{"id":9724,"date":"2025-11-25T11:40:22","date_gmt":"2025-11-25T09:40:22","guid":{"rendered":"https:\/\/miekemosmuller.com\/?p=9724"},"modified":"2025-11-25T11:40:22","modified_gmt":"2025-11-25T09:40:22","slug":"die-einweihung-selbsterziehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/miekemosmuller.com\/de\/blog\/die-einweihung-selbsterziehung\/","title":{"rendered":"Die Einweihung: Selbsterziehung!"},"content":{"rendered":"<p>Das vorige Mal habe ich \u00fcber die Einweihung gesprochen, und das m\u00f6chte ich diesmal noch fortsetzen. Dar\u00fcber ist man nat\u00fcrlich eigentlich nie ausgesprochen. Die Zeit, in der wir leben, ist eine ganz besondere, wenn wir uns auf die Einweihung beziehen, denn wir k\u00f6nnen in unserer Zeit wirklich selbst entscheiden, ob wir den Weg der Einweihung gehen m\u00f6chten, und das ist wirklich etwas Besonderes. Denn wir m\u00fcssen uns vorstellen, wenn wir an alte Zeiten denken, wo es Mysterien gab, wo man eingeweiht werden konnte; da wurden die Sch\u00fcler wirklich daf\u00fcr auserw\u00e4hlt, und sie hatten schwere Pr\u00fcfungen zu bestehen, um auch bleiben zu d\u00fcrfen. Die Einweihung selbst wurde in der Schule vorbereitet, aber wenn der Sch\u00fcler oder die Sch\u00fclerin dann so weit war, dass die Einweihung vollzogen werden konnte, dann wurde das an den Sch\u00fclern vollzogen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun ist das nat\u00fcrlich immer so, dass man sich nicht selbst einweiht, aber es war gewisserma\u00dfen immer ein Meister da, der die Einweihung vollzog. Und wenn wir das vergleichen mit unserer Zeit, dann d\u00fcrfen wir jetzt sagen: Der Mensch w\u00e4hlt sich selbst. Und wenn er das auch vielleicht mit etwas \u00dcbermut macht &#8211; das kann ja geschehen, dass man meint, etwas zu k\u00f6nnen, und es eigentlich noch gar nicht kann &#8211; aber wenn das geschieht, dann ist das auch nicht schlimm, denn jeder Sch\u00fcler tr\u00e4gt etwas zur Weltentwicklung bei. Also auch wenn jemand anf\u00e4ngt, den Weg zur Einweihung zu gehen mit noch sehr wenig Vollkommenheiten, dann ist es doch noch so, dass die eine Unvollkommenheit, die dann in eine Vollkommenheit verwandelt wird, eine gro\u00dfe \u00c4nderung in der Welt zustande bringt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also das gibt uns sehr viel Mut, auch wirklich in unserer Zeit den Weg zu beschreiten. Und wir k\u00f6nnen also selbst entscheiden, ob wir das wollen oder nicht. Aber dann ist es nat\u00fcrlich wohl wichtig, dass wir auch mehr oder weniger wissen, was Einweihung eigentlich ist und was dann von uns erwartet wird, was wir am Anfang tun sollten, was wir auf dem Weg tun sollten und was dann letztendlich vielleicht die wirkliche Einweihung bedeutet. Man kann sagen, dass die Einweihung bedeutet, dass man dasjenige erkennen lernt, was immer schon da ist, was aber nicht erkennbar ist, weil es in den dunklen Tiefen der Welt verborgen bleibt, okkult bleibt, weil es f\u00fcr den Menschen in seinem gew\u00f6hnlichen Bewusstsein nicht m\u00f6glich ist, dasjenige, was in diesen dunklen Weiten und Welten verborgen liegt, um das mit dem gew\u00f6hnlichen Bewusstsein zu erforschen und zu ertragen, das geht nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also muss zuerst eine Vorbereitung stattfinden. Und gerade die Vorbereitung ist so wichtig f\u00fcr die Welt. Denn was tun wir in der Vorbereitung? Da l\u00e4utern wir die Seele zuerst, sp\u00e4ter auch den Lebensleib und letztendlich sogar den physischen Leib. Und diese L\u00e4uterung ist von der allergr\u00f6\u00dften Wichtigkeit f\u00fcr den Fortschritt in der Welt, also nicht nur f\u00fcr uns selbst, sondern man kann wirklich sagen, dass jeder Schritt, der von Menschen gemacht wird, wodurch eine Unvollkommenheit \u00fcberwunden wird, eine gewaltige Kraft ist. Und wenn wir das glauben w\u00fcrden, dann w\u00fcrden, denke ich, viele Menschen den Weg zur Einweihung einschlagen. Man meint aber, dass es schwierig ist oder langweilig ist oder vielleicht verboten ist oder unn\u00f6tig ist oder gef\u00e4hrlich ist. Aber diese Missverst\u00e4ndnisse k\u00f6nnen wir \u00fcberwinden, dadurch, dass wir die Einweihungswege, die Rudolf Steiner gezeigt hat, kennenlernen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Denn diese Wege sind gerade dazu geeignet, dass der Mensch, der sich selbst auserw\u00e4hlt hat, dass dieser den Weg ohne Gefahr und ohne all diese \u00c4ngste, die man hat f\u00fcr die Einweihung, dass man den Weg gehen kann. Und ist es nicht etwas, was in allen menschlichen Leben irgendwann einmal eintritt, dass man sich gestehen muss, vielleicht nicht immer ganz bewusst, aber trotzdem sich gestehen muss, dass man eigentlich dasjenige, was das \u00e4u\u00dfere Leben zu bieten hat, dass man davon, ich will nicht sagen, genug hat, aber dass das so ungef\u00e4hr wohl reicht, und dass man eigentlich etwas mehr erwartet vom Leben, als was das Leben \u00e4u\u00dferlich zu bieten hat. Und wir sehen dann in der Welt, dass die Menschen immer kompliziertere Wege suchen, um dieses Bed\u00fcrfnis zu befriedigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was kann man nicht alles noch in der \u00e4u\u00dferen Welt suchen, was wiederum neue Spannung gibt. Ich brauche das nicht aufzuz\u00e4hlen. Man kann das selbst sehr wohl bedenken, was wir in unserer Zeit alles haben, um unsere Bed\u00fcrfnisse nach etwas anderem zu befriedigen. Aber eigentlich sind all diese Bed\u00fcrfnisse, Bed\u00fcrfnisse nach dieser eine Sehnsucht wirklich, nach diesem Gebiet in den dunklen Weiten des Okkulten. Man sp\u00fcrt in unserer Zeit &#8211; und ich glaube, dass jeder Mensch das hat &#8211; man sp\u00fcrt den Geist, man kann nur nicht wissen, was dieses Gesp\u00fcr eigentlich ist. Und der Geist ruft uns mit lauter Stimme auf: Suche mich, ich werde euch finden. Wir h\u00f6ren das, aber die Interpretation, die wir haben, die stimmt nicht. Wir machen dann Reisen nach fernen L\u00e4ndern, oder wir springen von Bergen herunter, oder wir klettern gerade die Berge hoch und stehen dann an einer schwindelerregenden Spitze oder so etwas.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das sind alles \u00e4u\u00dferliche Grenzen am Geist. Und da stockt es dann eigentlich. Das hat man in der Erkenntnis auch. Man kann in der Erkenntnis immer weiter und weiter gehen und das Gef\u00fchl haben, dass es nie ein Ende gibt an dem, was man erforschen kann. Aber tief unten in der Seele wei\u00df man, dass es dieses Ende gibt und dass man eigentlich schon l\u00e4ngst diese Grenze erreicht hat und dass auch eine Erkenntnishunger an dieser Grenze lebt und dass wir f\u00fchlen, tief in unserer Seele: Ich habe eine solche gro\u00dfe Sehnsucht nach der Welt des Geistes. Aber zugleich gibt mir diese Welt des Geistes so viel Furcht. Ich wage es nicht, damit anzufangen. Ich w\u00fcsste auch nicht, wohin. Es gibt nat\u00fcrlich allerlei Institute und Schulen und Meister und vielleicht Eingeweihte, die sagen, es zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber denen m\u00f6chte ich mich nicht hingeben. Denn was dann? Und wenn ich dann so oder so die Anthroposophie finde, dann h\u00e4ngt es ganz von meinem Karma ab, ob ich da Ja sage, wenn ich Inhalte aufnehme, wenn ich Versammlungen besuche, Vortr\u00e4ge vielleicht, oder ob ich sage, oh nein, das m\u00f6chte ich gar nicht. Also einerseits haben wir in unserer Zeit die M\u00f6glichkeit, selbstst\u00e4ndig die Einweihung zu suchen &#8211; und ich bin davon \u00fcberzeugt, dass das in fast allen Menschen als eine tiefe Sehnsucht lebendig ist. Andererseits gibt es so viel, was dagegen wirkt, dass viele Menschen nicht einmal dazu kommen, auf die Idee zu kommen, dass es eine Einweihung gibt. Wo h\u00f6rt man davon? Nicht in der Schule. Vielleicht in der Waldorfschule, da wird wohl etwas \u00fcber die Vergangenheit der Einweihungswege gesagt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielleicht wird auch hier und dort auf heutige Situationen hingedeutet. Aber eigentlich ist das f\u00fcr ganz junge Menschen auch nicht so eine Priorit\u00e4t. Erst, wenn man \u00e4lter ist und das Leben gekostet hat und wei\u00df, was es alles gibt in der Welt, ja dann, dann kommt diese Sehnsucht, die w\u00e4chst und zur Bl\u00fcte kommt. Und wenn nicht dann etwas von W\u00e4rme und Sonne kommt, wodurch die Bl\u00fcte auch Frucht tragen kann, dann schrumpft alles ineinander, und gibt es eigentlich im Leben diese Erl\u00f6sung nicht, die man wohl findet, wenn man entdeckt, dass die \u00e4u\u00dferliche Welt nicht begrenzt ist, so wie wir das erleben, sondern dass die \u00e4u\u00dfere Welt bis zu einer Grenze geht und dass wir so geschmeidig sein sollten, dass wir an diese Grenze sp\u00fcren: Hier ist etwas anderes m\u00f6glich, als was ich bis heute erlebt habe. Und ich k\u00f6nnte jetzt diese tief in mir wohnende Sehnsucht allm\u00e4hlich befriedigen lernen, wenn ich immer wieder h\u00f6re in mir selbst, dass ich so viel Sehnsucht habe nach dem Geist. Und was ist dann eigentlich der erste Schritt, wenn man sich umwandeln m\u00f6chte, so dass irgendwann einmal der Punkt der Vollkommenheit der Seele erreicht wird, worauf man w\u00fcrdig wird, die geistige Welt zu schauen? Was sollen wir tun? Das Erste, was wir tun sollten, ist uns bewusstwerden, dass wir eine Anzahl von Unvollkommenheiten haben und dass es sehr, sehr schwierig ist, um diese umzuwandeln. Es w\u00fcrde jedoch gen\u00fcgen, zuerst, um eine echte Unvollkommenheit ernsthaft einzusehen und dann sich vorzusetzen, diese in eine positive Eigenschaft umzuwandeln. Ich erinnere mich, dass wir das fr\u00fcher am Silvesterabend so gemacht haben. Das war mehr oder weniger eine Gewohnheit, dass man am Silvesterabend sich Vors\u00e4tze machte f\u00fcr das neue Jahr. Das war nat\u00fcrlich oft: Ich werde kein Alkohol mehr trinken oder ich werde nicht mehr rauchen. Und nach zwei, drei Tagen ging das dann auch wieder verloren. Aber es k\u00f6nnte auch sein, dass man sich wirklich darauf besinnen wollte, was sind nun eigentlich meine Unvollkommenheiten und diese dann verwandeln. Das ist eigentlich der allererste Schritt. Das ist, was wir am Allerersten ersehnen m\u00fcssten: Nur eine Unvollkommenheit. Und diese Unvollkommenheit nicht wegschaffen, denn dann nimmt sie eine andere Gestalt an, sondern umwandeln in eine positive Eigenschaft. Das ist der erste Schritt auf dem Weg zur Einweihung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das vorige Mal habe ich \u00fcber die Einweihung gesprochen, und das m\u00f6chte ich diesmal noch fortsetzen. Dar\u00fcber ist man nat\u00fcrlich eigentlich nie ausgesprochen. Die Zeit, in der wir leben, ist eine ganz besondere, wenn wir uns auf die Einweihung beziehen, denn wir k\u00f6nnen in unserer Zeit wirklich selbst entscheiden, ob wir den Weg der Einweihung gehen m\u00f6chten, und das ist wirklich etwas Besonderes. Denn wir m\u00fcssen uns vorstellen, wenn wir an alte Zeiten denken, wo es Mysterien gab, wo man eingeweiht werden konnte; da wurden die Sch\u00fcler wirklich daf\u00fcr auserw\u00e4hlt, und sie hatten schwere Pr\u00fcfungen zu bestehen, um auch bleiben zu d\u00fcrfen. 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