Ostern

Zu Ostern fühlen wir uns, als ob wir uns aus unseren unbestimmten physischen Gedanken erhoben hätten. Im Frühling scheint die Sonne hell und schon warm und alle unsere Sinne scheinen durch die Frühlingssonne aufgehellt und aufgewärmt zu werden. Die Sonne scheint zu allen unseren Sinnen aus der Ferne des Kosmos zu sprechen und wir fühlen dadurch große Freude. Diese Freude jauchzt in den Tiefen unserer Seele und wir können fühlen lernen, wie sie zu den Sonnenstrahlen aufsteigt und sich damit vereint. Ich kann mich fühlen, eingebettet in den warmen Sonnenstrahlen, und ich antworte mit großer Freude, die von mir kommt, aus meiner Empfindung.

Die Karwoche

In der Winterzeit hat der Geist es hauptsächlich mit sich selbst zu tun. Es ist die wunderbare Zeit des inneren wissenden Lichts, das sich selbst kennenlernen kann. Nun aber, wendet sich der Geist dem Äußeren zu und begegnet der Schönheit in der Natur, die gerade zum Leben erwacht. Dann kommt die Lebenskraft aus der Ferne in den Körper hinein und vereint das Wesen des Geistes und das Menschensein. Die Hingabe an alles andere als den eigenen Geist, die liebevolle Hingabe an den Weltengeist, beginnt hier.

Begegnung mit der Natur

Jetzt will die Werdelust, die keimende und wachsende Kraft des Welten-Daseins, in das Ich des Menschen getragen werden. Infolgedessen wird der Zauber, in dem die Welten-Werdelust liegt, zerbrochen, und dieses Werden wird dem Ich zugänglich.

Die Burg des Fischerkönigs 2018

Die Burg ist ein Bild für die Höhle, in der der ‘verwundete Mensch’ bleibt, es scheint eine Imagination des menschlichen Schädels zu sein. Darin wohnt der Fischerkönig, le roi pecheur, dieser verwundete Mensch, und sein Vater, der von der Hostie lebt. Darin findet man das Bild für den menschlichen Gegensatz: der verwundete Mensch und der reine Mensch. Parzival kommt während seiner Reisen versehentlich zu der Burg, der man sich nicht zu nähern vermag. Er hat den Weg nicht gesucht, die Burg nicht gesucht, sondern findet sie. Er wird eingeladen, an dem Mahl teilzunehmen. Er sieht ein Gefolge hereinkommen, eine schöne Jungfrau trägt eine goldene, mit Edelsteinen besetzte Schale, ‘einen Gral’. Darin liegt eine Hostie für den alten Vater, den man nicht sieht. Auch eine blutende Lanze wird in dem Gefolge getragen.

Natura spricht 2018

‚Ich bin jene, die die Natur des Menschen im Hinblick auf die Ähnlichkeit des modellhaften Weltgerüstes modellierte, damit er in seiner Natur wie in einem Spiegel die Schrift der Welt selbst vergleichen kann. Wie nämlich der vier Elemente einträchtige Zwietracht, einzigartige Vielfalt, missklingender Gleichklang, nicht übereinstimmendes Übereinstimmen die Struktur des königlichen Palastes, der Welt, versöhnt, so fügt der vier Beschaffenheiten gleichartige Ungleichheit, unähnliche Ähnlichkeit, formlose Gleichförmigkeit, unterschiedliche Unterschiedlosigkeit das Gebäude des menschlichen Leibes zusammen. Und die Beschaffenheiten, die als Vermittlerinnen zwischen den Elementen auftreten, sind dieselben, die zwischen den vier Temperamenten einen dauerhaften Frieden gewährleisten. Und wie gegen die festgesetzten Bewegung des Firmamentes das Heer der Wandelsterne in widersprechendem Lauf streitet, so entdeckt man im Menschen eine andauernde Feindseligkeit von der Lust und der Vernunft.

Rudolf Steiner über Troxler

‚Von solchen Voraussetzungen ausgehend, erahnt Troxler in dem Menschen, der in der Sinneswelt sich erlebt, einen «höheren Menschen», der diesem zugrunde liegt, und der der übersinnlichen Welt angehört; und er fühlt sich in dieser Meinung im Einklänge mit dem, was Friedrich Schlegel ausgesprochen hat. Und so werden ihm wie schon früher Friedrich Schlegel die höchsten in der Sinneswelt sich offenbarenden Eigenschaften und Betä- tigungen des Menschen zum Ausdrucke von Fähigkeiten des übersinnlichen Menschen.

Troxler und Lavater

‚Es handelt sich um eine der Art und dem Wesen nach verschiedene Erkenntnis. Sinn und Geist aller göttlichen Offenbarung kann nur von einem höhern, innern, über apriori und aposteriori, über wirkliche Vernunfteinsicht und blossen Sinnesglauben erhabenen, ich möchte sagen, übersinnlichen Geist und übergeistigen Sinn der menschlichen Natur erfahren und verstanden werden.

Eine vergessene Strömung im Schweizerischen Geistesleben

Rund 35 Jahre her liegt meine stürmische Begegnung mit der Anthroposophie. Es ereignete sich in einer Nacht. Mein Mann war ausgegangen zu einer Entbindung (wir waren damals Hausärzte und ich war zuhause, und beantwortete das Telefon). Wir hatten einige Bücher von Rudolf Steiner gekauft, in der Hoffnung bei ihm eine Erklärung zu finden, dass homöopathisch verdünnte Mittel wirksam sind – was wir durch Verwendung davon in der Praxis entdeckt hatten.

Über die Fortdauer der Seele nach dem Tod

Im Tode und in der Körperverwesung vollendet sich nun diese Rückbildung, in welcher die Gesetze des unorganischen Chemismus volles Recht an den Leib gewinnen und die allgemeinen Weltstoffe wieder selbständig aus ihm hervortreten lassen, welche höchst vorübergehend von der organischen Kraft zu ihrem Dienste gezwungen worden waren. Dies zusammengesetzte Gebilde ist völlig verschwunden, ohne dass im geringsten das wahrhaft Substantielle an ihm vergangen wäre, weder die Seelensubstanz, die ihn organisirt hat, noch die Stoffe, aus denen dieser gebildet wurde.