{"id":9593,"date":"2025-08-29T11:57:53","date_gmt":"2025-08-29T09:57:53","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/?p=9593"},"modified":"2025-08-31T10:59:49","modified_gmt":"2025-08-31T08:59:49","slug":"weltenerinnerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/weltenerinnerung\/","title":{"rendered":"Weltenerinnerung"},"content":{"rendered":"<p>Im Anfang des Kapitels Wiederverk\u00f6rperung und Karma in dem Buch Theosophie von Rudolf Steiner hat er f\u00fcr uns die Frage gegeben, ob es nicht so sein k\u00f6nnte, dass die gro\u00dfe Welt auch ein Erinnerungsverm\u00f6gen hat, so wie wir das im Kleinen auch haben. Wenn wir etwas wahrnehmen oder etwas erleben, alle Ereignisse des Lebens, die pr\u00e4gen sich der Erinnerung ein und wir sind dazu imstande, in gewissen Schranken, wir sind dazu imstande, diese Vorstellungen wieder neu zu bilden aus der Erinnerung. Und Rudolf Steiner stellt dann die Frage, ob die Welt nicht auch eine Erinnerung hat und dass diese Welt sich daran erinnert, was wir der Welt getan haben, ob das positiv oder negativ ist, alles, was wir der Welt tun, k\u00f6nnte vielleicht von der Welt erinnert werden. Das ist nat\u00fcrlich unmittelbar ein Unsinn, wenn man die Welt nur materiell anschaut, dann kann das gar nicht. So eine Frage gilt nur f\u00fcr Menschen, die den Sinn haben daf\u00fcr, sich mit dem seelisch-geistigen der Welt zu besch\u00e4ftigen. Also, uns wird die Frage gestellt. Und jetzt, am Ende des Kapitels, kommt diese Frage zur\u00fcck. Man hat beim Lesen des Kapitels schon oft das Gef\u00fchl, kommt diese Frage noch zu einer Antwort? Ja, am Ende des Kapitels kommt die Antwort. Und dann wird wiederum gesagt, hat die Welt auch eine Erinnerung? Und wie wirkt das dann? Und dann sagt Rudolf Steiner, ja, die Welt erinnert sich an unsere Taten. Wir haben, dadurch dass wir handelnde Personen sind, in einem Leben, fortw\u00e4hrend Dinge gedacht, gef\u00fchlt, getan, die Anlass sind, dass die Welt sich \u00e4ndert. Und die Welt wei\u00df das. Und dann kommt ein sehr interessanter Gedanke.<\/p>\n<p>Und das ist, dass Rudolf Steiner dann sagt, man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich leicht sagen, ja, wenn dann die Welt sich das erinnert, warum sollten dann nicht in einem Leben auch die Folgen der Taten auftreten? So wie das in unserem Denken \u00fcblich ist: Ursache und Wirkung, die sind nicht so weit getrennt, dass man sich dabei ein n\u00e4chstes Leben vorzustellen hat. Aber Rudolf Steiner f\u00fchrt dann aus, dass das bei diesen Taten nicht der Fall sein kann. Denn der Mensch ist in seinem Leben innerhalb von einer Ganzheit seiner Taten. Also, es ist nicht so, dass jede Tat f\u00fcr sich existiert und dann abgelaufen ist und dann nach Jahren eine Folge haben kann. Ja, das kann nat\u00fcrlich im \u00e4u\u00dferlichen Leben schon, aber im innerlichen Leben ist das nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>So sagt er, wie man auch nicht sich etwas erinnern kann, wenn ein Geschehen noch l\u00e4uft. Und das kann man in sich selbst nachsp\u00fcren, das geht nicht. Wenn man irgendwo drin ist, dann erinnert man sich das nicht, das geht nicht, das ist erst hinterher m\u00f6glich. Und so ist es auch mit der Weltenerinnerung. dass dasjenige, was wir in einem Leben tun, nicht in diesem selben Leben schon zu Folgen f\u00fchren kann. Daf\u00fcr muss zuerst die ganze Tat des Lebens vollzogen sein. Und dann, wenn diese ganze Tat des Lebens vollzogen worden ist, dann wird es m\u00f6glich, dass bei einem Neubetreten der Erde die Folgen dieser Taten, dieser Tat eigentlich, auf uns zukommen. Und so wie wir innerlich eine Erinnerungsf\u00e4higkeit haben, so kommt diese Weltenerinnerung von au\u00dfen auf uns zu.<\/p>\n<p>Wir kommen zur\u00fcck auf die Erde, und wir sind vielleicht in einer ganz anderen Gegend geboren worden, als wir in einem vorigen Leben gelebt haben. Also mit dem Ort hat das nichts zu tun, aber es hat mit den Taten zu tun. Und von au\u00dfen kommt dann die Folge der Tat und ergreift mehr oder weniger unser Ich, und das ist das Schicksal. Das ist also eine Reihe von Folgen, die wir zu erleiden oder zu genie\u00dfen haben, die nicht von innen kommen, sondern die wirklich aus der Welt von au\u00dfen auf uns zukommen. Und wenn wir das wissen w\u00fcrden, wirklich, wenn wir so leben k\u00f6nnten, dass wir unser Leben so f\u00fchren, dass wir wissen w\u00fcrden, dass alles dasjenige was mich als eine Art von Zufall zust\u00f6\u00dft, das ist etwas Lebendiges, das kommt aus der Lebendigkeit der Folgen meiner vorherigen Lebenstat.<\/p>\n<p>Wenn wir das wissen w\u00fcrden, dann w\u00fcrden wir ganz anders in unserem Leben sein k\u00f6nnen und auch f\u00fcr unsere Mitmenschen. und f\u00fcr die Gemeinschaft, f\u00fcr die Welt ganz andere Menschen werden k\u00f6nnen. Denn jetzt sind wir nat\u00fcrlich oft ganz ver\u00e4rgert oder emp\u00f6rt dar\u00fcber, was uns alles zust\u00f6\u00dft. Aber wenn wir wirklich wissen w\u00fcrden, also nicht nur als eine Vorstellung, die wahr sein kann oder auch nicht; wenn wir wirklich wissen w\u00fcrden, dass von au\u00dfen die Folge unseres eigenen Lebens auf uns zukommt, ja, dann w\u00fcrde man sich ganz anders f\u00fchlen. Und wenn man dann auch noch wei\u00df, das steht hier nicht, dass diese Gestaltung der Folgen, dass diese ganz in \u00dcbereinstimmung mit uns selbst zustande kommt, dass wir also selbst mitt\u00e4tig gewesen sind bei der Gestaltung unseres n\u00e4chsten Lebens, ja dann wird es noch deutlicher, dass dasjenige, was von au\u00dfen auf uns zukommt, dass wir tats\u00e4chlich das in dem vollen Sinn und Bedeutung selbst sind. Also, wenn ich mich selbst kennenlernen will, dann ist das Hinschauen auf die Ereignisse meines Lebens, die von au\u00dfen auf mich zukommen, eine sehr wichtige T\u00e4tigkeit. Also, Rudolf Steiner endet eigentlich dieses Kapitel, es geht noch ein bisschen weiter, aber er endet dieses Kapitel damit, dass man eine Idee bekommt \u00fcber was das Schicksal eigentlich ist, und mich hat also sehr ber\u00fchrt die Folge der Gedanken, die er dort schreibt, n\u00e4mlich dass dasjenige, was in diesem Leben von uns getan wird, dass das unm\u00f6glich in diesem Leben auch seine Folgen haben kann. Und wenn man das meditativ auf sich wirken l\u00e4sst, dann bekommt man schon eine Ahnung von dem wahren Geistigen, denn dann muss der Verstand wohl aufh\u00f6ren, t\u00e4tig zu sein.<\/p>\n<p>Ich kann mir vorstellen, wenn ich ein Messer nehme und ich schneide Zwiebeln, zum Beispiel, und ich schneide nicht richtig, dann schneide ich in meinen Finger und dann habe ich einen Wund und so weiter. Das ist, da kann man Ursache und Wirkung, obwohl man da nat\u00fcrlich auch viel tiefer schauen k\u00f6nnte, aber da kann man Ursache und Wirkung unmittelbar sehen. Ich habe nicht gut aufgepasst und ich schneide mich. So meinen wir, dass das ganze Leben ineinander steckt. Und wenn dann Dinge vorfallen, die nicht logisch sind, wo Ursache und Wirkung nicht verst\u00e4ndlich sind, ja, dann werden wir eigentlich ver\u00e4rgert und b\u00f6se, dass uns so etwas zust\u00f6\u00dft. Aber hier gerade k\u00f6nnte man eine Ahnung des Geistigen bekommen, wie etwas von au\u00dfen mehr oder weniger als eine lebendige Wirkung auf uns zukommt, die unser Ich ergreift und dann in demjenigen, was uns zust\u00f6\u00dft im Leben, dass die Wirkung des Geistigen aus der Vergangenheit sp\u00fcren, lernen k\u00f6nnen. Und mir freut so sehr die Art und Weise, wie Rudolf Steiner die Gedanken f\u00fchrt, die schon in sich so geistreich sind, dass es eigentlich nicht passieren k\u00f6nnte, dass man so ein Kapitel liest und dann nachher nicht ein kleines St\u00fcckchen dem Geist n\u00e4her gekommen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Anfang des Kapitels Wiederverk\u00f6rperung und Karma in dem Buch Theosophie von Rudolf Steiner hat er f\u00fcr uns die Frage gegeben, ob es nicht so sein k\u00f6nnte, dass die gro\u00dfe Welt auch ein Erinnerungsverm\u00f6gen hat, so wie wir das im Kleinen auch haben. Wenn wir etwas wahrnehmen oder etwas erleben, alle Ereignisse des Lebens, die pr\u00e4gen sich der Erinnerung ein und wir sind dazu imstande, in gewissen Schranken, wir sind dazu imstande, diese Vorstellungen wieder neu zu bilden aus der Erinnerung. Und Rudolf Steiner stellt dann die Frage, ob die Welt nicht auch eine Erinnerung hat und dass diese Welt sich daran erinnert, was wir der Welt getan haben, ob das positiv oder negativ ist, alles, was wir der Welt tun, k\u00f6nnte vielleicht von der Welt erinnert werden. Das ist nat\u00fcrlich unmittelbar ein Unsinn, wenn man die Welt nur materiell anschaut, dann kann das gar nicht. So eine Frage gilt nur f\u00fcr Menschen, die den Sinn haben daf\u00fcr, sich mit dem seelisch-geistigen der Welt zu besch\u00e4ftigen. Also, uns wird die Frage gestellt. Und jetzt, am Ende des Kapitels, kommt diese Frage zur\u00fcck. 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