{"id":7981,"date":"2025-04-17T14:58:53","date_gmt":"2025-04-17T12:58:53","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/?p=7981"},"modified":"2025-04-25T11:32:22","modified_gmt":"2025-04-25T09:32:22","slug":"rudolf-steiner-der-eingeweihte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/rudolf-steiner-der-eingeweihte\/","title":{"rendered":"Rudolf Steiner, der Eingeweihte"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt ist es mehr als eine Woche nach dem hundertsten Todestag von Rudolf Steiner.Und was mir aufgefallen ist, ich habe nicht so viel angeschaut, aber man schaut, denke ich, an, was man anschauen soll. Was mir aufgefallen ist, das ist, dass es eine Tendenz gibt &#8211; und diese Tendenz kannte ich nat\u00fcrlich schon, aber es wurde jetzt wiederum sehr deutlich &#8211; dass es eine Tendenz gibt, um Rudolf Steiner als eine geniale Person anzuschauen. Als jemand, der im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts viel Neues gebracht hat, viel Wertvolles auch, dass er wirklich unglaublich talentiert war. Aber, ja, nicht ein Eingeweihter aufgrund einer heiligen Seele. Das habe ich eigentlich nicht so wahrgenommen, dass man das repr\u00e4sentieren will. Man will einen Rudolf Steiner haben, den man so kritisieren kann, wie man alle gro\u00dfen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und Philosophen und K\u00fcnstler kritisieren kann. Und Rudolf Steiner war nat\u00fcrlich gar nicht dagegen, dass man ihn kritisierte.<\/p>\n<p>Ich auch nicht. Aber es geht darum, dass man einen Unterschied zu machen wei\u00df zwischen hochtalentierten Menschen, die weiter doch, ja, wie soll ich es sagen, gew\u00f6hnliche Menschen sind, und Menschen wie Rudolf Steiner, die ihre Talente dazu verwendet haben, dass sie sich selbst in ihrer Seele gel\u00e4utert haben und in dieser gel\u00e4uterten Seele dann eine Geistentwicklung durchmachen, die also beruht auf einer reinen Seele, einer heiligen Seele und das will man nicht wahrhaben. Das bedeutet noch immer nicht, wenn man es wohl wahrhaben will, dass man alles einfach ohnehin glaubt. Darum geht es gar nicht, das wollte Rudolf Steiner auch absolut nicht. Er ist der gro\u00dfe Bef\u00fcrworter der Geistentwicklung. Er ist der Bef\u00fcrworter des reinen Denkens. Er hoffte, dass die Menschen irgendwann einmal anfangen, selbst zu denken.<\/p>\n<p>Und wenn man selbst denkt, dann glaubt man nicht in der alten Weise, dann nimmt man nicht ohne weiteres Dinge an, dann will man diese Dinge auch verstehen und mit einander in Zusammenhang bringen k\u00f6nnen. Und wenn man selbst denkt, dann glaubt man nicht in der alten Weise, dann nimmt man nicht ohne weiteres Dinge an, dann will man diese Dinge auch verstehen und mit einander in Zusammenhang bringen k\u00f6nnen, und wenn das nicht m\u00f6glich ist, wenn das so hier und dort und da und immer wieder ganz verschieden ist, ja, dann kann man noch sagen, er ist genial, aber dann muss man ihn kritisieren dar\u00fcber, darauf, dass er nicht konsistent denkt. Und das ist bei Rudolf Steiner nat\u00fcrlich gar nicht der Fall. Man kann seine, dasjenige, seine Forschungsresultate, die kann man nachvollziehen, nicht so, dass man auch in der geistigen Welt schauen kann, sondern dasjenige, was er dann aus der geistigen Welt gebracht hat in verst\u00e4ndlicher Sprache, das kann man dann also verstehen. Und so habe ich Rudolf Steiner kennengelernt. Ich kannte den Namen Rudolf Steiner. Ich war dann aus meiner Jugendzeit auch eigentlich mit einer Aura von etwas Mystisches, was man eigentlich nicht will. Ich m\u00f6chte verstehen, was ich an Erkenntnissen bekomme. Und irgendwie war mit Rudolf Steiner etwas verbunden. Was? Das, was den Eindruck gab, dass man das bei ihm nicht hatte. Und als ich dann durch<\/p>\n<p>Umst\u00e4nde doch mit ihm in seiner Arbeit in Beziehung kam, dann war ich wirklich erstaunt \u00fcber die Konsistenz der Wahrheit.<\/p>\n<p>Und ja, wenn man das einmal wahrgenommen hat und erlebt hat, dann wei\u00df man, auch wenn die Forschungsresultate noch so weitgehend sind, Fantasie sind sie absolut nicht. Das ist eine Unm\u00f6glichkeit, das dann noch zu denken. Nun gibt es nat\u00fcrlich viele Str\u00f6mungen innerhalb der Anthroposophie, die das auch nicht meinen, dass das Fantasie ist, aber die trotzdem doch auch nicht glauben, dass Rudolf Steiner ein Meister, ein spiritueller Meister gewesen ist. Das ist etwas, was in unserer Zeit scheinbar ziemlich schwer ist. Man kann schon glauben, dass es \u00f6stliche Meister gibt. Das ist scheinbar nicht so schwierig. Buddhistische Meister, das ist alles m\u00f6glich. Aber dass es hier in Europa solche Meister geben k\u00f6nnte, ja, das wird, das wird schwierig, um das zu glauben.<\/p>\n<p>Nun gibt es aber im Werk von Rudolf Steiner einen Punkt, wo seine Einweihungs Potenz deutlich nach vorne tritt. Und diesen Punkt kann eigentlich jeder Mensch nachvollziehen. Da braucht man also nicht in ganz hohe geistige Welten aufzusteigen, da kann man mit dem gew\u00f6hnlichen Bewusstsein mitmachen. Und diesen Punkt ist in gewissem Sinn ein Verwandlungspunkt im gew\u00f6hnlichen Bewusstsein. Und damit, beweisst Rudolf Steiner, dass seine Geistisforschungen nicht mit dem gew\u00f6hnlichen Bewusstsein gefunden sind, sondern, dass sie mit dem verwandelten Bewusstsein gefunden sind. Und wenn man meint, dass es das gew\u00f6hnliche Bewusstsein ist, worin magische und mystische Eindr\u00fccke hineinkommen, dann hat man Rudolf Steiner \u00fcberhaupt nicht verstanden.<\/p>\n<p>Denn so ist es bei ihm nicht und man kann sich ganz sicher sein, dass wenn es bei ihm so w\u00e4re oder gewesen ist, dann hat er das \u00fcberwunden, denn er wollte wirklich die rein wissenschaftliche Methode verwandeln in eine geisteswissenschaftliche Methode. Nun ist es so, dass wir in unseren gew\u00f6hnlichen Erkenntnisse das Bed\u00fcrfnis haben nach Sicherheit und jeder Mensch wei\u00df, dass das in der Mathematik eigentlich nur ganz, ganz sicher ist, obwohl es da nat\u00fcrlich auch Gegenbewegungen gibt, die sagen ja auch in der Mathematik ist nichts sicher, aber die einfache Mathematik kann jeder Mensch einsehen und auch sicher wissen, dass es wahr ist, was er oder sie einsieht. Wenn man diesen Prozess von Einsicht, den jeder Mensch hat, diesen Prozess, wenn man diese anschauen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde man verstehen, wie Rudolf Steiner seine Geistesforschung betrieben hat und warum ist es dann so, dass er als Geistesforscher nat\u00fcrlich nicht, das sagt er auch selbst nicht, dass er immer ganz sicher war von seinen Resultaten,. Aber wenn er nicht sicher war, hat er sie nicht mitgeteilt. Das ist eine Sicherheit, die man haben kann, wenn man Rudolf Steiner kennen lernt. Wenn ich im Denken einen Begriff finde, dass ich ganz verstehen kann, und ich habe immer den Begriff des Kreises dazu genommen. Den Kreis kann jeder Mensch verstehen und auch sicher wissen, dass das Gesetz des Kreises richtig ist. Dass es eine Versammlung von Punkten ist in der Ebene, die einen gleichen Abstand zu einem Punkt in der Ebene haben. Eine geschlossene Linie von Punkten. Man konstruiert den Kreis mit einem Zirkel und auf Holl\u00e4ndisch nennen wir den Kreis auch Zirkel. Wir haben dann den Punkt fest, einen bestimmten Abstand und wir ziehen diese geschlossene Linie. Das kann jeder Mensch verstehen, dass das der Kreis ist. Und man muss sich dann vorstellen, oder eigentlich man muss sich fragen, woher kommt das dann eigentlich, dass ich das wissen kann. Und bei Rudolf Steiner muss man sich dann vorstellen, dass dasjenige, was er mit der Geistesforschung gefunden hat, dass das in<\/p>\n<p>Menschen, in uns Menschen in einer gleichen Art als Sicherheit lebt, nur sind wir es uns nicht bewusst. Und der Weg von Rudolf Steiner ist, dass man sich zuerst diese Begriffe, zum Beispiel der Mathematik, bewusst wird und sich auch bewusst wird, was das eigentlich genau ist, dass man es sicher wei\u00df. Und dass man dann durch Meditation seine Geisteskr\u00e4fte so erweckt und verst\u00e4rkt, dass diese unbewussten Begriffe, die in jedem Menschen da sind, dass diese auch in das Bewusstsein kommen. Daf\u00fcr braucht man eine weitgef\u00fchrte Selbstlosigkeit, denn um es auszuhalten, nicht nur den Begriff des Kreises anzuschauen und sich zu fragen, wie wei\u00df ich, wie kommt es, dass ich wei\u00df, dass ich sicher wei\u00df, dass es so ist, daf\u00fcr ist schon ein bisschen Selbstlosigkeit notwendig. Will man aber die \u00fcbrigen Begriffe der geistigen Welt in dieser Art in das Bewusstsein bekommen, was denken Sie, dass daf\u00fcr f\u00fcr eine Selbstlosigkeit notwendig ist? Und damit, wenn man nun wirklich bereit w\u00e4re, um diesen Gedankengang mitzuvollziehen, damit ist dann der Beweis gegeben, dass die Geisteswissenschaft von Rudolf Steiner insoweit eine Einweihungswissenschaft ist, weil er die ganze Geisteswissenschaft sch\u00f6pft aus einem Gebiet, das zwar in allen Menschen da ist, Anthroposophie, das aber nicht ohne weiteres in das Bewusstsein kommen kann, wenn der Mensch nicht zuerst sein Denken gereinigt hat. Und dass es immer bei Rudolf Steiner um das Denken geht, das hat damit zu tun, dass wir im Denken, wenn wir denken, am meisten bewusst sind. Wenn wir in das F\u00fchlen hineintauchen, ja dann ist eine Sicherheit schon schwierig. Und das Wollen, das entzieht sich gr\u00f6\u00dftenteils unserer bewussten Anschauung, aber das Denken ist unmittelbar klar und wenn man davon ausgeht, dann wird es m\u00f6glich, um auch in die tiefere Schichten des Bewusstseins zu sch\u00f6pfen. Daf\u00fcr muss dann wohl das Verstandesdenken zum Schweigen gebracht werden, aber in erster Linie muss gerade das Verstandesdenken untersucht werden, um eine Ahnung davon zu bekommen und dann allm\u00e4hlich ein Wissen, eine Erkenntnis davon zu bekommen, wie der Geist, die geistige Begriffe im Menschen unbewusst da sind und wie ein Eingeweihter die F\u00e4higkeit erlangt, um diese unbewussten Begriffe in das Bewusstsein hinaufzuheben, wobei es dann nat\u00fcrlich wohl ein anderes Bewusstsein geworden ist. Ein verwandeltes Bewusstsein. Es ist schwierig, um das auszudr\u00fccken, aber ich wollte das in der Woche nach dem Todesfeier doch tun, weil es mir so aufgefallen ist, dass die Einweihung von Rudolf Steiner eigentlich im Hintergrund verschwindet, w\u00e4hrend das doch eigentlich das Wichtigste ist. Das Wichtigste bei Rudolf Steiner ist, dass wir in ihm unter uns Menschen jemanden gehabt haben, der wirklich in der geistigen Welt schauen konnte, nicht durch Eingebungen, sondern durch harte innerliche Arbeit, immer wieder und wieder. Und dass wir uns doch vorstellen m\u00fcssen, was ein Mensch in sich zu \u00fcberwinden hat, um so f\u00fcr das Geistige leben zu wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt ist es mehr als eine Woche nach dem hundertsten Todestag von Rudolf Steiner.Und was mir aufgefallen ist, ich habe nicht so viel angeschaut, aber man schaut, denke ich, an, was man anschauen soll. Was mir aufgefallen ist, das ist, dass es eine Tendenz gibt &#8211; und diese Tendenz kannte ich nat\u00fcrlich schon, aber es wurde jetzt wiederum sehr deutlich &#8211; dass es eine Tendenz gibt, um Rudolf Steiner als eine geniale Person anzuschauen. Als jemand, der im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts viel Neues gebracht hat, viel Wertvolles auch, dass er wirklich unglaublich talentiert war. Aber, ja, nicht ein Eingeweihter aufgrund einer heiligen Seele. Das habe ich eigentlich nicht so wahrgenommen, dass man das repr\u00e4sentieren will. 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