{"id":8407,"date":"2025-04-30T10:44:49","date_gmt":"2025-04-30T08:44:49","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/?p=8407"},"modified":"2025-04-30T10:44:49","modified_gmt":"2025-04-30T08:44:49","slug":"katholischer-glaube-und-anthroposophisches-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/katholischer-glaube-und-anthroposophisches-wissen\/","title":{"rendered":"Katholischer Glaube und Anthroposophisches Wissen"},"content":{"rendered":"<p>Der Tod des Papstes hat mich dazu veranlasst, mich noch einmal zu fragen, was ist dann nun eigentlich der Unterschied zwischen dem katholischen Glauben und der Anthroposophie. Wenn ich das so sage, dann ist nat\u00fcrlich der erste Unterschied, dass die Anthroposophie kein Glauben ist und auch keine Religion. Also was soll das eigentlich, das zu vergleichen? Ich will es auch nicht vergleichen, aber es gibt nat\u00fcrlich doch viele Menschen, die urspr\u00fcnglich in der katholischen Kirche gewesen sind, vielleicht auch einfach darin bleiben, sich nicht ausschreiben lassen und dann doch die Anthroposophie finden und das bevorzugen. Und dann ist die Frage, was ist nun eigentlich der Unterschied? Ich meine, dass in der Zeit von Rudolf Steiner die Anthroposophie f\u00fcr Katholiken verboten war. Ich wei\u00df nicht, wie weit das gegangen ist, aber es war nicht gestattet, sich zu gleicher Zeit als Katholik zu f\u00fchlen und auch Anthroposoph zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das wird doch wohl manchmal so gewesen sein, aber offiziell war die Anthroposophie nat\u00fcrlich nicht etwas G\u00f6ttliches, meint man. Der gro\u00dfe, gr\u00f6\u00dfte Unterschied ist, dass in der Anthroposophie das Wissen von Karma und Reinkarnation gekommen ist. Und das wird noch immer ganz abgewiesen durch die christliche Kirchen. Obwohl in dem Neuen Testament es doch Stellen gibt, wo man eigentlich lesen muss, dass der Gedanke damals gelebt hat. Denn es gibt ja die Stelle, worin Johannes der T\u00e4ufer sagt, als er gefragt wurde, ob er Elia sei, dass er sagt, nein, das bin ich nicht. Wie sollte er Elia sein, wenn es nicht Reinkarnation gibt? Es wird unzweifellos durch Theologen beantwortet werden k\u00f6nnen, was das dann wohl bedeutet. Aber man kann es nat\u00fcrlich auch so lesen, dass die Frage war, bist du der reinkarnierte Elias?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist ein gro\u00dfer Unterschied, dass in der Anthroposophie dieses Wissen von Reinkarnation und Karma eine zentrale Stelle hat. Und ich sage absichtlich Wissen. Es ist nicht ein Glaube, es ist ein Wissen. Und wenn Diskussionen dar\u00fcber entstehen, dann habe ich auch immer die Neigung zu sagen, ja, es ist fruchtlos, um dar\u00fcber zu diskutieren, denn es ist so oder es ist nicht so. Und wenn es nicht so ist, dann w\u00e4re die Anthroposophie falsch. Aber sie ist nicht falsch, denn es ist so. Und wenn es so ist, ist es so. Aber das ist nat\u00fcrlich keine Argumentation. Das wei\u00df ich auch schon, aber gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig ist es wohl so. Denn was soll man dar\u00fcber streiten? Denn es ist so. Und Rudolf Steiner hat das so gebracht, dass wenn man mit ihm mitdenkt, das dann auch als Wissen hat, nicht als Glaube.<\/p>\n<p>Es gibt ein Denkst\u00fcck, das man mitdenken kann und das zu finden ist in seinem Buch Theosophie, wo er ein ganzes Kapitel \u00fcber Karma und Reinkarnation geschrieben hat, das wirklich ein Denkst\u00fcck ist, das man mit dem logischen Verstandesdenken mitdenken kann. Und obwohl es nat\u00fcrlich hier und dort vielleicht etwas gibt, wovon man sagt, ja, das kann ich nicht, ich kann es nicht wahrnehmen, dass das so ist. Man kann wohl das Folgerichtige davon einsehen, dass es wohl so sein muss. Und dann braucht man es nicht zu glauben. dann wei\u00df man es. Und wenn man es dann wei\u00df, dann hat man die gl\u00fcckselige Wirkung davon, dass man das Leben versteht. Und man wei\u00df, zuvor habe ich gar nichts verstanden. Ich habe gar nicht verstanden, wo mein Denken herr\u00fchrt, warum ich bestimmte Urteile von Natur aus so forme, wie ich sie forme, warum ich bestimmte Begegnungen so als herrlich oder als schrecklich erfahre, obwohl es die erste Begegnung ist und so weiter. Warum hat der eine Mensch so viel Gl\u00fcck im Leben und der andere Mensch so wenig? Das sind Fragen, die man nur mit dem Begriff Karma und Reinkarnation beantworten kann. Und vielleicht ist in unserer Zeit noch das Allerwichtigste, dass dann diese Genderfrage aufh\u00f6rt, dass man lieber eine Frau gewesen w\u00e4re oder lieber ein Mann gewesen w\u00e4re. Man ist schon oft Frau und Mann gewesen. Also das Geschlecht wird viel weniger wichtig, denn man wei\u00df, man wechselt ab und ist nicht immer Mann und auch nicht immer Frau. Und dann wird es etwas ganz anderes. Das ist eine Erl\u00f6sung in dem Gef\u00fchl.<\/p>\n<p>Und da kann es doch noch so sein, dass man unzufrieden ist mit demjenigen was man hat, aber verstehen kann man es dann besser. Und dann durch das Verst\u00e4ndnis wahrscheinlich auch besser akzeptieren. Also Karma und Reinkarnation, das ist eine S\u00e4ule von Sicherheit, die die Anthroposophie gibt und die man in den \u00fcbrigen Glaubensbekenntnisse eigentlich nicht findet, nur in der Morgenl\u00e4ndischen nat\u00fcrlich wohl. Aber Reinkarnation im anthroposophischen Sinn findet immer in Menschen statt, nicht in Tieren, nicht in Pflanzen, nur in Menschen. Also einmal Mensch, bleibt man sich als Mensch inkarnieren . bis die Zeit kommt, dass das nicht mehr braucht. Dann ist nat\u00fcrlich in der Anthroposophie Christus eine zentrale Wesenheit, die auch in den christlichen Religionen eine zentrale Wesenheit ist. Und da kommt die Frage, Ja, was ist denn nun eigentlich der Unterschied?<\/p>\n<p>Da kommt man in sehr schwierige Denkgebiete hinein, oder eigentlich mehr F\u00fchlgebiete. Denn es kann nat\u00fcrlich sehr wohl sein, dass der Name nicht mit dem Wesen gleichf\u00e4llt. Man kann nat\u00fcrlich eine Wesenheit einen Namen geben und ein anderer kann eine andere Wesenheit den selben Namen geben. Und das findet man nat\u00fcrlich unakzeptabel, aber Rudolf Steiner hat in seinen Vortr\u00e4gen \u00fcber Christus oft dargestellt, dass der Gott, der in den \u00fcbrigen christlichen Religionsbekenntnissen Christus genannt wird, dass der viel mehr Eigenschaften vom Vatergott hat als vom Sohnesgott. Das also, wenn man Christus als Wesenheit, als Gottes Sohn und dann als Menschensohn kennenlernen will, und das will man als Christ doch wirklich, dann k\u00f6nnte es doch sein, dass eine Zeit gekommen ist, dass man anders f\u00fchlen muss \u00fcber die Christuswesenheit als was die Kirchen uns lehren. Dann lehrt die Anthroposophie, dass es auch einen kosmischen Christus gibt, dass wir ihn als Wesenheit erkennen k\u00f6nnen, die von der Sonne zu der Erde gekommen ist. Das ist etwas, was in dem katholischen Glauben absolut nicht da ist und wahrscheinlich auch verboten ist, das zu glauben. Solche Dinge sind nat\u00fcrlich weniger leicht unmittelbar zu wissen und man f\u00e4ngt wahrscheinlich doch damit an, dass man mehr etwas hat, dass man sagt, ja, ich finde es wahrscheinlich, was hier gesagt wurde von Rudolf Steiner. Und dann lebt man damit weiter und dann best\u00e4tigt sich die Wahrheit immer mehr und mehr. Aber Kennzeichen von der Anthroposophie ist, dass sie \u00fcber das Wahrheitswissen wirksam wird. und nicht \u00fcber den Glauben. Und da gibt es unmittelbar auch einen dritten Punkt vom Unterschied mit der katholischen Kirche und das ist, dass in der katholischen Kirche eigentlich alles, was gnostisch und auch manich\u00e4isch ist, immer als ketzerisch beurteilt wurde. Aber Rudolf Steiner hat schon ganz fr\u00fch in seiner Arbeit dargestellt, dass die Christuswesenheit nicht schon mit Weihnachten in dem Jesuskind darin war, sondern erst bei der Johannestaufe in die Jesuswesenheit eingezogen ist. Und das ist bekannt als eine gnostische Ansicht.<\/p>\n<p>Das geh\u00f6rt zu dem Unterschied von Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Christus in der Anthroposophie und Glauben in der katholischen Kirche. Und man kann sich schon vorstellen, wenn man etwas erlebt hat in der katholischen Kirche, dass es als geradezu teuflisch erlebt wird, was die Anthroposophen zu wissen meinen. Aber andererseits habe ich selbst immer den katholische Untergrund doch auch als eine feste St\u00fctze erlebt, um die Anthroposophie als Geisteswissenschaft aufnehmen zu k\u00f6nnen. Also es ist nicht so, dass es f\u00fcr jeden Menschen eine Scheidung gibt, die un\u00fcberbr\u00fcckbar ist. Das eine kann sehr wohl das andere befruchten, aber in der gro\u00dfen Welt ist es so nicht.<\/p>\n<p>Was nat\u00fcrlich sehr, sehr wichtig ist in dem Unterschied, und eigentlich ist das auch wiederum nicht so ein scharfer Unterschied, aber gut, das ist, dass man in der Anthroposophie eine esoterische Entwicklung durchmachen kann und dass man selbst entscheidet, dass man das will.<\/p>\n<p>Es ist nicht so, dass man als heilige Seele einmalig geboren wird und dann durch Gnade seine Heiligkeit auslebt und dann f\u00fcr immer dicht in der N\u00e4he von Gott in die Ewigkeit bleiben darf. In der Anthroposophie lernen wir ein Entwicklungsprinzip kennen, das nat\u00fcrlich auch durch diese vielen Inkarnationen hindurch geht. Und jetzt in unserer Zeit ist die Zeit gekommen, dass wir nicht mehr in dem alten Sinn auserw\u00e4hlt werden, sondern dass wir selbst entscheiden, dass wir das wollen. Ich will meine Seele heiligen. Und ich kann meine Seele heiligen, daf\u00fcr brauche ich nur Anweisungen und ich brauche den Willen, um diesen Anweisungen auch wirklich zu folgen, weil es mein Lebensziel wird. Und dann darf man nicht sagen, ja, das ist ein selbsts\u00fcchtiges Anliegen, denn es ist, das wei\u00df man in der Anthroposophie auch, dass die individuelle Seele, die pers\u00f6nliche Seele, dass die ein Tropfen in der gro\u00dfen seelischen Welt ist. Und alles, was eine Seele tut, wirkt heilsam, wenn es heilsam ist, in der gro\u00dfen seelischen Welt weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>M\u00f6chte ich Geisterkenntnis durch den Heiligen Geist aufnehmen, dann kann man das selbst entscheiden, wenigstens der erste Teil. Der zweite Teil ist nicht so einfach zu entscheiden, dass der Heilige Geist auch wirklich einflie\u00dfen will. Das ist immer noch in einem gewissen Sinn. Gnade, daf\u00fcr muss man noch immer auserw\u00e4hlt werden, aber man hat sich selbst schon dazu bereit gemacht durch das Streben nach Heiligkeit. Also der Unterschied ist eigentlich der Eigenwille. Das hat in der katholischen Kirche keinen Platz, das darf nicht. Man kann sich selbst nicht auserw\u00e4hlen als ein Mensch, der sich zur Heiligkeit entwickeln m\u00f6chte, obwohl man doch wei\u00df, dass die Menschen, die dann letztendlich heilig geworden sind und durch die Kirche anerkannt worden sind, diese haben nat\u00fcrlich nicht nichts gemacht. Die haben sehr viele Pr\u00fcfungen \u00fcberstanden und haben auch einen Willen gehabt, um das zu durchstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also der Unterschied ist eigentlich gar nicht so gro\u00df. Aber man will es nicht. Man will nicht, dass der Mensch aus sich heraus zu sich sagt, jetzt ist das \u00e4u\u00dferliche Leben genug gekostet, ich werde noch weiter damit machen, aber zu gleicher Zeit will ich mein innerliches Leben pflegen und entwickeln, so, dass es letztendlich irgendwann einmal, und das kann ich nicht entscheiden, bereit wird zu einer Konzeption des Geistes. Das ist Anthroposophie. Und ich hatte das Bed\u00fcrfnis, diese drei Unterschiede, es gibt nat\u00fcrlich noch mehrere, aber das sind doch Grundunterschiede, bei der Gelegenheit des Todes vom Papst, nochmal auszusprechen, weil ich nat\u00fcrlich auch die Anthroposophie hier in Videos besprechen m\u00f6chte. Also drei gro\u00dfe Unterschiede. Man w\u00e4hlt sich selbst aus, eine erweiterte Christuserkenntnis und Reinkarnation und Karma. Dann das n\u00e4chste Mal wieder weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tod des Papstes hat mich dazu veranlasst, mich noch einmal zu fragen, was ist dann nun eigentlich der Unterschied zwischen dem katholischen Glauben und der Anthroposophie. Wenn ich das so sage, dann ist nat\u00fcrlich der erste Unterschied, dass die Anthroposophie kein Glauben ist und auch keine Religion. Also was soll das eigentlich, das zu vergleichen? Ich will es auch nicht vergleichen, aber es gibt nat\u00fcrlich doch viele Menschen, die urspr\u00fcnglich in der katholischen Kirche gewesen sind, vielleicht auch einfach darin bleiben, sich nicht ausschreiben lassen und dann doch die Anthroposophie finden und das bevorzugen. Und dann ist die Frage, was ist nun eigentlich der Unterschied? Ich meine, dass in der Zeit von Rudolf Steiner die Anthroposophie f\u00fcr Katholiken verboten war. Ich wei\u00df nicht, wie weit das gegangen ist, aber es war nicht gestattet, sich zu gleicher Zeit als Katholik zu f\u00fchlen und auch Anthroposoph zu sein.<\/p>\n<p>Das wird doch wohl manchmal so gewesen sein, aber offiziell war die Anthroposophie nat\u00fcrlich nicht etwas G\u00f6ttliches, meint man. Der gro\u00dfe, gr\u00f6\u00dfte Unterschied ist, dass in der Anthroposophie das Wissen von Karma und Reinkarnation gekommen ist. Und das wird noch immer ganz abgewiesen durch die christliche Kirchen. Obwohl in dem Neuen Testament es doch Stellen gibt, wo man eigentlich lesen muss, dass der Gedanke damals gelebt hat. Denn es gibt ja die Stelle, worin Johannes der T\u00e4ufer sagt, als er gefragt wurde, ob er Elia sei, dass er sagt, nein, das bin ich nicht. Wie sollte er Elia sein, wenn es nicht Reinkarnation gibt? Es wird unzweifellos durch Theologen beantwortet werden k\u00f6nnen, was das dann wohl bedeutet. 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