{"id":7423,"date":"2020-09-30T00:00:00","date_gmt":"2020-09-29T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/blog\/wahrheit-durch-konsensus\/"},"modified":"2025-04-07T10:39:33","modified_gmt":"2025-04-07T08:39:33","slug":"wahrheit-durch-konsensus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/wahrheit-durch-konsensus\/","title":{"rendered":"Wahrheit durch Konsensus"},"content":{"rendered":"<p><em class=\"EMPH_BOX\">Der folgende Text ist eine w\u00f6rtliche Transkription des gesprochenen Videotextes.<\/em><br \/>\n<!--\n\n\n<h2>Die Wahrheitsfindung hat mehrere Seiten. Man braucht Wahrnehmung und Denken, und in der Virus- und DNA-Forschung fehlt die Wahrnehmungsseite.    Mieke Mosmuller spricht \u00fcber die Wahrheit nach Goethe, das Verh\u00e4ltnis zu sich selbst und zur Au\u00dfenwelt und die neue Wahrheit: Konsens kann auch au\u00dferhalb der Wahrheit erzielt werden.<u><em><a title=\"YouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/PYDhvf_OW04\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">YouTube<\/a><\/em><\/u><\/h2>\n\n\n<a title=\"ouTube\" href=\"https:\/\/youtu.be\/PYDhvf_OW04\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img alt=\"Mieke Mosmuller\" data-src=\"https:\/\/www.miekemosmuller.com\/uploads\/5903b27f2ac7883e880eda7fc5d594b1.jpg\" \/><\/a>\n\n--><\/p>\n<p>Die Wahrheitsfindung hat mehrere Seiten. Man braucht Wahrnehmung und Denken, und in der Virus- und DNA-Forschung fehlt die Wahrnehmungsseite.<\/p>\n<p>Mieke Mosmuller spricht \u00fcber die Wahrheit nach Goethe, das Verh\u00e4ltnis zu sich selbst und zur Au\u00dfenwelt und die neue Wahrheit: Konsens kann auch au\u00dferhalb der Wahrheit erzielt werden.<u><\/u><\/p>\n<p>Ja, ich habe diese Videoserie mit dem Thema &#8222;Die W\u00fcrde des Menschen&#8220; begonnen. Und dann versuchte ich, verschiedene Visionen der Wahrheit zu vermitteln, wie etwa die von Aristoteles und Hegel. Und jetzt habe ich die letzten beiden Male den Unterschied zwischen einem Bakterium und einem Virus angedeutet, und ja, da haben Sie tats\u00e4chlich das Problem, dass die aristotelische Wahrheit nicht wirklich da ist, weil Sie nicht sagen k\u00f6nnen, so ist es, und ich sage, es ist so, oder es ist nicht so, und ich sage, es ist nicht so. Man kann es nicht, weil man sich der Realit\u00e4t nicht wirklich anschauen kann. Wenn man sich vertieft, was in der wissenschaftlichen Literatur \u00fcber das Virus geschrieben steht, dann ist es so, dann hat man den Eindruck, dass man sozusagen in einem Bereich forscht, in dem man \u00fcberhaupt kein Licht hat, \u00fcberhaupt kein Objekt, sondern eine Art Hypothesenmaterial, Arbeitsmodelle, die dann in der T\u00e4tigkeit, also in der Realit\u00e4t, getestet und gepr\u00fcft und dann akzeptiert oder abgelehnt werden. Man hat also das Gef\u00fchl, dass man irgendwo mit den H\u00e4nden unter einem Tuch ist und dass man dort in einem v\u00f6llig unbekannten Gebiet mikrochirurgisch operieren muss, das ist es. Und ja, dann h\u00f6rt nat\u00fcrlich die aristotelische Wahrheit auf, weil man nicht einmal sagen kann, wie es ist, so dass es ziemlich unsinnig wird, sich zu fragen, ob man sagt, dass es so ist, wie es ist.<\/p>\n<p>Es ist also wirklich eine Komplikation, die dort auftritt, und Rudolf Steiner hat schon zu seiner Zeit \u00fcber die Atome und die Molek\u00fcle gesagt, das diese Arbeitsmodelle sind, das ist auch von der Wissenschaft anerkannt, dass sie Arbeitsmodelle sind, aber weil die Menschen immer mit diesen Arbeitsmodellen arbeiten, entsteht beim Menschen allm\u00e4hlich der Eindruck, dass es wirklich so ist.<\/p>\n<p>Und wenn man das Studium der DNA fortsetzt, dann hat man zu einem bestimmten Zeitpunkt diese ganz bestimmte chemische Struktur, die bekannt sein soll, die dann in einer Mikroform eine Helix, eine Doppelhelixstruktur haben w\u00fcrde. Und nun ist es nat\u00fcrlich in der Tat so, dass man sozusagen einfach annimmt, dass diese auch so aussieht, obwohl es eigentlich Hypothesen sind, die praktikabel sind. Man kann mit ihnen arbeiten, aber es ist nat\u00fcrlich nicht richtig, wenn es zu einem bestimmten Zeitpunkt so weit kommt, dass man v\u00f6llig vergisst, dass es Hypothesen waren, und dass man anf\u00e4ngt, sie wie die Realit\u00e4t zu behandeln.<\/p>\n<p>Man befindet sich also auf dem Gebiet der Wahrnehmung mit einer seltsamen Art von Unsichtbarkeit, wo das einzige, was sichtbar ist, bestimmte Denkmodelle sind, die dann durch die Elektronenmikroskopie mehr oder weniger best\u00e4tigt werden, aber auf eine ganz andere Art und Weise, als das, was man in der, lassen Sie mich sagen, klassischen Wissenschaft als Wahrnehmungswelt hatte. Wenn man sich dann des Unterschieds zwischen einem Bakterium, das man noch sehen kann, und einem Virus, das eigentlich ein Arbeitsmodell ist, das funktioniert, bewusst wird, und man dann anf\u00e4ngt, sich zu fragen, was hier eigentlich die Wahrheit ist, dann kann man nicht einmal mehr sagen, dass man es dort mit einer koh\u00e4renten Gedankenkomposition zu tun hat, denn koh\u00e4rent ist sie eigentlich nicht mehr, weil man keinen direkten Bezug zur Realit\u00e4t hat.<\/p>\n<p>Wenn man sich dann fragt, wie soll ich da einen festen Boden unter die F\u00fc\u00dfe des Wissens bekommen, dann kann man sich fragen, ja, wie hat ein so gro\u00dfer Geist wie Goethe das eigentlich gemacht? Von Goethe ist nat\u00fcrlich bekannt, dass er ein Mann der Wahrnehmung war und dass er die sichtbare Welt als Ausgangspnkt nam und entsetzt gewesen w\u00e4re, dass eine Schein-Welt der Wahrnehmung erdacht wurde, die dann eine Art Realit\u00e4t annimmt, weil man vergisst, dass sie eine Erfindung ist. Das kann nat\u00fcrlich sein, aber es ist nicht so, wie es dargestellt wird. Und weil es nicht so ist, kann man sich auch nicht auf die Folgen dieser nicht beobachteten Wahrnehmungen verlassen. Es ist also richtig, dass es in der wissenschaftlichen Literatur jedes Mal hei\u00dft: Es gibt auch andere Forschungen, die etwas anderes zeigen, ja sogar das Gegenteil zeigen, wir wissen dies nicht, wir wissen das nicht, aber wir wissen nat\u00fcrlich vieles scheinbar, weil bestimmte Dinge, die wir kennen, wirklich funktionieren. Mit Goethe kann man also auch nicht wirklich weiterkommen, wenn man nicht wei\u00df, wie man das, was Goethe als Wahrheit beschreibt, auf die Erfahrung des Denkens, bestimmter Ideen, Darstellungen \u00fcbertragen kann. Wenn Sie Goethes Grundpr\u00e4misse h\u00f6ren:<\/p>\n<p>Kenne ich mein Verh\u00e4ltnis zu mir selbst und zur Aussenwelt,<br \/>\nso heiss ich es Wahrheit.<br \/>\nUnd so hat jeder seine eigene Wahrheit<br \/>\nund ist es doch immer dieselbige.<\/p>\n<p>Es gibt einen Aspekt in diesem Aufruf zur Wahrheit, einen Aspekt, der aus der Wissenschaft verschwunden ist, und das ist der Aspekt der Beziehung zu sich selbst. Die Beziehung zur Au\u00dfenwelt, das ist es, worum es der Wissenschaft geht, auch in Bereichen, in denen sie, diese Wissenschaft, die Au\u00dfenwelt \u00fcberhaupt nicht sieht. Aber der Forscher, der Wissenschaftler selbst, muss nach der modernen Wissenschaft v\u00f6llig au\u00dferhalb bleiben.<\/p>\n<p>Versucht man aber zu vertiefen, was Goethe zu vermitteln versucht, dann kann man sagen, dass die Wahrheit eigentlich gar nicht existiert, wenn nicht der Mensch selbst das Verh\u00e4ltnis zu sich selbst erforscht. Das ist eine wunderbare Aufgabe. Aber wenn man versucht, \u00fcber wissenschaftliche Inhalte zu meditieren, dann entdeckt man, was das ist, man entdeckt, dass, wenn man sich den Unterschied zwischen einem Bakterium und einem Virus vorstellt und versucht, diese Unterschiede zu erleben, sie nicht nur zu kennen, sondern auch, fast m\u00f6chte man sagen, zu f\u00fchlen, was ein solcher Unterschied tats\u00e4chlich bedeutet, dann stellt man die Beziehung zu sich selbst her, denn das Erleben, ja, die kann wirklich niemand anders als jeder Mensch f\u00fcr sich selbst bewirken. Die Au\u00dfenwelt k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich immer noch in allgemeinen Begriffen beschreiben, und das ist moderne Wissenschaft. Aber das, was ein Mensch erlebt , daf\u00fcr wird dieser Mensch individuell gebraucht, ihn muss es geben, und dieser Mensch muss das auch selbst tun. Und wenn man das ge\u00fcbt hat, dann wird man im Laufe der Zeit herausfinden, dass man in der Kombination der Beziehung zur Au\u00dfenwelt, die man in der Wissenschaft vorfindet, mit der Beziehung zu sich selbst, die man individuell aktiv herbeif\u00fchren muss, tats\u00e4chlich in Wahrheit da ist.<\/p>\n<p>Nun, das ist etwas, das aus dem Bereich der Wissenschaft verschwunden ist und auch aus ihr herausgehalten wird, und wir haben gesehen, dass im zwanzigsten Jahrhundert &#8211; ich habe das erste Mal darauf hingewiesen &#8211; die Wahrheit, die individuelle Wahrheit, faktisch als nicht realisierbar abgeschafft wurde, sie existiert nicht. Es gibt eine Wahrheit, aber sie kann nicht individuell gefunden werden. Und das hat zur Entstehung einer Theorie der Wahrheit gef\u00fchrt, die davon ausgeht, dass Wahrheit mit Konsens verbunden ist, dass man sich einig ist, dass das die Wahrheit ist. Dass dies ein bestimmter Aspekt der Wahrheit ist, das ist nat\u00fcrlich offensichtlich, aber dass man die Wahrheit nur so sehen will, das ist charakteristisch f\u00fcr die moderne Zeit, und das hat Konsequenzen, sehr weitreichende Konsequenzen. Denn das bedeutet, dass man sich immer weiter vom Individuum entfernen kann, dass man mehr und mehr auf Think Tanks, auf Denkgruppen zur\u00fcckgreifen kann, die gemeinsam zu einem Konsens kommen, und dass man sich vorstellen kann, dass man einen Schritt machen kann, dass man mit einer Gemeinschaft von Wissenschaftlern oder Politikern, von Wirtschaftswissenschaftlern oder von allen zusammen zu diesem Schritt kommen kann, dass man zu einem Konsens kommt, der nicht auf der Wahrheit beruht, dass man also gemeinsam Vereinbarungen trifft, in denen man mehr oder weniger verloren ist, dass jeder f\u00fcr sich individuell ein Wahrheitswesen ist, wodurch man in der Gruppe zu bestimmten Vereinbarungen kommen kann, auf deren Grundlage man dann Absprachen trifft und diese Vereinbarungen dann auch einhalten w\u00fcrde. Das ist die neue Wahrheit, die mit einem Diskurs mit einer Abstimmung zwischen den Menschen beginnt, \u00fcber das, was wir f\u00fcr wahr halten, und solange es im wissenschaftlichen Bereich bleibt, ist es zwar eine ernsthafte Verarmung, aber es bleibt harmlos. Wenn es aber beginnt, sich umzudrehen, dass nicht die individuelle gewissenhafte Wahrheitsfindung jedes Einzelnen eine Rolle spielt, sondern dass es der Konsens ist, der bestimmt, was wir als wahr annehmen sollen, dann kommt es zu einer Umkehrung einer M\u00f6glichkeit, dass Menschen sich gemeinsam f\u00fcr etwas entscheiden, in dem sie ihre eigene Wahrheitsfindung vergessen haben und sozusagen entwohnt sind, um auf das zu h\u00f6ren, was sich noch dahinter verbirgt, n\u00e4mlich das Gewissen.<\/p>\n<p>Das ist eine problematische Entwicklung, und ich glaube, dass es von gro\u00dfer Bedeutung ist, dass wir als Menschen &#8211; denn wir sind eigentlich Wahrheits- und auch Gewissenswesen &#8211; \u00fcber diese beiden gro\u00dfen Prinzipien der Existenz nachdenken: Wahrheit und Gewissen.<\/p>\n<p>In Zukunft werde ich hier\u00fcber noch Weiteres zu sagen haben.<\/p>\n<p><em><strong>Wahrheit durch Konsensus Von Mieke Mosmuller<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wahrheitsfindung hat mehrere Seiten. Man braucht Wahrnehmung und Denken, und in der Virus- und DNA-Forschung fehlt die Wahrnehmungsseite.<\/p>\n<p>Mieke Mosmuller spricht \u00fcber die Wahrheit nach Goethe, das Verh\u00e4ltnis zu sich selbst und zur Au\u00dfenwelt und die neue Wahrheit: Konsens kann auch au\u00dferhalb der Wahrheit erzielt werden.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4405,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-7423","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7423","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7423"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7423\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7734,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7423\/revisions\/7734"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7423"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7423"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7423"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}