{"id":7388,"date":"2017-09-27T00:00:00","date_gmt":"2017-09-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/das-gespraech-ii\/"},"modified":"2025-04-11T12:43:43","modified_gmt":"2025-04-11T10:43:43","slug":"das-gespraech-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/das-gespraech-ii\/","title":{"rendered":"Das Gespr\u00e4ch II"},"content":{"rendered":"<p><!--\n\n\n<h2>Vorige week kreeg ik een vraag om de rol te beschouwen die de gevoelens, de emoties in een gesprek spelen.  Vorige Woche erhielt ich eine Frage, um diejenige Rolle auch mal zu betrachten, die die Gef\u00fchle, die Emotionen in einer Konversation spielen.  Es ist klar, dass sie die Hauptrolle bei der Gestaltung der Meinungen spielen. Man k\u00f6nnte sagen - mit einem gewissen Recht -, dass unsere Meinungen Gef\u00fchle sind, die sich zu Gedanken kristallisiert haben. Nicht ganz nat\u00fcrlich, denn der Inhalt der Meinungen wird aus einer allgemeinen Welt des Denkens genommen wird. Aber die Komposition der Meinung ist weitgehend von Emotionen geleitet. Nur dort, wo Weisheit die Form der Gef\u00fchlswelt ist, kann es reine, gesunde, wahre Meinungen geben.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/bb478848495bc2256253f952a5aa85dd.jpg\" \/><\/a>\n\n--><br \/>\nVorige Woche erhielt ich eine Frage, um diejenige Rolle auch mal zu betrachten, die die Gef\u00fchle, die Emotionen in einer Konversation spielen.<\/p>\n<p>Es ist klar, dass sie die Hauptrolle bei der Gestaltung der Meinungen spielen. Man k\u00f6nnte sagen &#8211; mit einem gewissen Recht -, dass unsere Meinungen Gef\u00fchle sind, die sich zu Gedanken kristallisiert haben. Nicht ganz nat\u00fcrlich, denn der Inhalt der Meinungen wird aus einer allgemeinen Welt des Denkens genommen wird. Aber die Komposition der Meinung ist weitgehend von Emotionen geleitet. Nur dort, wo Weisheit die Form der Gef\u00fchlswelt ist, kann es reine, gesunde, wahre Meinungen geben.<\/p>\n<p>Wir wissen, dass unsere Emotionen viel mehr mit dem Ego vermischt sind als es die Gedanken sind. Im Denken gibt es immer noch ein Kern der Universalit\u00e4t. Im Gef\u00fchl gibt es nur noch Pers\u00f6nlichkeit. Dennoch w\u00e4ren wir nicht menschlich, wenn es nur universelle Gedanken in unserer Seele g\u00e4be und keine Gef\u00fchle, keine Emotionen.<br \/>\nIn der Philosophie haben die gro\u00dfen Denker ihre K\u00f6pfe \u00fcber die Frage zerbrochen: Wie k\u00f6nnen wir eine Erziehung des emotionalen Lebens, der Gem\u00fctsseele finden, ohne das Ego zu stimulieren, aber auch ohne den kalten Intellekt \u00fcberherrschen zu lassen?<\/p>\n<p>Ich denke, unser Meister in diesem Thema &#8211; abgesehen von Rudolf Steiner &#8211; sollte Friedrich Schiller sein, in seinen Briefen \u00fcber die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen. Das Problem mit diesen Texten ist, dass sie f\u00fcr Menschen geschrieben wurden, die mit Engagement denken wollen. Tats\u00e4chlich sind die Texte gar nicht so schwer, wenn wir die von Schiller konzipierte Intuition erfassen, die er so pr\u00e4zise und umfassend ausgearbeitet hat. Schiller fand &#8211; unter Beobachtung der menschlichen Seele und des Geistes in all seinen Einrichtungen -, dass die menschliche Seele zwischen zwei Extremen gestellt wird: Einerseits in die Wirklichkeit, die ihr durch die Sinne gegeben wird, die ist immer in Bewegung ist und sich immer ver\u00e4ndert und im Zusammenhang mit dem Willen steht, mit den Leidenschaften, die schwer zu regieren sind; andererseits in der Welt der &#8222;Form&#8220;, sie ist universell, ewig, ewig sich selbst gleich, sie tr\u00e4gt das herrschende Prinzip in sich und ist in diesem Sinne frei &#8211; aber abseits von der Wirklichkeit. In der Welt der Sinne gibt es keine Freiheit, wegen der nat\u00fcrlichen Kraft; In der Welt der Form gibt es eine Art Freiheit, aber die kann nicht in die Realit\u00e4t gebracht werden und so gibt es \u00fcberhaupt keine Freiheit. In der Welt der Sinne werden wir mit dem Strom kr\u00e4ftig mitgef\u00fchrt; In der Welt der Form \u00fcberherrscht uns das unbewegliche Prinzip.<\/p>\n<p>Schiller sah die aufkommende Freiheit zwischen beiden dort, wo die Form Wirklichkeit wird und wo die Wirklichkeit Form annimmt. Dies ist der Punkt der Freiheit f\u00fcr die menschliche Seele, der Bereich, wo wir wahrhaft f\u00fchlende Wesen sind, wo aber das Gef\u00fchl eine objektive Form geworden ist und in der Wirklichkeit erscheint. Schiller nannte dies &#8222;Spieltrieb&#8220; zwischen &#8222;Formtrieb&#8220; und &#8222;Stofftrieb&#8220;. Der Spieltrieb lebt im demjenigen Bereich der Seele, der einen K\u00fcnstler aus uns macht. Wahre Kunst ist die Impr\u00e4gnierung des einen Extrems mit dem anderen und umgekehrt. Ich zitiere Schiller hier und hoffe, dass die Intuition den Text gut lesbar macht.<\/p>\n<p>Friedrich Schiller:<br \/>\n&#8220;G\u00e4be es aber F\u00e4lle, wo er diese doppelte Erfahrung\u00a0zugleich\u00a0machte, wo er sich zugleich seiner Freiheit bewu\u00dft w\u00fcrde und sein Dasein empf\u00e4nde, wo er sich zugleich als Materie f\u00fchlte und als Geist kennen lernte, so h\u00e4tte er in diesen F\u00e4llen, und schlechterdings nur in diesen, eine vollst\u00e4ndige Anschauung seiner Menschheit, und der Gegenstand, der diese Anschauung ihm verschaffte, w\u00fcrde ihm zu einem Symbol seiner\u00a0ausgef\u00fchrten Bestimmung, folglich (weil diese nur in der Allheit der Zeit zu erreichen ist) zu einer Darstellung des Unendlichen dienen.<\/p>\n<p>Vorausgesetzt, da\u00df F\u00e4lle dieser Art in der Erfahrung vorkommen k\u00f6nnen, so w\u00fcrden sie einen neuen Trieb in ihm aufwecken, der eben darum, weil die beiden andern in ihm zusammenwirken, einem jeden derselben, einzeln betrachtet, entgegengesetzt sein und mit Recht f\u00fcr einen neuen Trieb gelten w\u00fcrde. Der sinnliche Trieb will, da\u00df Ver\u00e4nderung sei, da\u00df die Zeit einen Inhalt habe; der Formtrieb will, da\u00df die Zeit aufgehoben, da\u00df keine Ver\u00e4nderung sei. Derjenige Trieb also, in welchem beide verbunden wirken (es sei mir einstweilen, bis ich diese Benennung gerechtfertigt haben werde, verg\u00f6nnt, ihn\u00a0Spieltrieb\u00a0zu nennen), der Spieltrieb also w\u00fcrde dahin gerichtet sein, die Zeit\u00a0in der Zeit\u00a0aufzuheben, Werden mit absolutem Sein, Ver\u00e4nderung mit Identit\u00e4t zu vereinbaren.<br \/>\nDer sinnliche Trieb will bestimmt\u00a0werden, er will sein Objekt empfangen; der Formtrieb will\u00a0selbst\u00a0bestimmen, er will sein Objekt hervorbringen; der Spieltrieb wird also bestrebt sein, so zu empfangen, wie er selbst hervorgebracht h\u00e4tte, und so hervorzubringen, wie der Sinn zu empfangen trachtet.<\/p>\n<p>Der sinnliche Trieb schlie\u00dft aus seinem Subjekt alle Selbstt\u00e4tigkeit und Freiheit, der Formtrieb schlie\u00dft aus dem seinigen alle Abh\u00e4ngigkeit, alles Leiden aus. Ausschlie\u00dfung der Freiheit ist aber physische, Ausschlie\u00dfung des Leidens ist moralische Nothwendigkeit. Beide Triebe n\u00f6thigen also das Gem\u00fcth, jener durch Naturgesetze, dieser durch Gesetze der Vernunft. Der Spieltrieb also, als in welchem beide verbunden wirken, wird das Gem\u00fcth zugleich moralisch und physisch n\u00f6thigen; er wird also, weil er alle Zuf\u00e4lligkeit aufhebt, auch alle N\u00f6thigung aufheben und den Menschen sowohl physisch als moralisch in Freiheit setzen. Wenn wir Jemand mit Leidenschaft umfassen, der unsrer Verachtung w\u00fcrdig ist, so empfinden wir peinlich die\u00a0N\u00f6thigung der Natur. Wenn wir gegen einen Andern feindlich gesinnt sind, der uns Achtung abn\u00f6thigt, so empfinden wir peinlich die\u00a0N\u00f6thigung der Vernunft. So bald er aber zugleich unsre Neigung interessiert und unsre Achtung sich erworben, so verschwindet sowohl der Zwang der Empfindung als der Zwang der Vernunft, und wir fangen an, ihn zu lieben, d.\u00a0h., zugleich mit unsrer Neigung und mit unsrer Achtung zu spielen.<\/p>\n<p>Indem uns ferner der sinnliche Trieb physisch und der Formtrieb moralisch n\u00f6thigt, so l\u00e4\u00dft jener unsre formale, dieser unsre materiale Beschaffenheit zuf\u00e4llig, das hei\u00dft, es ist zuf\u00e4llig, ob unsre Gl\u00fcckseligkeit mit unserer Vollkommenheit, oder ob diese mit jener \u00fcbereinstimmen werde. Der Spieltrieb also, in welchem beide vereinigt wirken, wird zugleich unsre formale und unsere materiale Beschaffenheit, zugleich unsre Vollkommenheit und unsre Gl\u00fcckseligkeit zuf\u00e4llig machen; er wird also, eben weil er\u00a0beide\u00a0zuf\u00e4llig macht, und weil mit der Nothwendigkeit auch die Zuf\u00e4lligkeit verschwindet, die Zuf\u00e4lligkeit in beiden wieder aufheben, mithin Form in die Materie und Realit\u00e4t in die Form bringen. In demselben Ma\u00dfe, als er den Empfindungen und Affekten ihren dynamischen Einflu\u00df nimmt, wird er sie mit Ideen der Vernunft in Uebereinstimmung bringen, und in demselben Ma\u00dfe, als er den Gesetzen der Vernunft ihre moralische N\u00f6thigung benimmt, wird er sie mit dem Interesse der Sinne vers\u00f6hnen.&#8216; (\u00dcber die aesthetische Erziehung des Menschen, aus dem 14. Brief)<br \/>\nK\u00f6nnen wir lernen ein Gespr\u00e4ch zu spielen wie ein Konzert?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/miekemosmuller.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Blog177.jpg\" alt=\"Mieke Mosmuller\" width=\"250\" \/><br \/>\nGriechische Statue: Apollo von Olympia<br \/>\nWo Form und Sinnlichkeit vereint erscheinen<em><strong>Das Gespr\u00e4ch II Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist klar, dass sie die Hauptrolle bei der Gestaltung der Meinungen spielen. Man k\u00f6nnte sagen &#8211; mit einem gewissen Recht -, dass unsere Meinungen Gef\u00fchle sind, die sich zu Gedanken kristallisiert haben. Nicht ganz nat\u00fcrlich, denn der Inhalt der Meinungen wird aus einer allgemeinen Welt des Denkens genommen wird. Aber die Komposition der Meinung ist weitgehend von Emotionen geleitet. 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