Die Metamorphose des Denkens

Der zentrale Punkt in der Geisteswissenschaft, in der „Anthroposophie“, ist die Metamorphose des Denkens. In öffentlichen Vorträgen hat Rudolf Steiner oft ein Fundament für seine wissenschaftliche Arbeit gegeben. Er beschrieb die natürlichen Denkfähigkeiten des Menschen, um dann weiter zu gehen und die Punkte in diesem Denken zu beschreiben, die darin zu finden sind und weiter entwickelt werden können zu einer Art des Denkens, das die geistigen Welten erforschen kann.

In früheren Zeiten…

Das Denken des Denkens ist nicht eine neue Erfindung. Es wurde schon in der griechischen Philosophie von Aristoteles beschrieben, und in der Scholastik von Thomas von Aquin.

Das Entwickeln eines klaren und unterscheidenden Denkens

Sind wir einmal überzeugt davon, dass das Denken in der modernen europäischen Kultur spiritualisiert werden muss, und wissen wir, dass das spiritualisierte Denken ein wahrhaftiger Kulturfaktor werden müsste, ohne den wir nicht gewahr werden können, was die Engel in unserer Seele weben, dann entsteht die Frage: Wie können wir ein solches Denken entwickeln? Unser modernes intellektuelles Denken ist ganz und gar nicht spiritualisiert, es hat gerade alles spirituelles Wesen verloren und ist ein materielles Denken geworden, ein Denken von ,Dingen’.

Was ’sehen‘ wir, wenn wir unseren Blick auf unser eigenes Denken richten?

Als erstes müssen wir uns erinnern, was wir taten, wir können das Denken nicht sehen, während wir denken. Wir müssen üben, aktiv zu denken und uns dann zu erinnern, was wir genau taten, als wir dachten. Derselbe ‚Sinn’, der es möglich macht, Erinnerungen zu haben, gibt uns die Kraft, uns zu erinnern, wie wir gedacht haben – auch wenn es mehr innere Energie verlangt, dies zu tun. Es braucht Zeit, unser Denken zu wecken. Die Gedanken sind vorbei, wenn wir unseren Blick auf das Denken richten. Aber zu versuchen, den Prozess des Denkens zu fassen, während wir denken, weckt einen neuen Sinn, den ‚inneren Sinn’. Eines ist absolut sicher: der Sinn, der den Akt des Denkens in der Gegenwart wahrnimmt – mehr als in der Erinnerung –, ist auch Denken. Das ‚Auge’, mit dem wir das Denken als eine Aktivität sehen, ist das Denken selbst.

Das wahre Selbst

Im Wochenende haben wir mit einer Gruppe in ‚Samaya in Werkhoven‘ gearbeitet an dem Thema ‚Karma und Reinkarnation‘. Als Übung in der Suche nach dem wahren Selbst gab ich den folgenden text, um durch Tun davon auf dem Weg zu dem wahren Selgst gebracht zu werden.

Rudolf Steiner in Weimar

Natürlich ist Weimar auch eine ‚Rudolf Steiner Stadt‘. Die Wahrnehmungen mit den Sinnen und die Gedanken des Verstandes überschatten die Eindrücke, die von diesen Zeiten der Vergangenheit empfangen werden könnten. Die Schriften von Agrippa von Nettesheim über die okkulte Philosophie geben sehr interessante Ansichten zu diesen Prozessen. Er sagt, dass alle Ereignisse, Worte, Gedanken sich in die Luft einprägen, was zu gewissen Stimmungen führt, die wir wahrnehmen, wenn wir da sind. Sinne und Gedanken überschatten diese Stimmungen, aber unter dem bewussten Nachdenken leben diese Stimmungen trotzdem. So können wir versuchen, unser bewusstes Leben mehr in Stimmungen zu leben und diese „Schriften in der Luft“ zu erleben, die so sicher sind wie die Gebäude und Statuen es sind.

Zwischen Berlin und Nürnberg

Unterwegs von Berlin nach Nürnberg besuchten wir Weimar – nicht zum ersten Mal. Ungefähr das Erste, was auf unserer Stadtwanderung unseren Blick traf, war das Goethe-Schiller-Denkmal.

Der Mensch und Ostern

Zu Ostern fühlen wir uns wie auferstanden aus unseren vagen, leiblichen Gedanken. Im Frühling scheint die Sonne sehr klar und schon warm, und all unsere Sinne scheinen durch die Frühlingssonne erhellt und erwärmt zu werden. Die Sonne scheint aus den Fernen des Kosmos zu all unseren Sinnen zu sprechen, und wir empfinden dadurch eine gewaltige Freude. Diese Freude jubelt in den Tiefen unserer Seele, und wir können fühlen lernen, wie sie an den Strahlen der Sonne aufsteigt und sich damit vereinigt. Ich kann mich selbst fühlen, eingebettet in die warmen Sonnenstrahlen, und ich antworte mit großer Freude, die aus mir, aus meinem Gewahrwerden kommt. 

Wie wird das Denken zum Auge für den Geist?

Das gewöhnliche Denken ist ein Scheingebilde, ohne Substanz. Zwar hat das Denken einen Inhalt – den Gedanken -, aber man ‚greift‘ gleichsam ‚hindurch‘. Man kann sich gut an dem Inhalt stoßen, weil er unwahr oder unsympathisch ist, aber man bekommt davon keine blauen Flecken. Auch ist es kraftlos, und viel Licht trägt es auch nicht, denn die Gedanken sind finster, obwohl sie in gewissem Sinn Licht bringen, wenn sie zu einem Begriff, zum Verstehen führen.

Künstlicher Intellekt

In 1989 veröffentlichte Roger Penrose ein Buch mit dem Titel: Des Kaisers neue Kleider… (Zum Verstehen des Titels kann man das Märchen von Andersen mit demselben Titel lesen). Obwohl inzwischen die Technik sehr viel weiter entwickelt ist, ist das Buch noch immer sehr lesenswert. Wo finden wir noch Informationen über die Prozesse, die der Anfang desjenigen sind, was ‚künstliche Intelligenz‘ genannt wird? Es kann erwartet werden, dass der Geist, der Vorteil davon hat, dass die Menschen eine Sucht entwickeln nach einer anderen Intelligenz als die rein menschliche, nicht gerne hat, dass wir informiert werden darüber, was die Grundelemente des ‚Computerdenkens‘ und der damit verbunden Entdeckungen sind. Im Buch von Penrose jedoch wird sehr deutlich, wie der künstliche Intellekt wirkt.