel lieber als Tagel\u00f6hner bei einem linderen d\u00fcrftigen Manne das Feld bestellen und eher alles in der Welt \u00fcber sich ergehen lassen will, als jene Meinungen und jenes Leben haben?<\/p>\n<p>Letzteres glaube ich, sagte er, da\u00df er n\u00e4mlich sich eher allen Leiden unterziehen als jenes Leben f\u00fchren wird.<\/p>\n<p>Hierauf nun, fuhr ich fort, bedenke folgendes: Wenn ein solcher wieder hinunterk\u00e4me und sich wieder auf seinen Platz setzte: w\u00fcrde er da nicht die Augen voll Finsternis bekommen, wenn er pl\u00f6tzlich aus dem Sonnenlicht k\u00e4me?<\/p>\n<p>Ja, ganz sicherlich, sagte er.<\/p>\n<p>Aber wenn er nun, w\u00e4hrend sein Blick noch verdunkelt w\u00e4re, wiederum im Erraten jener Schattenwelt mit jenen ewig Gefangenen wetteifern sollte, und zwar ehe seine Augen wieder zurechtgekommen w\u00e4ren \u2013 und die zu dieser Gew\u00f6hnung erforderliche Zeit d\u00fcrfte nicht ganz klein sein \u2013: w\u00fcrde er da nicht ein Gel\u00e4chter veranlassen, und w\u00fcrde es nicht von ihm hei\u00dfen, weil er hinaufgegangen w\u00e4re, sei er mit verdorbenen Augen zur\u00fcckgekommen, und es sei nicht der M\u00fche wert, nur den Versuch zu machen, hinaufzugehen? Und wenn er sich gar erst unterst\u00e4nde, sie zu entfesseln und hinaufzuf\u00fchren, \u2013 w\u00fcrden sie ihn nicht ermorden, wenn sie ihn in die H\u00e4nde bekommen und ermorden k\u00f6nnten?<\/p>\n<p>Ja, gewi\u00df, antwortete er.<\/p>\n<p>Das Gleichnis hier also, mein lieber Glaukon, fuhr ich fort, ist nun in jeder Beziehung auf die vorhin ausgesprochenen Behauptungen anzuwenden: Die mittels des Gesichts sich uns offenbarende Welt vergleiche einerseits mit der Wohnung im unterirdischen Gef\u00e4ngnisse, und das Licht des Feuers in ihr mit dem Verm\u00f6gen der Sonne; das Hinaufsteigen und das Beschauen der Gegenst\u00e4nde \u00fcber der Erde andererseits stelle dir als den Aufschwung der Seele in die nur durch die Vernunft erkennbare Welt vor, \u2013 und du wirst dann meine subjektive Ansicht hier\u00fcber haben, dieweil du sie doch einmal zu h\u00f6ren verlangst; ein Gott mag aber wissen, ob sie objektiv wahr ist! Aber meine Ansichten hier\u00fcber sind nun einmal die: im Bereiche der Vernunfterkenntnis sei die Idee des Guten nur zu allerletzt und m\u00fchsam wahrzunehmen, und nach ihrer Anschauung m\u00fcsse man zur Einsicht kommen, da\u00df es f\u00fcr alle Dinge die Ursache von allen Regelm\u00e4\u00dfigkeiten und Sch\u00f6nheiten sei, indem es erstlich in der sichtbaren Welt das Licht und dessen Urprinzip erzeugt, sodann auch in der durch die Vernunft erkennbaren Welt selbst Urprinzip ist und sowohl die objektive Wahrheit als auch unsere Vernunfteinsicht gew\u00e4hrt; ferner zur Einsicht kommen, da\u00df das Wesen des Guten ein jeder erkannt haben m\u00fcsse, der verst\u00e4ndig handeln will, sei es in seinem eigenen Leben oder im Leben des Staates.<\/p>\n<p>Ja, sagte er, auch ich teile deine Ansicht, wie ich eben vermag.<\/p>\n<p>Wohlan denn, fuhr ich fort, teile auch noch folgende Ansicht mit mir und finde es gar nicht auffallend, da\u00df die, welche zu jener Erkenntnis gelangt sind, gar keine Lust haben, sich mit den H\u00e4ndeln der Menschen abzugeben, sondern da\u00df sie immer zum Verweilen im \u00dcberirdischen sich gezogen f\u00fchlen; begreiflich wohl ja doch, wofern auch hier nach dem vorerw\u00e4hnten Gleichnisse es sich so verh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Begreiflich freilich, meinte er.<\/p>\n<p>Und kann man denn es ferner auffallend finden, da\u00df jemand, von den g\u00f6ttlichen Anschauungen in die Welt der menschlichen Tr\u00fcbsale versetzt, sich ungeschickt stellt und gar albern scheint, wenn er noch w\u00e4hrend seines bl\u00f6den Blickes und ohne hinreichende Gew\u00f6hnung an die nunmehrige Finsternis in die Notwendigkeit kommt, in Gerichtsh\u00f6fen oder anderswo \u00fcber die Schatten der Gerechtigkeit oder \u00fcber die Gebilde, wovon die Schatten kommen, zu streiten und dar\u00fcber zu wetteifern, wie sie von den Menschenkindern aufgefa\u00dft werden, von ihnen, die die Gerechtigkeit an sichniemals geschaut haben?<\/p>\n<p>Das w\u00e4re, sagte er, in keiner Weise auffallend!<\/p>\n<p>Ja, wenn jemand Verstand hat, fuhr ich fort, so erinnert er sich, da\u00df zweierlei und von zweierlei Ursachen kommende Tr\u00fcbungen den Augen widerfahren, n\u00e4mlich einmal, wenn sie aus dem Licht in die Finsternis, und dann, wenn sie aus der Finsternis ins Licht versetzt werden; und wenn er nun daran festh\u00e4lt, da\u00df dieselben Erscheinungen in der Seele sich zutragen, so wird er nicht unvern\u00fcnftig lachen, sooft er Verbl\u00fcfftheit und Ungeschicktheit beim Erschauen eines Gegenstandes bei einer Seele bemerkt, sondern er wird untersuchen, ob sie aus einem lichtvolleren Leben herkomme und aus Ungewohnheit verfinstert wird, oder ob sie durch den \u00dcbergang aus einem ungebildeteren Zustande in einen lichtvolleren von dem helleren Lichtglanz verbl\u00fcfft sei. Und demnach wird er erstere wegen ihres Zustandes und Lebens gl\u00fccklich preisen, letztere aber bemitleiden; wenn er jedoch \u00fcber letztere lachen wollte, so w\u00fcrde dieses Lachen ihm weniger Schande machen als das \u00fcber eine aus dem Licht kommende Seele.<\/p>\n<p>Ja, sagte er, sicher hast du recht.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen also, fuhr ich fort, die Wahrheit dieser Ansichten vorausgesetzt, hier\u00fcber folgende Ansicht festhalten: Die Jugendbildung sei nicht von der Art, wof\u00fcr sie einige Lehrer von Profession ausgeben. Nach ihrem Vorgeben gibt es ganz und gar kein in der Seele urspr\u00fcnglich gelegenes Wissen, und sie setzten es hinein, als wenn sie blinden Augen ein Gesichtsverm\u00f6gen einsetzten.<\/p>\n<p>Ja, sagte er, das geben sie vor.<\/p>\n<p>Aber die gegenw\u00e4rtige Theorie, sprach ich weiter, deutet offenbar daraufhin, da\u00df das Verm\u00f6gen jenes Wissens urspr\u00fcnglich in der Seele gelegen sei; das Organ, mit dem ein jeder erkennt, mu\u00df nur ebenso, wie wenn ein Auge nicht anders als mit dem ganzen K\u00f6rper sich nach dem Hellen aus dem Dunklen umwenden k\u00f6nnte, mit der ganzen Seele aus dem Bereiche des wandelbaren Werdens umgelenkt werden, bis diese die Anschauung des reinen Seins und die der hellsten Region desselben ertragen kann; diese hellste Region ist aber nach unserer Erkl\u00e4rung das h\u00f6chste, wesenhafteste Gute, nicht wahr?<\/p>\n<p>Ja.&#8216;<\/p>\n<p>www.zeno.org<\/p>\n<p><a class=\"IMAGE\" title=\"Plato, Die Allegorie von der Grotte\" href=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/images\/Plato_allegorie_2.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Plato_allegorie_2_SMALL.jpg\" alt=\"Plato, Die Allegorie von der Grotte\" \/><\/a><br \/>\n<span class=\"P\">Anonymus, Museum de la Chartreuse, Douai<\/span><em><strong>Plato, Die Allegorie von der Grotte Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aber wenn er nun, w\u00e4hrend sein Blick noch verdunkelt w\u00e4re, wiederum im Erraten jener Schattenwelt mit jenen ewig Gefangenen wetteifern sollte, und zwar ehe seine Augen wieder zurechtgekommen w\u00e4ren \u2013 und die zu dieser Gew\u00f6hnung erforderliche Zeit d\u00fcrfte nicht ganz klein sein \u2013: w\u00fcrde er da nicht ein Gel\u00e4chter veranlassen, und w\u00fcrde es nicht von ihm hei\u00dfen, weil er hinaufgegangen w\u00e4re, sei er mit verdorbenen Augen zur\u00fcckgekommen, und es sei nicht der M\u00fche wert, nur den Versuch zu machen, hinaufzugehen? Und wenn er sich gar erst unterst\u00e4nde, sie zu entfesseln und hinaufzuf\u00fchren, \u2013 w\u00fcrden sie ihn nicht ermorden, wenn sie ihn in die H\u00e4nde bekommen und ermorden k\u00f6nnten?<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4917,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7377","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7377","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7377"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7377\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8173,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7377\/revisions\/8173"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4917"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7377"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7377"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7377"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}