Quousque

Ein Aufruf an mich und alle anderen, die sprechen und schreiben:

Gedanken

In alten Zeiten wurde die Weisheit nicht in gewöhnlichen Gedanken erzählt, sondern wurde sie in Bilder gekleidet. Diese Bilder dürfen nicht mit unserem Intellekt begriffen werden, wie gewöhnliche Gedanken. Sie schenken Weisheit, aber sie schenken sie bildreich, imaginativ.

Ein Anfang der Heilung

Wenn wir die Wahrheit einer Geschichte wie der, die ich letzte Woche erzählte, glauben können, sind wir mit einem Rätsel konfrontiert. Aus meiner Praxis als Ärztin und auch aus Berichten von Kollegen weiß ich von mehreren Fällen, die dem, von dem ich erzählte, mehr oder weniger ähnlich sind. Ab und zu verschwindet ein Tumor, sogar ein solcher mit Metastasen, ohne Therapie. Wenn ein solcher Patient zur Untersuchung wieder ins Krankenhaus kommt und sich nirgendwo mehr ein Anzeichen eines Tumors zeigt, wird die erste Diagnose zumeist angezweifelt. Ich habe nie erfahren, dass die Ärzte sagen: Nun, dies ist eine wunderbare Heilung! Sie fangen an zu zweifeln, wo in den Berichten, den Untersuchungen usw. ein Fehler gewesen sein könnte. Doch manchmal hat der Patient selbst den Schaden in seinem Leib gesehen, zum Beispiel auf Ultraschallbildern. Oder es gab so ernsthafte Beschwerden – die verschwunden sind –, dass es wirklich keine andere mögliche Schlussfolgerung gibt als: Der Krebs wurde ohne Therapie geheilt. Es gibt natürlich alternative Therapien, die über Erfolge berichten. Um nicht in alle möglichen Diskussionen zu geraten, lasse ich diese Heilungen hier aus. Aber es gibt wundersame Heilungen, und diese geschehen in Menschen, die das Todesurteil oder die lebensbedrohende Diagnose nicht akzeptieren.

Krebs und Kultur

Der Herbst ist für mich eine Zeit, die mit Vorträgen und Seminaren in mehr als nur einem Land gefüllt ist. Es gibt kein festes Programm, das überall dasselbe ist, es ist ein reiches und wachsendes Thema. In Amsterdam und Bern werde ich über Demenz sprechen. Aber in Hamburg wird das Thema sein: Krebs und Kultur. Ich werde hier einen Vorblick geben, wie ich es auch für die Demenz getan habe.

Das Leben genießen

Das Problem der Demenz wird größer. Nach bestimmten Statistiken sollen 20 Prozent der westlichen Bevölkerung in Zukunft an Demenz erkranken – das ist sehr, sehr viel. Untersuchungen in Bevölkerungen, wo Demenz selten ist, und in bestimmten sozialen Gruppen der westlichen Gesellschaft, die wenig Demenz zeigen, werden deutlich machen, wo die Ursachen für dieses gestiegene Risiko liegen.

Alzheimer

Es wird gesagt, dass 70% aller Demenz auf der Alzheimer-Erkrankung beruht. Diese Form von Demenz wird als eine Krankheit aufgrund von Veränderungen im Nervensystem des Gehirns betrachtet. Diese Veränderungen zeigen sich tatsächlich, aber die Wissenschaftler sind sich über die Wahrheit ihrer Annahmen nicht sicher.

Demenz

Nachdem ich zwei Wochen Texte über die positive Seite des Älterwerdens geschrieben habe, verlangt ein Gefühl für Gleichgewicht nach der anderen Seite des Bildes. Weil wir hier die Seele und den Geist betrachten, werde ich auf diese Seite des Älterwerdens schauen – insoweit dieses Älterwerden problematisch sein kann. Im Oktober und November werde ich zwei Vorträge über Demenz geben, einen in Amsterdam, den anderen in Bern. Darum sammle ich mein Wissen über diese Erkrankung der Beziehung zwischen Seele, Geist und Leib.

Der Geist sieht den Geist

Wir saßen auf einer Terrasse in der Sonne mit einem Glas kühlem Wasser. Ein Ehepaar betrat die Terrasse. Zuerst kam die Frau, ich denke, sie war etwa 85. Sie musste drei Stufen hinaufgehen, um die Terrasse zu erreichen und tat dies perfekt. Hinter ihr kam ihr Mann, dem ersten Eindruck nach etwa 95 Jahre alt. Er musste sich viel mehr Mühe geben, diese drei Stufen zu überwinden und tat es mit einem klappbaren Laufgestell. Nachdem er die Terrasse betreten hatte und den Tisch erreichte, faltete er das Gestell zusammen und nahm auf einem unkomfortablen hölzernen Stuhl Platz. Während er sich bemühte, all dies zu tun, machte er Späße mit den Menschen, an denen er vorbeikam. Als er sich hingesetzt hatte, sprach er lebendig mit seiner Frau, sie bestellten Getränke, hatten ein langes Gespräch mit dem Mädchen, das die Bestellung aufnahm, und einige Zeit später kam eine andere ältere Frau auf die Terrasse und gesellte sich zu ihnen. Offenbar wollten die Damen nebeneinander sitzen und auf das Meer blicken – also stand der Mann auf, bewegte sich von Stuhl zu Stuhl auf die andere Seite des Tisches und nahm wieder rege an der Konversation teil. Wiederum eine Zeit später kam eine jüngere Frau fröhlich an den Tisch. Sie wurde begleitet von drei heranwachsenden Mädchen, alle drei sehr schön. Der alte Mann betrachtete sie zufrieden… Sie kamen eins nach dem anderen zu ihm und umarmten ihn herzlich.

Der Geist des Älterwerdens

Wenn wir das menschliche Wesen als ein lebendiges Wesen ansehen und es so betrachten würden, als hätte es nichts mit uns zu tun, dann würden wir einen ziemlich komplizierten physischen Organismus sehen, der an der Spitze der Evolution zu stehen scheint. In der Jugend ist er schön und lernt sehr viel; später stabilisiert er sich und hält das Wissen aktuell; dann kommt er allmählich in Verfall, wird weniger schön, handelt langsamer, bis der Tod folgt.

Adam Kadmon – 2

Vor etwa zwei Jahren schrieb ich über Adam Kadmon, und zu Pfingsten 2015 gab ich ein Seminar im Berner Oberland mit dem Titel: ,Reines Denken und der Auferstehungsleib’. In diesem Seminar wurde das Wesen von Adam Kadmon deutlich, wie es in der Anthroposophie verstanden wird. Die Inhalte dieses Seminars sind nun in einem Buch wiedergegeben, das bald in der deutschen Sprache erscheinen wird. Das Verständnis von Adam Kadmon wurde deutlich vertieft und hat auch eine christliche Bedeutung bekommen.