{"id":7382,"date":"2016-04-27T00:00:00","date_gmt":"2016-04-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/luther-spirituell-angeschaut\/"},"modified":"2025-04-14T12:02:54","modified_gmt":"2025-04-14T10:02:54","slug":"luther-spirituell-angeschaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/luther-spirituell-angeschaut\/","title":{"rendered":"Luther &#8211; spirituell angeschaut"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Rudolf Steiner: 'Aber dennoch: niemand kann Luther recht verstehen,  der nicht wei\u00df, da\u00df die Bewu\u00dftseinserfassung dessen, was man aus dem  Geiste seiner Zeit heraus den Teufel nennt, wir nennen es heute Ahriman  und Luzifer, f\u00fcr ihn wirkliche geistige Erlebnisse sind, nicht blo\u00df an  der einen Stelle auf der Wartburg, sondern \u00fcberall, wo Luther von diesen  Dingen spricht. Suchen Sie nur einmal diese Dinge im Zusammenhange  aufzufassen, Sie k\u00f6nnen nicht anders, als zu der \u00dcberzeugung kommen: So  spricht nur ein Mensch von dem Teufel, der ihn gesehen hat, der ihn  geschaut hat, und der da wei\u00df: \u00abDen Teufel sp\u00fcrt das V\u00f6lkchen nie, und  wenn er sie beim Kragen h\u00e4tte.\u00bb'<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/167822671a9344b4994dc313584e5397.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nRudolf Steiner:<\/p>\n<p>&#8218;Aber dennoch: niemand kann Luther recht verstehen, der nicht wei\u00df, da\u00df die Bewu\u00dftseinserfassung dessen, was man aus dem Geiste seiner Zeit heraus den Teufel nennt, wir nennen es heute Ahriman und Luzifer, f\u00fcr ihn wirkliche geistige Erlebnisse sind, nicht blo\u00df an der einen Stelle auf der Wartburg, sondern \u00fcberall, wo Luther von diesen Dingen spricht. Suchen Sie nur einmal diese Dinge im Zusammenhange aufzufassen, Sie k\u00f6nnen nicht anders, als zu der \u00dcberzeugung kommen: So spricht nur ein Mensch von dem Teufel, der ihn gesehen hat, der ihn geschaut hat, und der da wei\u00df: \u00abDen Teufel sp\u00fcrt das V\u00f6lkchen nie, und wenn er sie beim Kragen h\u00e4tte.\u00bb&#8216;<\/p>\n<p>&#8218;Luther stand da in einem Zeitalter, in welchem er in seiner Seele den Zusammenhang mit der geistigen Welt hatte. Alles, was als ahrimanische Teufelei in der Welt erlebt werden kann, war f\u00fcr ihn eine Wirklichkeit. Das war es. Was er so erlebt hat, l\u00e4\u00dft sich nicht in gew\u00f6hnlichen Worten ausdr\u00fccken, denn die bezeichnen ja physische Dinge. Man mu\u00df es in Bildern ausdr\u00fccken, in Imaginationen. Aber die Imaginationen dr\u00fccken wahrhaftig das aus, was man schaut und sieht.&#8216;<\/p>\n<p>&#8218;Und besonders ein solcher Geist, wie er in Luther aufgetaucht ist, kann sich nicht wiederholen. Er mu\u00df als historische Erscheinung, unmittelbar wie er dasteht, genommen werden. Falsch ist es zu glauben, da\u00df irgend jemand Luther nachleben kann. Sondern worauf es ankommt, ist, da\u00df man sich in ihn vertieft, da\u00df man versucht, an seiner historischen Pers\u00f6nlichkeit zu studieren, was sich da einmal abgespielt hat, wie nicht nur diese eine Individualit\u00e4t Luther, die in jenen vorbereitenden Mysterien vor dem Christentum zu finden ist, nachher in einer anderen Inkarnation gelebt hat und dann sp\u00e4ter als Luther erschienen ist, da ist, sondern da\u00df sich in der Tat der ganze Entwickelungs- und Gesetzesgang der Menschheit in dieser einen Erscheinung ausspricht.<\/p>\n<p>Alles das aber h\u00e4ngt davon ab, da\u00df Luther in seiner Zeit noch ein volles Erfahrungswissen hatte von jenen Regionen der Welt, wohin er den Teufel, wir w\u00fcrden sagen Ahriman, versetzt. Doch dieses Wissen ging hinunter in unterbewu\u00dfte Regionen. .. Diese Betrachtung hat ziemlich \u00fcberhand genommen, die nicht davon ausgeht, die unmittelbare Erfahrung Luthers in der geistigen Welt zu nehmen, sondern die davon ausgeht, wenn er vom Teufel spricht, zu meinen, es sei dies nur die Schw\u00e4che des gro\u00dfen Mannes gewesen. Es ist aber nur die Schw\u00e4che derer, die heute \u00fcber Luther reden, wenn so von ihm gesprochen wird.&#8216;<\/p>\n<p>&#8218;Oh, es tut einem in der Seele weh, wenn man das Gro\u00dfe sieht, das in der abendl\u00e4ndischen Kultur hervorgegangen ist aus Schillers Briefen \u00fcber die \u00e4sthetische Erziehung, was h\u00e4tte hervorgehen k\u00f6nnen &#8211; wenn es auch bis jetzt nicht so hervorgegangen ist, wie es h\u00e4tte k\u00f6nnen &#8211; aus den gro\u00dfen Impulsen, die in Goethes \u00abFaust\u00bb liegen. Wenn man die Anregungen zur Spiritualit\u00e4t ins Auge fa\u00dft, welche darin liegen, wenn man sie voll kennt &#8211; und wenn man dann sehen mu\u00df, wie unsere Zeit-genossen die Schulung ihrer Spiritualit\u00e4t immer wieder und wieder in den abgeschmacktesten amerikanischen Harmonien mit dem Weltenall und \u00e4hnlichem solchem Zeug gesucht haben! Man bekommt solchen Weltschmerz! &#8218;<\/p>\n<p>&#8218;Auf dies wollte ich auch noch hinweisen, wie Lessing, wie Goethe, wie Schiller in der neueren Kulturentwickelung, von diesem Gesichtspunkte aus gesehen, drinnen stehen, und gerade dadurch versteht man das, was Luther ihnen vorangehend war, um so besser. Eine Pers\u00f6nlichkeit, wie die Luthers war, lernt man dann erst recht erkennen, wenn man einsieht, aus welchen Tiefen heraus sie sprach, und was in den Tiefen ihrer Seele lebte. Das wollte ich gerade in dieser Zeit hinstellen. Ich glaube schon: wenn Sie diese Gedanken nun nehmen und an das herantreten, was Ihnen gerade in dieser unserer Zeit von Luther ausgehend so m\u00e4chtig entgegentreten kann, Sie werden vieles bei Luther finden, durch sich selbst finden, was ich nat\u00fcrlich hier nicht im einzelnen ausf\u00fchren kann, was jeder auch bei Luther selber finden mu\u00df. Dann, meine ich, kann gerade f\u00fcr unsere so schwere Zeit die Versenkung in Luther wieder den Ausgangspunkt einer Vertiefung durch Luther werden. Denn vielleicht ist keine Kraft so geeignet, auf das m\u00e4chtige Kolorit des f\u00fcnften nachatlantischen Kulturzeitraumes hinzuweisen, wie Luther, weil er eben ganz aus dem Geiste dieses f\u00fcnften Zeitraumes heraus sprach, aber seine Worte fand aus dem Geiste des vierten nachatlantischen Kulturzeitraumes heraus.&#8216; (GA 176,\u00a0 Das Karma des Materialismus, 7. und 8. Vortrag).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog104.jpg\" alt=\"Luther - spirituell angeschaut\" width=\"250\" \/><br \/>\nDie Lampe des Teufels, Francisco de Goya, 1797-1798<em><strong>Luther &#8211; spirituell angeschaut Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8218;Aber dennoch: niemand kann Luther recht verstehen, der nicht wei\u00df, da\u00df die Bewu\u00dftseinserfassung dessen, was man aus dem Geiste seiner Zeit heraus den Teufel nennt, wir nennen es heute Ahriman und Luzifer, f\u00fcr ihn wirkliche geistige Erlebnisse sind, nicht blo\u00df an der einen Stelle auf der Wartburg, sondern \u00fcberall, wo Luther von diesen Dingen spricht. 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