Augustin und die Manichäer II

Neben dem Buch ,Bekenntnisse’ von Augustinus gibt es auch das Buch ,Contra Faustum’. In diesem Buch verwirft Augustinus die Lehren und Überzeugungen eines manichäischen Bischofs namens Faustus. Das Buch besteht aus 33 Kapiteln, die jedes Mal mit einer Aussage von Faustus beginnen, der dann die Widerlegungen  von Augustinus folgen, die zehn Jahre lang selbst Manichäer war, dann aber diese Gemeinschaft verließ und sich gegen sie kehrte. Wir können diese Texte mit dem Wissen lesen, das wir in unserer Zeit vom Manichäismus haben können, und zugleich mit dem Wissen, das wir dank der Vortrage Rudolf Steiners haben.

Augustin und die Manichäer

Der Manichäismus wurde vor allem durch die Beschreibungen der Gegner im Laufe der Jahrhunderte bekannt. Wichtige Quelle für den Kampf der katholischen Kirche gegen die Ketzer ist das Buch von Augustinus ‚Confessiones‘. Er war ein Mitglied der Gemeinschaft der Manichäer während zehn Jahren, aber wir bekommen kein Bild davon, wie er in diesem Jahrzehnt diese Gemeinschaft positiv erlebt haben muss. Wir bekommen nur ein Bild vom Manichäismus, wie er es gesehen hat, nachdem er sich davon schon völlig abgewendet hatte. In diesem negativen Bild können wir das Phänomen der Änderung der Bewertung sehen, von einem glühenden, feurigen Bekenntnis zu einem sich entschieden dagegen Wenden.

Epiphanias – 6. Januar

Es war einmal ein junger Mann, der gerufen war, um die Menschen zu lehren, dass sie gut sein sollten. Die Menschen waren von seiner feurigen Rede und seinem freundlich-strengen Vorbild überrascht. Sie wollten alle so sein wie er, und darum kamen sie von nah und fern, um ihn zu hören. Dann konnten sie sich entschließen … und wenn sie sich entschlossen hatten, dass sie mittun wollten, dass sie auch gut sein wollten, dann ließen sie sich mit dem Wasser aus dem Fluss taufen, an dem der gute junge Mann stand, während er so feurig sprach…

Weihnachtsgeschichte

Und seitdem hat jeder dieses Herz bei sich, weil es so groß ist, dass es in jedem strahlt, und man kann es immer fragen, weil es hilft, dass man kein Schmerz fühlt, nicht traurig ist, keine Angst hat. Darum sind wir zu Weihnachten immer froh, weil wir einen Geburtstag des Kindes mit dem großen lieben Herz feiern, das so groß ist, dass man es am Himmel als einen Stern sehen und als einen Engelchor hören kann.

Unendliche Augen der Nacht…

Es war einmal ein merkwürdiges Gefühl in der Umgebung da… Es kam in jedem Jahr wieder, einige Tage nach dem kürzesten Tag im Jahr – im Westen. Ein bestimmter Abend war von allen anderen Abenden ganz verschieden, und die darauf folgende Nacht machte die Änderung noch bezaubernder… Vielleicht erinnern sich einige von uns noch an diese wundervolle Sphäre – aber sie scheint uns verlassen zu haben.

Was ist Denken?

Heute Abend (14 Dezember) werde ich in Amsterdam einen Vortrag über ,mindful thinking’ geben. In den östlichen spirituellen Traditionen wird Denken meistens als das Haben von Gedanken angesehen. Und Gedanken verhindern ein andächtiges Wahrnehmen von etwas anderem als man selbst. In Gedanken versunken sein, bedeutet, versunken sein in sich selbst. Nicht, dass es immer angenehm ist, in sein eigenes Sein vertieft zu sein – aber es führt aber von der Welt, so viel ist sicher. Und so scheint es notwendig zu sein, aus diesen Gedanken herauszutreten und die Sinne gedankenlos für die Welt zu öffnen – und dann auch wieder für uns selbst.

Leben mit Andacht

Vor einigen Jahren habe ich eine Zeitlang ,mindfulness’ (Achtsamkeit) geübt, weil ich so viel darüber hörte und weil diese Meditation auch in der medizinischen Welt eine gewisse Akzeptanz genießt, als ein günstiger Einfluss auf Körper und Geist. Ich wollte dies kennenlernen. Ich kaufte ein Buch von Jon Kabat-Zinn und begann zu üben. Wenn ich einen spirituellen Weg kennenlernen will, will ich nicht nur darüber lesen, sondern diesen auch üben. Das Lesen allein gibt nicht die volle Erfahrung, was das wirklich ist, worüber man liest…

Manichäismus in einem Roman

Ich nahm einen tiefen Eindruck mit, als ich ihn verließ. Wir hatten eine Stunde gesprochen, und mein Gemüt war voll. Schmerz, Mitleid, aber auch Grauen vor soviel kalter Härte. Mit dem Verschwinden von Fett und Muskeln schien der letzte Rest von Güte und Wärme aufgelöst zu werden. Ganz und gar Abbau war er, ganz und gar Antipathie und Eiseskälte. Harter Spott, Ironie. Von jenem kleinen Lichtlein Güte schien nichts mehr übrig zu sein. Nach seinen Worten war es zu einem lodernden Feuer in ihm geworden, in dem er nun verbrannte. Ich wurde nur Eiseskälte gewahr…

Parzival und Amfortas – Mitleid

In der Parzivalsage sehen wir eine Polarität: Amfortas ist ein weltweiser Mann, aber er ist nicht rein, er ist das Bild des Menschen, der viel über die Welt und vom Leben weiß, der nicht mehr naiv ist, der durch sein Wissen kritisch ist. Aber Gralskönig kann er nicht sein, denn er ist nicht rein. Parzival ist rein, aber er kennt die Welt noch überhaupt nicht, darum ist er ein Tor. Seine Weisheit schläft in seinem Gefühl, das rein ist: er ist weise durch Mitleid.

Der Manichaeismus vom anthroposophischen Gesichtspunkt

‚Nun wollen wir der Sache auf den Grund gehen nach den Traditionen, die von dem Mani selbst herrühren sollen und prüfen, um was es sich da eigentlich handelt. Einen äußeren Anhaltspunkt zu dieser Prüfung gibt uns die Legende des Manichäismus, eine ebensolche Legende, wie ich Ihnen neulich als Tempellegende erzähit habe. Alle solche Geistesströmungen, die mit Einweihungen zusammenhängen, drücken sich exoterisch aus in Legenden. Nur ist die Legende des Manichäismus eine große kosmische Legende, eine Legende von übersinnlicher Art.