{"id":9440,"date":"2025-05-18T04:17:00","date_gmt":"2025-05-18T02:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/?p=9440"},"modified":"2025-05-20T14:08:55","modified_gmt":"2025-05-20T12:08:55","slug":"karma-und-reinkarnation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/karma-und-reinkarnation\/","title":{"rendered":"Karma und Reinkarnation"},"content":{"rendered":"<p>Karma und Reinkarnation, das ist ein Hauptthema in der Anthroposophie und dieses Thema bringt eigentlich dasjenige, was im Altertum noch eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit war, in der modernen Zeit wieder zur\u00fcck, im Abendland m\u00f6chte ich sagen, denn im Morgenland war nat\u00fcrlich dieser Gedanke immer schon da. Aber im Abendland, in den abendl\u00e4ndischen Anschauungen, ist es nat\u00fcrlich doch etwas Neues, nicht ganz, aber ziemlich. Und das Wunderbare bei Rudolf Steiner ist, dass er nicht von uns verlangt, dass wir einfach glauben, dass der Mensch ein reinkarnierendes Wesen ist mit Karma, sondern dass er die M\u00fche gemacht hat, dasjenige, was er selbst in seinem schauenden Bewusstsein als eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, als eine Wahrheit wahrgenommen hat, dass er das ganz deutlich versucht hat, in Gedanken f\u00fcr uns zu h\u00fcllen, damit wir nicht glauben m\u00fcssen, sondern dass wir mit Gedanken mitdenken k\u00f6nnen, dass es wohl so sein muss.<\/p>\n<p>Und das ist ja etwas ganz anderes. Das ist f\u00fcr mich eine Art von Glorie in der Anthroposophie, dass das intelligente abendl\u00e4ndische Denken, dass das, was so unglaublich abstrakt geworden ist, dass das eine M\u00f6glichkeit gelangt, um solche tiefen esoterischen Wahrheiten gedanklich aufzunehmen und durch das Verst\u00e4ndnis dann auch zu glauben. Nicht Glaube, weil man einfach sagt, ja, das muss wohl so sein, aber Glaube, weil man es wirklich mit dem Denken ganz eingesehen hat. In Vortr\u00e4gen, oft ist Rudolf Steiner davon ausgegangen, dass die Zuh\u00f6rer schon l\u00e4ngst von Karma und Reinkarnation \u00fcberzeugt waren. Und da findet man nicht so leicht diese Auseinandersetzung, die uns bringen kann, dass wir durch Erkenntnis glauben k\u00f6nnen. Aber in seinem Buch Theosophie hat er wirklich diesen Versuch gemacht. Und heute m\u00f6chte ich versuchen, den Anfang davon mehr oder weniger zu referieren, nachzuerz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Und ich hoffe, dass wir dann im Verlauf der Zeit die ganze Auseinandersetzung St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck durchschauen k\u00f6nnen, obwohl ich wahrscheinlich nicht jedes Mal jetzt dieses Thema haben werde. Aber im Verlauf der Zeit stelle ich mir doch vor, dass wir zusammen bedenken k\u00f6nnen, dass es Karma und Reinkarnation gibt und dadurch, dass wir diese Einsicht gewinnen. dass wir dann auch ja einfach wissen, dass es so ist. Rudolf Steiner f\u00e4ngt an damit, uns daran zu erinnern, dass wir Sinneswahrnehmungen haben. Dass wir also, wenn wir in der Welt stehen, dass unsere Sinne uns allerlei Eindr\u00fccke geben und dass diese Sinneseindr\u00fccke immer in der Gegenwart sich abspielen. Wenn ich mich umdrehe und ich sehe die Rose nicht mehr, dann macht sie auf meine Sinne auch keine Eindr\u00fccke mehr. Und das ist etwas, was ich unglaublich wichtig finde, dass man sich das bewusst ist.<\/p>\n<p>Es scheint eine offene T\u00fcr, die da eingeschlagen wird. Aber das ist nicht so. Wir sind wahrnehmende Menschen, aber wer fragt sich, ob das bleibend ist, wenn ich eine Sinneswahrnehmung habe. Da sagt man, ja nat\u00fcrlich, denn ich erinnere mich all diese Dinge. Ja, aber das wird nicht gemeint. Es ist der wirkliche Sinneseindruck, den man hat, wenn man mit seinen Sinnen gegen\u00fcber etwas steht. Und dann kann man sagen, das geh\u00f6rt also wirklich zu dem Verg\u00e4nglichen. Die Sinneswahrnehmungen, die sind nicht dauerhaft, die sind zeithaft und das gilt nur, wenn ich wirklich gegen\u00fcber einem Objekt stehe. Dagegen\u00fcber gibt es eine M\u00f6glichkeit, um Begriffe zu entwickeln. Ich k\u00f6nnte zum Beispiel die Rose n\u00e4her kennenlernen wollen und manche Erkenntnisse sammeln. Das k\u00f6nnen nat\u00fcrlich \u00e4u\u00dferliche Erkenntnisse sein, dass man wei\u00df, zu welcher Familie sie geh\u00f6rt und so weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber das k\u00f6nnen auch mehr spirituelle Erkenntnisse sein. Und so hat man dann ein ganz gro\u00dfes Bild im Begriff von der Rose. Und dieser ist dauerhaft. Nicht, weil ich diesen erinnern kann, aber ich wei\u00df, der Begriff war schon immer da. Und ich habe die M\u00f6glichkeit als Mensch, um mich mit dem Begriff bekannt zu machen. Und dann habe ich den Begriff. Und ob ich nun vor einer Rose stehe oder nicht, der Begriff ist bleibend. Und auch wenn ich einmal gestorben sein werde, dann habe ich vielleicht diesen Begriff nicht, in diesem Sinn, so wie ich ihn jetzt habe. Aber der Begriff bleibt f\u00fcr andere bestehen. Das ist eine dauerhafte Erscheinung. Und dazwischen gibt es die Vorstellung, die wir von dem Sinneseindruck machen und die als ein Bild in uns weiterlebt und was wir durch unser Ged\u00e4chtnis in die Erinnerung einf\u00fchren und behalten k\u00f6nnen. Und ja, ich kann nat\u00fcrlich nicht anders als das alles nochmal sagen, was Sie auch lesen k\u00f6nnen, aber dadurch, dass ich es sage, m\u00f6chte ich dazu anregen, dass man sich das auch wirklich in sich selbst vorstellt, dass ich als Mensch, Sie als Mensch k\u00f6nnen Sinneseindr\u00fccke, die Sie haben, durch das Ged\u00e4chtnis in die Erinnerung tragen und dadurch kommt eine Gemeinschaft eigentlich von mir mit der Welt zustande. Wie mehr Vorstellungen ich in meine Erinnerung eingetragen habe, wie st\u00e4ker die Verwandtschaft, die Gemeinschaft mit der \u00e4u\u00dferen Welt ist. Und das ist doch wirklich etwas Wundersch\u00f6nes. Ich bin nicht ein Apparat, das ohne etwas zu erleben in der Welt steht, aber ich nehme alles, was in der Welt ist, nehme ich in mir auf. Ich habe ein Ged\u00e4chtnis, das macht es m\u00f6glich, dass ich sp\u00e4ter irgendwann einmal dasjenige, was ich heute wahrgenommen habe, was mir heute \u00fcberkommen ist, was ich erlebt habe, dass ich das viel sp\u00e4ter wiederum aus der Erinnerung zur\u00fcckholen kann. Das ist eigentlich wie wir als Menschen mit au\u00dfen und innen leben.<\/p>\n<p>Und nun kommt etwas, was gar keine offene T\u00fcr ist. Man w\u00fcrde nicht auf die Idee kommen so leicht, um dies weiterzudenken in der umgekehrten Richtung. Und das ist, dass wir uns fragen, Ich bin nicht nur ein Gedankenmensch, ich bin auch ein Mensch der Tat. Ich tue auch allerlei. Und was ich tue, das bleibt nicht nur bei mir, sondern das \u00e4ndert die Welt. Wenn ich in den Garten hineingehe und ich sehr pflanzen und die kommen sp\u00e4ter auf, dann ist meine T\u00e4tigkeit eine T\u00e4tigkeit gewesen, die die Welt ge\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Und so kann man seinen Taten nachgehen. Die sind nat\u00fcrlich nicht nur mit den H\u00e4nden, die sind auch mit dem Mund zum Beispiel. Man kann auch Dinge sagen, die man als eine Tat erleben muss und was ich sage, das wirkt auf andere Menschen oder Tiere oder vielleicht auch Pflanzen ein und durch dasjenige, was ich sage, \u00e4ndert sich die Welt. Das ist noch immer ganz deutlich, dass das so ist, obwohl ich denke, dass nicht viele Menschen sich das t\u00e4glich bewusst sind. dass wir Menschen fortw\u00e4hrend die Welt \u00e4ndern. Auch wenn wir ganz einfache Menschen sind, die nicht in der Politik oder in der gro\u00dfen Welt bekannt sind. Alles, was ich tue, \u00e4ndert die Welt. Und dann kommt diese nicht offene T\u00fcr, dann kommt dieser Gedanke von Rudolf Steiner, uns zum Nachdenken aufruft, eine Frage eigentlich, die nicht so leicht zu beantworten ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und ich m\u00f6chte zuvor sagen, wenn Sie dieses Video anschauen, dann sind Sie wahrscheinlich ein Mensch, der nicht eine Weltanschauung hat, dass die Welt eine Maschinerie ist und dass die Menschen zwar lebendige Wesen sind mit Gef\u00fchl und Verstand, aber dass sie eigentlich in dieser Maschinerie herumgehen, ohne dass es die Welt etwas ausmacht, was ich in dieser Maschinerie tue. Man k\u00f6nnte sich vorstellen, dass wenn ich eine Waschmaschine habe, dass diese Maschine es nicht so viel ausmacht, wie ich ihn behandle, obwohl man sich das noch fragen kann. Aber eigentlich ist das ein Apparat, was gleichg\u00fcltig ist. Aber in der \u00fcbrigen Welt gibt es nat\u00fcrlich vieles, wovon man doch ahnt, dass es auch etwas Lebendiges ist. Zum Beispiel die Sterne, die Planeten, die Atmosph\u00e4re, die Wetterverh\u00e4ltnisse. Ist das alles nur Physik oder k\u00f6nnen wir uns vorstellen, dass auch das ein lebendiges Wesen ist?<\/p>\n<p>Wenn wir uns das vorstellen k\u00f6nnen, dann wird die n\u00e4chste Frage eine sehr interessante. Und das ist: K\u00f6nnte es nicht sein, dass wenn der Mensch eine Tat verrichtet und dadurch die Welt \u00e4ndert, dass die Welt auch ein Ged\u00e4chtnis hat? Und dass die Welt durch dieses Ged\u00e4chtnis diese Tat in die Erinnerung hineinbringt und dass es irgendwann einmal geschehen k\u00f6nnte, dass der Mensch, der diese Tat verrichtet hat, in solche Verh\u00e4ltnisse hineinkommt. dass die Welt sich erinnert an die Tat und nicht nur an die Tat, sondern auch an wie sie, die Welt, sich ge\u00e4ndert hat. Ja, ich finde das eine, man darf nicht sagen genial, es ist viel mehr als genial, ein Durch-, ein Weiterdenken. von demjenigen was der Mensch als Wesen ist, als Erkenntnis- und Tatwesen ist, ein Weiterdenken davon mit Bezug auf die Welt.<\/p>\n<p>Man muss sich nat\u00fcrlich bei Rudolf Steiner vorstellen, dass er solche Tatsachen in der Welt auch wirklich hellsichtig geschaut hat. Aber er bringt dieses Geschaute \u00fcber in Fragen, die jeder Mensch nachvollziehen kann, der nicht unmittelbar sagt, was f\u00fcr ein Unsinn, denn die Welt lebt nicht, die Welt hat kein Ged\u00e4chtnis und die Welt hat also auch keine Erinnerung, also alles dummes Gerede. Wenn man das nicht sagt und sich selbst die Zeit gibt, diese Frage durch eine Weile in sich zu stellen und mit sich mitzutragen, dann ist das vielleicht die wichtigste Frage &#8211; und die Antwort kommt dann sp\u00e4ter &#8211; die wichtigste Frage, die man haben kann, um Klarheit zu bringen in dem Verh\u00e4ltnis zwischen Mensch und Welt, wenn der Mensch ein Tatmensch ist. Erkenntnismensch wirkt andersherum. Das kommt von au\u00dfen und wirkt nach innen. Aber die Tat wirkt von innen nach au\u00dfen, \u00e4ndert die Welt. Und w\u00fcrde dann die Welt das nicht merken? Nicht so merken, dass irgendwann einmal eine Reaktion darauf kommen wird? Mit dieser Frage m\u00f6chte ich heute abschlie\u00dfen und werde dann ein n\u00e4chstes Mal versuchen diese Gedankenf\u00fchrung weiter mitzumachen, so wie Rudolf Steiner sie in seinem Buch Theosophie anregt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karma und Reinkarnation, das ist ein Hauptthema in der Anthroposophie und dieses Thema bringt eigentlich dasjenige, was im Altertum noch eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit war, in der modernen Zeit wieder zur\u00fcck, im Abendland m\u00f6chte ich sagen, denn im Morgenland war nat\u00fcrlich dieser Gedanke immer schon da. Aber im Abendland, in den abendl\u00e4ndischen Anschauungen, ist es nat\u00fcrlich doch etwas Neues, nicht ganz, aber ziemlich. 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