Das Heilmittel gegen die Wirkungen des Elektromagnetismus

Ja, der Elektromagnetismus ist eine große Gegenkraft, wenn man gerne meditieren möchte und es dann so machen möchte, dass man in eine Ebene hineinkommt, wo das rein Geistige lebt. Wenn man so im gewöhnlichen Leben denkt, fühlt und will, dann sind wir gemischt betätigt, im reinen Denken, wenn wir es auch nicht wissen, in dem gewöhnlichen gegenständlichen Denken, in Gefühle, in Träumerei, in Assoziationen und in allerlei Willensimpulse, die durcheinanderlaufen und die uns in unser Karma hineinschicken. Wenn wir dann meditieren möchten, dann kann man das allerlei Wegen entlang auch so tun, dass man gar nicht aus dieser gewöhnlichen Mischung rauskommt, wenn man einfach aufhört zu denken, zum Beispiel, oder wenn man versucht, sich selbst beim Atmen gewahrt zu werden, dann tritt zwar eine Konzentration auf, aber natürlich ist, wenn man seine Atmung verfolgt, ist die Aufmerksamkeit auf den physischen Leib gelenkt und man kann nicht sagen, dass man dann mit dem Bewusstsein sich von dem physischen Leib loslösen würde.

 

In der Anthroposophie sind wir darauf hingewiesen worden, dass es ein reines Denken gibt und dass das eigentlich der Ausgangspunkt ist für Untersuchungen in der geistigen Welt. Nun kann man zwei Dinge tun, oder vielleicht noch viel mehr, aber wenigstens zwei. Das eine ist, dass man das reine Denken eigentlich mehr oder weniger als nicht so wichtig ansieht und sagt, wenn ich Vorträge von Rudolf Steiner lese oder Bücher, ja dann bin ich doch darin, also was soll das dann weiter noch.

 

Das ist das eine. Und das andere ist, dass man es so hoch unerreichbar stellt, dass man eigentlich gar nicht eine Hoffnung haben kann, dass man es je erreichen wird. Nur wenn man die Ausführungen von Rudolf Steiner über das reine Denken, ja ich will nicht sagen in seiner Gesamtheit, aber doch sehr ausführlich kennt und dann versucht, diese Ausführungen auch in sich selbst nachzutun, dass man versucht, auch zu untersuchen, ja wo sitzt denn eigentlich dieses reine Denken, wenn man das versucht, dann findet man wohl die richtige Mitte.

 

Also einerseits ist das reine Denken zwar für alle Menschen da, auch ungesucht, aber es geht nicht darum, dass es da ist, es geht darum, dass wir es als solches erleben lernen. Das ist das eine. Und das andere ist, dass es notwendig ist, dass wir es nicht zu hoch vermuten, sondern dass wir auch wirklich wissen, dass es fortwährend in uns tätig ist, dass wir es betätigen und dass es darauf ankommt, dass wir es erleben lernen.

 

Und so gab es eine Reaktion auf das letzte Video, worin gesagt wurde, bei einer Analyse einer Bachse Fuge, dann sagt die schreibende Person, dass sie dann zwar alles um sich herum vergisst und ganz darin in einem Flow kommt, dass sie aber bezweifelt, ob das dann dieses reine Denken ist. Und das fand ich eine sehr interessante Frage, die man sich dann stellen kann. Ich kenne die Bachse Fugen, ich könnte sie nicht analysieren, aber ich kann mir dabei etwas vorstellen.

 

Und ich denke, man kann sagen, wenn es so ist, dass man eine solche Analyse macht und dann zugleicher Zeit, zum Beispiel auf dem Klavier das spielt, oder spielt und nachdenkt, nachhört, dann ist das Denken darüber zwar sehr konzentriert, aber nur gemischt rein. Erst wenn es ganz von der hörbaren Musik losgelöst ist und in mehr oder weniger abstrakten, analytischen Muster sich bewegt, dann kann man sagen, jetzt bin ich in dem reinen Denken darin. Das würde mir wohl anziehen, um das so zu tun.

 

Aber so ist es eigentlich mit allem, was wir konzentriert machen, dass wir unterscheiden können zwischen konzentrierten, zum Beispiel wissenschaftlichen Gedanken, die auf sinnliche Tatsachen bezogen sind, und andererseits wissenschaftliche, konzentrierte Gedanken, die allgemeine Prinzipien darstellen. Das kann man auch in der Physik oder in der Chemie oder was auch immer haben, aber das leichteste ist natürlich die Philosophie, weil man in der Philosophie meistens die sinnliche Wirklichkeit schon verlassen hat, wenn man zu Philosophieren anfängt, und die Frage nach dem reinen Denken dann weniger schwer wiegt. Das ist dann nicht so wichtig, denn man weiß eigentlich von Anfang an, dass es ein sinnlichkeitsfreies Denken ist.

 

Da geht es darum, dass dieses sinnlichkeitsfreie Denken auch selbstständig betätigt wird, wenn man nur mitdenkt, oder meistens ist es das nicht einmal, sondern ist es ein mitlesen oder zuhören. Wenn man mitdenkt nur, dann hat man zwar dieses reine Denken, aber es soll erlebt werden. Man muss so weit kommen, dass man es auch als solches erkennt und ja mehr oder weniger mit dem Gefühl erleben kann.

 

Und das ist etwas, was durch die Gegenwirkung des Elektromagnetismus gewaltig gestört wird. Denn diese starken Wirkungen von Elektrizität und Magnetismus, die wirken nun einmal so, dass das Sinnlichkeitsfreie darin eigentlich gar kein Bestand haben kann. Also wenn man sinnlichkeitsfrei denkt, dann ist man einerseits aus dem Elektromagnetismus befreit, aber andererseits ist es so schwierig, weil der Elektromagnetismus so überall stark wirksam ist.

 

Und das beste Heilmittel dagegen ist die gedankliche Konzentration. Zuerst in dem Gedanken und dann kommt es darauf an, dass es Gedanken sind, die nicht wiederum sinnlich sind, denn dann kettet man sich selbst wiederum an das Physische an. Rudolf Steiner hat eine ganz große Menge, einen Schatz an Sprüchen und Meditationsinhalte hinterlassen, woraus man wählen kann, was am meisten anspricht und man kann das dann eine längere Zeit konzentrieren.

 

Rudolf Steiner sagt selbst, nimm ein Buch, schlage es auf und worauf dein Auge fällt, das ist für dich der Inhalt. Wenn man das macht, dann ist das sehr interessant, was geschieht. Und wenn man dann zum Beispiel die Wahrspruchworte, das ist dann wohl gewählt natürlich, dass man sagt, dieses Buch nehme ich jetzt und ich schlage es auf und dann der Spruch, der dann dort steht, den werde ich meditieren, dann hat man nicht die Schwierigkeit, dass man nach Lust und Anlage sucht, sondern die Lust und Anlage suchen uns und wir finden das Richtige.

 

Eine Konzentration ist dann eigentlich das Heilmittel gegen die Wirkung der Elektrizität und des Magnetismus, aber es ist dann doch wichtig, dass wir auch, ja, mehr oder weniger bei uns dabei sind, um zu spüren, was eigentlich geschieht, wenn ich meditiere, um zu meditieren anfange, dass da immer wieder die alltäglichen Gedanken das Ganze zerstören wollen, verderben wollen und dass meine Konzentration oft gar nicht stark genug wird, um diese Wirkungen zu vermeiden oder zu vergessen oder dann ganz in dasjenige aufzugehen, was ich mir vorgenommen habe. Und da könnte eine Barsche, Barsche Fuge, wenn man es könnte, ein schönes Thema sein. Andererseits ist es doch auch so, dass man seine Konzentration besser erzieht, wenn man nicht aus dem gewöhnlichen Lebensinteresse sie betätigt.

 

Also wenn ich Bach liebe und ich analysiere die Musik, dann geht das viel leichter, als wenn ich ganz abstrakte Sätze von Fichte oder Hegel lese und mich darauf konzentriere. Also es geht eigentlich um die Anstrengung des sinnlichkeitsfreien Denkens und das kann man dadurch tun, dass man einen Inhalt liest, aber besser ist eine Meditation und das ist eine Konzentration auf ein sinnlichkeitsfreies Bedanken. Der Elektromagnetismus ist auch überall und man kann eigentlich sagen, die elektrischen und magnetischen Kräfte, die aus dem Leib kommen, die stören die geistige Betätigung.

 

Und wenn man das Glück oder das Unglück hat, die Migräne zu kennen, dann weiß man sehr gut, wie das in einem wirkt. Denn was dann geschieht, versuchen Sie es mal, wenn Sie Kopfschmerzen haben, um dann zu meditieren. Was dann geschieht, ist, dass einerseits die Denkkraft viel, viel stärker ist als normal, andererseits wird der Kopfschmerz immer schlimmer und schlimmer und man spürt, das ist die falsche Denkkraft, das ist Magnetismus, Wille, der das Denken, Elektrizität, aufbläst, könnte man sagen.

 

Und man hört dann natürlich eigentlich wohl besser auf. Das sind Wirkungen, die bekannt sind, die man in seinem Leben als Meditant kennenlernt, die darauf hinweisen, dass der Elektromagnetismus eine ganz starke Stütze zu sein scheint für das Denken, für die Kraft des Denkens, aber wenn man wirklich gut erlebt und zuschaut, dann stellt sich heraus, dass es Gegenkraft ist und dass die echte Willenskraft im Denken in einer ganz anderen Ebene sich betätigt und auch erlebt wird. Vielleicht wird es möglich, darauf das nächste Mal tiefer einzugehen.

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Wer ist Mieke Mosmuller?

Mieke Mosmuller ist Ärztin, Schriftstellerin und Philosophin. Sie schreibt über aktuelle Themen, die ihren philosophisch-spirituellen Entwicklungsweg berühren, den sie 1983 begann….

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