Prometheus

Prometheus stahl das Feuer aus dem Himmel und gab es den Menschen. Er nahm den hohlen Stengel einer Narthex-Staude (Riesenfenchel) und näherte sich damit dem vorbeikommenden Sonnenwagen. Zeus sah es nicht, weil er an einem anderen Ort mit Blitz und Donner beschäftigt war. Prometheus trug den brennenden Stengel schnell zur Erde und machte damit ein großes Feuer. Das Feuer, das nie müde wurde, kam so auf die Erde, und Prometheus lehrte die Menschen alle Möglichkeiten seines Gebrauchs.

Kreationismus und Evolutionismus

Oder man nimmt den Standpunkt des anderen Extrems ein und sagt: Für den Menschen ist Gott unvorstellbar, und es ist eine Sünde gegen eines der Zehn Gebote, wenn der Mensch in sich die Neigung aufkommen fühlt, sich Vorstellungen des Schöpfers zu bilden. So, wie man denkend gewahr werden kann, dass man die Frage “Was ist der Mensch” nicht ausschließlich von der Evolutionstheorie aus, aber ebensowenig ausschließlich vom Kreationismus aus beantworten kann, und man mit anderen Worten das eine durch das andere befruchten wollen würde – ebenso entsteht auch die Gewahrwerdung, dass es zwischen der ohnmächtigen Vorstellung eines dem Menschen gleichenden Gottes und dem Verbot jedes Versuches, auf eine andere Weise zu Ahnungen vom Göttlichen zu kommen, eine lebendige Mitte geben muss.

Persephone und Eros

Dazu sandte der Gott der Unterwelt, der niemals lacht, Eros als Verführer, um sie zu verleiten, die Blume der Selbstliebe zu pflücken. Eros sprach verführerische Worte zu Persephone, die sich danach sehnte, die irdischen Rätsel zu ergründen. Demeter hatte sie gewarnt und ermahnt, eifrig weiter am Schleier zu sticken und unter keiner Bedingung eine Blume zu pflücken. Doch Eros erzählte ihr, dass die Blume das irdische Abbild ihres Sternes sei… Persephone fragte nach dem Namen der Blume, und Eros nannte ihr den Namen: Narzisse…

Einzigartigkeit und Genialität gegenüber Harmonie und Bruderschaft

Wenn man die Menschheit als eine Ansammlung solcher in sich selbst stolzer Individuen ansieht, dann scheint die Möglichkeit einer letztendlichen Harmonie ausgeschlossen zu sein. Während man sich also einerseits vorstellen könnte, dass sich die ganze Menschheit als umfassendes menschliches Wesen entlang von Bergen und Tälern auf eine Verwirklichung eines Ideals zubewegt, das als lebendiges Konzept schon von Anfang an da war, darf man auf der anderen Seite den Gegensatz in sich selbst nicht übersehen. Der Gegensatz zu der Menschheit als ein Wesen ist nämlich die Menschheit als eine Ansammlung von Milliarden Individuen, die alle in sich ein Bewusstsein der eigenen Einzigartigkeit haben. 

Die umfassende Menschheit als sich entwickelnder Organismus

Ein vollkommenes Idealbild des Menschen als Ausgangspunkt einer Entwicklung zur Verwirklichung dieses Konzeptes – es ist schwer in Worte zu fassen. Doch wenn man so denken will, dann entfaltet sich das Gedankenbild, dass im Weltall, wie wir es kennen, alle verschiedenen Stadien der Entwicklung tatsächlich Menschlichkeit sind. Dann aber hat der Mensch alles, was er in sich trägt, auch als Veräußerlichung um sich herum. Ich denke dabei nicht an den individuellen Menschen, sondern an die Menschheit insgesamt, wie sie sich durch Jahrhunderte, durch Äonen hindurch entwickelt. In einer solchen Entwicklung des Menschen passt die Konkurrenz zwischen dem Höheren und dem Niederen ganz und gar nicht, denn alles, was man als Mensch um sich herum hat, gehört zu der eigenen Entwicklung.

Über das Schreiben. Von der Vollkommenheit zur Beschränktheit

Im Laufe meines Denklebens habe ich erlebt, wie eng und beschränkt das menschliche Denken in Wirklichkeit ist (ich schließe mein eigenes ursprüngliches Denken dabei nicht aus). Um es nochmals zu sagen, ich spreche dann nicht einmal vom Inhalt, sondern von der Beschränktheit der Art und Weise, in der wir unsere Begriffe miteinander verbinden. Hat man erst einmal einen bestimmten Weg eingeschlagen, dann wird dieser Weg das Symptom der Beschränktheit, denn man merkt es nicht einmal. Man merkt nicht, dass man im Handhaben all dieser Meinungen die Beschränktheit handhabt.

Evolution und involution

Wenn man den Strom der Evolution als den Strom der Zeit von der Vergangenheit zur Gegenwart ansieht, dann könnte man die auf uns zukommende Kraft als einen Strom der Zeit ansehen, der aus der Zukunft zur Gegenwart kommt und der dann logischerweise den Namen ‚Involution‘ tragen müsste. Alpha wird Omega, aber Omega formt Alpha.

Der Begriff der Entwicklung im Verstand: Ursache und Wirkung?

Die Hauptkategorien des Verstandes sind die zwei Begriffe Ursache und Wirkung. Damit denkt der Verstand, damit betreibt der Verstand seine Forschung, damit findet er seine Resultate. Ausgehend von der Aufeinanderfolge von Urasche und Wirkung ist dann auch die Theorie der Evolution konzipiert worden. So gesehen beruht die umfassende Entwicklung vom Mineral bis zum Menschen auf einer Aufeinanderfolge von Ursachen und Wirkungen. In dieser weise denkt der Verstand, weil er selbst bei der Entwicklung von Prozessen nur so vorgehen kann. Die Technik basiert ganz und gar auf dem Prinzip von Ursache und Wirkung.

Das Wagnis des selbstständigen Denkens

Aber wir können natürlich auch einmal einen Abstecher machen. Wir brauchen nicht nur am Gängelband der Wissenschaft zu laufen, wir können auch einmal wagen, selbst zu denken. Wir wollen mit diesem Selbst-Denken einmal die Evolutionstheorie bedenken. Das Erste, was dann auf einmal auffällt, ist das Wort “Theorie”. Natürlich, es muss eine Theorie sein, denn kein Wissenschaftler kann sagen, dass er alle Stadien bewusst überprüfen hätte können. Es ist zwar ein Schatz von Tatsachen vorhanden, Skelettreste aus der Urzeit, aber auch die Tierarten, die jetzt noch in der Natur leben. Darin ist eine Entwicklung zu erkennen, die darauf hindeutet, dass eine Evolution stattgefunden hat – und diese muss dann noch immer stattfinden. Aber die exakte Deutung aller Tatsachen bildet dennoch eine Theorie, es ist keine Sicherheit. Es kann immer sein, dass der Mensch kardinale Interpretationsfehler macht, die, wenn sie erkannt werden würden, der gängigen Theorie den Boden unter den Füßen entziehen würde.