Innerliche Frucht

Das Geistgeschenk im Innern der Seele kann jetzt immer klarer empfunden werden, und ich kann fühlen, wie es immer mehr wächst und fruchtet, wie es mich mir gibt, während es stärker wird. Es ist nicht das Denken, das diese Macht erkennt, auch ist es nicht das alltägliche Gefühl. Es ist Intuition, es ist eine Ahnung die im Innern webt, es ist eine Wirklichkeit, die da lichtvoll tätig ist und die Macht der Selbstheit zum Reifen bringt.
Mein Sein

In diesem Wochenspruch können wir das Prinzip des Egoismus tief fühlen – und zugleich die Überwindung des Egoismus, die in dieser Woche eine Tatsache wird. Das Selbst hat sich selbst verloren – und das ist in den Wochen nach Ostern bis jetzt, im August, erreicht worden.
Erinnern

Das spirituelle Geschenk ist nun in meiner Seele, und ich muss mich entwickeln, um es mit meiner Erinnerung umschließen zu können. Es ist ein spiritueller Akt, der hier geschehen muss. Erinnerung ist nicht nur Inhalt, es ist auch eine Fähigkeit. Ich muss nun versuchen, diese Fähigkeit dafür zu nutzen, das Geschenkte damit zu umschließen. Dieses Tun wird die Kräfte meines Selbst stärken und in meinem Innern wecken. Das Erinnern des spirituellen Geschenkes wird mich mir selber geben, während ich zugleich immer mehr ich selbst werde.
Magnificat

Nun habe ich das Geistgeschenk empfangen, muss aber die Größe der Seele entwickeln, um sie mit dem kosmischen Wort vereinigen zu können. Sie Seele muss ein Kleid für den Geist werden. Hier können wir ein Gleichnis zum ‚Magnificat’ von Maria wieder erleben:
Das Weltenwort

Im Frühling durften wir in unseren Sinnen leben, wo das Weltenwort in Bildern spricht, die wir in die Tiefen der Seele führen konnten. Die ganze Macht des Denkens wurde still, sodass es möglich wurde, diese Sinnesbilder gewahr zu werden. Das weltenweite Wort füllt die Tiefen unsres Geistes, solange wir keinen Verstandesschleier darüber weben. Unsere Sinne selbst wirken ebenfalls wie ein Schleier, solange sie an den Verstand gebunden bleiben. Wenn sie aber als Tore wirken, durch die die Empfindung geht, werden die Tiefen des Geistes mit den Weiten der Welt erfüllt, und wir werden imstande sein, dies in uns selbst zu finden – wenn die Zeit reif sein wird.
Geistgeschenk

Das Weben des Geistes scheint mir ein Geistgeschenk gegeben zu haben. Denn vor zwei Wochen fühlte ich schon, wie das geistige Denken mir näher kam. Jetzt erlebe ich es wie ein Geschenk, der Weltengeist webt in mir die Weltgedanken. Ich darf dieses Geistgeschenk aber nicht nach außen tragen, es soll im Innern gehütet werden. Es sind keine klaren Verstandesgedanken, es ist eine Ahnung. Diese erzählt mir, dass ich dieses Geschenk für mich behalten soll, denn alle göttlichen Gaben müssen in den Tiefen meiner Seele reifen. Nur so können sie meiner Selbstheit Früchte bringen.
Schleier

Nun habe ich mich so weit von meinem Selbst entfernt, dass ich das Weben des Geistes im Licht der Welt, im Schein, fühlen kann. Es erscheint mir nicht in einem klaren Denken, es scheint in einer Verzauberung zu erscheinen. Dieser webende Geist hat einen Schleier gezogen, so dass ich diesen nicht in seinem wahren Wesen erfassen kann. Meine Sinne sind dieser Schleier, sie verdecken mein wahres Wesen. Doch nur durch dieses verschleierte Sein gewinnt mein Selbst an Kraft. Indem das Ich innerhalb der Grenzen gehalten wird, wächst es gerade. Es wäre hierzu nicht von sich aus imstande.
Weltendenken

In dieser Sommer-Woche kommt in unserem inneren Erleben ein Wendepunkt. Bis jetzt mussten wir die Seele ganz an die Wahrnehmung mit den Sinnen hingeben, wodurch wir die Triebfeder unseres eigenen Wesens verloren. Das Denken wurde traumartig, es verlor seine Klarheit und wirkte verzaubernd. Dadurch vergaß ich mich selbst und schien ich mein Selbst zu verlieren. Der Wendepunkt ist nun, dass wir fühlen, wie uns etwas naht, das uns weckt. Wir leben in dem sinnlichen Schein, aber darin naht uns das Weltendenken, das uns wecken wird.
Feuerwelten des Geistes

Das Wahrnehmen mit den Sinnen ist nun die wichtigste Aktivität. Ich habe meine persönlichen Gedanken, meinen Willen und meine Gefühle völlig an die reinen Höhen der Sinne hingegeben. Meine Seele hat nun keinen persönlichen Inhalt mehr. Stattdessen beginnen die Flammen der feurigen Welten des Geistes in meiner Seele zu sprechen. In den sinnlichen Höhen darf ich das wahre Wesen des Geistes ahnen. In den Tiefen des Geistes kann ich suchen, wie ich mit dem Geist dem Geist verwandt bin – so spricht zu mir das Wahrheitswort der Götter.
Johannes

Die Hingabe an die Welt wird immer tiefer und tiefer. Denken, Wollen und Fühlen der Seele waren schon ganz dem kosmischen All hingegeben. Nun erscheint die Möglichkeit, noch tiefer zu gehen in der Hingabe, indem die tiefsten göttlichen Kräften des eigenen Lebens frei gemacht werden. Sie werden zum Weltenfluge entbunden. Alle bewussten Inhalte der Seele verlieren wir jetzt, sie bleiben im physischen Körper auf Erden. Wir behalten nur das Selbst, das im Weltenlicht und in der Weltenwärme des Kosmos zu finden ist.