Menschenliebe und Menschenwerk

Ein großartiges Bild liegt in diesem Wochenspruch verborgen. Wir fühlen die starke gute Macht der Seele. Sie ist mit Geist durchdrungen, mit göttlichen Kräften, und also will sie diese göttlichen Kräfte durch ihre Taten in die äußere Welt bringen. Sie will sich selbst gestalten, will ein Wesen werden, dass so gestaltet ist, dass sie imstande ist, sich in wahre Menschenliebe und wirkliches Menschenwerk zu metamorphosieren.
Geistestiefen

In den heiligen Nächten kam ich bis in die spirituellen Tiefen, und nun wird meine Seele mit der Feuerkraft des Weltenwortes erfüllt, wo sonst der leere Wahn der Eigenheit lebt. Dies ist eine wahrhaftige Imagination von Epiphanias. Es ist eine Erleuchtung, die klingt.
Es ist ein Ros’ entsprungen

Es war einmal… ein sehr großer Vater-König. Ich habe euch schon einmal von Ihm erzählt. Er war und wird immer der größte König und der mächtigste Vater der ganzen Welt sein. Es gab niemanden, der größer und mächtiger war als er – und es wird nie jemanden geben. Er wusste alles, noch bevor es da war. Er dachte einen Gedanken… und es war da.
Gloria in Excelsis Deo

Während der Adventzeit sind die Zeichen dieser Ankunft schon zu erleben. Aber am Christabend, wenn die Sterne hell am Nachthimmel scheinen, können wir fühlen, gewahrwerden, dass sich der Himmel für uns öffnet, dass der Himmel zu uns kommt, sich mit dem Finsteren vermischt und dieses erleuchtet. Die Seele, mit all ihrem Licht, gebärt den Geist. Sowohl im Inneren, als auch in der äußeren Welt kommt der Himmel auf die Erde. Es ist die beste Zeit, die es gibt, um eine Meditation zu erfüllen, die sich auf diesem mächtigen Anwesendsein des Himmels auf Erden aufbaut.
Weltenwinternacht

Dann aber kam der Augenblick, dass ein Kind in dieser Mittwinterzeit geboren wurde (da wo es auf der Erde Winter ist), am Heiligabend. Es wurde geboren um uns für immer und ewig zu schützen, in jeder Zeit der Einsamkeit der Erde und des Menschen, so lange als diese beiden zusammen leben werden. Seitdem sind die Nächte dreizehn geworden, von der Dämmerung am 24. Dezember, bis zum 6. Januar. Sie sind heilig geworden, denn Christus und Erde sind in diesen Tagen und Nächten am allernächsten zueinander.
Opfer

Jetzt fange ich an zu spüren, woher die Inspiration für meinen schaffenden Drang kommt. Das Weltwort selbst ist dies, das sich offenbaren will, indem ich mich selbst opfere, durch die Erfüllung von meinen Werken mit Ihm. Kann Er sich durch meine Arbeit offenbaren?
Seelenschaffensdrang

Das Sein der Welt liegt außerhalb des bewussten Erkennens. Wenn der Mensch sich darin einlebt durch die Bewusstwerdung der Kategorie des Seins, erkennt er es wieder, als sein eigenes Sein, das erst aktuell wird, wenn die Seele schaffen will. Dann lebt das bescheidene eigene Selbst sich in das Weltenselbst ein, bewusst des Selbstes und der Welt.
Das Alt-Bewahrte

Die innerliche Kraft wird immer stärker beim Kommen des Winters. Wir fühlen es im innerlichen Leben und diese Kräfte werden in unsere äußeren Taten ergossen. Durch meine bewussten Taten verwandle ich die äußerliche Welt und dadurch, dass ich dies tue, präge ich mich ins äußere Dasein.
Das Miterleben der Seele

Im August fühlten wir, wie unser eigenes Wesen, wenn es auf ein einsames Dasein beschränkt bleiben würde, den Tod in sich finden könnte. Die Seele braucht das Dasein der Welt, um selbst existieren zu können. Jetzt, im November, fühlen wir das Umgekehrte. Wir fühlen, wie die Welt nicht existieren könnte, wie sie sterben müsste, wenn die menschliche Seele nicht mit der Welt mitleben würde. Die Welt muss sich in der menschlichen Seele von neuem schaffen können; ohne diese Macht, sich in den Seelen zu offenbaren, würde sie in sich selbst den Tod finden.
Mich selbst der Welt verleihen…

Die eigene Kraft wird jetzt immer mehr spürbar. Im Sommer war es eine fremde Macht die gefühlt wurde, jetzt ist es die eigene Kraft. Im Sommer wurde diese fremde Macht uns gegeben – jetzt geben wir aber unsere Kraft der Welt. Wir können unser eigenes Wesen als Kraft spendend erleben lernen, die sich so entfaltet, dass wir immer klarer durchschauen, wie Karma webt in der Welt.