{"id":9692,"date":"2025-10-15T11:43:57","date_gmt":"2025-10-15T09:43:57","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/?p=9692"},"modified":"2025-10-15T11:47:56","modified_gmt":"2025-10-15T09:47:56","slug":"die-einweihung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/die-einweihung\/","title":{"rendered":"Die Einweihung"},"content":{"rendered":"<p>In den vorigen Videos \u00fcber Anthroposophie habe ich versucht, etwas auszuf\u00fchren \u00fcber die Drei-und Viergliederung des Menschen, \u00fcber Karma und Reinkarnation und das letzte Mal \u00fcber das Herzdenken. Und heute m\u00f6chte ich versuchen etwas zu sagen \u00fcber den Einweihungsweg, den Rudolf Steiner uns gewiesen hat. Es ist deutlich, dass er fand, und das wird wohl jeder Eingeweihte finden, dass man zuerst studieren muss. Und das zeigt sich darin, dass in den B\u00fcchern \u00fcber Geisteswissenschaft, zum Beispiel die B\u00fccher Theosophie und auch die Geheimwissenschaft im Umriss, dass Rudolf Steiner darin zuerst Studienmaterial gibt und erst ganz am Ende den Einweihungsweg beschreibt. Und das hat seinen guten Grund, denn wenn man sich entwickeln m\u00f6chte, zu dem Geist hin, dann bedeutet das kurz gesagt, dass man das Ego, dass man den Egoismus \u00fcberwinden will und ja auch soll. Und wenn man mit den \u00dcbungen f\u00fcr die eigene Entwicklung zum Geiste hin anfangen w\u00fcrde, dann ist das eigentlich ein zu starker egoistischer Trieb. Deshalb kann man sich vorstellen, dass gesagt wird: Fange nun zuerst mal an mit dem Studium.<br \/>\nWenn du das einige Zeit gr\u00fcndlich getan hast, ja, dann wird es auch Zeit, um zu versuchen, wenn du es willst, um zu versuchen, selbst vielleicht einen Schritt zum Geiste hin zu setzen oder vielleicht auch viele Schritte. Und dann gibt es eigentlich zwei deutlich voneinander verschiedene Wege, die Rudolf Schleiner angegeben hat.<\/p>\n<p>Der erste Weg finden wir in dem Buch \u00bbWie erlangt man Erkenntnisse der h\u00f6heren Welten\u00ab. Rudolf Steiner hat immer gesagt, es gibt noch einen anderen Weg, und das ist der Weg der Erkenntnistheorie. Der Weg, der beschrieben wird in \u00bbWie erlangt man\u2026\u00ab, ist ein Weg, der eigentlich mehr oder weniger integral den Menschen umwandelt. Man f\u00e4ngt mit Selbsterziehung an und tut allerlei \u00dcbungen, vor allem im Anfang in der Natur, aber sp\u00e4ter auch mehr innerlich. Diese \u00dcbungen, die sollen, m\u00fcssen begleitet sein durch Selbsterziehungs\u00fcbungen. Das wird in diesem Buch ganz deutlich ausgef\u00fchrt. Am Ende des Buches, in einem Zusatz oder einer Erweiterung, steht dann aber, dass wenn man den Weg beschreitet und seine Erfahrungen macht, dass eigentlich nur diejenigen Erfahrungen wertvoll sind, die im reinen Denken erfasst sind. Also alles, was nur Gef\u00fchl oder Willensmystik ist, wird von Rudolf Steiner insoweit abgewiesen, dass er sagt, ja, damit kann man eigentlich nicht vertrauen, dass die Resultate objektiv sind.<br \/>\nSie m\u00fcssen im reinen Denken erfasst sein. Und dieses reine Denken, die Entwicklung dahin, die finden wir gerade in dem anderen Weg und das ist der Weg der Selbsterkenntnis im reinen Denken. Da geht es nicht so sehr darum, dass man sich als Mensch pers\u00f6nlich anschaut und allerlei Unvollkommenheiten findet und diese ausbessert. Es geht dann zuerst mal um das Denken selbst, und es geht dann darum, dass wir unsere Erkenntnism\u00f6glichkeit, die wir im Denken haben, dass wir diese Erkenntnism\u00f6glichkeit gr\u00fcndlich kennenlernen und auch handhaben lernen, dass wir soweit kommen, dass wir das Denken nicht mehr oder weniger automatisch ablaufen lassen, sondern dass wir es zuerst auf einem mehr oder weniger wissenschaftlichen Niveau erheben und dass wir dann die Kraft finden, um dieses wirkliche erkenntnism\u00e4\u00dfige Denken, um das auch w\u00e4hrend man es tut anzuschauen, also kennenzulernen, die Antwort auf die Frage: Was tue ich eigentlich, wenn ich erkenne?<\/p>\n<p>Das hat Rudolf Steiner in seinen erkenntnistheoretischen B\u00fcchern dargestellt, und zentral steht dann nat\u00fcrlich die Philosophie der Freiheit. Da geht es nicht um Naturanschauung, da geht es nur um eine Anschauung des Denkens selbst. Dann sp\u00e4ter, im zweiten Teil, geht es darum, dass man aus diesem reinen Denken heraus, wo die allt\u00e4gliche Pers\u00f6nlichkeit mit all seinen Eigenheiten eigentlich schweigt, dass man aus diesem reinen Denken heraus lernt, moralische Intuitionen zu haben und dann auch diese in Taten umzusetzen. Also, man k\u00f6nnte sagen, diese Entwicklung zum reinen Denken hin ist eigentlich mehr oder weniger Vorbereitung daf\u00fcr, dass man dann auch mit Frucht so ein Buch wie \u201cWie erlangt man Erkenntnisse der h\u00f6heren Welten&#8220; lesen, verstehen und ausf\u00fchren kann. Denn wenn es nicht eine Ahnung davon gibt, was nun eigentlich dieses reine Denken ist, wie soll man dann diese Objektivit\u00e4t erlangen, die der Geisteswissenschaftler braucht, wenn er wirklich zu Resultaten seiner Forschung kommt. Und nun ist es so, dass diese Arbeit der Erkenntnistheorie, die Philosophie der Freiheit und die B\u00fccher darum herum, dass die eigentlich auch wiederum nicht mit dem gew\u00f6hnlichen Verstandesdenken nur gelesen werden k\u00f6nnen. Ja, das k\u00f6nnen sie nat\u00fcrlich, aber was man dann bekommt, ist, dass man mit seinen gew\u00f6hnlichen, bereits erlangten Auffassungen diese Philosophie der Freiheit beurteilt oder die anderen B\u00fccher.<\/p>\n<p>Es muss eigentlich so sein, dass man, wenn man anf\u00e4ngt, diese B\u00fccher zu lesen, sich zuvor vornimmt, einmal wirklich unbefangen diese Erkenntnisse zu sich zu nehmen und dann sie so stark mitzudenken, dass es m\u00f6glich wird, wenn man dann das Buch beiseite legt und sagt: Gut, jetzt will ich nochmal dar\u00fcber nachdenken, was ich nun einmal gelesen habe, dass es dann auch gelingt, um dasjenige, was man so stark in sich aufgenommen hat, ohne Abweisung, ohne Annahme einfach sein lassen, dass man das dann auch reproduzieren kann. Das sind eine Menge Worte, die ich jetzt spreche. Und in Seminaren haben wir diese Worte immer folgen lassen durch \u00dcbungen zusammen, sodass wir dasjenige, was gesagt wird, auch in der Wirklichkeit ausf\u00fchren lernen. Aber das kann man mit Videos nicht machen. Videos sind sowieso ein ziemlich schwieriges Medium, weil, ich schaue zu zwei L\u00f6chern im Aufnahmeapparat und ich schaue nicht in eine Gruppe von lebendigen Menschen und muss mich also immer vorstellen, dass diese letztendlich doch da sind. Aber ich wei\u00df nicht wo, nicht wie, nicht was. Das ist etwas ganz anderes als w\u00e4hrend eines Seminars.<\/p>\n<p>Aber wie es auch sei, ich wollte heute den Unterschied geben zwischen Wie erlangt man\u2026 einerseits, eine integrale Entwicklungsm\u00f6glichkeit ausgehend von Wahrnehmungen in der Natur, Stimmungserziehung und vor allem auch Selbsterziehung. Und andererseits eigentlich mehr oder weniger eine strenge innerliche Disziplin im Denken, die man gerne als Grundlage hat, wenn man dann letztendlich diese \u00dcbungen von Wie erlangt man\u2026 macht denn dasjenige, was mit der Selbsterziehung erzielt wird, das ist in der Arbeit mit der Philosophie der Freiheit schon f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil erlangt worden, weil was tun wir wirklich, wenn wir sinnlichkeitsfrei denken lernen, rein denken lernen? Da m\u00fcssen wir den Willen, den wir sonst in der Handlung entfalten, den Willen muss ganz geopfert werden dem Denken, das nichts Sinnliches mehr enth\u00e4lt. Und das fragt so einen gro\u00dfen Einsatz, dass man damit den Willen schon f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil befreit von dem gew\u00f6hnlichen allt\u00e4glichen Egoismus. N\u00e4chstes Mal wieder weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vorigen Videos \u00fcber Anthroposophie habe ich versucht, etwas auszuf\u00fchren \u00fcber die Drei-und Viergliederung des Menschen, \u00fcber Karma und Reinkarnation und das letzte Mal \u00fcber das Herzdenken. Und heute m\u00f6chte ich versuchen etwas zu sagen \u00fcber den Einweihungsweg, den Rudolf Steiner uns gewiesen hat. Es ist deutlich, dass er fand, und das wird wohl jeder Eingeweihte finden, dass man zuerst studieren muss. 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