Der Grundstein

Dies ist eine wirkliche Initiation. Nur ein Punkt, aber, wie ein Keim trägt er in sich die volle Kraft der Intelligenz. Aber diese Intelligenz ist Wille und Gedanke zugleich, sie ist auch durchdachte und erlebte Intelligenz. Das Ich kann in Aktivität gedacht werden, es bringt sich selbst hervor, es kann als die ultime freie Handlung gefühlt werden, es kann als das wahre Wesen des Ich bestimmt werden, indem die Kategorie der Erkenntnis initiiert wird. Dieses dreifache Wesen des Ich ist am Anfang der Anthroposophie im Ich, es wird seine eigene – zugleich universelle – Art der Spiritualisierung des Denkens, der Intelligenz. In seiner Dreifaltigkeit ist das Ich der Quell des Grundsteins. 

Der junge Rudolf Steiner

In Antwerpen hatte ich die Gelegenheit, einen ganzen Tag lang an dem Thema ‘Der junge Rudolf Steiner’ zu arbeiten. Ausgangspunkt war der zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlichte Artikel ,Einzig mögliche Kritik der atomistischen Begriffe’, von dem jungen Rudolf Steiner 1882 für Friedrich Theodor Vischer geschrieben.

Persephone − Natura

‚Höre, wie in diesem Universum, der edlen Stadt einer Republik vergleichbar, eine Herrschaft mit erhabener Verwaltung eingerichtet wird. Im Himmel nämlich, wie in der Burg einer menschlichen Stadt residiert der ewige Herrscher imperial. Von ihm erging auf ewig der Erlass, dass die einzelnen Dinge erkannt und in seinem Buch der Vorsehung aufgeschrieben seien. Im Raum der Luft, wie in der Stadtmitte, wirkt die himmlische Heersachar der Engel und gibt als stellvertretende Verwalterin dem Menschen ihre Schutz. Der Mensch jedoch, der wie ein Fremder in der Unterstadt der Welt herumgeht, lehnt es nicht ab, dem Heer der Engel Gehorsam zu erweisen. In dieser Republik also ist Gott herrschend, der Engel wirkend, der Mensch gehorchend. Gott erschafft herrschend den Menschen, der Engel bringt ihn wirkend hervor, der Mensch erneuert sich gehorchend. Gott befiehlt mit der Vollmacht der Autorität, der Engel stellt durch die Tat zusammen, der Mensch gehorcht dem Geheimnis der Erneuerung.

Natura spricht

‚Ich bin jene, die die Natur des Menschen im Hinblick auf die Ähnlichkeit des modellhaften Weltgerüstes modellierte, damit er in seiner Natur wie in einem Spiegel die Schrift der Welt selbst vergleichen kann. Wie nämlich der vier Elemente einträchtige Zwietracht, einzigartige Vielfalt, missklingender Gleichklang, nicht übereinstimmendes Übereinstimmen die Struktur des königlichen Palastes, der Welt, versöhnt, so fügt der vier Beschaffenheiten gleichartige Ungleichheit, unähnliche Ähnlichkeit, formlose Gleichförmigkeit, unterschiedliche Unterschiedlosigkeit das Gebäude des menschlichen Leibes zusammen. Und die Beschaffenheiten, die als Vermittlerinnen zwischen den Elementen auftreten, sind dieselben, die zwischen den vier Temperamenten einen dauerhaften Frieden gewährleisten. Und wie gegen die festgesetzten Bewegung des Firmamentes das Heer der Wandelsterne in widersprechendem Lauf streitet, so entdeckt man im Menschen eine andauernde Feindseligkeit von der Lust und der Vernunft.

Augustinus und das exoterische Christentum

‚Des Augustinus Vorstellungsart sagte ihm, daß mit dem Christus-Ereignisse andere Verhältnisse für die nach dem Geist suchende Seele eingetreten waren, als sie vorher bestanden hatten. Für ihn stand fest, daß in dem Christus Jesus dasjenige in der äußeren geschichtlichen Welt sich geoffenbart hat, was der Myste durch die Vorbereitung in den Mysterien suchte.

Augustinus in der Geschichte des Denkens

Ich zitiere aus Rudolf Steiners ‚Die Rätsel der Philosophie‘:
‚Wie eine Vorverkündigung zeigt sich ein neues Element, welches das Gedankenleben selbst aus sich hervorbringt, bei Augustinus (354—430), um dann wieder unbemerkbar weiter zu strömen in dem es überdeckenden religiösen Vorstellen, und erst im späteren Mittelalter deutlicher hervorzutreten. Bei Augustinus ist das Neue wie eine Rückerinnerung an das griechische Gedankenleben. Er blickt um sich und in sich und sagt sich: Mag alles nur Ungewisses und Täuschung geben, was sonst die Welt offenbart, – an einem ist nicht zu zweifeln: an der Gewißheit des seelischen Erlebens selbst. Das wird mir durch keine Wahrnehmung zuteil, die mich täuschen kann; in diesem bin ich selbst darinnen; es ist, denn ich bin dabei, indem ihm sein Sein zugeschrieben wird.

Eine weiterführende Bekehrung von Augustinus

Augustinus gibt im zehnten Buch eine wunderbare Beschreibung seines Weges von außen nach innen, die letztendlich zu einer Erwägung des reinen Denkens führt. Dann folgt eine Untersuchung des Gedächtnisses und dann diese Bekehrung. Die Beschreibungen sind zu ausführlich, um sie hier wieder zu geben, sie sind aber wirklich sehr lesenswert! Hier nur der Schluss.

Die Bekehrung von Augustinus

Diese und nächste Woche werde ich zwei Augenblicke der Bekehrung im Leben des Augustinus zitieren, wie er sie selbst in seinen Bekenntnissen beschreibt.

Augustin begegnet Faustus

In diesen ‚philosophischen Reflexionen‘ teile ich bestimmte Gedanken anderer, was nicht immer bedeuten soll, dass ich die Richtigkeit dieser Gedanken anerkenne. Ich zitiere jetzt aus ‚Bekenntnisse‘ von Augustin, weil es ergreifend ist, an diesen Gedanken des großen Kirchenlehrers teilzuhaben.

Augustinus und der Manichäismus III

‚Dann sehen wir, wie gleichsam mit dem allmählichen Abfluten ab­nimmt die hellseherische Erkenntnis, wie selbst für diejenigen, die noch hellseherische Erkenntnis im alten Stile haben, ein Abfluten der hellseherischen Fähigkeiten eintritt, und wie mit diesem Abfluten auch die Möglichkeit aufhört, den Christus ganz in seiner wahren Wesenheit zu erkennen. Man erkennt ihn in seiner wahren Wesenheit, wenn man ihn nicht nur in seinem irdischen Wirken, sondern in sei­ner ganzen himmlischen Glorie erkennt.