Frühlingsbasar 2

Das ganze Leben verläuft in Gegensätzen. So auch der Frühlingsbasar. Die Vorbereitungen dafür liefen schon seit November, in Absprache mit der Schule, wo er stattfinden sollte, doch zwei Wochen vor dem eigentlichen Datum kam der Gastgeber – die Rudolf Steiner Schule in Breda – plötzlich auf die Idee, der Basar könne möglicherweise eine Konkurrenz für den zwei oder drei Monate später geplanten Frühlingsmarkt der Schule selbst sein, der ein Pflichtereignis für die Schüler ist. Dies bildete einen ziemlichen Gegenwind in diesem Frühling…

Dennoch war es ein erster Frühlingstag, es gab eine großartige Kollektion gebrauchter Bücher, Trödel, Kinderspielzeug, Kleidung und Grußkarten; es wurde musikalisch improvisiert, Kasperletheater gespielt und auf der Bühne zweimal Schneewittchen aufgeführt – von Kindern mit roten Zipfelmützen und unter der Leitung der Eurythmistin Schneewittchen selbst. Die Zuschauer konnten selbst sehen, wie nötig die Eurythmie für Jung und Alt ist – die Bewegungen von Schneewittchen standen in schrillem Kontrast zu denen der anderen. Welch eine fließende und rein menschliche Bewegung sieht man dann!

Im Restaurant gab es eine gesunde Mischung ansprechender Backwaren und Hotdogs, warme Pizzas – warm, solange der Strom nicht ausfiel – und verschiedene Suppen. Es gab auch Honig und man konnte Bienenwachskerzen ziehen.

Das Ziel war die Unterstützung der Arbeit von Mieke Mosmuller, und das rief nun keine Menschenscharen auf den Plan, das ist der Gegensatz zu dem Positiven des Tages. Aber diese Prüfung haben wir gut überstanden, und unter dem Strich ergab sich doch ein positiver Betrag…

In der Nachbesprechung habe ich aus dem ersten Vortrag von Rudolf Steiners Zyklus ‚Der Orient im Lichte des Okzidents’ zitiert. Zwei Pfeiler für das Leben auf der Grundlage der Geisteswissenschaft müssen wir bauen. Der erste ist der Glaube, das Vertrauen, das Warten-Können. Man muss mit der Unsicherheit leben können, die einem Impuls gehört, der gerade erst beginnt und der erst in der Zukunft Früchte bringen wird – die dann natürlich niemals materiell sein können. Der zweite Pfeiler ist das Verbannen aller Zweifel gegenüber demjenigen, was man einmal als richtig eingesehen hat. Auf diesen Pfeilern ruht die ganze Arbeit der Geisteswissenschaft – auch wenn sie materiell unterstützt werden muss. Geisteswissenschaft wird mit demjenigen Licht betrieben, das dort aufgeht, wo in der Natur die Dämmerung hereinbricht: im Westen.

Frühlingsbasar
Frühlingsbasar 2 Von Mieke Mosmuller

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Wer ist Mieke Mosmuller?

Mieke Mosmuller ist Ärztin, Schriftstellerin und Philosophin. Sie schreibt über aktuelle Themen, die ihren philosophisch-spirituellen Entwicklungsweg berühren, den sie 1983 begann….

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